Beiträge von Ranwie

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    Nur weil 4 Kinder im Mittelfeld spielen, hat das noch lange nichts mit Viererkette zu tun. F-Jugendliche können die taktischen Elemente noch nicht umsetzen. Insofern ist es Augenwischerei von einer Viererkette zu sprechen. Ich hoffe Du besetzt wenigstens Deine Abwehr-, Mittelfeld- und Stummblöcke regelmäßig mit unterschiedlichen Spielern.

    Wir hatten im Verein auch schon mal 1-Euro-Jobber. Ich glaube mich zu erinnern, dass die Aussage unseres Vorstands in Richtung "Nie wieder" ging. Wie dem auch sei. Welche Aufgaben sollte eine unbestimmte Person X auch übernehmen, außer kleinen Ordnungsdiensten, die jeder ohne große Qualifikation ausüben kann? Es bleibt bei fast allen Tätigkeiten stets die Frage nach der Qualifikation und Motivation. Ich bin daher ziemlich skeptisch, dass es einen Sportverein wirklich weiter bringt, wenn H4ler zwangsverpflichtet werden. Andersherum könnte aber ein Schuh daraus werden. Es gibt ja durchaus Menschen, denen die eigene Untätigkeit zuwider ist. Die ehrenamtliche Tätigkeit in einem Sportverein könnte da ein willkommene Abwechslung sein, allerdings sehe ich das immer nur auf freiwilliger Basis. Es ist ja auch nicht von der Hand zu weisen, dass über Kontakte in einem Sportverein, die Chancen einen Job zu finden, durchaus verbessert werden könnten.


    Derzeit beschäftigen wir einen jungen Mann, der ein freiwilliges soziales Jahr bei uns macht. 19 Jahre alt, selber ein guter Fußballer, hoch motiviert, will danach Sport studieren. Erledigt viel organisatorisches, betreut eine F-Jugendmannschaft, hilft bei einem halben Dutzend weiterer Fußball-Mannschaften beim Training und ist auch in anderen Sportarten eingebunden. Das ist eine tolle Sache, die wir versuchen werden auszubauen.

    So sieht das aus! Ich sage meinen Jungs allerdings: "Wer grätscht, ist aus dem Spiel!" Hatte ich vor Jahren mal von Horst Held gehört - läuft aber auf das, was du sagtest hinaus.

    Das ist ein guter Ansatz und es ist - gerade im Jugendfußball - viel Wahres daran. Wir haben keine unfairen Spieler, aber ein paar von meinen Jungs liegen im Zweikampf auch viel zu schnell am Boden. Dabei sind es oft schnelle, zweikampfstarke Spieler, die immer eine Chance haben, den Ball zu erobern, wenn sie auf den Beinen bleiben würden. Ich werde das im Training zukünftig in irgendeiner Form "ahnden", damit die Kinder lernen auf den Beinen zu bleiben. Ein richtig getimtes Tackling hin zu bekommen, ist in dem Alter fast unmöglich. Das sollen sie später lernen.

    Holler, Du hast völlig recht. Genau darin liegt das Problem. Bei uns ist es ähnlich. Eine Handvoll Trainer wären ihr Geld wert, der Rest nicht. Und egal wie viel Eltern von Fußball verstehen, dafür haben sie ein Gespür. Uns geht es darum, diese Situation zu ändern. Ich habe meine "Heimat" in F- und E-Jugend gefunden und behaupte, dass ich gut ausgebildete Kinder in die D-Jugend abgebe. Das nutzt aber nichts, wenn sie dort oder später in der C "versaut" werden. Perspektivisch braucht man einen durchgängig ordentlich ausgebildeten Trainerstab. Die willigen müssen weiter gebildet, die unwilligen ersetzt werden. Da Zeit bei allen ein Engpass ist, geht das nur mit Geld. Wir sind uns im Verein aber völlig im Klaren darüber, dass wir in Vorleistung treten müssen. Wir können mit dem bestehenden Trainer-Team nicht die Beiträge erhöhen. Die Eltern würden zu Recht auf die Barrikaden gehen. Die ersten Mittel müssen daher woanders herkommen. Den Eltern muss deutlich gemacht werden, dass der Verein in die Qualifizierung der Ausbildung investiert und sie müssen spürbar feststellen, dass sich dies bei ihren Kindern bemerkbar macht. Dazu kommt auch das Thema Außendarstellung. "Tue Gutes und rede darüber", heißt es. Wenn man ein Konzept erstellt und die Mittel dafür aufgetrieben hat, muss man die Elternschaft auch während der Umsetzung damit "penetrieren". Es darf an niemanden vorbei gehen, dass sich etwas tut. Erst dann ist (möglicherweise) ein Klima geschaffen, dass eine Anhebung der Beiträge zulässt.

    Die Wahrnehmung von trainer2005 über den Umgang mit elektronischen Medien kann ich leider auch nur bestätigen.

    Ich denke, dass der Vorschlag aus Andre's Musterbrief (Hinrunde per generierter Einteilung, Rückrunde nach interner Leistungseinteilung durch Staffelleiter) die vorerst beste Lösung ist, um Alternativen zum zumeist praktizierten "Meisterschaftssystem" zu haben.

    Denke ich auch. Genau so macht es unser Staffelleiter in der F. Wir warten gerade gespannt auf den neuen Spielplan und hoffen auf gleichwertige Gegner. In der letzten Saison war die Rückrunde eine wesentliche Verbesserung. Leider ist das in der E-Jugend schon nicht mehr so. Der vermutlich einzige Grund sind die dämlichen Tabellen. Weil diese geführt werden, bleiben die Gruppen so, wie sie zu Saisonbeginn zusammen gewürfelt wurden. Der Sinn verschließt sich mir völlig. Ich denke, ich werde in meinem Brief an den Kreis auch vorrangig auf diesen Punkt abzielen. Würde in der E ohne Tabellen gespielt, ließe sich auch dort die Rückrunde wesentlich ausgeglichener gestalten.

    Ranwie, ..ich hoffe wir anderen dürfen auch antworten :rolleyes:

    Natürlich, wie sollte ich das verhindern. ;)


    Die Staffelspiele der Bambini finden ohne Tabellen statt. Genau wie bei uns in der F in Staffeln ohne Tabellen gespielt wird! Selbst eine Tabelle zu erstellen macht zumindest bei uns in der F keinen Sinn, da regelmäßig Mannschaften vom Staffelleiter zwischen den Staffeln umverteilt werden, um halbwegs leistungsstarke Staffeln zu erhalten.


    Freundschaftsspiele sind eine gute Sache, das Problem dabei ist das Engagement des Trainers. Der eine findet das richtige Maß, der nächste überfordert seine Kinder und Eltern mit zu vielen Spielen und der dritte hat keinen Bock sich zu kümmern und schafft nur alle 4 Wochen mal ein Spiel zu verabreden. Daher halte ich es schon für sinnvoll, dass es eine gewisse Struktur "von oben" gibt.

    @TW-Trainer: was Du schreibst hat immer Hand und Fuß und Deine Ausführungen zur G-Jugend sind 100% zutreffend. Daher würde mich Deine Meinung zu folgendem interessieren: bei uns im Kreis findet für die G-Jugend kein Staffelspielbetrieb statt. Es gibt sogenannte Bambini-Treffs, bei denen i.d.R. 12 bis 16 Mannschaften antreten und jede Mannschaft 3 bis 5 Spiele macht. Eine Wertung gibt es nicht, nicht einmal die Ergebnisse werden vom Veranstalter erfaßt. Für die Kinder ist das sehr schön, allerdings finden diese Treffs nicht jede Woche statt und da sich so keine Regelmäßigkeit einspielt, sind die Eltern der Kleinen auch nicht immer bereit mit ihren Kindern teilzunehmen. Insgesamt spielen unsere Bambini daher zu wenig, wie ich finde. In den Nachbarkreisen gibt es Staffelspiele für die Bambini. Die Kinder spielen daher wesentlich häufiger und haben mehr Spielzeit, was man im direkten Vergleich auch ganz deutlich merkt. Allerdings fördert das Spiel in Staffeln leider auch Negatives. Das typische Bambinispiel wird den Kindern schon früh "ausgetrieben", die Spiele werden von Trainern und Eltern wesentlich ernster genommen als dies bei den Treffs der Fall ist. In den Kreisen, wo es Staffelspiele gibt, werden auch regelmäßig Bambini-Turniere ausgetragen mit Tabellen, Platzierungen usw.


    Von der Spielart her finde ich die Treffs altersgerechter, wohingegen regelmäßige Staffelspiele die Entwicklung besser fördern (zumindest augenscheinlich). Welches System würdest Du vorziehen oder welche anderen möglichen Systeme gibt es?

    1.G-Jugend Turnier (das hier so gebriesene Freundschaftsturnier wo angeblich alle so fair sind) .
    Meinen Racker stehen plötzlich F und E- jugend Hünen gegenüber.15:0 verloren.Nun frage ich euch ,wie soll ich meinen Spielern noch Spass vermitteln wenn so unfair gespielt wird.Auf Nachfrage bei der Tunierleitung was das soll,bekam ich die Antwort :Ist doch nur ein Freundschaftsturnier .

    Sach mal, was für eine Region ist denn das? Sind ja Zustände wie im Busch.

    Okay, der Klavierlehrer braucht ein Klavier, ein Fußballverein braucht einen Sportplatz. Dessen Unterhaltung kostet auch Geld. Insofern kann das schon vergleichen. Außerdem ist das Klavier auch das Extrembeispiel. Die wenigsten, die Klavierstunden geben, schaffen sich ja auch ein Klavier an, weil sie Stunden geben wollen, sondern weil sie selber darauf spielen. Und welches teure Equipment braucht ein Tennis- oder Karatetrainer oder eine Ballettlehrerin? Am besten vergleichbar ist vielleicht noch Feldhockey, da liegen die Beiträge locker bei 150 bis 200 Euro im Jahr. Es geht ja zumeist auch nicht um die Kosten, die hinter einem Hobby stehen, sondern um die Wahrnehmung der Wertigkeit. Du siehst es daran, dass Eltern für 20 Stunden Fußballcamp locker 100,- Euro hinlegen oder auch für 2 Stunden Soccerhalle. Da wird Fußball im Verein ganz einfach im Vergleich zu so ziemlich allen anderen Freizeitaktivitäten deutlich unter Wert geschlagen.

    Nachdem wir jetzt (aus meiner Sicht) genug über das Thema soziale Gerechtigkeit diskutiert haben, würde ich ganz gerne wieder auf den eigentlichen Punkt kommen. Wir sind uns doch alle einig, dass die Beiträge gemessen an dem, was man dafür bekommt, zu niedrig sind und darüber hinaus die Leistung Jugendfußball generell nicht ausreichend wertgeschätzt wird. In vielen anderen Sportarten und Hobbies wird wesentlich mehr Geld ausgegeben und das ohne zu murren. Man könnte es als Imageproblem bezeichnen. Meine Frage zielte darauf ab, wie man das - unabhängig von der Frage der Höhe zukünftiger Beiträge - ändern kann.

    Ergebnis:Wir tümpeln im unteren Tabellendrittel umher ,aber es ist uns egal .Wir haben Spass das ist uns wichtig!!!!!!!!!!!

    Eben. Hättet Ihr denn ohne Tabellen weniger Spaß?

    Stellt euch vor es gäbe keine Tabellen mehr.Ich kenne genug Vereine wo Spielerpässe gefälscht sind.Da spielen Kinder in der F-Jugend und gehen in die 5 Klasse Gymn.Das würde meiner Meinung nach zunehmen. Weil wenn ja die Spiele anuliert werden ,

    Genau das Gegenteil ist der Fall. Warum glaubst Du denn, dass Pässe oder Spielberichte gefälscht und ältere Kinder eingesetzt werden? Ich weiß es, Du weißt es, alle anderen hier wissen es auch. Weil man sich dadurch einen besseren Tabellenplatz erhofft. Ohne Tabellen wird so etwas nicht mehr, sondern viel viel weniger passieren. Mir ist hier im Kreis übrigens kein einziger solcher Fall bekannt. Wir tragen unsere Kinder in den Spielbericht ein und gut ist. Ich habe in den letzten drei Jahren noch nie auch nur einen einzigen Pass kontrolliert, es gab auch noch nie einen gegnerischen Trainer, der meine Pässe sehen wollte. Weil hier nämlich alle wissen, dass keiner bescheisst. Würde es Tabellen geben, wäre ich bei dem ein oder anderen Kollegen da nicht so sicher.

    Da kann ich auch gleich die Zensuren bis zu 4.Klasse abschaffen,oder die jugendmeisterschaften im Halma und und und.

    Du weißt hoffentlich, dass das großer Unsinn ist. Zensuren in der Schule sind notwendig, aber Fußball ist ein Hobby. Die beiden Dinge sind nicht vergleichbar und die Diskussion hatten wir auch schon zur Genüge. Der Verweis auf Halma zeugt höchstens davon, dass Du Dich nicht ernsthaft mit dem eigentlichen Thema auseinander setzt!

    Ich spiele seit über 30 Jahren Fussball ,als Kind gab es auch Tabellen bei uns.

    Ja klar, und was früher richtig war, kann heute natürlich nicht falsch sein, nicht wahr? Wir haben früher auch in der E-Jugend Kopfballspiel geübt und das mit uralten Seniorenbällen, die sich bei Nässe mit einem Liter Wasser vollgesogen haben usw. Da war super. Wir haben auch in der kompletten Jugend ohne Schienbeinschoner gespielt. Das war auch ganz toll. Die Liste ließe sich beliebig fortsetzen.


    Gestern hatten wir ein Hallenturnier. Wir führten in einem Gruppenspiel schon 2:0, der Gegner war hoffnungslos unterlegen. Am Spielfeldrand ein - nennen wir es mal - "engagierter" Trainer des Gegners. Einer unserer Spieler wird kurz vor Schluss an der Bande übelst umgetreten, bleibt liegen, weint. Lautstarker Kommentar des Trainers zu seinem Spieler: "Richtig! Genau so musst Du da reingehen!" Wenn ich meinen Co nicht festgehalten hätte, hätte der den Mann aus der Halle geworfen. Zu so etwas führen Wertungsspiele und Tabellen. Solche Kommentare wirst Du bei Freundschaftsspielen wohl eher nicht zu hören bekommen.


    Zum Thema Beurteilung des Leistungsstandes habe ich ja bereits alles geschrieben. Tabellen sind dafür ungeeignet.


    Nach Deinen letzten Postings nehme ich Dir das "es geht uns nur um den Spaß" irgendwie auch nicht mehr ab so richtig ab. Sicher würdest Du gerne weiter oben in der Tabelle stehen, oder?

    Andre, Du missverstehst das. Ich bin nicht gegen den Ansatz mehr zu bezahlen, wenn ich mehr verdiene, ich finde nur Dein Modell völlig inakzeptabel. Es gibt genug andere Möglichkeiten von denen, die mehr haben, auch mehr einzusammeln. Die meisten geben gerne, wenn sie wissen, dass das Geld gut investiert ist. Ich sehe aber nicht ein, für Eltern mit zu bezahlen, die ihr Kind, das gar keinen Bock auf Fußball hat, zum Sportverein schicken, damit sie es vom Hals haben. Beispiele dafür haben wir bei uns genug. Kommt nicht in die Tüte. Kinder, die wirklich wollen und deren Eltern nicht können, unterstütze ich jederzeit gerne. In Deinem Modell kann man nicht selektieren, bei Patenschaften aber schon. Du meinst, dass das für die Betroffenen peinlich sei? Aber einen Einkommensnachweis abzugeben, aus dem hervor geht, dass man kaum etwas verdient, ist nicht peinlich?


    Und komm mir nicht mit dem alten Testament. Da stehen auch Dinge drin wie "Auge um Auge, Zahn um Zahn" oder "mein ist die Rache, sprach der Herr". Das eignet sich auch super für den Kinderfußball. ;)


    So und jetzt fahr ich zum Turnier. Tschüss.

    Harri:
    Bei uns gab's auch Geschrei, als die Tabellen abgeschafft wurden. Inzwischen kräht da kein Hahn mehr nach. Es führt auch keiner im stillen Kämmerlein Tabellen. Wofür auch? Als Gradmesser für den eigenen Leistungsgrad, sagst Du? Das ist falsch. Die Leistungsunterschiede gerade bei F- und E-Spielern sind teilweise so krass, dass eine Tabelle über den Leistungsstand rein gar nichts aussagt. Da genügt oft schon ein oder zwei überragende Spieler um oben zu stehen. Was sagt das dann aber über den Leistungsstand der gesamten Mannschaft aus? Nichts, oder? Wir haben von den 10 Spielen in der Hinrunde 7 Spiele mit mehr als 5 Toren Abstand gewonnen. Und? Heißt das, dass unser Leistungsstand hoch ist? Keine Ahnung. Vielleicht ist auch nur unsere Staffel ungewöhnlich schwach. Und was heißt überhaupt "Leistungsstand"? Ist der Leistungsstand hoch, wenn die Mannschaft oft gewinnt? Vielleicht, vielleicht auch nicht. Mannschaft A spielt gegen Mannschaft B. Trainer A lässt rotieren, Trainer B nicht. Das Spiel endet 4:2 für B. Soll man daraus schließen, dass der Leistungsstand der Mannschaft B höher ist als der von A? Sicher nicht. An Spielergebnissen kannst Du nicht festmachen, wie weit Deine Jungs schon sind. Mich interessieren vielmehr die Fortschritte jedes einzelnen Spielers und die kann ich im Training und im Spiel gut erkennen. Das Ergebnis gibt darüber keinen Aufschluss.


    Du scheinst ja die richtige Einstellung zu haben: alle Kinder spielen, Spaß steht im Vordergrund usw. Aber weißt Du, wo das Problem ist? Wenn Du gegenüber anderen die Meinung vertrittst, Tabellen wären gut, um den Leistungsstand zu ermitteln, dann ermutigst Du andere dazu eben so spielen zu lassen, dass sie in der Tabelle möglichst weit oben stehen. Dabei machen sie all die Fehler, die wir zu vermeiden suchen. Am Ende werden sie dann aber sagen "Seht, wir sind Erster, unser Leistungsstand ist super, wir haben Tolles geleistet". Das ist aber Unsinn und Du weißt das auch, andere aber nicht. Durch eine Aussage wie "Tabellen sind ein Gradmesser für das Leistungsvermögen" legitimierst und förderst Du Ergebnis orientiertes Denken.

    Andre, ich bin ein äußerst sozial eingestellter Mensch, aber Dein Ansatz geht in die falsche Richtung. Ich bin selbständig und arbeite sehr viel. Mit Sicherheit mehr als viele andere. Ich habe auch keine 30 Tage Urlaub im Jahr und keine soziale Absicherung usw. Andere fahren zweimal im Jahr in Urlaub und machen pünktlich um 16:00 Uhr Feierabend und haben am Wochenende frei. Was soll daran sozial gerecht sein, dass ich für das Hobby meines Kindes mehr bezahlen muss, als andere, die weniger arbeiten, weniger Risiko und weniger Verantwortung tragen? Die Höhe des Einkommen kann einfach keine Bemessungsgrundlage für den Beitrag in einem Sportverein sein. Besser verdienende zahlen ja bereits höhere Steuern und ein Teil davon fließt auch wieder in die Sportvereine. Da noch einen oben drauf zu setzen, finde ich auch nicht fair.


    Ein ganz wesentlicher Punkt ist auch der, dass jeder Mensch und jede Familie Prioritäten setzen muss, was die Verwendung der ihr zur Verfügung stehenden Mittel angeht. Und diese Prioritätensetzung ist sehr individuell. Nehmen wir mal die Familie, in der beide Eltern rauchen und dann sagen "wir haben kein Geld für den Fußballverein". Eindeutig ein Problem falscher Prioritäten, denn andere Familien mit dem gleichen Einkommen, zahlen den Beitrag ohne zu murren.


    Zudem gibt es auch leicht große Unterschiede zwischen dem Einkommen und dem frei zur Verfügung stehenden Geld. Ein Beispiel: Familie A verdient deutlich mehr als Familie B. Familie B wohnt aber günstig im Mietshaus der Eltern, während Familie A monatlich eine hohe Summe aufbringen muss, um das gerade gebaute Haus zu bezahlen. Unterm Strich hat Familie A wesentlich weniger Geld zur Verfügung als Familie B, müsste aber einen höheren Beitrag bezahlen. Sozial gerecht? Naja. Anderes Beispiel: Familie A verdient deutlich weniger als Familie B. Der Sohn von Familie A macht eine Ausbildung am Ort und wohnt bei seinen Eltern im geerbten schuldenfreien Haus. Familie B wohnt hingegen zur Miete. Der Sohn von Familie B studiert in einer anderen Stadt, wohnt dort und ist auf die Unterstützung seiner Eltern angewiesen, da er kein BaFöG bekommt. Auch hier hat Familie A unterm Strich mehr Geld zur Verfügung, müsste aber den geringeren Beitrag bezahlen.


    Wir haben hier im Dorf allein erziehende Mütter mit zwei Kindern, die alles für ihre Kinder tun und die finanziell echt zu kämpfen haben. Die unterstütze ich von Herzen gerne. Aber es gibt auch andere, die sich einen Scheiß um ihre Kinder kümmern, 2 Schachteln Zigaretten am Tag rauchen, jede freie Minute im Reitstall verbringen, aber kein Geld für das Essen ihrer Kinder in der Ganztagsschule haben. Da kommt mir das Kotzen. Gerade solche Eltern schieben ihre Kinder gerne ab und Sportvereine sind super für sowas. Davon können wir wohl alle ein Lied singen. Natürlich sind diese Kinder arme Schweine, aber Sozialverantwortung fängt nun mal bei den Eltern an. Zudem ist das Solidarprinzip keine Einbahnstraße. Wer selbst keine Sozialverantwortung zeigt, kann eigentlich auch nicht verlangen, dass ihm welche entgegen gebracht wird, auch wenn dieser Grundsatz inzwischen leider schon ziemlich aufgeweicht ist. Von diesen Leuten wirst Du übrigens auch niemals einen Einkommensnachweise bekommen...


    Ich hätte daher einen anderen Lösungsansatz: ich würde Patenschaften für die Handvoll Kinder vergeben, deren Eltern den Beitrag wirklich nachweislich nicht bezahlen können. Hier auf dem Land kennt man sich und man kann schon einschätzen wer besser und wer weniger gut verdient. Mir fallen auf Anhieb aus meinem direkten Umfeld ein gutes Dutzend Leute ein, die so eine Patenschaft übernehmen würden, mich eingeschlossen. Da könnte ich mir aber dann wenigstens aussuchen, wen ich unterstütze. Denkbar wäre es auch einen Sozialfond im Verein einzurichten, aus dem dann wirklich bedürftige unterstützt werden. Alles das würde ich persönlich auch finanziell unterstützen, einkommensabhängige Beiträge lehne ich aber da.


    Bei uns ist es ohnehin so, dass die besser verdienenden freiwillig schon mehr Geld in den Verein geben, sei es durch Geldspenden oder auch durch die Finanzierung von Trikotsätzen etc. Das würde möglicherweise weniger werden, wenn es gestaffelte Beiträge gäbe. Ob da dann wirklich unter dem Strich mehr bei heraus kommt...

    Andre: Was das Thema Gehaltsnachweis angeht, gibt es keinen Konsens. Du wirst mich nicht überzeugen können. Die Gründe wurden schon von anderen genannt.


    tom: Mit geht es hier nicht um Geld für mich und die meisten meiner Kollegen sind mit ihrem Ehrenamt auch ganz zufrieden. Wir bekommen ein bisschen Kilometergeld und eine Spendenbescheinigung für unsere Stunden. Das ist so schon okay, mehr will ich gar nicht, denn ich mache das ja letztlich, weil es mir Spaß macht und nicht weil ich damit Geld verdienen will. Geld kann ich - wie wohl alle hier - mit meinem Job leichter verdienen. 30, 50 oder auch 100 Euro im Monat für einen 20 Stundenjob? Das reizt mich nicht wirklich und ein angemessener Stundenlohn ist eh völlig unrealistisch. Ich bin sogar bereit zusätzlich noch eine gewisse Summe in dieses Hobby zu investieren, auch wenn, wie Zw3rg schreibt, andere davon profitieren. Aber diese anderen sind schließlich mein Sohn und seine Kumpels, insofern gebe ich im Rahmen meiner Möglichkeiten gerne.


    Mir bzw. uns als Verein geht es darum, dass Geld da ist, um mich, meine Kollegen und zukünftige Übungsleiter weiter zu qualifizieren und damit neben dem Spaß perspektivisch auch sportlich etwas zu erreichen. Es ist außerdem für mich völlig klar, dass ein Trainer, der weiß, was er tut, viel mehr Spaß an seinem Job hat, als der, der sein Training mehr oder weniger improvisiert und aus Unkenntnis nicht altersgerecht und ohne große Fortschritte arbeitet. Auch die Position gegenüber Eltern und Spielern steht und fällt mit der Qualifikation.


    Wir suchen aktuell einen Jugendkoordinator, der den gesamten Jugendbereich sportlich betreuen und auch die Weiterbildung der Übungsleiter koordinieren bzw. selbst durchführen soll. Wenn Du da jemand haben willst, der qualifiziert ist, dann bekommst Du den nicht umsonst, zumal der Zeitaufwand den eines einfachen Jugendtrainers noch deutlich übersteigt. Viele unserer Übungsleiter haben keine Zeit zusätzlich zu Job, Familie und Training auch noch Fortbildungen zu machen, zumal diese zum Teil richtig zeitaufwändig sind. Die meisten sind aber durchaus bereit, sich im Rahmen ihres Trainings zeigen zu lassen, wie man es besser machen kann, oder auch mal an einem Samstagnachmittag für eine interne Schulung bereit zu stehen. Auch durch einen "Profi" erstellte Trainingspläne o.ä. wären für die meisten sehr hilfreich. Ich bin auch sicher, dass wir einige Übungsleiter, die im Laufe der Zeit aufgehört haben, so hätten halten können.


    Letztlich sind wir doch allemal verrückt auf Fußball. Wenn es gelingt die eigenen Fähigkeiten zu verbessern, wird uns der "Job" viel leichter von der Hand gehen und auch die Fähigkeiten der uns anvertrauten Mannschaften werden wir so verbessern können. Dann macht die Sache gleich doppelt so viel Spaß und es fällt einem viel leichter dauerhaft dabei zu bleiben und auch andere dafür zu begeistern und zu motivieren.

    Also in dieser Altersklasse habe ich das noch nicht so extrem erlebt. Ganze Mannschaften, die systematisch übertrieben hart spielen, kenne ich nicht. Man sieht aber immer mal wieder einzelne Spieler, die sehr nickelig, manchmal auch bewußt unsportlich sind. Zuletzt haben wir gegen eine Mannschaft gespielt, in der ein 7jähriger bei jedem Ballverlust am Trikot festgehalten hat. Der Schiri hat das ignoriert. Auf dem Weg in die Kabine habe ich den Schiri darauf hingewiesen, dass ich das für grob unsportlich halte, das in dem Alter eigentlich nicht passieren darf und erwarte, dass er das in der zweiten Hälfte konsequent abpfeift. Das hat er dann auch getan. Er konnte ja auch kaum anders. Nach dem zweiten oder dritten Pfiff und den Freistößen für uns, wurde der Junge dann auch vom Trainer ermahnt und hat damit aufgehört. Da war das Spiel zwar schon zu Dreiviertel um, aber immerhin.


    Normalerweise ist es damit getan, dass man den gegnerischen Trainer oder den Schiri ruhig darauf anspricht. Den meisten ist es doch eher unangenehm, wenn ihre Spieler als unfair angesehen werden. Ich hab bisher noch nicht erlebt, dass jemand überhaupt nicht reagiert hätte. Die meisten weisen zwar erstmal alles von sich, nehmen dann die betreffenden Kind aber doch zumindest kurz raus und reden mit ihnen. Wenn ich aber sehe, dass gar nichts passiert und das Kind (oder die Mannschaft) so weiter spielt oder der Trainer das Verhalten sogar noch unterstützt, würde ich ihn erneut ansprechen und im Extremfall auch damit drohen, das Spielfeld bei der nächsten bewussten Unsportlichkeit zu verlassen. Diese Drohung ist sehr massiv, weil es einen ziemlichen Rattenschwanz nach sich zieht, dem sich keiner gerne aussetzt. Gottlob war es bisher mit meinen F- und G-Jugend-Teams weder nötig den Platz zu verlassen noch damit zu drohen.


    Die meisten Gegner kennt man ja mit der Zeit. Bei denen, wo es kritisch werden könnte, schnappe ich mir gerne vorab den Schiri, um ihn noch mal darauf hinzuweisen, dass ich von meiner Mannschaft erwarte, dass sie sich 100%ig fair verhält und dass gerade in dem Alter Unsportlichkeiten und hartes Einsteigen auf beiden Seiten unbedingt zu pfeifen ist. Manche gucken zwar blöd, aber meistens funktioniert das. Pfeifen wir selber solche Spiele, was i.d.R. mein Co macht, holen wir uns vorher die Trainer zusammen und verkünden, dass Fairness das oberste Gebot ist und entsprechend gepfiffen wird. Lieber einmal zu viel als zu wenig. Dies wird auch bei der Begrüßung allen Spielern mit auf den Weg gegeben. Die Pappkameraden, die man schon kennt, kann man dabei dann auch ganz gut gezielt ausgucken. Die meisten von denen sind ja nicht blöd und wissen damit schon, was die Stunde geschlagen hat.

    Hm, eine Antwort auf Deine Frage habe ich nicht, aber warum gebt Ihr die Trikots überhaupt an die Spieler aus? Wir halten den Trikotsatz immer beim Verein, sprich beim Betreuer-Team. Damit ist ausgeschlossen, dass die Trikots anderweitig als für den Spielbetrieb verwendet werden oder das Spieler ihre Trikots vergessen. Gewaschen wird immer der komplette Satz von allen Eltern reihum nach Strichliste. Das funktioniert wunderbar, davon abgesehen, dass meine Frau moppert, weil unter der Treppe immer diverse Taschen stehen... :rolleyes:


    Ansonsten würde ich das kurz und knapp auf Briefbogen des Vereins machen:



    Empfangsbestätigung


    [Namen und Anschrift der Eltern]


    Hiermit bestätigen wir den Empfang der folgenden Sportbekleidungsartikel:
    - Aufzählung der Artikel, Beschreibung, Größe, Anschaffungswert der einzelnen Artikel etc.


    - Wir anerkennen, dass o.g. Artikel Eigentum des [Vereinsname, Ort] sind
    - Wir verpflichten uns dafür zu sorgen, dass die o.g. Artikel nur im Rahmen des Trainings- und Spielbetriebs verwendet werden*
    - Wir verpflichten uns, bei Verlust oder Beschädigung Ersatz im Rahmen der o.g. Anschaffungskosten zu leisten
    - Wir verpflichten uns, die Artikel zurück zu geben, falls unser Kind den Verein verlässt, die Sportart wechselt oder wir zur Rückgabe aufgefordert werden
    - .... [was Dir noch so einfällt]


    Datum, Unterschrift



    * falls das so vereinbart ist



    Insgesamt finde ich es einfacher, wenn die Trikots beim Betreuer sind. Trainingsanzüge müssen Eltern bei uns kaufen, dafür können die Kinder sie dann tragen, wann sie wollen. Einziger Nachteil ist, dass nicht immer alle Kinder einheitlich gekleidet sind, was ich aber nicht wirklich schlimm finde. Ein Kindertrainingsanzug kostet bei uns 18€. Das kann sich eigentlich jeder leisten.