Beiträge von Ranwie

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    TRPietro:


    Das letzte Saisonspiel


    Unter dem enormen Druck von außen sah sich der Trainer entgegen seiner Überzeugung genötigt im letzten und entscheidenden Spiel von der Rotation abzuweichen und Hans wieder in der Offensive aufzubieten. Dort gelangen ihm zwei Treffer, dennoch ging das Spiel 2:3 verloren. Roberto unterlief eine Eigentor und Felix verschoss einen Elfmeter. Den Siegtreffer des Gegners erzielte der etatmäßige rechte Verteidiger, der in diesem Spiel als Sturmspitze aufgeboten wurde. Die Mannschaft stieg somit ab und ging in der folgenden Saison eine Klasse tiefer an den Start. In Abstimmung mit dem Jugendleiter kam man zu der Überzeugung, dass die Mannschaft nach dem Verlust einiger älterer Spieler, die in die C-Jugend aufrückten, in diesem Jahr nicht um den Aufstieg würde spielen können. So bekam der Trainer die Gelegenheit ein Jahr lang ohne Druck zu arbeiten und die Spieler fleißig rotieren zu lassen. Hans mauserte sich dadurch zu einem ordentlichen Verteidiger, ohne seine Torjägerqualitäten zu verlieren. Im Folgejahr stieg man trotz Rotation wieder auf. Der Trainer der ehemaligen D2 zeigte sich von den Erfolgen der Rotation beeindruckt und stellte die Spielweise seiner Mannschaft ebenfalls um...


    Mannomann, manchmal ist alles so einfach. :D

    Ich glaube, dass man weder die eine noch die andere Position uneingeschränkt vertreten darf. Für mich kommt es ganz wesentlich darauf an, ob die Kinder von klein auf die Rotation gewohnt sind und ob sie auch auf den Positionen spielen wollen. Wenn man eine D-Jugend bekommt, in der Kinder spielen, die mit der Rotation bisher keine oder nur sehr wenig Erfahrung haben, macht es m.E. keinen Sinn mehr damit anzufangen. Die Kinder werden sich nicht wohl fühlen und da nutzt es auch nichts, wenn man ihnen die ganzen Vorteile aufzählt. Motivation entsteht maßgeblich dadurch, dass man sich auf seiner Position wohl fühlt, ansonsten schlägt das Ganze schnell in Frust um. Hat man aber eine Mannschaft, die seit der F-Jugend an Rotation gewöhnt ist, wird es auch in der D-Jugend problemlos klappen und die Vorteile, die Andre aufzählt, werden dann auch greifen. Es gibt eigentlich keinen Grund mit der Rotation in der Jugend aufzuhören, wobei man mit zunehmendem Alter der Spieler sicherlich maßvoller damit umgehen sollte. So lange man aber das eigene Spiel nicht komplett kaputt macht, sehe ich auch in der A-Jugend noch die Möglichkeit (maß- und sinnvoll) zu rotieren. Damit meine ich nicht unbedingt, die "wilde" Rotation der F-Jugend, aber der Wechsel der Spieler von rechts nach links oder von innen nach außen oder auch zwischen OM und Sturm bzw. DM und Abwehr kann durchaus sinnvoll und motivierend sein.

    Warum wird -so habe ich es auf der Pfanne- propagiert, dass man bei einer F im 1:1, 2:2, 4:4 oder 3:3 gespielt werden lassen soll. Ich habe es so in Erinnerung und für mich gemerkt, dass das Überzahl.-Unterzahlspiel erst mit der E kommt, sprich das 1:2, 2:3 oder 3:4. Diese Spielart hat für mich u.a. mit dem Passspiel im Bereich der Gruppentaktik zu tun, sehe ich das richtig?

    Das kann man so sehen, muss man aber nicht. Über- bzw. Unterzahlsituationen kommen auch im F-Jugend-Spiel recht häufig vor. Die Frage, wie sich ein Verteidiger im 1:2 oder 2:3 verhält, ist wohl keine Frage von Gruppentaktik. Auch eine Überzahlsituation im Angriff kann so oder so gelöst werden. Es geht ja darum, die Kinder vor eine Entscheidung zu stellen, wie sie eine Situation lösen. Ich stelle allerdings fest, dass beim 2:2 oder 3:3 die verteidigende Seite oft große Vorteile hat. Das liegt i.d.R. an den Mängeln in der Ballbeherrschung bei den Angreifern. Beim 3:2 wird das etwas ausgeglichen. Manchmal ist es aber auch so, dass wir zwei stärkere Spieler gegen 3 schwächere spielen lassen, weil es anders nicht passt. Auch darin kann ich keinen Zusammenhang zur Gruppentaktik sehen. Im übrigen werden ja beim 2:2 oder 3:3 auch ohne Überzahl durchaus Pässe gespielt. Gerade beim 2:2 beobachte ich oft, dass der erste Gegenspieler ausgespielt wird und dann der Pass zum freistehenden Mitspieler kommt. Gruppentaktik? Wohl kaum. Überzahl ist ja auch immer relativ zum Bezugsrahmen. Nehme ich eine Gruppe von 3:3, kann es in einem engen Spielfeldbereich trotzdem zu einer 2:1 Überzahlsituation der Angreifer kommen. Wird beim 3:3 oder 2:2 ein Spieler ausgespielt, erreicht man dadurch auch eine (temporäre) Überzahlsituation.


    Ich denke daher, dass weniger die Anzahl der Kinder auf jeder Seite als mehr die Art und Zielsetzung der Übung von Bedeutung ist. Wenn man z.B. 3:1 oder 4:1 spielt und gezielt die Aufstellung eines Dreiecks übt, dann gibt es keine die Entscheidung Pass oder Dribbling mehr. Solche Übungen sind nur auf Passspiel und Gruppentaktik ausgelegt.

    Ich habe mich dann gefragt, wie das Spiel wohl aussieht, wenn man mehrere Kinder mit diesem Fähigkeiten in der Mannschaft hat. Die lernen ja noch eher voneinander. Und da sind wir dann bei Kuebler76. Wenn diese talentierten Kinder mehr passen als andere, muss das nicht vom Trainer gefordert sein.

    Ob talentierte Spieler in diesem Alter wirklich so viel häufiger passen als andere, da bin ich mir nicht so ganz sicher. Aber wenn sie passen, dann sind die Pässe in der Regel genauer und "klüger". Vielleicht hat man deshalb den Eindruck, dass sie häufiger passen. Ansonsten glaube ich, dass das sehr stark von der Persönlichkeit des Einzelnen abhängt. Es gibt halt unter den talentierten ganz verschiedene Spielertypen.


    Ich habe einen Spieler, ein echtes Dribbeltalent, der sehr stark die 1:1-Situation sucht. Mal geht er direkt bis auf's Tor, mal auch zur Eckfahne und flankt dann von dort. Die Flanke zieht er dann gezielt mal direkt vor's Tor und mal in den Rücken der Abwehr. Oft fallen danach Tore. Die Flanke würden die meisten anderen in meinem Team so nicht nicht hinbekommen. Der Junge spielt trotzdem nicht mehr Pässe als die meisten anderen, nur bessere. Ein anderer Spieler ist ebenfalls talentiert, aber eben kein so ausgeprägter "Fummler", hat dafür mehr Übersicht und wechselt gerne mal im Aufbauspiel per Querpass übers ganze Feld komplett die Seite oder spielt seine Mitspieler frei. Dennoch liebt auch er die Einzelaktion. Wieder ein anderer spielt fast immer ab, weil ihm die technischen Mittel für ein erfolgreiches Dribbling fehlen oder weil er glaubt, dass das so ist. usw. Das ist, wie Du schon sagt, alles sehr individuell, ob nun talentiert oder weniger talentiert. Und genau diese Individualität lässt die Mannschaft in dem Video vermissen. Daher liegt die Vermutung nahe, dass die Spielweise vorgegeben ist.

    Follkao: Lass uns aber bitte die Frage nicht in den Vordergrund stellen. Es ging nie darum, dass man in der F-Jugend überhaupt kein Passspiel üben darf. Ich persönlich habe hier mehrfach geschrieben, dass ich keine Problem damit habe, wenn jemand die eine oder andere Übung einstreut. Wir machen auch Überzahlspiele, in denen sich der Spieler entscheiden muss, ob er dribbelt oder passt. Das ist aber noch lange kein Passspieltraining im eigentlichen Sinne.


    Aus meiner Sicht, ging es hier auch vielmehr um die Frage, ob im Training gezielt das Passspiel in den Vordergrund gestellt wurde und um die ebenso wichtige Frage, ob das Passspiel dann auch im Spiel eingefordert und Dribbling/Zweikampf dafür zurückgestellt wird. Beides führte uns dann zum Thema Leistungsorientierung in der F-Jugend. Es ging darum, dass wir aufgrund des Videos die Vermutung hatten, dass hier sehr einseitig auf Passspiel (und damit auf Ergebnis) trainiert wird. kuebler hat dazu gesagt, dass er kein spezielles Passtraining macht, dass ihm das Ergebnis aber wichtig ist. So weit so gut.


    Die Diskussion jetzt einzig auf den Punkt "gehört das Passspiel zu den Ausbildungszielen der F-Jugend" herunter zu brechen, wird dem Ganzen nicht gerecht!


    Die Unterlagen des DFB sind ohnehin nicht ganz stringent. Ich besitze das Lehrbuch des DFB "Fußball von morgen, Band 1, Kinderfußball". Da gibt es ein Kapitel zur F-Jugend und einen Block für E-/D-Jugend. Daraus müsste man folgern, dass die Ziele der F diese und jene sind und die der E/D eben andere. Im Internet des DFB wiederum sind F- und E-Jugend zusammen gefasst. Was also gehört wohin? Ob Andre also eine eindeutige Antwort bekommen wird, ist fraglich.


    Sollte der DFB bestätigen, dass das Passspiel zu den Ausbildungszielen der F-Jugend gehört, sollten wir uns allerdings hüten daraus zu schließen, dass es richtig sein könnte, das Thema zum Trainingsschwerpunkt von 7jährigen zu erheben. Wie bereits oben ausgeführt, geht es ja nicht darum jegliche Übung des Passspiel aus der F-Jugend zu verbannen, sondern darum, das Thema altersgerecht anzugehen. Die Frage, was altersgerecht ist, sieht man m.E. wenn man die Kinder machen lässt. Das "freiwillige" Passspiel nimmt dabei ganz natürlich vom Anfang der F bis zum Ende der E-Jugend zu. In diesem Umfang gilt es auch sich des Themas im Training anzunehmen. Es wäre ja Unsinn zu sagen, vor dem Sommer dürft Ihr keinen Pass spielen, weil die Kinder noch in der F sind und nach dem Sommer legen wir damit voll los, denn dann sind sie ja in der E.


    Zudem ist es so, dass innerhalb der Ausbildungsziele durchaus noch Unterschiede in der Gewichtung gemacht werden können bzw. sollten. Für mich ist ganz klar: wenn ich einen F- oder E-Jugendlichen dazu erziehe den Pass generell dem Dribbling vorzuziehen, werde ich seine technische Entwicklung ausbremsen. Je länger ich den Kindern Zeit lasse ihre Dribblings auszuführen, umso besser werden sie darin. Das Passspiel kommt dann von ganz alleine. Für mich ist daher völlig klar, dass das Passspiel in der F- und auch in der E-Jugend als Ausbildungsziel nicht den gleichen Stellenwert hat wie die anderen Ziele. Das ist allerdings nur meine persönliche Meinung.

    Bei uns im Verein gab es auch nie derartige Vorfälle. Aber die Berichte in den Medien über sexuellen Missbrauch in der Schule und Sportvereinen werden natürlich ab und an mal im Verein diskutiert. Daraus entstand eben die Idee, gewisse "Vorsichtsmaßnahmen" zu treffen. So eben auch das getrennte Umziehen etc. Jeder Trainer, der unsere Kinder trainieren würde und sich im selben Raum umzieht, würde darauf angesprochen werden - eben von den Kindern, weil sie es so gar nicht (mehr) kennen.


    Das bedeutet natürlich nicht, das jeder Trainer, der die Umkleide mit seinen Spielern teilt, gleich ein potentieller Pädophiler ist. Jedoch entstehen nunmal schnell Gerüchte.

    Hm, für mein Gefühl entstehen gerade durch Eure (aus meiner Sicht übertriebenen) Maßnahmen womöglich Gerüchte. Wie Du schon sagst, finden es die Kinder mit der Zeit komisch, wenn sich ein Erwachsener bei ihnen umzieht, weil ihr das komplett zu vermeiden versucht. Solche Maßnahmen können halt auch dazu führen, dass Kinder bei Dingen misstrauisch werden oder diese zu Hause erzählen, die völlig harmlos sind und denen sie vorher berechtigterweise keine Bedeutung zugemessen hätten. Auch Eltern werden damit möglicherweise übersensibilisiert. Ich bin da nicht so ganz sicher, ob das wirklich alles so gut ist.

    Zudem möchte ich hier zu meiner "Schande" sagen, dass Küebler76 hier richtig recherchiert hat. Ich muß zu diesem Fehler stehen, denn -warum weiss ich nicht- beim Dfb wird tatsächlich im Bereich der F und E auch vom Passen gesprochen. Es ist entsprechend ein Fehler von mir gewesen, dieses immer auszunehmen, ...da hat er recht. Ich nehme das zur Kenntnis und überlege noch ein wenig, warum ich das so propagiert habe, es war ohne bosheit. Ich habe die ganze Zeit gedacht, dass ich da damals einen Fehler gemacht habe, denn ich habe selbverständlich auch Passtraining vollzogen.

    Das ist mir auch aufgefallen. Allerdings sind diese Seiten kürzlich geändert worden. Vorher war dort F- und E-Jugend separat dargestellt und das Passspiel tauchte als Ziel erst in der E-Jugend auf. Ich weiß das genau, weil ich die Seiten erst vor eine paar Monaten als Basis für unser Vereinskonzept verwendet habe. Deine Ausführungen zu Individual- und Mannschaftstaktik und das Thema Leistungsfußball bleiben davon allerdings unberührt.

    Ich verstehe hier überhaupt nichts mehr. Es ist mir mittlerweilen wirklich unklar geworden.

    Ganz ruhig Pietro, ich glaube, Du verstehst das schon alles recht gut. Andre, Dirk und ich sagen, dass es in der F-Jugend keinen Leistungssport geben darf, weil der Leistungsgedanke nicht kindgerecht ist. Vom Gefühl her, nehme ich an, dass Du diesem Gedanken zustimmst.

    Jedoch distanziere ich mich je länger je mehr von der Spitze! War ein Jahr lang U14 Spitze - Trainer.... diese Welt gefällt mir nicht! Da gibts haufenweise Leute wie Dich, die Fussballpapst spielen oder Leute die Ihre Karriere durch A...kriechen verbessern möchten.

    Nana, ich will gar nicht Fußballpapst spielen, ich will nur die Kinder Kinder sein lassen. Und da gehört für mich einfach dazu, dass man Leistungsdruck so lange wie möglich von ihnen fern hält, d.h. mindestens mal bis zum Ende der E-Jugend, besser noch bis zum Ende der D. Kinder bleiben eben auch Kinder, wenn sie bei einem großen Verein spielen, daher gilt dieser Ansatz auch für diese Clubs. Oft - und das zeigt das Beispiels von kuebler - wird es dort anders gehandhabt. Wir versuchen doch nur darzustellen, dass das falsch und nicht im Sinne der Kinder ist und daher geändert gehört.

    Kuebler76 arbeitet Leistungsorientiert also Spitze? Wenns vom Verein auch so verlangt wird, machts er auch richtig! Er gehorcht der Vereinspolitik und obs dann ethisch ist oder weniger ist sch... egal! Er machst in diesem Fall richtig.

    Ich glaube Pietro, wir liegen insgesamt gar nicht so weit auseinander, wie Du vielleicht glaubst, aber diesen Punkt siehst Du ganz offensichtlich falsch. Wenn der Verein einen leistungsorientierten Ansatz für F-Jugendliche hat und kuebler ihn umsetzt, macht er deshalb eben es nicht richtig. Die Vereinspolitik ist dann schlichtweg falsch und eine falsche Politik umzusetzen ist ebenfalls falsch. Es ist immer einfach sich hinter Regeln "von oben" zu verstecken. Letztlich ist aber jeder für sein Handeln selbst verantwortlich. Wenn mir die Politik meines Vereins nicht gefällt oder ich sie für falsch halte, kann ich versuchen sie zu ändern oder ich muss den Verein wechseln. Tue ich weder das eine noch das andere, zeigt das, dass ich mit der Politik einverstanden bin.

    Ich habe in meiner Mannschaft einen Jungen Jg. 2002, der im Sommer zu uns gekommen ist und von den Bambini gleich in die F1 einsortiert wurde. Er ist dort technisch der mit Abstand beste Spieler, obwohl er einer der jüngsten ist. Ich behaupte sogar, dass er im gesamten Kreis der technisch beste F-Jugendliche ist. Er schießt bei uns nicht die meisten Tore und spielt auch nicht die besten Pässe, aber er macht mit Abstand die meisten Dribblings. Natürlich sind die längst nicht immer erfolgreich, aber er darf sie machen, wenn er Bock darauf hat (keine Sorge, unser Spiel ist dennoch weit von einer One-Man-Show entfernt). Manchmal schließt er sein Dribbling selbst ab, manchmal bleibt er hängen und manchmal spielt er auch einen Pass. Gerade so, wie er es in dem Moment entscheidet. Genau wie das auch alle anderen Spieler in dieser Mannschaft tun. Der Junge ist sicher so weit, wie die U8-Spieler in dem Video, dennoch üben wir mit ihm kein Passspiel, sondern noch ein Dribbling und noch eine Finte und noch einen Zweikampf und danach wieder von vorne. Am Ende der E-Jugend wird dieser Junge ein großartiger Individualist sein, der die meisten Abwehrreihen alleine auseinander nimmt. Kluges Passspiel macht bzw. lernt er dann "mit links".


    Der Vater dieses Jungen ist als Jugendspieler bei Bayer Uerdingen groß geworden, durch alle regionalen Auswahlmannschaften gegangen und hat auch zwei Jahre im Profikader eines Bundesligisten gestanden. Er hat zudem als Sportlehrer eine fundierte pädagogische Ausbildung. Der Mann hat zwar selber als Kind bei einem großen Verein gespielt und die dortige Ausbildung genossen, sieht aber überhaupt keine Veranlassung seinen hoch talentierter Sohn aus unserem Dorfverein zu einem größeren Verein zu bringen. Ganz im Gegenteil, ist die Wahl ganz bewusst auf einen kleinen Verein gefallen, weil der Junge sich dort individuell entfalten kann. O-Ton: "Die Jungs sollen in dem Alter einfach nur Spaß haben und nach der E-Jugend schauen wir dann mal, wo die Reise hingeht." Er schaut sich unser Training sehr genau an und wir sprechen auch viel über Inhalte. Das Thema Passspiel hat noch nie eine Rolle gespielt und wird es (in der F) auch nicht. Natürlich ist das nur eine Einzelmeinung, für mich aber eine sehr klare Aussage von jemanden der ganz genau weiß, wovon er redet und der in mehrfacher Hinsicht betroffen war/ist.

    Der Andre hat da aber auch gemeint, dass es bei Euch in der F - Jugend auch keinen Spitzensport gibt. Ich kann das nicht wissen

    Da gibt es nichts zu wissen. Der gesunde Menschenverstand verbietet es 7jährige zum Gegenstand von Spitzen- oder Leistungssport zu machen.

    Grundsätzlich bist Du in der Breite tätig. Daher ist es egal, ob Dus verstehts oder nicht.

    Stimmt, ich bin im Breitensport tätig. Dass Du daraus schließt, dass ich nicht verstehe wie Spitzensport funktioniert und wie es dort zugeht, finde ich gewagt. Wie viele ehemalige und aktuelle Profispieler oder -trainer kennst Du persönlich? Ich einen ganzen Haufen. Glaub mir, ich weiß, wie Leistungssport funktioniert. Aber was Du scheinbar nicht verstehen willst ist, dass auch kuebler im Breitensport tätig ist, weil es nämlich für 7jährige keinen Leistungssport gibt! Eine U8 hat mit Spitzensport etwa so viel zu tun, wie 'ne Portion Pommes mit der Haute Cuisine, ganz egal, ob es sich um einen Erst-, Viert- oder Achtligisten handelt. Versteh doch endlich, dass das kleine Kinder sind, die spielen wollen und sollen und keine Spitzensportler aus denen man alles raus holt, was drin ist. Ich das so schwer?

    Abweichen resp. Fortführen von Ausbildungszielen, weil die Junioren den Ausbildungsziel schon erreicht haben ist die einzige logische Folge!

    Das hatten wir auch schon. Was heißt denn "die Kinder haben die Ausbildungsziele schon erreicht". Glaubst Du das wirklich. dass diese 7jährigen sich in Dribbling, Fintieren, Zweikampf und Torschuss nicht mehr verbessern können? Ist nicht Dein Ernst, oder?

    Also was ich damit sagen will, Bälle einfach mal bissel flach halten und vielleicht sogar mal passen ;-), auch in der F.

    Gegen ein bissel passen ist doch überhaupt nichts einzuwenden. Es sieht aber so aus, als wäre das Passspiel ein ganz wesentlicher Bestandteil des Trainings. Ich würde ja gerne von kuebler hören, dass das nicht so ist. Er äußert sich aber nicht dazu, wie viel Trainingszeit er dafür verwendet.

    Dein Problem ist, dass Du den Spitzensport mit der Ethik des Breitensport verknüpfen willst. Das kann aber gar nicht gehen, weil es eine ganz andere Welt ist!

    Wenn Du glaubst, dass die Ethik im Spitzensport eine andere sein darf als die Ethik im Breitensport, dann glaube ich, Du hast das Grundprinzip von Ethik nicht verstanden. Das ist aber eigentlich gar nicht der Punkt. Der Punkt ist, dass es geradezu lächerlich ist, Fußball spielende 7jährige Jungs als Spitzensportler zu bezeichnen.


    @Violet: Nun kommst Du auch noch mit Deiner E-Jugend. Hallo? Wir reden hier nicht über eine E-Jugend, sondern über den jüngeren Jahrgang F-Jugend. Bleibt doch mal bei der Sache.

    Abweichung heißt doch nicht generell und bei Allen Inhalten, sondern punktuell bei einzelnen Übungen, immer wieder eingesträut in unser Training. Wie verschieden sind den die Grundsätzlichen Inhalte der E-Jugend?

    Im Grunde unterscheiden sie sich durch den Punkt Passspiel, aber das hatten wir ja bereits festgestellt. Du sagst jetzt, dass Du Übungen zum Passspiel "punktuell einstreust". Das klingt für mich nach alle zwei Wochen mal 10 Minuten. Ich habe aber Zweifel, dass man mit einer Passspielübung alle zwei Wochen 7jährigen das one-touch-Spiel beibringen kann. Da muss man schon mehr tun. Ist doch so, oder? Sag mal ehrlich, welchen Prozentsatz Deiner Trainingszeit verwendest Du für Passspielübungen?

    D-Jugend bring Ihr die ganze Zeit ins Spiel, wie vieles reine Spekulation!!!

    Stimmt, das ist Spekulation. Die Bewegung der Kinder auf dem Feld lässt aber zumindest auf eine gewisse taktische Schulung schließen.
    Du äußerst Dich ja leider nicht im Detail. Musst Du natürlich nicht.

    Auf die Dauer Erfolg war nicht auf den Jahrgang an sich bezogen, sondern auf die kommenden Jahre bei einem Verein der Leistungsorientiert ausgerichtet ist. So wie bei jedem Verein den ich bisher auf Turnieren getroffen habe.


    Gewinnen ist doch den Kindern wichtig, gehen Eure zum verlieren auf das Feld?

    Natürlich ist den Kindern das wichtig und natürlich gehen unsere auch aufs Feld, um zu gewinnen. Es geht aber nicht um die Einstellung der Kinder zum Gewinnen, sondern um die der Trainer. In einer F-Jugend kann ich mit einem gut einstudierten Passspiel sehr viel bessere Ergebnisse erzielen als mit "normalem" F-Jugend-Fußball. Das wird wohl niemand abstreiten, oder? Jetzt hast Du eine Truppe, die ohnehin schon alles weg haut. Denen bringst Du dann auch noch one-touch-Spiel bei. Warum? Damit sie noch höher gewinnen oder damit sie auch die Mannschaften der Profi-Klubs schlagen können? Wem nutzt das? Den Kindern? Deinem Ego? Dem Verein? Du schreibst, Deine Kinder spielen schon eine Altersklasse höher und sind auch da konkurrenzlos. Ist das für die Kinder nicht manchmal langweilig? Warum bringst Du Ihnen noch mehr Dinge bei, die sie ohne Probleme später auch noch lernen, und verschärfst diese Situation noch? Ich verstehe den Sinn nicht.

    Gehen Sie zur Schule um 5en zu schreiben?

    Schule und Fussball ist kein guter Vergleich. Kinder gehen erstmal in die Schule weil sie es müssen! Schule ist Pflicht, Fußball ist Spaß. In der Schule kommt es darauf an, dass die Kinder bestimmte Inhalte lernen. Ob sie dabei Spaß haben, ist erst einmal zweitrangig. Viele Dinge müssen Kinder in einem bestimmten Alter in der Schule einfach lernen, ohne wenn und aber. Fußball ist und bleibt aber ein Spiel. Spiele spielt man primär, um Spaß zu haben und nicht um etwas zu lernen. Letzteres ist ein Nebeneffekt. Natürlich kann ein Spiel mehr Spaß machen, wenn man bestimmte Dinge beherrscht. Völlig klar. Es kann dadurch aber auch langweilig werden. Aber machen wir uns doch nichts vor: was macht denn einem 7jährigen mehr Spaß? Sich den Ball zu schnappen, drei Leute auszuspielen und auf's Tor zu schießen oder Teil einer erfolgreichen Ballstafette zu sein? Schau auf die Bolzplätze, dann weißt Du es.


    Wenn ich wollte, würde ich aus Deinem Vergleich sogar folgern, dass Du Fußball mit Schule gleich setzt, wo es darum geht, in möglichst kurzer Zeit möglichst viel Inhalt zu übermitteln, ob es Spaß macht oder nicht. Das wird mir dann aber wohl wieder als böswillige Unterstellung bzw. Rufmord angekreidet.

    Er hat hier "nur" gesagt, dass Ihm das Gewinnen, sehr wichtig ist!

    Sag mal, liest Du überhaupt, was ich schreibe? Genau dieses "nur" wird hier kritisiert!.


    Scheinbar hast Du auch die Postings von kuebler nicht gelesen. Deshalb hier für Dich noch einmal:

    - JA Abweichung hat statt gefunden
    ...
    - Das Wie ist entscheidend, dann das Ergebnis. Auf die Dauer zählt aber der Erfolg, deshalb Leistungsbereich.

    Diese beiden Punkte kritisieren wir. Nicht mehr und nicht weniger. Das Abweichen von den Ausbildungszielen und der Leistungsgedanke. Beides hat aus meiner Sicht und aus Sicht anderer in der F-Jugend nichts zu suchen. Wie ich ebenfalls schon mehrfach geschrieben habe, hat kuebler keine überzeugenden Argumente gebracht, warum er so handelt.


    Das sind die Fakten!


    Und jetzt kommst Du mir noch mit einem Beispiel aus der C-Jugend. Was soll denn das? Wir reden hier über den jüngeren Jahrgang F-Jugend, denen Ausbildungsinhalte aus der E- und D-Jugend beigebracht werden!!


    Es gibt immer noch genug Dinge innerhalb der Ausbildungsziele der F-Jugend die man bei diesen Kinder verbessern kann. Ich weiß daher nach wie vor nicht, warum man den Kindern unbedingt schon systematisch etwas anderes beibringen muss? Darauf habe ich immer noch keine plausible Antwort. Allein die Tatsache, dass sie es können, ist noch kein Grund.

    Es ist nicht Rufmord? Was ist es dann? Hast Du seine letzte Antwort gelesen? Er hat ausdrücklich geschrieben, dass er keine Spieler vorzeitig nach Oben geben darf! Das Team kann man auf die Rückrunde auch nicht weiter nach Oben schieben. Er gewinnt auch nicht gerne 10:0! Er hat hier mit wenig Worte, viele Fakten geliefert!

    Findest Du? Finde ich nicht. Er hat wenig gesagt und für mich auch keine nachvollziehbaren Gründe genannt, warum er Übungsinhalte vorzieht.

    Ihm ist das "Gewinnen" wichtig? Ich gehe davon aus, dass in einem Spitzenfussballclub, ein solches Denken ein "Muss" ist.

    Mag sein, aber das macht es noch lange nicht richtig.

    Mann sollte doch einem F - Juniore beim Spiel vermitteln, alles geben zu wollen. Der Einsatz muss auch in der F - Jugend stimmen. (Einsatz ist nicht = Leistung). Der Biss muss man doch verlangen... was sagst Du deinen F - Junioren vor dem Spiel? "Geht und habt Spass"? Was ist falsch daran, wenn man sagt; "Hey Kids, heute geben wir 100% Einsatz. Wir wollen alles geben! Also viel Spass."

    Darum geht es doch gar nicht. Natürlich will ich auch, dass meine Jungs alles geben. Trotzdem arbeiten wir nicht gewinnorientiert. Das eine schließt das andere nicht aus.

    Wie gross ist die Wahrscheinlichkeit, dass Kuebler76 eher so mit den Kids spricht? Warum fragst Du Ihn nicht, anstatt etwas zu urteilen, was Du gar nicht weisst?

    Woher soll ich wissen, was er den Kindern erzählt. Ich habe dazu ja auch keinerlei Vermutungen geäußert.

    Lerne mit Fakten vor Meinungen zu stehen...

    Ja gerne, aber von welchen Fakten sprichst Du eigentlich?

    Das ist Rufmord.

    Nana, da übertreibst Du aber doch ein wenig. Außerdem hat kuebler doch die Mutmaßungen bestätigt. Er hat bestätigt, dass er Inhalte der E-Jugend trainiert und auch, dass ihm das Gewinnen wichtig ist. Er hat nur keine überzeugenden Argumente gebracht, warum er das tut.

    Mit den Spielberichten ist das so eine Sache. Die einen führen eine Art Tagebuch, um später in einem Anfall von Sentimentalität darin schmökern zu können, die anderen schreiben Berichte, um diese zu veröffentlichen. Das erste kann ich nachvollziehen, auch wenn ich für mich persönlich festgestellt habe, dass der Reiz recht schnell nachlässt, weil es doch oft immer wieder das Gleiche ist. Bei der Veröffentlichung von Spielberichten im Jugendbereich würde ich es wie mit den Ergebnissen oder Tabellen halten, da die Spielberichte in der Regel doch nur das Ergebnis im Detail aufdröseln. Wer hat wann welches Tor geschossen usw. Darauf verzichte ich bei F- und E-Jugend generell. Natürlich kann man das auch im Stile "mein schönstes Ferienerlebnis" schreiben: "...in der ersten Hälfte waren wir feldüberlegen und erzielten trotz guter Leistung des gegnerischen Torwarts einige Tore. Besonders fiel dabei die Lauf- und Spielfreude der Mittelfeldspieler und das sichere Stellungspiel der Abwehr auf..." usw. blabla. Nunja, wer's mag... ;)

    kuebler hat sich hier gestellt, obwohl die Grundstimmung gegen ihn war. Das verdient Respekt. Ich denke nicht, dass wir den haben vermissen lassen, nur weil wir seinen Ausführungen nicht zustimmen. Von unfairer Diskussion kann auch keine Rede sein. Von einigen wird scheinbar angenommen, dass die Trainer der "großen" Vereine per Definition alles richtig machen. Warum sollte das so sein? Es liegt kein Automatismus darin und es begründet sich darin auch keine natürliche Autorität. Es geht auch nicht darum, jemanden nieder zu machen. Die Diskussion über Leistungsfussball in der F-Jugend haben wir hier schon mehrfach geführt. Oft waren es Trainer kleiner Mannschaften, die den leistungsorientierten Standpunkt vertreten haben, diesmal ist es halt ein Trainer der Kickers. So what? Die Grundlagen der Diskussion unterscheiden sich deshalb nicht von anderen.


    @kuebler: Mich haben Deine Beitrage nicht überzeugen können und vermutlich ist es umgekehrt genauso. Allerdings solltest Du davon ausgehen, dass hier im Forum nicht nur Ahnungslose und Neidhammel (ich weiß, das hast Du selbst nie behauptet) am Werk sind, sondern Leute, die sich seit vielen Jahren engagiert und differenziert mit dem Thema auseinander setzen und auch eine Menge Erfahrung besitzen. Viele von uns, die Dir hier so vehement widersprechen, kommen ursprünglich aus der Leistungsecke, wie auch Andre und ich. Ich kann nur sagen, dass die Konfrontation mit diesem Thema mich persönlich weiter gebracht hat. Dabei habe ich und auch andere genauso reagiert wie Du. Man verteidigt halt seinen Standpunkt, was ich auch in Ordnung finde. Ich erwarte nicht, dass Du von heute auf morgen Deine Meinung änderst und Dein/Euer System umkrempelst, aber vielleicht trägt die Diskussion ja dazu bei, dass Du Dich und Deine Herangehensweise zukünftig hier und da mal hinterfragst.