Beiträge von Ranwie

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    manne: Habe eben mit dem Kollegen in Aachen telefoniert. Die Schulung kostet nichts. Zeitaufwand 1-2 Stunden. Veranstaltungen findet statt dezentral in den Vereinen. Es geht hier um die Basisaufklärung über das, was Kinderfußball und Fairplay bedeutet und ausmacht. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Derzeit gibt es im Raum Aachen keine Schulungen, denn dort sind alle Vereine durch!

    Lesenswert? Naja, "total albern" würde ich das nennen. Aber Du möchtest uns damit doch ohnehin nur ein wenig ärgern, oder?


    "Das Trainerteam hat die Mannschaft heute deshalb etwas offensiver eingestellt. Gespielt wurde in einer 3-3-1 Aufstellung. Cindy Schauff rückte aus dem Abwehrzentrum ins zentrale Mitteldeld. und Marvin Senenko aus dem Sturm ins rechte Mittelfeld. Die Mittelfeldspieler sollten den Gegner frühzeitig angreifen und dann steil unsere Sturmspitze Jonas Seifert bedienen."

    Da hat einer zu viel kicker gelesen. Wann man mit diesen taktischen Vorstellungen in ein F-Jugendspiel geht, dann ist es kein Wunder, dass es man enttäuscht wird.


    "Die erste Schlafeinlage unserer Abwehr, als es Zuordnungsprobleme gab, nutzen die Schwarzenberger und gingen schon in der 4. Minute durch Drosedo mit 1:0 in Führung."

    Zuordnungsprobleme in einer F. Ich lach mich scheckig. Ehrlich.


    "Das Trainerteam nutzte die Gelegenheit, unsere Spieler aufzumuntern, aggressiver auf die Gegenspieler zu gehen und mehr das Auge für den Mitspieler zu haben. Leider begann die 2. Halbzeit wie die erste."


    Ach was? Hatte die ausgefeilte Taktikschulung in der Halbzeit keinen Erfolg? Wer hätte das gedacht?


    "Die letzte Minuten waren dann eine von Spannung und Emotionen geprägte Phase, welche leider auch auf den Schiedsrichter übersprang. Dieser lieferte sich ein vollkommen überflüssiges und heftiges Wortgefecht mit unserem Trainer."


    Paßt ins Bild.


    Und was willst Du uns nun damit sagen, manne?

    Es gibt ohne Ende Beispiele, wozu übertriebenes Erfolgsdenken führt. In der letzten Saison spielten wir gegen eine Mannschaft mit einen absolut großartigen Torwart. Der Junge war sicher der Beste, den ich bisher in der F-Jugend gesehen habe. Der Rest des Teams war weniger gut, wir gewannen 6:0. Unser Torwart hätte sich in dem Spiel sicher 15 eingefangen. Der Vater des Jungen stand das ganze Spiel neben dem Tor und hat "gecoached". Bei jedem Gegentor, an denen der Junge wirklich nichts machen konnte, hat er seinen Sohn zusammen gefaltet. Ich bin ein ruhiger Typ, aber diesem Vater hätte ich am liebsten kommentarlos auf's Maul gehauen. Ich könnte wetten, dass der Junge irgendwann keine Lust mehr hat Fußball zu spielen, weil er dort einfach mehr negatives als positives erlebt.


    Seit Beginn der Saison haben wir einen neuen Trainer für die E2. Ein wirklich netter engagierter Bursche, der gut mit den Kindern kann, aber eben ergebnisorientiert ist. Nach etwa drei oder vier Spielen kam er und berichtete mir, dass er jetzt "seine Formation" gefunden habe. Ich kenne die Jungs in seiner Mannschaft gut und habe ihm auf den Kopf zugesagt, wie er sie aufstellt. Ich habe ihm dann gesagt, dass er gerade bei dieser Truppe unbedingt die Positionen wechseln muss. Will er nicht, macht er auch nicht. Er hat Spieler dabei, die seit 2 Jahren nichts anderes als rechter oder linker Verteidiger gespielt haben. Die können nur da hinten stehen und den Ball, wenn er in die Richtung kommt, wieder nach vorne ballern. Diese Jungs müssen auch mal vorne spielen, damit sie in Bewegung kommen, am Spiel teilnehmen, angespielt werden, mal einen Mann ausspielen usw. Das werden sie aber nicht, weil der Trainer ja vorne "die Guten" spielen lässt, um die Spiele zu gewinnen. Auf der anderen Seite wundert er sich, dass die Jungs hinten nicht mit aufrücken usw. Natürlich nicht, denn sie verstehen das Spiel ja überhaupt nicht. Dieser Trainer ist gefangen in seinem Ergebnisdenken. Er wird die Ergebnisse, die er haben will, aber nie erzielen können, weil er die Entwicklung der Kinder mit genau diesem Anspruch behindert.


    manne: Ich glaube nicht, dass Du ein Trainer bist, der solche Fehler macht. Was ich und auch Andre sagen will, ist aber dass man mit der Aussage "der Erfolg steht vorne" solche Fehlentwicklungen unterstützt, indem man anderen das Gefühl gibt, dass sie alles richtig machen, wenn sie nur auf Ergebnis spielen.

    manne:


    Das Problem bei der Sache ist nur, dass es meist nicht bei einem Spiel bleibt. Eine Meisterschaft kann man sowieso nur holen, wenn man das Team dafür hat. Die meisten Trainer haben das aber nicht. Trotzdem werden auch bei Mannschaften, die im Mittelfeld herum dümpeln, die gleichen Fehler gemacht und zwar nicht nur in dem einen entscheidenden Spiel, sondern Woche für Woche. Und um diese Leute geht es. Deine Aussage, dass der Erfolg vorne steht, gibt diesen Leuten Futter. Ich erlebe das fast jedes Wochenende, dass in absoluten Durchschnittsteams Spieler nicht oder nur wenige Minuten eingesetzt werden, nur um ein anderes Durchschnittsteam zu schlagen. Das ist doch Mist.


    In dem bewussten Spiel, dass wir verloren haben, war unser Torwart völlig indisponiert. Ich habe ihn aber nicht in der Halbzeit ausgetauscht, weil er sich immer bemüht und jeder mal einen schlechten Tag haben kann. Letztlich haben wir aber deswegen verloren. Wir haben auch in diesem auf den Positionen rotiert und alle Kinder gleich viel eingesetzt. Der Gegner war mit 9 Spielern da, von denen zwei keine einzige Minute spielen durften, weil der Trainer dieses "Spitzenspiel" (beide Mannschaften ohne Niederlage) unbedingt gewinnen wollte. Das haben sie dann auch. Was glaubst Du, wie sehr sich die zwei, die nicht spielen durften, über den Sieg gefreut haben?


    Nachtrag: Hinzu kommt, dass Erfolg im Sinne von Meisterschaften nur möglich ist, wenn die Ausbildung entsprechend ist. Viele Trainer machen aber ein bescheidenes Training, dass ihre Jungs nicht weiter bringt, meinen aber dennoch, dass sie jedes Spiel gewinnen müßten.

    Mann, hier ist ja schon mächtig was los.


    @menne44: Nachdem, was inzwischen Du so alles geschrieben hat, bin ich sicher, dass Du ein guter und engagierter Trainer bist, wie Coerverfan Dich beschrieben hat. Ein positiv Verrückter halt, wie viele von uns. In vielen Punkte stimme ich Dir absolut zu, z.B. halte auch ich Disziplin ist eine wichtige Basis. Ich lasse mir von den Kindern auch nicht auf der Nase herum tanzen, aber genauso wenig von den Eltern. Ich bin auch wie Du der Meinung, dass Kinder, die nur da sind, weil sie von ihren Eltern geschickt werden, da nicht hingehören. Und natürlich bin ich auch ehrgeizig. Klar will ich, dass meine Jungs gewinnen, gar keine Frage. Ich ärgere mich auch, wenn sie schlechter spielen als sie könnten. Ich verlange auch von jedem, dass er im Rahmen seiner Möglichkeiten alles gibt. Ich will meine Jungs bei jedem Training verbessern. Ich freue mich wie ein kleines Kind, wenn ich die Fortschritte jedes Einzelnen sehe, wenn ich sehe, wie einer, der letztes Jahr noch vor dem Absprung stand, jetzt Feuer und Flamme ist und sich stetig verbessert. Das ist einfach großartig. Und wenn Kinder gut ausbildet, dann kommt auch der Erfolg. Meine F1 hat in dieser Saison 1 Spiel verloren und alle anderen gewonnen. Natürlich habe ich da Spaß dran und die Kinder auch und die Eltern auch, aber dennoch haben wir klare Regeln, die vor dem Gewinnen kommen: Jedes Kind bekommt in jedem Spiel die gleiche Spielzeit und jedes Kind spielt auf verschiedenen Positionen. Ich sage Dir, dass wir das eine Spiel sicher gewonnen hätten, wenn wir von dieser Regel abgewichen wären. Damit hätten wir in der höchsten Kreisstaffel alle Spiele gewonnen und wären quasi "Kreisherbstmeister". Ich hätte dafür aber ein paar Kindern, die immer alles geben, weh tun müssen. Und da hört bei mir das Erfolgsdenken einfach auf. Alle meine Kinder reißen sich beim Training und im Spiel den Arsch auf. Es wäre einfach nicht fair, einige zu benachteiligen, nur um ein bestimmtes Ergebnis zu erreichen. In F- und E-Jugend ist da für mich die Grenze.


    Erfolgsgeile Eltern finde ich einfach nur zum Kotzen, weil die unheimlich viel kaputt machen. Die Eltern meiner Jungs gehen bei jedem Spiel begeistert mit, aber keiner von denen würde z.B. fordern, dass ein schwächerer Spieler ausgewechselt werden muss, um das Spiel noch zu gewinnen. Bei den extrem erfolgsorientierten ist das aber an der Tagesordnung. Genau wie das unsägliche Kommandieren und Reinbrüllen von der Seitenlinie. Ich habe Eltern erlebt, die bei einem F3-Spiel beim Stand von 9:0 "nur noch 1" skandierten, während die unterlegene Mannschaft mit hängenden Köpfen über den Platz schlich. Ekelhaft! Wenn der Anstand über das Erfolgsdenken verloren geht, ist das einfach traurig. Ohne Erfolge ist alles nichts, aber Erfolg ist nicht alles und Erfolge messen sich - auch im Fußball - nicht nur an Meisterschaften!

    Deine organisatorischen Vorbehalte kann ich gut nachvollziehen.

    Und nein, ich bin keiner der Trainer der am Leistungsgedanke festhält. Auch mein Training und Coaching ist absolut kindgerecht. Das weiß ich. Nicht das einer jetzt was falsches denkt.

    Hey, das wissen wir doch. :)

    Was ich noch nicht so toll finde, ist das ohne Torwart gespielt werden soll auf Hütchen oder sonst was. Wir spielen immer noch Fußball, ich merke es bei meiner F-Jugend, das zB Übungen wo ich aufs leere Tor schießen lasse unattraktiver sind als Übungen wo ein TW drin ist.
    Warum denn ohne Torwart bei solchen Erlebnistagen?
    Hat man ein Kleinspielfeld mit Bande, dann ist das wieder was anderes....

    Beim Schußtraining hat der Torwart ja auch was zu tun. Beim Bambini-Spiel steht er aber ziemlich oft nur rum. Zähl mal die Ballkontakte von einem Torwart in so einem Spiel. Ist meistens nicht viel. Das ist in der F schon etwas ganz anderes, weil da die Feldspieler einfach häufiger in Richtung Tor kommen. Ich würde daher bei den Bambini bevorzugen mit fliegenden Torwart zu spielen und den Torspieler von Spiel zu Spiel zu wechseln.

    Genau, und wenn manne44 seine Flasche Rotwein aus dem Kühlschrank holt, bin ich auch vom Training zurück, wo ich meine Jungs in rosa Kleidchen gesteckt und 90 min. habe mit Luftballons spielen lassen.

    DSV: Ich sagte ja, dass wir verschiedenes ausprobieren wollen. Ich habe z.B. keine vier Torwart-Trikots, brauche also Zeit zum Wechseln der Klamotten. Zudem werden wir die Mannschaft in jedem Viertel ordentlich durchwürfeln. Bei den aktuellen Temperaturen kann es außerdem nicht schaden, wenn die Kinder sich zwischendurch kurz aufwärmen können. Mit dem taktischen Hintergrund einer Auszeit hat das nichts zu tun. Die nimmt man ja in der Regel nicht exakt nach der Hälfte der Spielzeit, sondern dann, wenn man eingreifen will.

    Die meisten der Trainer waren nicht begeistert, ich als Jugendleiterin auch nicht wirklich.

    Wieso warst Du nicht begeistert? Weil der Aufwand zu Euch größer wird oder weil Dir der fußballerische Ansatz nicht gefällt?


    Ich finde die Idee ausgesprochen gut. Nichts geht über Spielpraxis und in den Spielen geht wiederum nichts über Ballkontakte. Diesem Zwecke dient der angekündigte Modus.

    Tja manne44, da hast Du wohl insgesamt nicht sehr viel bis gar nichts verstanden. Vielleicht liest Du besser erstmal ein paar andere Postings, bevor Du so etwas verzapfst. Der "gute Mann", wie Du ihn nennst, ist ganz offensichtlich ein Vollpfosten und hat keine Ahnung von Kinderfußball.


    "Die Fahrer und Eltern" wollen gewinnen, sagst Du? Soso, dann würde ich doch vorschlagen, dass sie selber spielen.


    Meine Jungs wollen auch gewinnen und das sollen sie auch. Hart anfassen muss man sie deshalb nicht. Eine E-Jugend ist nicht die Fremdenlegion. Die Kinder spielen Fußball, weil sie Spaß daran haben. Erfolgsgeile Trainer und Eltern versauen diesen Spaß und blockieren darüber hinaus auch die fußballerische Entwicklung. Glaub mir, dass jede halbwegs ordentlich nach den Regeln des Kinderfußball ausgebildete Truppe auf kurz oder lang die Hardliner-Teams auseinander nimmt. Den Beweis dafür habe ich Woche für Woche.

    Im Bambini-Bereich würde ich auf eine Aufstellung auch komplett verzichten. Bei uns war es so, dass sich so ziemlich alle auf den Ball gestürzt haben. Die typische Bambini-Traube halt. Einer hat dann geschnallt, dass es nichts bringt und ist immer etwas auf Abstand geblieben. Sobald der Ball aus dem Knäuel raus kam, hatte er ihn. Das kam ganz von selbst. Beim einen früher, beim anderen später. Geduld ist die höchste Tugend des Jugendtrainers.


    In der F haben wir angefangen mit vorne und hinten. Das hat auch ganz gut geklappt, rückblickend muss ich allerdings auch sagen, dass vor allem die Kinder, die hinten spielten, (zu) viel gestanden haben. Und sie haben immer schön beieinander gestanden und gequatscht. ;) Ich weiß daher heute nicht, ob ich das wieder so machen würde. Der Ansatz "alle schießen vorne Tore und alle verhindern hinten welche" führt zwar zu vielen Gegentoren, weil man oft hinten keine Absicherung hat, führt aber auch dazu, dass alle in Bewegung sind. Außerdem fördert es die selbständige Orientierung und Verteilung auf dem Platz und damit das Spielverständnis. Die Kinder sind ja nicht doof, die merken in dem Alter schnell, dass es nix bringt, wenn alle auf einem Knubbel spielen. Ihnen die Verantwortung für die Verteilung auf dem Spielfeld selbst zu überlassen, fördert außerdem die Absprache zwischen ihnen auf dem Feld.


    Wir spielen jetzt im zweiten Jahr F mit vorne/hinten und rechts/mitte/links. Die Kinder wissen, was vorne links und hinten rechts bedeutet und halten sich auch an die Positionen. Da die Kinder regelmäßig auf allen Positionen spielen, klappt das sehr gut und auch das Nachrücken der Verteidiger geht inzwischen fast immer automatisch. Dennoch geht bei dieser Positionierung einiges an Potenzial verloren. Wer hinten rechts spielen soll, der spielt auch hinten rechts. Da gibt es dann wenig Überraschungsmomente, zumindest bei den meisten Spielern. Wir haben zwei dabei, die sich auch als Verteidiger massiv mit in den Angriff einschalten und das Laufvermögen haben, (meistens) rechtzeitig wieder hinter zu sein. Diese Kinder halten wir bewusst nicht auf ihren "nominellen" Positionen. Das macht das Spiel abwechslungsreich und überraschend. Allerdings bleiben auch diese Kinder in der Regel auf der ihnen zugewiesenen Seite. Andere Kinder aber "kleben" förmlich auf ihren Positionen und warten bis der Ball dorthin kommt. Das ständige "Verschieben" aller Spieler zum Ball hin, also das ballorientierte Spiel wird so nicht unbedingt gefördert.


    Wir werden daher auf jeden Fall in Zukunft ausprobieren, dass sich die Kinder "selbst aufstellen". Die Ansage wird dabei sein "alle schießen vorne Tore und alle verhindern hinten welche". Was dabei heraus kommt, wird sicher interessant. Ich meine damit nicht das Ergebnis, sondern die Art und Weise, wie sich jedes einzelne Kind mit dieser Anweisung auf dem Platz verhält. Im Prinzip werden die Kinder dadurch gezwungen mehr zu beobachten und darauf zu reagieren, was die Gegenspieler und auch die Mitspieler machen. Und es kann sich keiner aus der Verantwortung stehlen, denn alle Kinder haben die gleichen Aufgaben.

    Ich bin auch kein Freund von Auszeiten, weil ich glaube, dass man den Kleinen viel erklären kann, aber nur ganz wenig aufgenommen wird. Die Ansprachen vor dem Spiel und in der Halbzeit müssen ohnehin möglichst kurz gehalten sein. Noch mehr Worte bringen da einfach nichts. Dazu kommt, dass Auszeiten ein Mittel sind, um taktische Korrekturen vorzunehmen und den Spielfluß des Gegners zu unterbrechen. Beides gehört meines Erachtens nicht in den Kinderfußball. Es geht doch darum, dass die Kinder einfach spielen sollen. Als Trainer kann ich mir ein paar Sachen notieren, die ich dann im Training üben kann. Auszeiten sollen den Spielverlauf schnell und entscheidend verändern. Welchen Sinn sollte das bei den Kleinen schon haben? Hier sind wir schnell wieder beim Ergebnisdenken. Und die Kinder sind eh nur genervt, wenn man ihr Spiel unterbricht, um sie vollzulabern.


    Sinn macht das auch meiner Sicht nur, wenn man das Spiel länger unterbricht, um die Mannschaft komplett neu aufzustellen, z.B. das Torwart-Trikot zu wechseln usw. Wir haben am Samstag ein Freundschaftsspiel und haben uns vorab auf eine Spielzeit von 4x12 min. geeinigt. So können wir einiges ausprobieren. Ich bin gespannt, wie das wird.

    Bei uns ist es ähnlich. Wir haben eine U13, U15, U17, aber im unteren Alterssegment nur ganz wenige Mädchen. Zwei Auswahlspielerinnen sind in der D1 "geparkt", wo sie sehr gut mithalten können, ein Mädchen spielt E2 und ist dort ebenfalls gut aufgehoben. Dann gibt es noch eins in der F3 und ein oder zwei bei den Bambini. Wie hier bereits geschrieben wurde, besteht das Problem wohl vor allem darin, dass die meisten Mädchen von den stärkeren Jungs der gleichen Altersklasse verdrängt werden und irgendwann aufhören. Allerdings ist es nach wie vor so, dass Eltern für ihre Mädchen auch oft lieber andere Sportarten sehen. Die fangen dann mit 4 Jahren bei uns im Verein eher beim Turnen an und bleiben dann erstmal 2 bis 3 Jahre dort und verpassen so die wichtigen ersten Jahre. Wenn sie dann doch irgendwann zum Sportplatz kommen, weil ihnen das Turnen zu langweilig ist, werden sie von den Jungs, die schon 2 Jahre dabei sind, natürlich an die Wand gespielt und verlieren schnell das Interesse. Man muss also zusehen, dass man die Mädchen früher zum Fußball holt.


    Reine Mädchenmannschaften wären vielleicht eine Option, aber dazu müssen auch die sonstigen Rahmenbedingungen stimmen. Im Bambini-Alter ist das alles noch unkritisch, denn da werden bei uns Treffs veranstaltet, wo man auch Mädchenmannschaften ins Rennen schicken kann. Ist halt alles noch sehr spielerisch. In der F wird es dann schon schwieriger, da es dort Staffelbetrieb gibt. Bei uns im Kreis ist mir kein Verein bekannt, der eine komplette Mädchenmannschaft in der F-Jugend stellt. Im Nachbarkreis gibt es ein paar wenige. In jedem Fall ist es zu wenig, um reine Mädchenstaffeln zu bilden. Wie aber sollen die Mädels mithalten können, wenn sie erst in der F anfangen? Das würde einem Jungenteam schließlich auch nicht anders gehen. Aus meiner Sicht ist es nicht unbedingt erforderlich reine Mädchenmannschaften zu bilden. Wesentlich ist, dass man die Mädels früh genug für Fußball begeistert. Die Kooperation mit den Kitas sind da eine gute Möglichkeit. Man muss aber auch an die Eltern ran, um ihnen genau den oben beschriebenen Mechanismus zu beschreiben. und sie dazu zu bewegen, die Mädchen früher zum Fußball zu schicken. Immer vorausgesetzt, die Mädels wollen das auch. Entsprechende Schnupperstunden, wo nur Anfänger teilnehmen, sind da ganz wichtig. Auch sollte man, wie übrigens auch bei den Jungs, die Trainingsgruppen immer nach Leistungsstand einteilen. Das Geschlecht spielt bei der Einteilung für mich eine untergeordnete Rolle. Es nutzt ja auch nichts alle Mädels in ein Team zusammen zu packen, wenn man dann auch dort riesige Leistungsunterschiede hat. Die Mechanismen von Motivation und Demotivation sind bei Jungs und Mädchen sehr ähnlich. Lasst die Kinder mit anderen, gleich starken Kindern zusammen spielen und es wird funktionieren. Ein Punkt ist allerdings noch wichtig und das ist das Thema Disziplin. Hier schlagen eher die Jungs über die Stränge und schrecken damit das ein oder andere zarte Mädchen ab. Man muss also auf die Rabauken besonders aufpassen. Aber das muss man sowieso.


    Für mich spricht vieles dafür, die Mannschaften gerade in dem Alter zu mischen. Später, ab der D-Jugend entwickeln sich Jungs und Mädchen körperlich sehr stark auseinander. Da können die Mädels dann i.d.R. in Punkto Kraft und Schnelligkeit nicht mehr mithalten und eine Trennung macht Sinn. In G, F und E ist das noch nicht so. Da sind sogar oft die Mädels körperlich überlegen. Gemischte Mannschaften fördern den natürlichen Umgang mit dem anderen Geschlecht. Meine F tut sich immer unheimlich schwer, wenn sie gegen Mädchen-Mannschaften antreten muss. Es scheint so, als wollten die Jungs den Mädels nicht weh tun. Dabei langen die Mädels selbst auch schon mal ordentlich zu. Wie gesagt, für mich ist eine Einteilung der Trainingsgruppen und Mannschaften nach Spielstärke sinnvoller als eine nach Geschlecht. Wenn Mädchen in Mannschaften spielen, wo sie mithalten können, gibt es auch keine dummen Sprüche von den Jungs.


    Wie ich zu Anfang schrieb, haben wir leider nur sehr wenige Mädchen in den unteren Altersklassen dabei, denn das Thema ist vom Verein nie wirklich strukturiert angepackt worden. Das werden wir allerdings jetzt tun.

    Ich bin 23 mein Freund der mit mir Trainer macht 21 ... wie alt sind die Väter , Onkels usw ... Ich kann nix zu älteren sagen, ist schon Respektsache, keiner darf was zu ein Vater von Spieler oder zu nem Vater von Freund was sagen ... Das is irgendwie respektsache oder Bildung, gutes Benehmen keine Ahnung wie man des nennt ... Weiss nicht ob ihr das checkt ... Eltern sind halt immer unantastbar... kann net zu Eltern von mein Freund irgendwas sagen .. Sowas geht halt gar nicht .. Klar wenn ein 15-22 jähriger scheisse labert, nebern Platz, dann geh ich hin und sag das ers Maul halten soll... da er sonst nen Problem hat...
    Aber mit älteren geht das halt net ..

    Hühnerkacke! Ich bin zwar ein paar Jahre älter als Du, aber das Alter der Zuschauer ist mir scheißegal. Wer da pöbelt, provoziert oder rumschreit, der fliegt raus. Kann ja wohl nicht sein, dass sich jemand alles erlauben darf, nur weil er älter ist als der Trainer. Die Zuschauer machen Euer Spiel kaputt und Du sollst Respekt vor Ihnen haben, nur weil sie älter sind? Lächerlich.

    Bei genauerem Nachdenken, ist es eigentlich doch klar, dass es funktionieren sollte. Auf dem Bolzplatz gib es ja auch keinen Schiri. Ich habe den Link schon an meine Kollegen und unseren Kreisjugendobmann weiter geleitet. Bin mal gespannt, was da kommt.

    Hallo Ralf, auf den ersten Blick sieht das nach einer ganz tollen Sache aus. Ich könnte mir denken, dass Eure Innitiative Schule macht. Ich werde mir das mal alles in Ruhe zu Gemüte führen, kann mir aber nach dem ersten Einlesen schon vorstellen, dass ich das mal als Anregung an unseren Kreisjugendausschuss weiter gebe.


    Lediglich mit der Schiedsrichterregel habe ich etwas Schwierigkeiten. Klappt das wirklich? Habt Ihr damit schon Erfahrung?