Alles anzeigen...im engeren Sinne....läßt von der Formulierung ziemlich viel zu, findeste nicht? Hatte ich bis vor cirka einem halben Jahr auch so gedacht, ABER seitdem habe ich mich im Bereich Verschieben und Kette....Mannschaftstaktik....mal intensiv eingelesen und mir einiges auf einer Dvd angeschaut, so dass ich nun einigermaßen mitreden könnte bzw. ein gewisses Verständnis aufweise, jedoch ohne praktische Erfahrung.
Seit dem erkenne ich "noch besser" warum man im unteren Jugendbereich gem. Ausbildungskonzept Dfb die Individualtaktik (1:1), im D Bereich die Gruppentaktik hinzu nimmt (3:3 und alles was sich daraus ergibt) und später ab der B erst in Rtg. Erwachsenenfußball driftet, ohne die erlernten Themen zu vernachlässigen.
Ich erkenne nun blitzsauber, wie alles zusammen hängt, ...wie es ineinander übergeht....und weiss nun exakt, warum ich dieses oder jenes in den Altersklassen unten weglasse und darauf verzichte....wie ich Ausbildungsfußball dort gestalten sollte um ebend nicht den Erwachsenenfußball überzustülpen!
Um das wirklich umfassend erkennen zu können, ....um mir ein echtes Bild machen zu können, ....ist es schon von großem Vorteil, umfassendes Wissen zu haben bzw. mir dieses anzueigenen. Das muß ja nicht an einem Tag geschehen, aber mit der Zeit und ....man muß dafür offen sein und das Interesse dafür haben, statt alles aus eher negativen Gründen (Faulheit, Dickfälligkeit, Egoismus, Gewinndenken bis Dummheit) zu ignorieren bzw. einfach nur billig abzuwinken.
So gesehen, ist für mich heute das fachliche sehrwohl wichtig.
Da bin ich ganz deiner Meinung, das Fachliche ist natürlich eine wichtige Grundlage. Ich denke aber, dass sich dies jeder aneignen kann und das auch unbedingt tun muss um ein guter Trainer zu sein. Die Kunst ist dann allerdings, die "Soft Skills", die man nicht mal eben lernen kann, damit zu verbinden. Natürlich ist es auch von Vorteil, Erfahrung und eigenes Können zu haben. Aber auch hier sind für mich Eigenschaften wie Kritikfähigkeit bzw. Einsicht in eigene Fehler verbunden mit der Bereitschaft, daraus zu lernen wichtiger als Perfektion. Ich kenne leider genug Leute, die sich für die Supertrainer halten weil sie "Fachvokabeln" runterbeten können (Superkompensation, Laktat...) aber die sonst von Gruppenführung und Empathie keine Ahnung und auch kein Interesse an Sachen wie DFB-Ausbildungskonzepten haben (was für mich wiederum ein Zeichen von Überheblichkeit und Arroganz ist).
