Beiträge von trainer2005

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    Naja...wie man's nimmt! Die von mir fett gekennzeichneten Korrekturen sind m.E. nicht völlig daneben, je nach Situation, bzw. können den "Lerneffekt" schon fördern. Mein "Paradespruch" ist eigentlich immer "Gegenspieler!", wenn ich den Eindruck gewinne, dass nicht ausreichend und eng genug gedeckt wird und dadurch der Gegner stärker wird. Dann wissen meine Jungs immer sofort, was gemeint ist und setzen dies dann auch um...zumindest für die nächsten 5 Minuten. Kurz und prägnant...im Sinne des Lerneffekts - sehe ich kein Problem!


    "Zum Ball!" habe ich auch öfter drauf...im Sinne von "geh dem Ball entgegen". Das aber auch nur, wenn dadurch Ballverluste entstehen und auch erst, wenn der Fehler getätigt wurde. Das heißt, ich "steuere" (Joystick) hier nicht im Vorfeld der Aktion, sondern erinnere damit ("Zum Ball!") daran, was gerade falsch gemacht wurde. Meine Jungs wissen dann ebenfalls, was ich meine und machen es dann besser. Auch hier: Im Sinne des Lerneffekts nichts Verwerfliches erkennbar.


    "Schneller (spielen)!" ist auch so ein Ding von mir...naja, wenn's halt schnell gehen muss... :rolleyes:


    Bei allen anderen Dingen gebe ich dir uneingeschränkt recht - hat absolut nichts mit sinnvoller Korrektur zu tun! ...wenngleich ich mich auch nicht von all dem freisprechen kann ("Schläfst du noch." und derartiges).



    Lob


    ...der Spieler drischt den Ball mit voller Kraft nach vorn....Trainerkommentar/Lob.....suuuppppeeeerrr, klasse
    nach einem Tor überschäumende Freude und das Lob....klasse....


    Tut mir leid, Andre, aber für Ball wegdreschen werde ich nur im absoluten Ausnahmefall (Rettung "auf der Linie") loben - alles andere wäre aus meiner Sicht kontraproduktiv...im Sinne der Ausbildung. Ich bin ein absoluter Gegner von deratigen Spielweisen - da kommt von mir eher ein situationsbedingtes "(Ab-)Spielen!"...wenn Zeit und Platz dafür vorhanden waren. Oder, wenn die anderen sich nicht freigelaufen haben, um eine Anspielstation zu ermöglichen geht die Korrektur eben an alle anderen: "Zu wenig Bewegung!" - fertig....und alle wissen, dass das Spiel ohne Ball in diesem Augenblick schlecht war.


    Wenn ich das, was ich gerade so geschrieben habe, resümiere, entsteht der Eindruck, dass ich immer noch meinen Joystick dabei habe...gebe ich zu! :S Aber ich kann garantieren, dass diese Korrekturen absolut kurz und prägnant sind und auch nur bei stetigen "Vergehen" erfolgen....eigentlich (fast) so, wie es der DFB beschreibt - am "fast" arbeite ich noch.


    Sorry, aber wenn wie im gestrigen Testspiel mein linker AV immer wieder auf seiner Seite Probleme bekommt weil der linke Mittelfeldspieler meint nicht zurück in die eigene Hälfte kommen zu müssen und ihm Defensivarbeit anscheinend lästig ist (Neuzugang, war bisher nicht spielberechtigt), dann teile ich ihm das schonmal über den ganzen Platz mit (B-Jugend), weite das in der Halbzeit nochmal aus und weise beide AMs daraufhin.


    Wie Andre schon sagt: gezielte prägnante Anweisungen bei der B, ...nicht in das Spiel reinbrüllen, ..so stehts als Leitlinie für die B geschrieben. Grundsätzlich sehe ich da kein Problem, wie du es beschreibst, nur: Pass auf, dass du deinen "Neuling" nicht permanent auf seine Fehler verweist - das verdirbt ihm den Spass, mit Sicherheit! Bedenke dabei auch, dass er einen gewaltigen Nachholbedarf hat. Also: Ein- oder zweimal drauf hinweisen (Achtung: motivierend!) und dann besser, wie du schon sagst, beim Training oder in der Pause ansprechen und entsprechend üben.

    Remko, da können wir uns ja (fast) die Hand reichen!


    Wenn ich mal zusammenfassen darf:


    - bei euch läuft nichts/ kaum etwas,
    - du möchtest was ändern
    - du gründest einen Förderverein, der gut läuft und zeigt, wie man es machen sollte
    - du hast Zeit und Geld, dies zu tun
    - du hast einen "genialen" Verbündeten
    - es sind Vorstandswahlen


    (...)


    Hast du irgendeinen negativen Punkt, der dagegen spricht...außer, dass du Zweifel hast, der dagegen spricht, dieses Amt zu bekleiden? Ich sehe keinen: Also mach' es!


    PS: "Jetzt habe ich den Salat" passt irgendwie nicht - besser: "Jetzt oder nie!" :thumbup:

    Übrigens steht da beim Dfb. hinsichtich prägnanter Anweisungen ....vor dem Spiel....kurze prägnante wenige Anweisungen geben.....im Spiel....lautete es anders, ...aber ich will jetzt nicht spitzfindig werden, Trainer2005 meinte das schon richtig.


    Stimmt....hatte ich überlesen, aber dort steht auch folgendes geschrieben: im Spiel nur sporadisch eingreifen – dabei immer anfeuern, ermutigen und loben!Insofern schwimmen wir, wie du schon sagst, wieder auf der gleichen Welle...


    Nur der Schreihals, der echte Schreihals und Joystickgeneral, ...der müßte sich warm anziehen, wenn er auf den guten Schiedsrichter trifft und da wäre es mir wirklich sowas von egal wie der danach drauf ist, ...wichtig ist...das er die Klappe in dieser Form hält. Solche Leute wird es solange beim Fußball geben, wie es Nährboden für sie gibt. Solange ich dieser Kategorie Mensch nur mit Worten und Einsicht komme, kommen die vor Lachen nicht in den Schlaf und das macht mich manchmal wütend.


    Es sind doch oft die, denen Selbstkritik und die Worte Fehler im Wortschatz nicht vorkommen. Es sind die, die nur die Fehler bei anderen suchen.


    Na wenn das kein Entgegenkommen von Andre ist...ich interpretiere das einfach mal so! Andtrai, DSV, Manne oder neuerdings auch Fussi: Der Andre reicht euch allen die Hand, weil er seine schärfste Kritik an die "echten Schreihälse und Joystickgeneräle" richtet. Nach euren bisherigen Aussagen seid ihr das wohl eher nicht. Wenn ich euch richtig verstanden habe, seid ihr diejenigen, die, wie bereits von mir beschrieben bzw. vom DFB gestützt, "kurze, prägnante, kindgerechte und motivierende Korrekturen" geben...oder? Im Umkehrschluss heißt das, dass Andre euch, sofern ihr dies auch umsetzt, nicht (mehr?) in sein "Visier" nimmt und entsprechend einlenkt...



    Wir reden hier doch weiterhin über den unteren Jugendbereich, also E-G.


    Im Prinzip ja, aber ich hatte bereits eingestreut, dass dieses "permanente Reinrufen/ Korrigieren" auf den GESAMTEN JUGENDBEREICH auszudehnen ist. Oder darf ich ab einer D alle bis dahin geltenden Prinzipien über Bord werfen?! Den "Beweis" für meine Argumentation findet ihr wiederum beim DFB. Demnach sind die zuvor genannten Prinzipien auch im A- und B-Jugendbereich gültig! Alles andere wäre m.E. völliger Blödsinn.


    Also: Das Thema ist auf den gesamten Jugendbereich auszuweiten!


    wow, beitrag 197 !!! und noch keinen schritt weiter


    Tut mir leid, das zu dir sagen zu müssen: Offensichtlich hast du die Diskussion nicht richtig verfolgt. Ich meine schon, dass wir mehr als einen Schritt weitergekommen sind (s.o.). Zudem ist es nun einmal so, dass Verbesserungen nur durch Überzeugung hervorgerufen werden. Dies dauert mitunter....nur Dumme lassen sich (schnell) überreden! Da ich hier keinen Dummen erkenne, muss eben weiterhin laaaange überzeugt werden...so ist das nunmal. Wer hier wovon überzeugt wird, muss sich zeigen. Ich denke, dass auch Andre mit seiner Aussage (s.o.) ein kleines Stück von eurer Meinung akzeptiert hat. Beiderseitiges Entgegenkommen für eine gemeinsame bessere Lösung ist mitunter der Schlüssel für wegweisende Verbesserungen. Letztlich muss das aber jeder für sich entscheiden.

    Toto, ...mein Thema war aber, die Kinder die sich nicht wehren können zu schützen. Damit waren die Minis, F und E gemeint. Gruß Andre


    Ansonsten, alles o.k. und nichts für ungut. Loben ist ausdrücklich gewünscht, ...nur Reglementieren und Dirigieren mit dem Joystick nicht, ...das hat Trainer2005 auch fein herausgestellt.


    Andre, Toto danke für das Lob, aber mein Statement bezog prizipiell auf den gesamten (unteren) Nachwuchsbereich...eigentlich für den gesamten Nachwuchsbereich, auf den man die Aussagen des DFB sicherlich erweitertern sollte/kann/muss. Ich hatte lediglich versucht, mittels neuester Erfahrungen/ persönlicher Verhaltensweisen (jetzige D) einen aktuellen Praxisbezug herzustellen...vielleicht ist das nicht so rüber gekommen.


    Demnach befürworte ich das von mir benannte Prinzip kurzer, prägnanter, kindgerechter und motivierender Korrekturen während des Spiels in ALLEN Altersklassen. Im Übrigens stellt der DFB dies auch in den Kriterien beim Spiel heraus...in jeder Altersklasse.


    WELCHE KONKRETEN ANWEISUNGEN WILLST DU/MUßT DU WÄHREND DES SPIELS AN DIE MINIS/F/E KINDER GEBEN?????


    (...)


    Also, nenne mir doch mal eine klitze kleine Anweisung, eine Beispiel von den Dingen, die Du deinen Krümmeln zurufst, ich würde sie sooooo gern einmal von dir hören, vielleicht versteh ich das dann ja doch.


    Die Frage war zwar an Andtrai gerichtet, ich mache aber mal den Anfang. Ich muss voranstellen, dass sich meine nun folgenden Ausführungen auf meine aktuellen persönlichen Erfahrungen mit meiner jetzigen D-Jugend (ist ja nicht sooooweit weg von der E)beziehen und mit Sicherheit nicht das "Nonplusultra" sind...vielmehr ist wohl vieles von dem eher nicht für den (unteren) KiFu-Bereich geeignet. Um gewisse Dinge zu untermauern bzw. zu entkräften - je nach dem - zitiere ich immer mal wieder aus dem Lehrbuch des DFB "Kinderfussball. Fussball von morgen, Band 1." (das müssten die meisten hier kennen).


    Also, ich "erwische" mich oft dabei, etwas hinein zu rufen, wenn es richtig gut läuft (vor allem Lob) bzw. wenn es schlecht läuft (zumeist Verbesserungen/Tipps).


    Ich denke, dass Lob an der richtigen Stelle immer richtig ist - egal, in welcher Altersklasse...ich glaube, da sind wir uns hier alle einig. "Bei guten Aktionen darf an Lob nicht gespart werden!" (S.325). Mehr gibt es dazu m.E. nicht zu sagen.


    Komme ich zum eigentlichen Streitpunkt, den "Verbesserungen/Tipps" während des Spiels. Ich muss sagen, dass ich mich diesbezüglich schon sehr gebessert habe und seit geraumer Zeit versuche, meine Jungs ohne jegliches Zutun meinerseits einfach spielen zu lassen. Das habe ich in der E und F anders gehalten und eigentlich immer meinen Joystick dabei gehabt. Das war falsch, keine Frage!


    Eigentlich korrigiere ich immer dann, wenn meinen Jungs m.E. grobe oder wiederkehrende Fehler unterlaufen. Dann versuche ich dies in kurzen und prägnanten Sätzen zu korrigieren bzw. auf den "Missstand" hinzuweisen. Die ausführliche Auswertung versuche ich mir für die Halbzeitpause oder das Spielende aufzuheben (klappt aber nicht immer, vereinzelt werden es dann doch vier oder fünf Sätze). "Sind Korrekturen nötig, so motivieren positiv formulierte Tipps ... am besten. Hat mal etwas nicht geklappt, dann sollten die Kinder für die folgenden Spielsituationen ermutigt werden." (S. 324 f.)


    Ich ertappe mich hin und wieder auch dabei, dass diese "Tipps" mitunter einen harschen/fordernden Ton annehmen...auch darüber müssen wir nicht diskutieren, da muss ich mich weiter bessern! "Ebenfalls unangebracht sind negative Kritik und Tadel wegen sportlicher Fehler. (S. 324)



    Um diesem Thread und weiteren Diskussionen mal was "an die Hand zu geben" zitiere ich einfach mal weiter aus dem Buch, S. 324:


    "Aber auch Ihr Verhalten an der Seitenlinie muss dem Ziel entsprechen, den Kindern einerseits Freude und andererseits Lernfortschritte zu ermöglichen. Wenn Sie den jungen Spielerinnen und Spielern erklären, wie sie sich während des Spiels verhalten sollen, muss Ihr Kommunikationsverhalten dem Alter und den Kenntnissen der Kinder angepasst sein.


    Kindgerechte Kommunikation: Nicht zu viel erklären, freundliche Tipps auf gleicher Augenhöhe mit den Kindern.


    Während des Spiels: Die Spieler aufmuntern und anfeuern! Negative Zurufe unbedingt vermeiden!"


    Der DFB plädiert an dieser Stelle dafür, dass Trainer mit ihrem "(Kommunikations-)Verhalten an der Seitenlinie", also WÄHREND des Spiels Einfluss auf die "Freude der Kinder" und deren "Lernfortschritte" nehmen sollen. Das würde dem, was Andre sagt, nämlich gar nichts zu sagen, nicht ganz entsprechen. Mit Sicherheit ist mit Andre's Ansatz die Freude der Kinder gewahrt, das wohl wichtigste an der Sache...aber der Ansatz "Lernfortschritte ermöglichen" wird somit nicht vollends erfüllt. Sicherlich kann man auch in der Halbzeitpause ("Wenig reden, dafür knappe, präzise Aussagen!", S. 325), nach Spielende oder vornehmlich beim Training Einfluss nehmen und sollte dies auch vorrangig tun. Aus meiner Sicht - und das sagt ja auch der DFB an dieser Stelle - ist es jedoch notwendig...zumindest nicht falsch, gewisse Korrekturen beim Spiel vorzunehmen...kurz, prägnant, kindgerecht, motivierend.


    Letztlich ist es aber vielleicht auch gerade das, was hier im Raum steht: Und zwar, WIE man WAS korrigiert bzw, wie OFT man dies tut. Gerade hier sollte das Maß eben gewahrt werden...wenig ist meist (in diesem Fall immer) mehr!


    Für mich selber ziehe ich daraus, dass ich grundsätzlich auf einem guten Weg, aber noch nicht gut genug bin, was das korrigieren während des Spiels betrifft. Vor allem in punkto "Motivation/Tadel" sehe ich bei mir absoluten Verbesserungsbedarf, da wirkt meine "verlorene Zeit" der E und F noch nach. Ich denke auch, dass ich es nie schaffen werde, mich, wie von Andre gefordert, völlig zurück zu nehmen...allerdings betreue ich nunmehr eine D...Tendenz älter. :P Da schlägt einfach mein "Gewinndenken" zu sehr durch, wenngleich ich dies schon ganz gut im Griff habe.


    Vielleicht werde ich deshalb nie für den unteren Jugendbereich (unterhalb/einschließlich D?) geeignet sein...mit Sicherheit nicht zu 100%. Ich weiss aber auch, dass ich nicht der Einzige bin, der diesen Schluss ziehen müsste...

    Ich denke, die meisten hier sind in ihrer Vorstellung über das Umsetzen des KiFu gar nicht so weit auseinander. Der einzige Diskussionspunkt ist im Großen und Ganzen doch eigentlich nur, ob es im Sinne des KiFu ist, wenn man gar nichts sagt (Andre) bzw. auf bestimmte (markante) Fehler der Kinder mit kurzen und prägnanten Kommentaren einwirkt.


    Das Problem hierbei ist, dass du, lieber Andre, auf einer Position verharrst, die, wie andtrai schon sagt, "...der Traum und der Wunschgedanken vieler Lehrer" ist. Ich bin da absolut bei dir und kann deine Beharrlichkeit auch verstehen. Du siehst dich (ich sehe dich) als "Ritter des praktizierten KiFU" - und das ist nicht böse gemeint! Du prädigst die Bibel des KiFu, auch oder vor allem, weil du selber "im Namen des KiFu gesündigt" hast...ich werde jetzt mal bildlich emotional ;) . Ich, als KiFu-Sünder der Vergangenheit, der nunmehr immer und überall Wasser predigt und ab und zu, still und heimlich sich auch mal einen Schluck Wein des Ergebnisfußballs "gönnt", kann das absolut nachvollziehen!


    Insofern unterstütze ich deine "Theorien", dein "Wunschdenken" hinsichtlich des Umgangs mit dem "Nicht-Hineinrufen"...vielleicht beharrst du auf deiner Position, weil du Angst davor hast, allen Mitlesern hier, bei entsprechendem Entgegenkommen deinerseits, den "kleinen Finger zu reichen"... nach dem Motto: "Wenn ich jetzt mitgehe, dass kurze, ruhige, kindergerechte und nur punktuelle verbale Korrekturen eigentlich überhaupt nicht am Ziel (KiFu) vorbeischießen, werden Unverbesserliche dies als Freifahrtsschein sehen und genau so weitermachen." Ich denke - korrigiere mich da -, dass es genau DAS ist, was dich von deiner Meinung (momentan) nicht abbringt...zudem deine "Schuld", es einmal "verbockt" zu haben. Und irgendwie erkenne ich mich da wieder...ich hoffe, dir jetzt nicht zu nahe getreten zu sein!


    Verstehe mich nicht falsch, ich stütze deine Meinung im Großen und Ganzen absolut, nur, ich finde, dass man - dass du - hier und da etwas mehr Vertrauen in die hiesige Trainerschaft legen solltest. Ich denke, dass die meisten Leute, die hier schreiben, den KiFu verinnerlicht haben, diesen weitgehend auch umsetzen. Ich glaube das "sogar" von Manne oder auch DSV! Ich meine, dass das, was du "predigst" (ich bleibe mal bei der Kirche, lasse diese aber dabei im Dorf) 100%ig das ist, was den KiFu (teoretisch) ausmacht, aber auf immer und ewig hinsichtlich der praktischen deutschlandweiten Umsetzung im Reich der Träume verweilen wird. Nicht weil ich das dann gut finde, sondern weil es immer wieder unterschiedliche Meinungen und Auslegungen geben wird...abgesehen von den "ewig Gestrigen".


    Was ich sagen will ist: Versuch' dich mit (leichten) Abweichungen hinsichtlich der Umsetzung des KiFu zu arrangieren...zieh aus diesen Meinungen auch mal was Positives...zermürbe dich nicht, weil "dein Traum" niemals in Erfüllung gehen wird...setze diesen aber bei dir, vor deiner Haustür, in deinem Verein um.


    Ich denke, du, lieber Andre, hast dich schon lange deiner "Schuld" entledigt, indem du vielen hier im Forum, auch und vor allem mir, die Augen geöffnet hast. Insofern hast du keinen Grund, "gefrustet, demotiviert oder down" zu sein!


    Amen 8)

    Andre, auch aus meiner Sicht gibt es lediglich diese drei von dir gennanten Möglichkeiten:


    -man läßt es weiter so laufen
    -man arbeitet dran und akzeptiert, bei allem guten Willen, Fehler machen zu dürfen
    -man legt strengere Maßstäbe an.


    Ich rede jetzt als Nachwuchsleiter meines Vereins und "spinne" den Gedanken der "kontinuierlichen Erziehung von erfolgsorientierten Trainern" weiter!


    "Stufe 1": "So weiter laufen lassen" werde ich es als Nachwuchsleiter bestimmt nicht - also Ausschluss der "Stufe 1" Punkt. Stimmt mein Verein dem entgegen, muss er sich nicht nur einen neuen Nachwuchsleiter, sondern wohl auch einen neuen Trainer suchen. Das kann ich aber beruhigt sagen, weil in allen bisherigen diesbezüglichen Gesprächen ausschließlich Befürwortung erhalten habe.


    "Stufe 2": Ich hatte bereits dargelegt, dass ich diese "weiche Variante" hinsichtlich der Fairplay-Turniere anwenden würde. Genau dieses Prinzip werde ich VORERST (und das stelle ich jetzt mal heraus) auch bei den bislang "andersgepolten" Trainern meines Vereins anwenden...vielleicht über eine Halbserie oder eine ganze Saison. Da muss ich aber klare Verbesserungen sehen! Etwaige Fehler können passieren, dürfen aber nicht zur Regel werden. Hier werde ich den Finger in die Wunde legen und über Vier-Augen-Gespräche versuchen, Besserungen herbeizuführen. Ich sehe ja bei mir selber, dass die 100%ige Verinnerlichung des KiFu-Prinzips auch ein Prozess ist, der durchaus sein Zeit braucht. Diese würde ich "meinen" Trainern geben, aber eben nicht unendlich.


    Wie gesagt: Ich muss die in "mein Boot" holen...ich habe da auch keine Auswahl an möglichen Ersatzleuten, was aber nicht heißt, dass "Unverbesserliche" oder sogar "Gegenpaddeler" nicht mit etwaigen Konsequenzen zu leben haben. Da stimme ich dir, Andre, grundsätzlich zu: Dann besser keinen Trainer als einen schlechten! Aber ich würde doch eine gewisse Geduld aufbringen...aus Erfahrung.


    Ich habe darüber letztens mit unserem derzeitigen Trainer der F - einem m.E. überaus kompetenen, erfahrenen, aber erfolgsorientierten Nachwuchstrainer gesprochen...über die Philisophie des KiFu...über eigene Fehler....über dessen Fehler. Ich erwartete Gegendruck...Rechtfertigung...Gegenargumentationen - zu meiner Überraschung reagierte völlig einsichtig und stimmte mir in allen Punkten zu! Ob er das auch praktisch umsetzen kann, wird man sehen, aber allein die Zustimmung ist schon viel wert und ich weiss, dass er das auch kann. Soviel zum Thema "Kommunikation und Geduld bei der Umorientierung". Ich denke, das ist ein gutes Rezept...mir bleibt ja eigentlich auch nicht so viel übrig angesichts des Trainermangels. Im Übrigen visiere ich, wie ich bereits sagte, ein derartiges Fairplay-Turnier im Sommer bei unserer F an...auch da wird, so hoffe ich, einiges hängen bleiben.


    "Stufe 3" - die "harte" Variante - schließe ich demnach VOREST aus, das betrifft das Turnier genauso, wie die "Verpflanzung" der KiFu-Prinzipien in meinem Verein.


    Und irgendwie ist es doch eine schöne Aufgabe, dies umzusetzen, ohne den großen Hammer. Denn letztlich muss man den Klugen überzeugen, der Dumme wird überredet ("gezwungen"). Wer in meinem Verein in welches Lager gehört, werde ich sehen...und die Dummen müssen irgendwann wirklich "gezwungen" werden, mitzuziehen, oder eben zu gehen. Insofern stimme ich nach Ablauf der genannten "Galgenfrist" folgender Aussage von Andre zu:


    Ist ihm der Fußball nicht so wichtig, wird er gehen, ...ja und aus meiner Sicht, ...wird er bei dieser Einstellung wohl auch kein großer Verlust sein.

    Mein Vorschlag: Möglichst ohne gelbe Karten, sondern mittels vorheriger Aufklärung zum Erfolg. So eine Aktion mit der gelben Karte könnte den guten Eindruck des Turniers zunichte machen. Es sollen doch alle mit einem positivem Gefühl von diesem Turnier in Ihre Vereine zurückkehren. Ein dort "blamierter Trainer" vermittelt dieses nicht. Weiterhin sollten wir bedenken, dass die überwiegende Mehrheit der Trainer (auch der noch "Andersdenkenden") ihre Freizeit unentgeltlich der Ausbildung der Kinder widmet. Diese wegen der vielleicht falschen Methodik total zu vergraulen, wäre vielleicht das Endergebnis. Und die meisten von uns waren doch vor kurzem noch ähnlicher Meinung und sind jetzt am Umdenken"! Und wir sind auch nicht allwissend. Dann werden wir vielleicht auch von unseren "Nachfolgern" nach jahrelanger Arbeit für den Kinderfussball nach bestem "Gewissen" blamiert.


    Ich sehe das prinzipiell genauso! Man muss hierbei bedenken, dass mit einem derartigen Turnier alle vorherigen "Werte" erfolgsorientierter Trainer über den Haufen geworfen werden. Nicht, dass ich das notwendige "Augen öffnen" nicht begrüßen würde, ganz im Gegenteil! Aber ich meine auch, dass man dabei die von Andre vorgeschlagene Methode des "Bloßstellens" (ich bezeichne das jetzt mal so) hierbei etwas über das Ziel hinausschießt.


    Man bedenke: Ein derartiges Turnier ist für Trainer der "alten Garde" ein Quantensprung...die werden vom Mittelalter ins Jahr 2075 geschossen...zwar mit vorheriger "Warnung" (sorry Andre, so würde dein vorheriges Anschreiben bei mir ankommen...müsste man m.E. entsprechend entschärfen), aber immerhin befinden die sich dann in einer "neuen Welt". Ich setze hierbei einfach mal voraus, dass sich auch Teams mit derartigen Trainern anmelden werden...vielleicht auch, weil sie die lange Vorankündigung lediglich überfliegen und gleichzeitig abhaken.


    Was m.E. doch schon ein Erfolg, ein erster Schritt, wäre ist die Tatsache, dass man durch ein derartiges Turnier sensibilisiert...Eltern und Verantwortliche. Viele werden, davon bin ich überzeugt, Dinge erkennen, die sie vorher gar nicht wahrgenommen haben...ein wenig Menschenverstand vorausgesetzt. Es wird aber auch einige geben, die von einer derartigen Umsetzung nichts halten und das Turnier demnächst meiden...aber der Schneeball ist doch immerhin geworfen worden.


    Insofern stütze ich die Meinung von Karl: Positives Gefühl vermitteln - ohne Abstrafungen! - sondern durch "Aufklärung am praktischen Beispiel" und ein gewisses "Fingerspitzengefühl" denjenigen gegenüber, die quasi "ins kalte Wasser geworfen wurden". Man sollte bedenken, dass "Umdenken" nur durch Kommunikation und Partizipation gelingt - wir müssen diese Leute "in unser Boot holen"...durch Überzeugung. Dies funktioniert m.E. eben nur, wenn man denen auch gewisse "Anfängerfehler" zugesteht.

    Andre, danke dir! Kleiner Tipp/Wusch meinerseits, da du ja öfter aus dem Buch zitierst: Schreib doch einfach generell die Seite der Übung vorweg...macht das Ganze für mich und all die, die das Buch haben, einfacher. Dann muss ich mir auch keine Gedanken zu deiner technischen Umsetzung machen. ;)

    DSV, ich sitze im gleichen sachsen-anhaltinischen Boot, wie du, nur ein paar Kilometer weiter nördlich. Insofern erlebe ich deine Probleme hautnah mit.


    Klar haben wir hier vor allem das Problem des demographischen Wandels, keine Frage! Natürlich denken die meisten bei uns in "alten Denkweisen"...woanders aber auch. Das allein reicht mir aber nicht, um deine Argumentation der "Realität auf dem platten Land" gelten zu lassen.


    Wenn ich mir folgendes erlauben darf: Ich persönlich schätze dich, gemessen an deinen Statements, als fähigen Trainer und auch intelligenten Menschen ein, der gute Ansätze erkennt, diese aber aufgrund gewisser externer Widerstände (des platten Landes) nicht gewillt ist, umzusetzen. Die Realität kriegt dich halt ein und du versuchst dich damit zu arrangieren...so ein Zwischending aus allem zu machen...solange sich keiner dran stößt... Du hast dich offensichtlich mit der Situation abgefunden, denkst und handelst "realitätnah" - kann ich alles sehr gut nachvollziehen!


    Letztlich ist es eben die von mir zuvor gepriesene "innere Überzeugung", die zu Verbesserungen führen wird. Du ziehst dir "von jedem ein bisschen", ein "Sammelsorium der Möglichkeiten des KiFu". Das ist m.E. schonmal ein Ansatz! Nur solltest du das, von dem du überzeugt bist (ich bin mir sicher, dass du weisst, wie man KiFu umsetzen sollte), auch nach außen hin vertreten und umsetzen. Ich habe bei dir leider den Eindruck, dass du eben DAS nicht tust, sondern dich dem "platten Land" anpasst ...vielleicht versteckst du dein eigenes Gewinndenken auch hinter deiner "Realitäts-Argumentation" (was ich aufgrund eigener "Tendenzen" durchaus verstehen könnte). Und das finde ich eigentlich schade...

    Andre, ich "befürchte", dass du mit deiner These Recht behalten wirst. Ich glaube auch nicht, dass man die Prinzipien des KiFu "von oben" verordnen wird/will und damit sofortigen "KiFu-Erfolg" haben wird. In einzelnen Bereichen wird das sicherlich gelingen bzw. wurde dies bereits in vielen Kreisen schon umgesetzt (Abschaffung Tabellen, Fairplay-Liga).


    Die Frage bleibt aber, ob dort, wo diese KiFu-fördenden Verordnungen umgesetzt sind, der KiFu deshalb in der Breite auch besser umgesetzt wird. Ich mutmaße mal ja...ich argumentierte an anderer Stelle in diesem Forum bereits mit dem Slogan "Nehmt den ergebnisorientierten Trainern ihre Waffe (Tabelle) weg"...oder so ähnlich. Aufgrund eigener Einstellungen und Erfahrungen weiss ich, dass dies zu Besserungen/Umdenken führt bzw. führen kann.


    Doch ist das wirklich so? Ich weiss es nicht...behaupte es aber.


    Letztlich führt die Ergründung dieser Frage zu eben deiner These: Jeder dieser "ewig Gestrigen" (ich benutze mal deine Bezeichnung) muss damit bei sich selber beginnen, entsprechend umzudenken bzw. sollten diese Stück für Stück dazu bewegt werden. Jeder vor seiner Haustür, wie du schon sagst! Umdenken beginnt an der Basis, Verordnungen von oben sind "lediglich" ein Instrument dafür.


    Wenn das KiFu-fördernde Denken immer wieder propagiert und auch umgesetzt wird (wenn auch "nur" in Teilen des Vereins), wird dies früher oder später auch in der großen Breite akzeptiert und gelebt werden - da bin ich mir ganz sicher! TRPietro sagte ja bereits, dass dieses Denken in der Schweiz völlig normal sei....und die ergebnisorientierten Trainer eher Außenseiter sind bzw. deren Handeln in der breiteren Öffentlichkeit verpönt ist (so habe ich es verstanden). Und genau das wird bei uns kommen...es braucht halt Zeit...wie in der Schweiz.


    Ich beginne schon mal mit der "Injektion" - als Jugendleiter meines Vereins (hatte ich das schon gesagt?) - ganz unten, an der Basis, mit viel Geduld und in Erwartung von möglichen Rückschlägen. Auch deshalb sehe ich ganz weit da hinten ein Licht am Ende des Tunnels!

    Andre, da ich ein sehr effizient deckender Mensch bin, wollte ich dich fragen, ob du mir einfach mal die Seite des Buches (das ich glücklicherweise als mein Eigentum bezeichnen kann) dieser Übung nennen kannst...das macht es für mich zumindest einfacher. 8)


    Ich danke dir im Voraus!

    Kometer, wenn ich ehrlich bin, habe ich so meine Zweifel hinsichtlich des "Allstarteams" - nicht vom verfolgten Ansatz, sondern eher hinsichtlich der Organisation.


    Ich habe das so verstanden, dass ein unveränderbares (?) Team aus 10 oder 11 Spielern aller anwesenden Mannschaften gebildet wird. Dies tritt im Laufe des Turniers wie ein selbständiges Team auf und spielt im mormalen Turniermodus mit. Was ist aber, wenn Kinder des "Allstarteams" gegen das eigene Team antreten? Diese werden dann wohl lieber bei ihrem Tam spielen wollen, denke ich. Zudem käme hinzu, dass die Kinder des "Allstarteams" überdimensional viel spielen würden und aufgrund des Turniermodus' kaum Pausen hätten.


    Demzufolge müsste das "Allstarteam" aus weit mehr als 10 Spielern bestehen, was natürlich auch seine Vorteile hätte (es könnten dann viele Kinder dort spielen).


    Das Ganze weiter gedacht, würde ich sogar empfehlen, dass - entsprechende Beteiligung vorausgesetzt - kein Kind alle Spiele bestreiten darf, um einerseits den o.g. Problemen entgegen zu wirken und andererseits vielen Kindern die Möglichkeit des Mitspielens beim "Allstarteam" zu geben. Aber wie gesagt: Das bedingt die Beteiligung von mindestens 15-20 Kindern (vielleicht könnte man ja 5 Kinder pro Team benennen, die dann entprechend variieren).


    Und zu guter letzt bräuchtet ihr noch ausreichend Medaillen für das "Allstarteam"...was aber das kleinere "Übel" sein dürfte. Zudem bedarf es einer sehr guten Organisation, um bei der von mir vorgeschlagenen "Teamrotation" die Übersicht zu behalten.


    Ich denke, das solltest du im Vorfeld beachten, um letztlich nicht im Chaos zu enden (okay, ihr habt da schon eure Erfahrungen...). Vielleicht sehe ich das Ganze jetzt auch zu kompliziert, aber die Unbekannte "Ausreichende Beteiligung" könnte problematisch werden... Aber wenn ihr die "Fanregel" und die "Schiedsrichterregel" hinbekommt, wären das m.E. schon Riesenschritte! Ich wünsche maximale "Erfolge" dabei.

    Ich finde die Idee von Kometer, die Philosophie der Fairplay-Liga bei eigenen Turnieren public zu machen, lobenswert! Da auch wir im Sommer ein großes Nachwuchsvereinsturnier anvisieren, werde ich die Idee aufgreifen und für unser F-Jugend-Turnier vorschlagen.


    Ab der E-Jugend aufwärts habe ich so meine Bauchschmerzen, zumal hier auch damit argumentiert wird, dass viele erst noch lernen müssen mit der neuen Situation (ohne Schiri) umzugehen bzw. dass sich viele schwer damit tun. Insofern denke ich, dass wir dort alles beim alten lassen sollten...oder kann mich da jemand eines besseren belehren...zu verlieren haben wir ja eigentlich nichts, außer, dass es mitunter bei strittigen Entscheidungen richtig Stress geben kann.


    Ich tendiere also dazu, die F-Jugend als Muster zu nehmen, um dann das Ganze in folgenden Turnieren evtl. auf die E auszuweiten.


    Wenn uns das gelingt, könnte man auch den Jugendausschuss unseres KFV einladen, um zu zeigen, dass der Gedanke auf den Gesamtkreis ausdehnbar ist...wobei der Link zur Fairplay-Liga schon beim Vorsitzenden eingegangen ist. Mit praktischen Beispielen lässt sich dann aber besser argumentieren...steter Tropfen hölt den Stein.

    Andre, letztlich ist all das, was du schreibst irgendwo der "traurige Alltag": Schreiende Trainer, meckernde Eltern und Kinder, die die "Philosophie" des Trainers nicht verstehen bzw. diese nicht umzusetzen vermögen, weil diese eben nicht altersgerecht ist.


    Diese Erfahrungen mache ich - ich denke, machen wir alle - Woche für Woche...mal heftiger in deren Intensität, mal weniger.


    Du weist, dass auch ich mich diesbezüglich in einem persönlichen Umorientierungsprozess befinde...eigentlich wie bei Remko: Haare werden immer weniger, dafür mache ich mir mehr und mehr über mein eigenes Tun und Handeln Gedanken. Und ich gebe zu, dass ich das immer noch nicht so hinbekomme, wie ich es (theoretisch) gern hätte...mir fällt es unheimlich schwer, bei einem Turnier oder in einem Spiel gar nichts zu sagen...mal nicht die eine oder andere "Kleinigkeit" zu bemängeln oder zumindest darauf hinzuweisen.


    Vorgestern waren wir bei einem Hallenturnier. Meine Jungs haben zumeist nicht das gespielt, was ich "gewohnt" bin...kaum geordneter Spielaufbau...holprig....teils sogar bolzend, was ich von denen so gar nicht kenne. Ich wäre am liebsten im Hallenboden versunken. Und ich konnte mir auch die eine oder andere kritische Bemerkung nicht ersparen...da war sie wieder, die "dunkle Seite". Ich war mir in diesem Augenblick auch dessen bewusst, dass es zum einen nichts bringt und zum anderen entgegen meiner selbstauferlegten Prinzipien war. Ich habe mich in diesen Momenten auch immer über mich selber geärgert bzw. daran gedacht, welches Bild ich als Trainer auf andere wohl gemacht habe. Ich glaube, es ist weitgehend untergegangen...weils offensichtlich "normal" ist, wenn Trainer ihr Wort erheben.


    Was ich sagen will ist, dass du die Welt eben nicht von heute auf morgen veränderst. Das kann ich eben aus eigener Erfahrung sagen! Ich weiss, wie man den KiFu theoretisch umzusetzen hat, nur mit der Praxis hapert's...immer noch, mal mehr, mal weniger...was oft (leider) auch vom Ergebnis abhängt. Gewinnen wir, spielen wir (meist) auch gut - ich bin zufrieden und ruhig. Verlieren wir, bin ich zumindest innerlich am kochen....und wenn wir auch noch grottig spielen, geht eben immer noch mal Dampf vom Kessel. Zwar nicht mehr so, wie vor ein paar Monaten, aber es dampft...


    Ich behaupte einfach mal, dass weit über 50% der Trainerschaft nichts bzw. wenig von den KiFu-Prinzipien gehört hat. Bei den Eltern ist der Prozentsatz logischerweise weit höher...Tendenz gegen 100. Wie soll es also besser werden?! Ich weiss, was man zu tun bzw. zu lassen hat und habe damit immer noch (hin und wieder) Probleme. Der überwiegende Rest (der Anwesenden bei deinem und meinem Hallenturnier) weiss das nicht und handelt entsprechend...aus Unwissenheit, aus Gewohntheit, weil "das schon immer so war".


    Demzufolge ist unbedingte Aufklärungsarbeit angesagt...immer und immer wieder. Das ist zermürbend! Ich tue das in unserem Verein seit einiger Zeit...es wird zur Kenntnis genommen, teils wird dem zugestimmt...nur danach handeln tut bislang keiner. Ich wurde vor kurzem zum Nachwuchsleiter bestimmt (ich berichtete an anderer Stelle im Forum, dass einer gesucht wird). Was eine meiner künftigen Hauptaufgaben sein wird, brauche ich wohl nicht weiter zu beschreiben...nur so viel: Steter Tropfen hölt den Stein - auch im Nachwuchsfußball.


    Es darf eben nur nicht aufhören zu tropfen, dazu sind Leute wie du, Andre, oder auch andere hier im Forum, wichtig. Dein Schneeball kommt nicht überall an - sei dir dessen bewusst -, aber er schlägt hier und da ein und hinterlässt eine gewisse Wirkung.

    Hey Manne, plakativ gesagt bist du ja ein "toller Hecht" - ist nicht böse gemeint! Ich kenne dich nicht, aber ich könnte mir gut vorstellen, mit dir über Fußball zu reden.


    Was mir an dir auffällt: Du bist, gemessen an deinen Äußerungen, genau das, was ich vor ein paar Monaten war - ein engagierter und dem Erfolg (fast) alles unterordnender Trainer. Meine (kleine) böse Seite in mir denkt immer noch so wie du - fast 1:1. Vieles von dem, was du sagst, kann ich absolut nachvollziehen, aber nicht gut heißen. Ich habe diese Seite verdrängt...vielleicht auch auf Reserve gestellt, bis in den höheren Jugendbereich - wer weiss...


    Ich denke, du solltest etwas weniger aggressiv an die Sache gehen...mit mehr Sachlichkeit. Das verstärkt bei mir nämlich den Eindruck, dass du u.U. über (Kinder-)Leichen gehst, auch wenn du derzeit eine C-Jugend trainierst. Ich denke auch, dass du ein guter Trainer bist, was das Fussballerische und die Fähigkeit der Vermittlung eines Teamgedankens angeht. Was ich nicht glaube ist, dass du für eine Altersklasse unterhalb der C gut bist, bezogen auf das Pädagogische.


    Ich selber habe da aber ähnliche Probleme wie (offensichtlich) du auch: Oft falle ich mit gewissen Äußerungen (unüberlegt) mit der "Tür ins Haus" und merke erst danach, dass man mitunter verletztend war. Gerade im KiFu tödlich, wie ich finde. Mir hat da oft das nötige Fingerspitzengefühl für die Arbeit mit Kindern gefehlt - meist, weil ich, wie du, Titelträger sein wollte (ich verzichte an dieser Stelle auf das Aufzählen meiner "Erfolge").


    Ich denke, es geht hier vielen vornehmlich darum, diesen weit verbreiteten Gedanken - nämlich das Gewinndenken und im unteren Jugendbereich und das alles darauf abzielende Wirken der Beteiligten - zu unterbinden. Sicherlich schwierig, da sich Fußball im Allgemeinen über Ergebnisse definiert, aber machbar, wenn man gewisse Dinge an sich selbst hinterfragt. Meinst du nicht, dass wegen deiner Art nicht schon diverse Jungs das Handtuch geschmissen haben bzw. zu anderen Vereinen wechselten? Bei mir ist das so und ich könnte mir immer dann, wenn wir gegen einen dieser Jungs spielen, in den Hintern treten, dass ich diese Einsicht nicht schon früher hatte.


    Also: Umdenken ist gestattet bzw. erwünscht - im Sinne aller Kinder, die Fußball spielen wollen...aber Querdenker machen das Ganze auch interessant.

    Hallo Ralf,


    ich bin erst mal über die Seite "geflogen" - hochinteressant und schon beim Überfliegen offensichtlich genau das, was wir im KiFu brauchen!


    Ich habe die HP auch gleich dem Jugendausschussvorsitzenden unseres KFV empfohlen - quasi als einen weiteren Lösungsvorschlag für die tabellarischen Probleme und dessen Auswirkungen auf den KiFu in meinem Kreis.


    Ich werde auch den Jugendtrainern meines Vereins die HP weiterempfehlen!

    Rosario, auch ich habe großen Respekt vor dem was du tust - speziell in diesem "Brennpunktverein" - und wie du damit umgehst. Grundsätzlich bist du da auf dem richtigen Weg! Ich glaube auch, aus deinen Worten eine gewisse Verbitterung und Enttäuschung gegenüber der (deutschen) Gesellschaft und auch der Politik herauszuhören. So, wie du es aus deiner Sicht schreibst, kann ich es verstehen und auch ein wenig nachempfinden.


    Das, was bei euch abläuft ist echt krass! Ich kenne so etwas nur aus "schlechten" Filmen oder aus der Presse. Spielabbruch...den habe ich in 30 Jahren einmal erlebt und auch "nur", weil ein Betreuer den Linienrichter beim Vorbeigehen in die Seite zwickte und sagte, er solle die Fahne auch mal auf der "richtigen" Seite heben. Das hat man als Angriff auf den Schiri gewertet. Kein Vergleich alos zu dem, was bei euch läuft!


    In deinem letzten Beitrag hast du m.E. des "Pudels Kern" selber benannt: "fußball ist nur ein abbild der gessellschaft, wos soziale und gesellschaftliche probleme gibt ... die gibts dann dort auch meistens in den vereinen ...". Du beschreibst dein Zuhause ja dann auch als gesellschaftliches Problem. Und dies überträgt sich auf dein Team, deinen Verein. Ihr seid - und das ist nicht böse oder vorwurfsvoll gemeint! - quasi das Abbild dieser gesellschaftlichen Probleme.


    Was kannst du tun? Auf jeden Fall weitermachen! Du kannst ein kleines Puzzle zu einem besseren Umfeld sein, dein Verein wäre ein größeres Puzzleteil dazu. Konkret solltest du deinen Spielern RESPEKT und TOLERANZ prädigen - Andre hat das sehr trefflich beschrieben. Warnung: Es wird unheimlich schwer, Respekt und Toleranz zu zeigen, wenn einem das selber nicht entgegengebracht wird. Aber: Ihr müsst den ersten Schritt machen, ihr müsst den "Vorzeigevereinen" zeigen, dass ihr nicht die "Schläger von Nebenan" seid, gebt den Provokateuren keine Chance, euch auf deren Schiene zu bekommen, bei denen diese dann die Weichen stellen! Gebt gerade denen nach Spielschluss die Hand und Feierabend. Im Zweifelsfall nicht auf die Provokationen reagieren! Irgendwann wird es für den, der provoziert, der aber keine Reaktion erhält, langweilig - er lässt es irgendwann, weils keinen Spaß mehr macht, das ist so!


    Ich würde dir auch raten, etwaige "Hassparolen/Hasskritiken" in der Kabine - egal ob vor oder nach dem Spiel - zu unterbinden! Kommt der Schneeball ins Rollen, wird daraus irgendwann eine Lavine, die wieder mal mit Spielabbruch endet. Es sind eben auch die "kleinen" Dinge, die zu Verbesserungen führen können.


    Fazit: Zeigt, dass euer Klischee nicht das ist, was ihr seid, zeigt, dass ihr - wie du es schreibst - "Brüder" seit und euer internen Respekt auch anderen entgegen kommen lassen könnt.


    Ich wünsche dir dabei viel Erfolg!

    Hochinteressantes und für mich (meinen Verein) auch topaktuelles Thema! Ich versuche mal, nach Andre's Struktur vorzugehen:


    Istzustand


    Bei uns (6.000 EW) wurde vor allem seit Mitte der 90er bis ca. 2004 regelrecht geschlampt, was die Nachwuchsarbeit angeht. Da zu diesem Zeitpunkt unsere erste Männermannschaft gewaltig auf dem Vormarsch war und einige Jahre in der höchsten Klasse des Landes spielte, war man hier wohl der Meinung, dass man sich die Spieler so nach Bedarf zusammenkaufen könne.


    Folge dessen: 2003/2004 hatten wir kaum noch eine Nachwuchsmannschaft, man kann sagen, dass die Nachwuchsabteilung nicht mehr existierte. Man kümmerte sich eben nur um die "Erste"...


    Seit 2005 habe ich die Trainerfuktion in der F übernommen und geschaut, dass die "Verzahnung" in die höhere und niedrigere Altersklasse so einigermaßen passt. Mehr oder weniger aus Eigeninitiative habe ich mich um Trainer für diese Teams gekümmert bzw. versucht zu helfen, soweit es meine eigentliche Trainertätigkeit zuließ. Von Vereinsseite haben wir eine ältere Dame im Vorstand, mit der ich immer alles abstimme. Diese ist sehr engagiert und hat uns quasi "alle Wünsche" (Ausstattung, Turniere, Feiern etc.) erfüllt.


    Nunmehr haben wir eine C als JSG, eine D, eine E und eine F, aber keine "offizielle" Nachwuchsleitung, wenngleich die besagte Dame dies momentan übernimmt. Im Übrigen ist auch im Herrenbereich alles wegen fehlender Sponsoren und fehlenden Nachwuchses den Bach runtergegangen...beide Herrenteams mussten zurückgezogen werden!


    Sollzustand


    Dies soll und wird sich demnächst ändern bzw. soll der eingeschlagene Weg des Aufbaus von durchgängig besetzten Nachwuchsaltersklassen forciert werden. Neben der Neubildung des Herrenteams soll auch die Nachwuchsabteilung aufgebaut werden. Dazu soll auch ein Jugendleiter gewählt werden. Das steht demnächst an.


    Ich weiß nicht, wer das werden wird, aber ich habe so meine Vorstellungen, die ich auf jeden Fall einbringen werde. Insofern ist all das, was ich nunmehr schreibe persönliches "Wunschdenken", dessen Basis vornehmlich die gewonnenen Erkenntnisse dieses Forums sind. Meines Erachtens sollte folgendes erstellt/ festgelegt werden, um unsere Jugendabteilung nicht nur auf "Vordermann" zu bringen, sondern zeitgemäß auszubauen:


    • Erstellung eines Leitbildes (Wo wollen wir als Verein mittel-/langfristig mit unserem Nachwuchs hin, was ist das Ziel? Was sind die Prioritäten (des KiFu)? Wie können wir das erreichen? Was wollen wir "anbieten"? Welche Perspektiven haben wir? etc.)
    • Organisation (Welche Struktur wollen/ brauchen wir? Wer regelt was? Wollen wir die elektronischen Medien (stärker) nutzen, um effektiver zu sein? Welche sächlichen Möglichkeiten haben/ benötigen wir? etc.)
    • Erstellung interner (Trainer-)Regeln (Was muss ein Nachwuchstrainer beachten? Welche Kompetenzen sollen die Trainer haben? Was passiert, wenn diese Kompetenzen/ Regeln überschritten/ missachtet werden? Wie können wir (ausgebildete) Trainer für unsere Nachwuchsabteilung gewinnen? etc.)
    • Maßnahmen zur Erhöhung der Trainer-/ Trainingsqualität (Wie können wir unsere Trainer fördern und damit motivieren? Wie können wir die Qualität des Trainings erhöhen? Welche Lehrgänge/ Lehrmaterialien können wir als Verein bereitstellen? etc.)
    • Finanzierungsmodell (Wie können wir die Nachwuchsabteilung finanzieren? Sollen die Ziele über Beiträge finanziert werden? Welche Möglichkeiten haben wir durch Sponsoren? Welche Förderungen können wir für die Nachwuchsabteilung nutzen? Welche Förderangebote gibt es, wer im Verein kümmert sich darum? Wo sind unsere finanziellen Grenzen hinsichtlich unseres Leistungsangebots? Wie können wir effektiver wirtschaften? etc.)
    • "Optionen" (Wollen wir mit anderen Vereinen kooperieren? Wollen wir unter Umständen eine JSG? Welche Möglichkeiten haben wir dann? Wie können wir als Verein dem demografischen Wandel entgegenwirken, um dennoch in allen Altersklassen vertreten zu sein? etc.)


    Naja, das sind so die Fragen, die mir zu allererst einfallen (nicht abschließend). Wie gesagt: bei uns liegt mehr oder weniger alles brach, kommt aber so langsam wieder in Schwung.


    Verbesserungsvorschlag/ Fazit


    Verbesserungsmöglichkeiten gibt es in meinem Verein, wie man sieht, (unendlich) viele. Ich denke, wenn man die o.g. Punkte abarbeitet, sind wir als "Dorfverein" nicht schlecht besattelt. Neben den zu erstellenden Strukturen sind m.E. aber vor allem das Leitbild und damit die Beachtung der Prinzipien des KiFu enorm wichtig. Ich möchte, dass jedes Kind die Chance erhält, Spass zu haben - die fussballerische Förderung/ Leistungsausrichtung steht da im Hintergrund.


    Letztlich, und das ist das Fazit, hat man bei uns spät, aber nicht zu spät erkannt, dass es ohne Nachwuchs nicht geht. Ich habe da immer Parallelen meines Vereins zum DFB Anfang der 90er gesehen, als man den Nachwuchs völlig vernachlässigte. Wir sind nun an unserem Tiefpunkt angekommen (vergleichbar mit dem DFB 1998-2000) und haben unsere Lehren gezogen. Und vielleicht ist ja das - wie beim DFB - unsere Chance...

    Wir hatten vor knapp zwei Jahren ein ähnliches Problem, damals innerhalb und zwischen den damaligen F (älterer Jahrgang) und der E (jüngerer Jahrgang). Da ging es zumeist auf dem Schulhof "heiß" her, eigentlich immer wegen Fußball. Während der Pausen durfte dort mit privaten Bällen gebolzt werden - soweit so gut! Aber: ohne wirkliche Aufsicht, so dass sich bei strittigen "Entscheidungen", die jedes Team für sich traf (weil kein Schiri), immer irgendwer in den Haaren lag.


    Das ging oft soweit, dass sich da hin und wieder auch geprügelt worden ist - speziell unter den Leuten, die sich ohnehin nicht "grün" waren. Erst dann griff die Pausenaufsicht ein, für mich u.a. ein Versagen der Schule an dieser Stelle.


    Was tat ich als Trainer? Ich habe den Jungs, wir trainierten damals parallel, eben das, was Andre unter Punkt 1 dargestellt hat, so ziemlich 1:1 versucht rüberzubringen. Dass man damit vor allem das Team und den Mannschaftsgeist schwächt. Dass es Jungs geben wird, wie von Sambu erwähnt, die aufhören werden und dann kein Team mehr da sein wird. Dass sich die Jungs letztlich (auch in der Schule) selber schaden.


    Das tat ich damals in etwa zwei-dreimal, irgendwann auch so deutlich (als sich keine Besserung einstellte), dass ich mit Spielverbot drohte. Nach dem Motto: Wer sich auf dem Schulhof prügelt, kann nicht zusammen in einem Team spielen - auch nicht am Wochenende. Zusätzlich wurde in der Schule irgendwann ein Fußballverbot ausgesprochen (m.E. hätte die Schule hier nur die Aufsicht besser in die Pflicht nehmen müssen!)...und das Problem war erledigt.


    Letztlich ist es nicht einfach Schule und Verein als Trainer unter einen Hut zu bringen. Bei offensichtlichen Problemen sollte man aber als Trainer immer mit einem gewissen Maß an Verantwortung eingreifen.