..........es tut doch nichts zur sache.
beurteilt menschen danach was sie leisten, und nicht danach, wen sie lieben!
es ist doch schlimm genug, das sich menschen mit ihren empfindungen und gefühlen im 21ten jahrhundert immernoch zum teil verstecken (müssen).
anbei mal ein artikel aus der nordostdeutschen presse über den es sich lohnt einmal nachzudenken.
Homosexualität im Fußball
Ein schwuler Schiri und sein Weg aus dem Abseits
Lychen
· 17.01.2014
Mit Thomas Hitzlsperger hat sich erstmals ein ehemaliger
Nationalspieler als schwul geoutet. Der Amateur-Schiedsrichter Burkhard
Bock wagte diesen Schritt bereits im Jahr 2012 und gibt Einblick in sein
Leben als Versteckter.
Es war der 3. August 2012, als Burkhard Bock den Schritt seines
Lebens wagte. Vor mehr als 50 Schiedsrichterkollegen stand er auf einem
Podest, hatte seine Gefolgsleute aus der brandenburgischen Landesklasse
Nord soeben auf die anstehende Saison und Neuerungen im Regelwerk
eingeschworen. "Dann habe ich Euch noch etwas Persönliches zu sagen",
leitete er ein. "Ich bin schwul", ließ er folgen. Drei Worte, eine
Botschaft, unendliche Erleichterung. Was folgte war Applaus, Umarmungen,
freundliche Worte. Und der Eintritt in ein neues, ein freies Leben, das
dem heute 54-Jährigen zuvor verwehrt geblieben war.
In seinem ersten Leben hatte er, der "Ur-Lychener", sich ständig nur
versteckt. Hatte sich abgeduckt, die eigene Sexualität und Gefühle so
weit wie nur möglich in den Hintergrund gerückt. Bock war ein Fisch, der
im Strom schwamm. Während die Strömung alle anderen antrieb, bremste
sie ihn jedoch aus. "Die Angst erkannt zu werden, sie war
allgegenwärtig."
Begonnen hatte das Versteckspiel, als die Kumpels anfingen "mit
Freundinnen durch die Gegend zu rennen." Zum Händchenhalten seien sie
mit dem Moped in den Wald gefahren, es waren andere Zeiten. Zeiten, in
denen für Bock das öffentliche Eingeständnis der eigenen Homosexualität
undenkbar war. Also spielte er mit. Bei der Armee ging das weiter. "Da
war ein Bausoldat, der war schwul. Als ich gesehen habe, wie mit dem
umgegangen wurde, war mir klar: Du kannst dich nicht outen." Ständige
Beleidigungen bis hin zu körperlicher Gewalt - all das würde man auch
ihm antun, wenn er sich nur zu seinem "Anders-sein" bekennen würde.
Während seiner Ausbildung zum Kellner ging Bock vom Spielen zum
Spülen über, begann "intensiv zu trinken". Wenig später war er
"Spiegeltrinker". "Das ging bis Weihnachten 1984 so, dann schickten mich
meine Kolleginnen wegen meiner gelben Augen zum Arzt." Eine
Rettungstat, die gerade noch rechtzeitig kam. Burkhard Bock fiel ins
Koma, rang zehn Tage lang mit dem Tod. "Danach gab es eine Wende in
meinem Leben", sagt er heute. An ein Outing war aber weiterhin nicht zu
denken.
Burkhard Bock, bis zur 10. Klasse selbst aktiver Fußballer, wurde
Schiedsrichter. Ausgerechnet, mag mancher denken. "Gerade deshalb",
antwortet Bock. "Der Schiedsrichter steht im Mittelpunkt, hat was zu
sagen, entscheidet." Bock kniete sich rein, stieg schnell auf. Als
Kreisvorsitzender Schiedsrichter war er bereits "bekannter als der
Landrat". "Das war ein gutes Leben für mich", sagt der allseits
anerkannte Ehrenamtler. Als Linienrichter brachte er es bis in die
Oberliga, die höchste Spielklasse der DDR. Die andere, dunkle Seite aber
blieb: "Du bist zwar immer unter Menschen, am Ende aber doch ganz
allein. Ich konnte einfach nie mit jemandem darüber reden."
Ändern sollte sich das erst viele Jahre später. Es war 2008 oder
2009, als Bock ein Fernseh-Interview mit Marcus Urban sah. Urban war
Fußballer bei Rot-Weiß Erfurt, gilt als erster deutscher Profifußballer,
der sich öffentlich zur Homosexualität bekannte. Burkhard Bock kaufte
sich Urbans Buch. "Ich konnte aber immer nur zwei, drei Seiten am Tag
lesen, dann habe ich geheult", sagt er heute. 2010 nahm er Kontakt zu
Urban auf, ließ sich beraten. "Du musst was ändern", hatte er sich
damals gesagt, "ich wollte endlich frei leben".
Es folgten Sitzungen mit einer Psychologin, Gespräche mit Marcus
Urban, ein privates Bekenntnis gegenüber einem gut befreundeten
Schiedsrichterkollegen. Und dann kam er, der 3. August 2012. "Ich bin
schwul" - das Coming-Out des Burkhard Bock. Was folgte war Applaus,
Wärme und ein Leben in Freiheit.
ich bin mir nicht ganz sicher, ob man den artikel hier so veröffentlichen kann, wenn nicht, so bitte ich uwe ihn wieder zu entfernen.
gruss