Andre: Was ist so schlimm daran, Kompromisse einzugehen? Das müssen wir doch ständig tun, privat wie beruflich. Warum soll das beim Kinderfußball verwerflich sein? Aus meiner Sicht ist gegen Kompromisse überhaupt nichts einzuwenden. Niemand muss bzw. sollte versuchen päpstlicher zu sein als der Papst.
Beiträge von Ranwie
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Sorry, aber die von dir vorgestellten Trainingseinheiten sind a) todeslangweilig und b) für die Altersklasse ungeeignet. "20-30 min. Balltechnik, Schußtechnik an der Wand, Doppelpass, Eckbälle und Freistöße" - das kannst du vergessen. Wenn ich mir das vorstelle, fallen mir selber schon die Augen zu.
Damit kannst Du keinen 10jährigen motivieren, zumal die Kinder den Sinn dahinter nicht verstehen. Die wollen rennen, dribbeln, auf Tor schießen und sich im 1 gegen 1 beweisen. Diese altersspezifischen Dinge musst Du im Training bedienen. Wichtig ist auch, dass die Kinder in Bewegung bleiben und nicht rumstehen, um motiviert und aufmerksam zu bleiben. Rundläufe und Wettkämpfe sind da bestens geeignet, egal ob Dribbling, Passspiel, Fintieren oder Torschuss geübt werden soll. Außerdem solltest Du darauf achten, dass du Techniken in Situationen trainierst, die in einem E-Jugendspiel auch vorkommen. Spielnah, ist das Stichwort. Also vergiss als erstes Eckbälle und Freistöße. Trainiere lieber Zweikämpfe, Dribblings und Torschüsse. Das macht den Kindern mehr Spaß und kommt im Spiel auch viel häufiger vor. Erwarte nicht zu schnelle Ergebnisse Deines Trainings. Hinterfrage Deine Ansprüche. Wenn eine Übung überhaupt nicht klappt, dann ist sie meistens zu schwer. Reduziere dann Tempo oder Schwierigkeitsgrad. Setze nicht einen Standard fest, den Du erreichen willst, sondern finde heraus, wie weit Deine Kinder sind und baue darauf auf. Du kannst sie nur da "abholen", wo sie jetzt sind, und in aller Ruhe weiter entwickeln.Ich trainiere selber ein E-Jugend und sehe z.B., dass die Kinder sich immer total freuen, wenn als Schwerpunkt "Zweikampf" auf dem Plan steht, weil es da "Aktion" gibt, wohingegen sie beim "Fintieren" hin und wieder stöhnen, weil die Übungen schon mal etwas statischer ausfallen und nicht ganz so viel Spaß machen. Wenn Du merkst, dass die Aufmerksamkeit nachlässt, reagiere darauf. Mach mal ein paar kleine Sprintwettkämpfe (wenige Minuten genügen), damit sich die Jungs auspowern können. Oder mach etwas, was albern und lustig ist. Koordinationsübungen, bei denen die Kinder Schwierigkeiten haben und die dollsten Figuren werfen, sind da bei uns beliebt, weil das alle sehr lustig finden. Danach geht's dann mit einem "So, jetzt haben wir alle herzhaft gelacht. Dann können wir uns jetzt auch auch wieder konzentrieren." ganz entspannt weiter.
Am besten machst du dir einen Trainingsplan mit den folgenden Wochenschwerpunkten: Dribbling, Passspiel, Ballan-/mitnahme, Zweikampf, Fintieren. Nach 5 Wochen fängst Du wieder vorne an. 10 bis 15 min. Aufwärmen, dann den Schwerpunkt und am Ende ein Abschlussspiel. Verwende nach Möglichkeit den Schwerpunkt der Vorwoche im Aufwärmprogramm und achte darauf, dass Deine Übungen so gewählt sind, dass sie auch wirklich den Schwerpunkt trainieren. Korrigiere auch möglichst immer nur den Schwerpunkt. D.h. wenn Du Dribbling trainierst und Deine Übung mit einem Torschuss abschließt, korrigiere nicht ständig die Torschüsse, sondern achte auf das Dribbling. Wenn Du siehst, dass Übungen gut klappen (und den Kindern Spaß machen), wiederhole sie. Geht es gar nicht, verwende beim nächsten Training eine leichtere Variante oder andere. Haben die Jungs mal einen "schlechten Tag" und sind ungewöhnlich unkonzentriert, kann das Abschlussspiel auch ruhig mal 10 min. früher beginnen. Also immer schön locker bleiben.

Aber das allerwichtigste ist: gestalte dein Training so, dass alle Beteiligten, also Du und die Kinder, Spaß dabei haben!
Falls Du die Möglichkeit hast, empfehle ich die Teilnahme an einem Kindertrainerlehrgang.
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Dein Verhalten könnte ich nachvollziehen, wenn es in dem Spiel um etwas gegangen wäre. Wie man sich allerdings bei einem Freundschaftsspiel so ärgern kann, kann ich nicht wirklich nachvollziehen. Was war denn dein Ziel in diesem Spiel? Und welches Ziel hast du deinen Spielern ausgegeben?
Ich sehe solche Spiele in allen Altersklassen immer nur als Testspiele, wo man entweder etwas ausprobiert, den schwächeren Spielern mehr Spielzeit gibt oder aber auch als Standortbestimmung gegen einen nominell stärkeren Gegner. Dabei ist das Ergebnis doch in jedem Fall total zweitrangig. In einem Testspiel bin ich daher emotional nie so dabei, dass ich mich derart über den Schiri aufregen könnte.
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Ihr habt's gut. Vor knapp einem Jahr habe ich unsere Vereins-Webseite überabeitet. Damals habe ich auch ein Logo der Fairplay-Liga aufgenommen. Allerdings übernahm ich das Logo des FVM, weil es bei uns im Kreis noch keine Fairplay-Liga gibt. Daraufhin wurde ich relativ schnell von einem Vertreter meines Kreisverbands aufgefordert das Logo gegen das unseres Landesverbandes auszutauschen. Das Logo ist ausgetauscht, eine Fairplay-Liga haben wir aber immer noch nicht. Traurig, traurig...
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Was ist schon ein Muss? Grundsätzlich bin ich der Meinung, dass taktisch gut ausgebildete Spieler immer im Vorteil sind und die Frage, ob man taktische Inhalte vermitteln sollte nicht von der Spielstärke der Mannschaft abhängig sind. Ein technisch schwacher Verteidiger, der weiß wie man im 1 gg. 1 in der Defensive vorgeht, wird erfolgreicher sein, als der gute Techniker, der immer nur mit Vollgas auf den anstürmenden Gegner losrennt.
Wenn man als Trainer dazu in der Lage ist, taktische Inhalte interessant zu vermitteln, sollte man sicherlich versuchen, dies auch zu tun. Wir versuchen bereits in der E-Jugend den Jungs das defensive 1 gg. 1 und das Verschieben zur Ballseite beizubringen. Beides lässt sich durchaus mit Spaß trainieren und man kann es in der D-Jugend bis zum Verteidigen zu zweit und später zu dritt ausbauen. Bis zur C-Jugend sollte man dann soweit sein, dass man das Thema 4er-Kette angehen kann. Allerdings trauen sich viele Kollegen schon an taktische Basisübungen nicht ran, i.d.R. weil sie einfach nicht wissen, wie man diese Inhalte trainiert. Vielen C-Jugendspielern fehlen daher einfach die Grundlagen.
Wer nun also eine C-Jugend betreut, die diese Grundlagen nie erlernt hat, wird es sehr schwer haben eine 4er-Kette zu spielen. Da von einem Muss zu sprechen, würde wenig Sinn machen. An der Stelle wären dann erstmal die Grundlagen zu schaffen.
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Wer kann schon wirklich umfassend sagen, ob es abwärts geht oder nicht? Letztlich kann das jeder nur für seinen eigenen kleinen Bereich beurteilen und da kommt wohl auch jeder zu einem anderen Urteil. Ich persönlich kann in diesem Kontext nicht feststellen, dass die Ausbildung bei den kleinen Vereinen schlechter wird. Die Herren Stützpunktleiter machen es sich aus meiner Sicht oft auch einfach zu leicht. Läuft es gut, haben sie die Kinder ausgebildet. Läuft es schlecht, haben die Vereine ihre Arbeit nicht gemacht. Einer unser Stützpunkttrainer hier sagte jüngst zu mir: "Du musst mir nur schnelle Spieler schicken. Das Fußballspielen bringen wir denen schon bei." Gleichwohl erkennt er aber auch an, dass es regional unterschiedlich mal starke und mal schwache Jahrgänge gibt und "Du aus einem Esel kein Rennpferd machen kannst". Dies gilt gleichermaßen für die Vereine wie die Stützpunkte.
Manche "Probleme" der Stützpunkte sind aber auch hausgemacht. Zuletzt klagte unser hiesiger Stützpunktleiter für den Mädchenbereich über das stark sinkende Niveau der Auswahlspielerinnen und forderte die Vereine auf, die Mädchen häufiger bei den Jungs mitspielen zu lassen. Was war passiert? In den letzten Jahren hat der Verband massiv dafür geworden Mädchenmannschaften zu melden. Da wurden Trikotsätze, Laptops und wasweißich als Prämien ausgesetzt. Die Folge war, dass alle Vereine sämtliche Mädchen zusammen gezogen haben, um weiter Mannschaften melden zu können. Hatten vor ein paar Jahren nur eine Handvoll Vereine ein oder mehrere Mädchenteams, so gibt es jetzt kaum einen Verein ohne. Die guten Spielerinnen wurden aus den Jungenteams abgezogen und in Mädchenmannschaften gesteckt, die man mit Anfängerinnen auffüllte. Zudem verteilen sich die wenigen Guten jetzt auch noch auf deutlich mehr Vereine. Unsere F1 schlug kürzlich unser U13-Mädchen mit 8:1. Vor drei Jahren wäre das noch ganz anders ausgegangen. Diese Entwicklung war gleichwohl voraussehbar. Jetzt aber wird der Ball vom Verband zu den Vereinen geworfen. Wir sollen jetzt wieder dafür sorgen, dass die Mädels in die Jungenteams zurückkehren. Allerdings versuchen die Trainer der Mädchen ihre Guten unbedingt zu halten. Das entstehende vereinsinterne Gerangel um die talentierten Mädchen nutzt niemandem - vor allem nicht den Spielerinnen.
Ich wohne am linken Niederrhein, nur wenige Kilometer von der holländischen Grenze und dem dort ansässigen Ehrendivisionär entfernt. Der beste Freund meines Sohnes spielt dort als einziger Deutscher in der U11. Der Junge kommt von einem sehr kleinen Verein und wurde aktiv gescoutet, bevor er im kommenden Sommer in die Stützpunktsichtung gekommen und dort vermutlich von einem der größeren Verein entdeckt worden wäre. Soll man das nun als Versagen des Verbandes und/oder der Vereine ansehen? Wohl kaum! Mit Borussia Mönchengladbach und dem MSV Duisburg haben wir hier zwei Proficlubs im Umkreis von 30 km. Aber wie viele Spieler in dieser Altersklasse nehmen diese Vereine auf? Die Borussia hat genau eine U11 mit 14 Spielern, beim MSV wird es ähnlich sein. Bei ca. 30 Spielern ist also Schluß und es werden nur neue Spieler aufgenommen, die stärker sind als der Bestand. Da ist es wohl nur natürlich, dass das ein oder andere Talent in Holland landet und sich dort gut entwickelt. Letztlich ist ja auch nicht wirklich entscheidend, wo ein Talent ausgebildet wird. Hauptsache es wird ausgebildet. Und da ist aus meiner Sicht die Ausbildung bei einem Top-Verein ohnehin nicht durch das Stützpunkttraining zu ersetzen.
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Das Konzept des DFB und die Frage, ob es schlüssig und/oder verwirrend ist, ist aus meiner Sicht nicht wirklich das Problem. Als Problem erscheint mir eher das Interesse, die Beobachtungsgabe und die Fähigkeit zur Analyse und Schlussfolgerung bei den Trainern. Der idealtypische Trainer, der sich intensiv mit dem DFB-Konzept beschäftigt, schaut sich auch andere Quellen wie Horst Wein, Coerver o.ä. an und wird aus allen Ansätzen Punkte übernehmen, die ihm sinnvoll erscheinen und die logisch nachvollziehbar sind. Diese wird er ins Training einbauen, beobachten und erkennen, was in der eigenen Trainingsgruppe funktioniert und was (noch) nicht, woraufhin er seine Inhalte anpasst. Dabei wird er versuchen, wie es Tirus so schön beschrieben hat, die Kinder nicht zu instruieren, sondern zu stimulieren. Dieser Trainer wird vermutlich auch über "Unstimmigkeiten" im DFB-Konzept stolpern, wird diese aber aufgrund seines umfassenden Wissens, seiner reichen Erfahrung und seiner Fähigkeit zur Analyse leicht auflösen können. Existenz und Inhalt dieses Threads sind Beleg dafür.
Von meinen ca. 25 Jugendtrainern sind aber nur etwa die Hälfte offen genug und/oder intellektuell dazu in der Lage das oben beschriebene auszuführen und davon ist maximal noch ein Drittel Willens den dafür notwendigen Aufwand zu treiben. Übrig bleiben 3 oder 4 "Verrückte", die sich wirklich mit dem Thema auseinander setzen. Für mich ist daher die Frage, ob das DFB-Konzept 100% stimmig ist, zwar diskutabel aber nicht wirklich kriegsentscheidend. Mich würde vielmehr interessieren, wie man Trainer stimuliert. Wie man ihr Interesse zur Auseinandersetzung mit methodischen Ansätzen weckt, ihre Fähigkeit zur Analyse und Reflexion verbessert und sie dazu bringt, sich so intensiv mit dem Thema zu beschäftigen, wie die Teilnehmer dieses Forums. Für solche Trainer sind die existierenden Konzept, trotz möglicher Schwächen und Widersprüche, dann absolut hinreichend, da sie nicht einfach unkritisch oder gar dogmatisch 1:1 übernommen werden.
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Mal fern ab von Qualität des Trainers und Trainings.
Also angenommen dies ist annähern ähnlich und auch die Bedingungen (Platz, Material, etc.) sind vergleichbar, natürlich entwickelt sich ein Kind in einer Mannschaft mit besseren Mitspieler besser.Eine normale Woche in der D-Jugend, sieht 3 mal 90 min Training plus 60min Wettkampf vor. D.h. das Training nimmt zeitlich den weit höheren Teil der Ausbildung ein, und dort muss sich ein SPieler dann im NLZ gegen bessere Gegenspieler durchsetzten. In jeder Minute, in jedem Zweikampf, in jeder Aktion im Training.
Ds kann eben der beste Trainer und das beste Training in einer schelchten Mannschaft nie bieten oder auf Dauer kompensieren.Das mit dem "Durchsetzen" wird vielleicht auch ein wenig überbewertet. Wie viel Zeit des Trainings nimmt denn das 1:1 ein? Der Schwerpunkt "Zweikampf", bei dem man sich gegen stärkere Spieler durchsetzen muss, ist ja doch nur einer von vielen Schwerpunkten. Die allermeisten Schwerpunkte in der D-Jugend sind aber Technik orientiert. Das gesamte Thema Technik steht auch im Mittelpunkt der Ausbildungsziele einer D-Jugend. Hier kommt es aber vielmehr darauf an, dass die Übungen sauber ausgeführt werden und das Training auf die jeweilige Könnenstufe angepasst ist. Dabei ist es natürlich richtig, dass der Anspruch solcher Übungen in stärkeren Teams durchaus höher sein kann bzw. sollte als in schwächeren. Dazu braucht es aber einen Trainer, der weiß, was er tut.
Ich sage nur, dass die bessere Entwicklung des einzelnen Spielers in einem besseren Team kein Automatismus ist, sondern auch dort stark von der Qualität des Trainings bzw. des Trainers abhängt.
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Das führt doch dazu, dass das Talent im Training+Spiel nicht wirklich gefordert wird und sich daher auch nicht optimal entwickelt, oder?
Optimale Entwicklung? Ich lach mich tot. Glaubst Du, dass es ausreicht Bestandteil einer besseren Mannschaft zu sein, um eine optimale Entwicklung zu erreichen? Das ist ja genau dass, was ich kritisiere. Die Spieler und deren Eltern glauben nur, dass sie sich in diesen Vereinen besser entwickelt. Ich halte das für einen Trugschluss. Nur weil man mit Besseren zusammen spielt und trainiert, wird man sich nicht automatisch auch besser entwickeln. Dazu gehört nämlich auch ein Training, in dem die Jungs wirklich gefordert und gefördert werden. Dazu muss man aber wissen, was man tut und wie man es tut. Und genau das wissen viele der Trainer dort nicht. Wir in den kleinen Vereinen müssen an uns und mit unseren Spielern viel "härter" und gezielter arbeiten, um in den oberen Klassen bestehen zu können. Diese "mittleren" Vereine brauchen das nicht, da sie ja die besseren Einzelspieler haben. Gerade die taktische Ausbildung bleibt da gerne mal auf der Strecke.
Im Spiel sind die guten Spieler sogar noch weniger gefordert, da sie in der starken Mannschaft viel weniger Engagement und auch weniger taktische Disziplin zeigen müssen. Diese Teams werden nur ein paar mal in der Saison wirklich gefordert. Die anderen Spiele gewinnen sie relativ leicht. In einer schwächeren Mannschaft, wo sie die Leistungsträger sind und vorne weg marschieren müssen, werden sie viel mehr gefordert. Ich spreche hier nicht von dem Überflieger, der aus der Bauernliga in die höchste Klasse wechselt, denn so weit sind wir nicht auseinander. Ich erlebe das gerade wieder live mit. Ein D-Jugend-Spieler von uns, der trotz Aufstieg gewechselt hat. Jetzt ist spielt er dort in der obersten Klasse - genau wie wir. Wir stehen im Mittelfeld, die stehen vorne. Sein Vater ist selber Profi gewesen und hat sich genau das von dem Wechsel erhofft, was Du geschrieben hast. Nach wenigen Wochen ist die Ernüchterung groß. Keine Qualität im Training, die Spiele werden zwar gewonnen, aber nicht aufgrund besseren Spiels sondern aufgrund der besseren Einzelspieler. Eine "Linie" ist nicht erkennbar. Weder in der Mannschaft noch im Verein. Man "begnügt" sich damit in der Tabelle vorne zu stehen.
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Über Sinn und Unsinn eines frühen Wechsels zu einem Proficlub kann man sicherlich im Einzelfall streiten. Generell kann man sich als Trainer aber eigentlich nur wünschen, dass die Kindern, die man ausbildet, diesen Sprung schaffen. Bei einem Dorfverein kommt das ja ohnehin nicht so häufig vor. Was aber erheblich häufiger vorkommt, ist der Wechsel zu einer "Regionalgröße". Typisch für solche Vereine ist, dass die Seniorenmannschaft für die Region höherklassig spielt, i.d.R. oberhalb der Landesliga, die Jugendmannschaften ebenfalls alle höherklassig spielen und der Verein in den Augen der Kinder, vor allem aber der Eltern, daher den Ruf eines "besseren" Vereins genießt. Oft kommt noch hinzu, dass diese Vereine maßgeblich von Einzelpersonen finanziert und von diesen als ihr Eigentum betrachtet werden. Dementsprechend ist auch die interne Struktur dieser Vereine. Bei uns in der Region gibt es davon zwei und die sind ein einziges Ärgernis! Spätestens zum Zeitpunkt der Sichtung für das Kreisauswahltraining (jüngerer Jahrgang D-Jugend) sind sie da und fischen die besten Spieler der kleineren Vereine ab. Dabei ist die Ausbildungsqualität dort unterirdisch. Nur merken Spieler und Eltern das oft nicht, denn die sehen nur die Ergebnisse und die stimmen natürlich, da sich dort ja die besten Spieler der Region versammeln. Wir haben allein im letzten Jahr 12 Jugendtrainer durch die C-Lizenz geschleust. Fast jede Mannschaft von der F bis zur A ist mit mindestens einem lizensierten Trainer besetzt. Wir haben ein einheitliches Ausbildungskonzept für den gesamten Jugendbereich, einen sportlichen Leiter, der Trainingspläne erstellt und die Trainer der einzelnen Mannschaften unterstützt. Das alles gibt es bei unserem "großen" Nachbarverein nicht und trotzdem wandern die guten Spieler dorthin ab. Das äzt.
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Beim hiesigen Profi-Verein Eintracht Frankfurt ist es so, dass es dort erst mit der U9, also F1 los geht. Laut einem ihrer Jugendtrainer sind alle Spieler, die in den Jugendmannschaften der Eintracht spielen, zuvor bei anderen Vereinen gewesen. Es ist dort wohl auch so, dass die Kader auf zwölf Spieler beschränkt sind und dass von Saison zu Saison neu selektiert wird, woraus ich schließe, dass viele Kinder nur ein oder zwei Jahre dort spielen.
Genau das ist der Fall. Kommt ein besserer Spieler, so muss ein anderer dafür weichen. Ob man sein 7- oder 9jähriges Kind dieser Selektion und der drohenden großen Enttäuschung aussetzen möchte, muss jeder selber entscheiden. Ich persönlich würde es nicht tun.
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Beides hat sicherlich Vor- und Nachteile. Normal sind in kleinen Vereinen eher die Jahrgangstrainer, also Trainer(-väter), die mit ihren Jungs alle oder einige Altersklassen durchlaufen. Das kann durchaus gut sein, da diese Trainer die Stärken und Schwächen der einzelnen Spieler und deren Entwicklung sehr genau kennen. Die Kehrseite davon ist allerdings die mögliche "Betriebsblindheit". Dazu kommt, dass es unbedingt erforderlich ist, dass sich solche Trainer regelmäßig weiterzubilden, um ein altersgerechtes Training überhaupt hinzubekommen. Zudem benötigt der Trainer einer A-Jugend sicherlich andere aussersportliche Kompetenzen als der einer F-Jugend und da fragt sich, ob jeder dafür gemacht ist die gesamte Bandbreite zu trainieren. Tendenziell bin ich daher der Meinung, dass Alterstufentrainer die bessere Option darstellen, sofern diese fachlich kompetent und für die "aussersportlichen Anforderungen" der jeweiligen Altersklasse geeignet sind.
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Hat schon einer das Durchschnittsgewicht in diesem Thread ausgerechnet. Scheint mir relativ hoch zu sein...

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Bei uns hat zur laufenden Saison der Kreisjugendausschuss endlich und auf Drängen vieler Vereine einen offiziellen Beschluss heraus gegeben, dass Eltern nicht auf den Platz dürfen, sondern hinter der Umrandung bleiben müssen. Früher gab es - Hausrecht hin oder her - immer endlose Diskussionen, teilweise sogar mit den "eigenen Eltern." Heute können wir einfach sagen "das ist so Vorschrift, sonst darf das Spiel nicht angepfiffen werden". Ende aus! Ich kann nur dazu raten, sich an den Verband zu wenden, um eine entsprechende Vorschrift zu erwirken.
Bis dahin solltet Ihr vor dem Spiel dem Gästebetreuer sagen, dass auf Eure Anlage die und die Regel gilt und er bitte dafür sorgen soll, dass die Eltern seiner Kinder sich daran halten. Meistens funktioniert das, wenn auch oft mit etwas Murren. Natürlich gehört dazu, dass die "eigenen" Eltern sich ebenfalls daran halten.
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Finde ich schwierig, weil die Gefahr besteht ja, dass sich die Spieler nicht als Teil der Mannschaft sehen bzw. ausgegrenz fühlen und die Lust verlieren.
So könnte ich mir zumindest die Gefühle eines Kindes vorstellen.Ja, das kann ich mir auch vorstellen. Ich kann mir aber ebenso vorstellen, dass auch die besseren die Lust verlieren, so wie es im Moment läuft...
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Gefährlich - jetzt stell dir vor dein Sohn ist in der Mannschaft - man könnte dir schnell einen Interessenskonflikt andichten!
Es ist doch bei vielen die ihr eigenes Kind trainieren, das es über Wert verkauft wird.Soll heißen du bist in deiner Objektivität als Vater stark eingeschränkt und wirst Konkurrenten wohl eher schlechter sehen!
Nur als kleiner Denkanstoß!
Mein Sohn ist aber nicht in der Mannschaft, und "die Leute" dichten Dir so oder so was an... ;o)
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Ich finde es interessant wie hier von kindern der F bzw E-Jugend diskutiert wird, die ja noch ihre beste Lernphase vor sich haben.
Das mag richtig sein, aber wir befinden uns hier dennoch in einem echten Dilemma. Wir versuchen ums Verrecken selbst den Allerschwächsten noch im vollen Umfang gerecht zu werden und ignorieren dabei die Tatsache, dass wir damit den anderen Kindern gar nicht mehr gerecht werden können. Die Kinder erwarten, dass sie im Training gefordert und gefördert werden. Richten wir unser Training auf die schwächsten aus, müssen zwangsläufig alle anderen enttäuscht werden. Wir denken darüber nach Sondertraining zu machen, um die Allerschwächsten an die übrigen E2-Spieler heran zu führen. Könnten denn nicht die E2-Spieler zurecht verlangen, dass wir mit ihnen auch Sondertraining machen, um sie an die E1-Spieler heranzuführen?
Der Umgang mit dem Thema ist nicht so leicht, wie es vielleicht auf den ersten Blick erscheinen mag.
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Wer entscheidet, ob sich das Kind "herangearbeitet" hat?
Na wir als Trainerteam, wer sonst?
ZitatWenn die, die nix können, gar nicht spielen, dann dürfen die, die etwas können, auch nur etwas spielen.
Warum sollte das so sein? Das eine ist nicht die natürliche Konsequenz des anderen, denn die Regeln machen wir ja schließlich selber. Oberste Maxime bleibt: wer zum Spiel mitgenommen wird, der muss auch seine Einsatzzeit bekommen. Die Frage ist halt nur in welchem Rhythmus die Kinder zum Spiel mitfahren. Der Volleyballer gestern hatte es leicht, denn der konnte sagen: "wer keinen Aufschlag kann, den kann ich auch nicht mit zum Spiel nehmen." So einfach ist das. Und zeige mir den Basketballtrainer, der einen Spieler, der nicht dribbeln kann oder die Schrittregeln nicht beherrscht, in einem Punktspiel einsetzt. Beim Fußball lassen sich solche "Knock-Out"-Kriterien halt nicht so leicht definieren.
Wir versuchen hier möglichst immer fair zu sein. Dabei richten wir unser Augenmerk zumeist auf die Schwachen. Das ist im Grunde ja auch okay. Die Frage ist nur, ab wann man nicht mehr fair mit den anderen Kindern umgeht.
Noch einmal: ich spreche hier nicht von Kindern, die so lala sind, sondern von Kindern, die kaum in der Lage sind aus dem Stand einen ruhenden Ball zu treffen. Da muss man sich wirklich die Frage stellen, ob die Voraussetzungen zur Ausübung dieser Sportart in einem Wettkampf gegeben sind...
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Wir versuchen nach wie vor die "Fußkranken" in den Trainingsbetrieb zu integrieren. Aber so richtig Spaß macht das niemanden, weder den Trainern noch den Kindern. Die besseren Spieler sind genervt, weil es nicht vorwärts geht, was ich gut verstehen kann. Auch deren Eltern moppern schon rum, was ich auch verstehen kann. Nun stellt sich die Frage wie man mit den extrem schwachen Spielern bei insgesamt 18 Kindern im Spielbetrieb umgeht? Wir haben das gestern Abend im Vorstand diskutiert. In anderen Abteilungen (Handball, Volleyball) geht man damit sehr viel - ich nenne es mal "realistischer" - um. Wer nicht ein für Altersklasse und Sportart erforderliches Mindestniveau hat, muss sich erstmal im Training heran arbeiten und wird im Spielbetrieb erstmal nicht berücksichtigt.
Man darf sich durchaus die Frage stellen, ob es irgendeinen Sinn macht, ein Kind in einem E2-Spiel einzusetzen, das auch in der F3 zu den schwächeren gehören würde? Muss man sich nicht auch die Frage stellen, wie die Mitspieler reagieren werden? Kann ich von 9 und 10jährigen so viel soziales Verständnis erwarten bzw. einfordern, dass sie den Mitspieler anspielen, obwohl der Ball immer sofort verloren geht? Tue ich einem Kind wirklich einen Gefallen, wenn ich es spielen lasse, obwohl es nicht an den Ball kommt und von seinen Kollegen im besten Fall ignoriert, aber ansonsten angemeckert wird? Letzteres wird sich wohl kaum ganz vermeiden lassen. Ich bin zwischenzeitlich geneigt der Auffassung der Kollegen vom Handball und Volleyball zu folgen...
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Zunächstmal: Ich glaube auch, dass sich das Problem in den allermeisten Fällen irgendwann von selbst erledigt.
Aber die generelle Frage bleibt: Sollte man Kindern oder deren Eltern empfehlen mit Fußball aufzuhören?
Ihr habt in diesem Doppeljahrgang aktuell 28 Spieler. Wenn sie irgendwann auf´s Großfeld wechseln, könntest Du daraus immerhin noch eine 11er und eine 9er Mannschaft machen. Wenn ein paar aufhören, hast Du irgendwann eine Mannschaft mit einem Riesenkader, in dem auch noch große Leistungsunterschiede bestehen. Natürlich weiß man nicht, was bis dahin noch alles passiert. Wer dazu kommt, ob noch mehr gehen...
Ich habe für mich aber entschieden: Wenn ich will, dass der Verein auch in der C- oder B-Jugend noch zwei Mannschaften stellt, darf ich schon im unteren Bereich so wenig wie möglich verlieren.Letzteres versuchen wir auch zu beherzigen, sonst hätten wir die Jungs schon vor Monaten nach Hause geschickt. Allerdings ist es ja so, dass wir in die beiden jetzt erstmal deutlich mehr investieren müssen als in alle andere Spieler und die Aussicht darauf, "dass sich das Problem irgendwann von selbst erledigt", hebt die Motivation dazu nicht unbedingt.
Dennoch werden wir es wohl so machen, dass reihum einer von uns Vieren sich abseits des "normalen" Trainings mit den ganz schwachen beschäftigen und nur die Grundtechniken trainieren wird. Ich halte es aber auch für wichtig die Eltern der betroffenen Kinder darüber zu informieren, was wir da tun und warum wir das tun, denn die Teilnahme am Spielbetrieb der E2, die ohnehin schon einen großen Kader hat, wird für die Spezialfälle erstmal sehr spärlich ausfallen.
