Kinder in ihrem Tempo/Entwicklung fördern

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  • Hallo zusammen,

    ich bin vor kurzem auf dieses tolle Forum gestoßen. Ich habe schon sehr vieles hier gelesen und kann auch viele Themen die hier angesprochen nachvollziehen. Die Probleme sind ja schon fast alle irgendwo vorgekommen.


    Kurz zu mir. Ich trainiere aktuell eine G-Jugend als “Co-Trainer” und wechsel jetzt in den nächsten Wochen mit den 2018ern in die F-Jugend. Angefangen habe ich vor 2 Jahren wie viele hier als helfender Papa. Im ersten Jahr bemerkte ich relativ schnell, dass der Trainer meiner Kids sowohl fachlich als auch von der Ansprache her absolut nicht kindgerecht war. Desahalb wechselten wir nach einem Jahr den Verein. In diesem Jahr haben 4 Kinder mit dem Fußball komplett aufgehört und 5 haben den Verein gewechselt.


    Beim neuen Verein sollte alles anders werden, ich wusste schon aus der Erfahrung worauf ich schauen musste und habe mir bei den neuen Vereinen erstmal Training und Trainer angeschaut. Natürlich bin ich auch hier als Co-Trainer eingestiegen. Ich habe in der Zeit das Kindertrainerzertifikat gemacht, habe verschiedene Veranstaltungen (Trainingsphilosophie Deutschland, Fortbildungen bei der TSG Hoffenheim, Jugendcamps größerer Vereine etc.) besucht. Meine Traine-Kollegen waren für Veränderungen Gott sei Dank offen und so sind wir von einem 8v8 auf viel zu kleinem Feld zu einem 2v2-3v3 auf bis zu 6 Feldern gewachsen. Die Partien trenne ich nach Entwicklung, so spielen zwar oft die selben Kids gegeneinander aber sie sind alle am Ball und entwickeln sich ihrem Tempo entsprechend. In der Zwischenzeit ist das Team auf 30 Kinder angewachsen. Wir hatten Ballschule, die etwas schwächeren und die starken separat, so konnte jeder in der Intensität und dementsprechend passenden Trainingsinhalten trainieren. Die stärkeren konnten auch aus der kleinen Spielform heraus gezielt Übungen machen. Die Aktivierung mache ich immer gemeinsam, 11m-König als Abschluss auch. Dazu kommen ab und zu gemeinsame Übungen.


    Die erste Runde haben wir 7 von 8 Spielen gewonnen, zu den Spielen waren wir regelmäßig ~14 Kinder. Gespielt wurde 4+1 und 1-2x 3v3, je nachdem was der Gegner anbieten konnte. Alle Kids durften ran, wir waren aber fast immer deutlich überlegen sodass der Gegner auch mal 1 Spieler mehr auf dem Feld hatte. Nach der Hallenrunde haben wir uns entschieden zwei Mannschaften zum Spielbetrieb anzumelden, der Unterschied in den Entwicklungsphasen der Kinder ist auch bei uns relativ groß. Um dem entgegenzuwirken haben wir die G1 mit 2018ern gefüllt und die G2 mit 2019ern + schwächeren 2018ern. Die G1 hatte diesmal stärkere Gegner und relativ ausgeglichene Spiele. Auch hier haben alle Kids die gleiche Spielzeit bekommen, der Vorteil war einfach dass wir pro Mannschaft 8-9 Anmeldungen hatten und so 4+1&3v3 ohne Wechsel spielen konnten. Alle interessierten Kids haben volle 40 min Spielzeit bekommen.


    Jetzt kommt der Wechsel in die F-Jugend und ich habe etwas Bauchschmerzen. Ich möchte auch weiterhin alle Kinder so gut wie möglich fördern. Dabei habe ich Kinder in der Phase “ich und der Ball” und andere die schon den vollen Durchblick haben, Räume suchen und den Ball auch einfach mal ablaufen.


    Wir werden eine F1 mit ca. 14 Kindern haben (davon spielen regelmäßig 8-10). Damit habe ich nichts zu tun, die werden von anderen Trainern betreut. Trainiert wird zusammen, auch mit der F1.


    Ich möchte für meine 16 Kinder eine F2 und F3 zum Spielbetrieb melden. Mit 16 Kindern (2 Trainer) ist das etwas sportlich, ich würde aber auch die Kinder die sich in der F1 nicht trauen mit einbinden, so dass alle spielen und wir wieder mit 8 Kids zum Spieltag fahren. Mein Thema ist die Verteilung der Kids in diese Mannschaften.


    Ich möchte dass die starken gefordert sind. Spiele mit 20-0 bringen in meinen Augen niemanden was. Die schwächeren sollen aber auch nicht untergehen.


    Der Plan wäre für beide Teams einen festen Kern zu verplanen und dann zusätzlich 2-3 flexible Kids dazu zu nehmen. Die würde ich von spiel zu Spiel durchwechseln sodass alle mal in beiden Teams spielen. Mein Ziel wäre es nach der Winterpause für die F2 die Eingruppierung in eine stärkere Gruppe und für die F3 eben die schwächere Gruppe.

    Was haltet ihr von der Idee?


    Wenn ich es komplett mische habe ich die Sorge dass am Ende die Gegner entweder zu stark oder zu schwach werden.

  • ich habs ja kürzlich schon mal geschrieben: ich würde immer die besten und schlechtesten 4 fix setzen und die anderen einfach fair verteilen. so hast du nen Schwerpunkt aber in beiden Teams solche & solche

    Mit den Besten zu siegen kann jeder. Du musst es mit allen können!

  • Hab es genau so gemacht und auch schon die ersten Spiele in der F3 bestritten. Die Eltern ziehen voll mit und haben Verständnis, dass ihr Kind F3/F2 spielt. 👍🏼


    Danke für deine Meinung

  • Wenn du das sauber an die Eltern kommunizierst und du da keine dabei hast die komplett Querschießen, weil sie denken Ihr Sohn ist der nächste Messi aber eigentlich bei den "schwächeren" einzuordnen, kann das sehr gut funktionieren.

    Bei uns wird jedes Jahr neu sortiert, die starken 2018 Kids aus der G-Jugend spielen jetzt mit den starken 2017 F1, die "mittleren" F2 und die noch viel Aufbau benötigen F3/F4. Jedes Quartal wird neu geschaut und vereinzelt neu eingruppiert. Auf Wünsche (z.b. Fahrgemeinschaften/Freundschaften) wird eigentlich immer gut eingegangen. Das sorgt für viel Durchlässigkeit und einen echt guten Zusammenhalt bei den Eltern. Das ganze wurde jetzt bis hoch zur C Jugend adaptiert (vorher nur G/F Jugend) und wir hatten diesen Sommer einen echt guten Zulauf an Kids. Die normalen Leistungsschwankungen werden so elegant abgefangen, motivierte Kids werden gefordert und die Trainer arbeiten Jahrgangsübergreifend gut zusammen.

    Ab der D-Jugend wechseln meistens die 2-3 besten in Richtung Leistungsvereine oder sehr vereinzelt in ein NLZ, die ersten sind jetzt aber zur B-Jugend zurückgekommen zu uns trotz besserer Angebote...

  • Wenn du das sauber an die Eltern kommunizierst und du da keine dabei hast die komplett Querschießen, weil sie denken Ihr Sohn ist der nächste Messi aber eigentlich bei den "schwächeren" einzuordnen, kann das sehr gut funktionieren.

    Bei uns wird jedes Jahr neu sortiert, die starken 2018 Kids aus der G-Jugend spielen jetzt mit den starken 2017 F1, die "mittleren" F2 und die noch viel Aufbau benötigen F3/F4. Jedes Quartal wird neu geschaut und vereinzelt neu eingruppiert. Auf Wünsche (z.b. Fahrgemeinschaften/Freundschaften) wird eigentlich immer gut eingegangen. Das sorgt für viel Durchlässigkeit und einen echt guten Zusammenhalt bei den Eltern. Das ganze wurde jetzt bis hoch zur C Jugend adaptiert (vorher nur G/F Jugend) und wir hatten diesen Sommer einen echt guten Zulauf an Kids. Die normalen Leistungsschwankungen werden so elegant abgefangen, motivierte Kids werden gefordert und die Trainer arbeiten Jahrgangsübergreifend gut zusammen.

    Ab der D-Jugend wechseln meistens die 2-3 besten in Richtung Leistungsvereine oder sehr vereinzelt in ein NLZ, die ersten sind jetzt aber zur B-Jugend zurückgekommen zu uns trotz besserer Angebote...

    Interessanter Ansatz. Wird bei uns auch regelmäßig diskutiert.

    Bei uns scheitert es an der Zuordnung der Trainer.


    Werden die Mannschaften bei euch von Elternteilen trainiert?

    Wenn ja: was passiert, wenn ein Kind sich z.B. im Herbst offensichtlich aus der F3 in die F2 entwickelt, aber der Papa der Trainer der F3 war?


    Oder habt ihr auch in der F schon Trainer ohne Beziehung zum Kind?