Verhalten beim Spiel

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  • Hallo Trainerkollegen,


    seit ein paar Wochen trainiere ich eine E Jugend im Kreis Dortmund. Bei uns im Kreis wird mit 6 Feldpielern + Torhüter gespielt. Es gilt die Rückpassregelung und der Torhüter darf den Ball grundsätzlich nicht über die Mittellinie schießen, wenn er den Ball vorher in den Händen hatte. Meine Mannschaft besteht zum Teil aus Jung - und zum Teil aus Endjahrgängen. Grade die Jungjahrgänge sind den anderen Spielern zum Teil körperlich unterlegen. Und jetzt kommt unser Problem. Da der Torhüter den Ball nicht über die Mittellinie spielen darf, versuchen wir einem der Abwehrspieler im Fuss anzuspielen. Aber wenn der Gegner früh angreift und sofort drauf geht, wird meine Mannschaft nervös und schlägt den Ball irgendwo hin, oder spielt den Ball gleich dem Gegner in die Füße. Am Montag haben wir dadruch gleich 4 Gegentore kassiert. Dadurch das die Spieler zum Teilkörperlich unterlegen sind, halten sie auch nicht dagegen. Was meint Ihr, wie kannn meine Mannschaft so etwas abstellen, oder wie kann ich Ihr die Nervösität nehmen?


    Gruß der Dortmunder

  • Ich weiss nicht ob ich richtig liege, aber ich schreibe mal einfach, was ich denke.


    Erwarten würde ich, dass die Jungs ein gutes schnelles Passspiel ...beginnend mit "Abklatschen" lassen usw... um sich Räume zu schaffen.


    Das wäre fußballerisch allgemein gesehen wohl das Rezept.....nicht aber bei einer E...jedenfalls für mich nicht.


    Wer beispielsweise das Passspiel als Kombinationsspiel zu früh (ab der F und davor) fossiert....der vernachlässigt meiner Meinung entsprechend das wichtigste Element der fußballerischen Grundschule. Die Grundschule ist für mich das 1:1 und dazu das Dribbeln. Wer entsprechend hier zu wenig üben läßt zum Vorteil des Passspiels....der sorgt dafür, dass den Spielern der Atem stillsteht, wenn der Gegner presst.


    Ich würde hier entsprechend viel das 1:1 üben...sowohl defensive Tipps geben (Ballablaufen), als auch offensive Dinge üben (z.B. Tempowechsel nach Finte usw.).


    Rein taktisch gesehen ist es sehr schade, dass der gegnerische Trainer hier seine Spieler auf diese an sich sehr einfache Taktik instruiert hat, statt sie einfach IHR Spiel spielen zu lassen. Gibt entsprechend zwei Möglichkeiten für dich...erstens...du machst es auch so und instruierst (gibst vor) sie zur gleichen Taktik oder du läßt sie diesbezüglich -nach ausreichender Schulung des 1:1...- spielen, was sich etwas später auszahlen wird...denke ich jedenfalls.


    Bei einer D würde ich hier noch einen Schritt weiter gehen und die Möglichkeiten bei der Spieleröffung aufzeigen....erarbeiten über Fragestellungen beim Training. Z.B. ...der Gegner stellt zu..so wie du es berichtet hast. Ich habe drei VT. Die Aussen-VT stellen sich...soweit der Gegner totale Manndeckung betreibt....zur Not -ich übertreibe- bis an die Eckfahne...wenn der Gegner dumm genug ist und danach siehts wohl aus...dann gehen die Stürmer schön brav mit. Danach hat der TW mehr platz zur Mitte und spielt den Innen-VT an...der Abtropfen läßt und der TW kann dann einen sauberen weiten Schuss auch über die Mittelinie schießen oder eröffnet ein Spiel, weil sein Team mehr Platz hat. Ist eine Variation von vielen und gehört meiner Ansicht nach noch nicht in die E. Wenns denn hilft...würde ich hier mal ein Auge zudrücken ;) . Gr. Andre

  • Grundsätzlich einmal kurz zu den Regelungen die euer Verband/Kreis euch vorgibt:


    Ich finde es super, das ihr mit der Rückpassregel spielt und auch damit dass die Abschläge nicht
    über die Mittellinie gespielt werden darf. Dies provoziert mehr 1:1-Situationen (+), mehr Ballbesitzt
    für jeden Spieler und bezweckt das das Spiel nicht in ein Gebolze ausartet.


    Deine Ansätze damit umzugehen, finde ich schonmal ziemlich gut.
    Mal abgesehen davon das ihr durch die Spielweise, wohlmöglich einige Gegentore bekommt
    wirkt sich dies langfristig auf das Spielverhalten deiner Kinder aus. Ohne genauer an die Hintergründe
    heran zu treten, werden diese später wohlmöglich besser mit Drucksituationen klar kommen und eine
    größere Palette (sofern im Training geübt wird) an Offensivfinten und -tricks im Spiel anwenden können.
    Sicher sind Siege im Fussball grundsätzlich schöner für die Kinder als Niederlagen. Jedoch haben auch
    Niederlagen ihren Sinn. Durch eine gewisse Anzahl an Niederlagen steigt die Frustationsschwelle bei den Kindern an,
    was ihnen hilft besser und schneller mit Misserfolgen zurecht zu kommen.


    Mal aus der Sicht des Torwarts betrachtet:
    Unseren Torhütern die wir trainieren ermutige ich bei solchen Situationen immer wieder nicht nur als auf Aktionen
    der Mitspieler zu achten, sondern auch mal selber zu agieren. Stehen meine Mitspieler alle zu und werden "gedeckt",
    so habe ich als Torwart meistens einen freien Raum vor mir in den ich dribbeln kann. Lass deinen Torwart sich im Spiel
    doch auch mal ein paar Meter aus dem Kasten bewegen. Wenn die Gegenspieler/Mitspieler dies zulassen doch auch gerne
    mal bis oder sogar über die Mittelfeldlinie.
    Es ist zwar ärgerlich wenn dadurch ein Gegentor fallen sollte, allerdings ist die Erfahrung die der Torwart und seine Mitspieler
    dadurch macht meiner Ansicht nach sehr viel wertvoller. Wer es nicht gleich übertreiben will, der kann das mit dem Torwart bereden,
    so das dies nur bei einer hohen Führung gemacht wird.


    Diese Erfahrung wird es dem Torwart um einiges einfacher machen, schnell in die taktischen Aspekte der D- und C-Junioren aufzunehmen
    und anzuwenden. Hinsichtlich der 4er-Kette und des modernen Abwehrspiels.


  • So sehe ich es auch ! Bei meiner E Jugend habe ich es auch z.B,. gestern beim Kick gegen die D2 gesehen, dass wir die Bälle nicht rausbolzen, sondern auch in Drucksituationen versuchen "herauszu spielen".


    Allerdings mit mäßigem "Erfolg" manchmal ;) Aber es wird schon besser und es ist wirklich viel Besser es so zu machen !


    Ab und An allerdings verletzen meine TW oder Spieler diese "regel" und schlagen den Ball auch mal nach vorne..
    es sei ihnen / uns "gegönnt..."
    Aber das tut dem Ganzen keinen Abbruch.


    Also:
    Weiter so machen ! Scheiß auf die paar Gegentore mehr; viel mehr werden es nicht sein.