Streitkultur im Team verbessern

Du bist noch kein Trainertalker? Registriere dich kostenlos und nehme an unserer Community teil!

Du bist Trainertalker? Zur Anmeldung
  • Hallo zusammen,


    ich hab mir für dies Jahr vorgenommen in meiner Mannschaft die Streitkultur zu verbessern.
    Gestartet bin ich mit der Idee: klare Regeln klare Konsequenzen, ähnlich wie in der Erziehung der eigenen Kinder.


    Wobei ich mir nicht wirklich sicher bin ob das ausreicht. (Ich trainiere im Moment 13 Jungs zwischen 7 und 9 Jahren)


    Wie erreicht Ihr eine gepflegte Streitkultur in euren Teams ?


    Höre gerne


    thom

    Bundestrainer 8) Fernseh - Lizenz

  • Verstehe irgendwie nicht so recht was du meinst. Kann es einer für Dumme erklären?

    "Trainer werden ist nicht schwer - Trainer sein dagegen sehr!"


    Wir neigen dazu, Erfolg eher nach der Höhe unserer Gehälter oder nach der Größe unserer Autos zu bestimmen als nach dem Grad unserer Hilfsbereitschaft und dem Maß unserer Menschlichkeit.


    Tipp- und Rechtschreibfehler sind absichtlich eingebaut und dienen der Belustigung des Lesers.


    © madd!! 2011. Alle Rechte vorbehalten. Kein Verwenden, Zitieren und Kritisieren ohne Erlaubnis. :P

  • Unter Streitkultur verstehe ich, wie man bei einer Meinungsverschiedenheit miteinander umgeht/umgehen will.


    Wenn Du das damit meinst, gehe ich davon aus, dass Du in einer Mannschaft hier Probleme hast.


    Liegt das Problem in der Streitkultur zwischen Dir und den Spielern oder den Spielern unter sich?

    Das wäre für mich ein großer Unterschied, denn bei einem Streit unter den Spielern, wäre Gewalt nicht zu akzeptieren. Der verbale Umgang der Kinder untereinander sollte bei einem Streit sachlich fair geübt werden, ohne Schimpfworte. Hier wäre mir aber auch der Ausschluss von Mobbing wegen mangelnder Akzeptanz und Toleranz wichtig.


    Zwischen Trainern und Spielern wäre mir neuerdings wichtig (nach einem Seminar für Eltern), dass die Spieler für dich als Trainer keine Partner sind. Kinder sind keine Partner, sondern sie bedürfen weniger aber fester Regeln. Deshalb wäre die gesunde Einstellung des Trainers zum Fußball, zum Mensch sein und allgemein wichtig, damit seine Regeln gute Regeln sind, denn er ist der der die Regeln macht. Vor diesem Seminar hätte ich gesagt, dass die Mannschaft die Regeln aufstellt. Heute würde ich sagen, die Spieler stellen die Regeln für den Umgang untereinander auf, die anderen Regeln sind die Regeln des Trainers, die werden nicht ausgehandelt. Das was der Trainer sagt, wird nicht diskutiert, denn diskutieren tun nur Partner und das sind Erwachsene und Kinder meiner Meinung nach nicht. Entsprechend macht der Trainer die Regel (hoffentlich sinnvolle gute Regeln), dessen Nichteinhaltung eine konsequente und durchführbare Strafe bzw. Sanktion nach sich ziehen sollte.


    Das zusammen würde für mich zu einer hoffentlich guten Streitkultur führen. Gruß Andre


    Hier nochmal ein Auszug aus Wikipedia:


    Konstruktive Streitkultur [Bearbeiten]


    Der Grundsatz einer konstruktiven Streitkultur lautet: Konflikte
    zwischen Einzelnen und Gruppen sind Normalität. Sie sind die
    natürliche, ja notwendige Folge eines lebendigen menschlichen
    Zusammenlebens. Das Problem ist weniger, ob es Konflikte gibt, sondern
    wie sie ausgetragen werden, d. h. wie die Konfliktpartner miteinander
    streiten: besonnen-kooperativ oder gewalttätig. [6]


    Konstruktive Streitkultur heißt einander offen und fair die Meinung sagen, ohne zu verletzen. [7] Eine konstruktive Streitkultur beinhaltet unter anderem folgende Elemente (Regeln für faires Streiten):


    • Streit wird als normales Alltagsphänomen angesehen.
    • Streit gilt als etwas grundsätzlich Erlaubtes.
    • Streit unterhalb einer bestimmten Eskalationsstufe wird anders behandelt als jenseits dieser Eskalationsstufe.
    • Die Austragung des Streits unterliegt intersubjektiv bekannten Fairness-Regeln.
    • Alle Streitparteien haben Rechte, z.B. das Recht, den Streit auf später zu verschieben oder sich Zeit zum Nachdenken zu nehmen.
    • Streiten ist kein sportlicher Wettbewerb.
    • Ein guter Streit endet mit einer Einigung und nicht mit dem Sieg der einen Partei über die andere.
    • Nach Beilegung des Streits ist die Beziehung zwischen den Konfliktgegnern nicht nachhaltig gestört.


    Streitkultur lernen [Bearbeiten]


    In der Methodik des "Streiten-Lehrens" haben sich unter anderem
    folgende Maßnahmen bewährt, die freilich nicht ausnahmslos für alle
    Situationen passen müssen: [8]


    • Auseinandersetzung mit den Regeln für faires Streiten
    • Aufklären über Störungen in der Streitkultur: z. B. über Sündenbock-Rollen, die Bedeutung von Vorurteilen für Gewaltbereitschaft
    • Einüben des Perspektiv-Wechsel, d. h. zu lernen sich in die Gefühle und Ängste des Streitpartners einzufühlen
    • Üben, im Streit kreativ Lösungen zu suchen und zu finden, die für alle Beteiligten befriedigend sind
    • Vorleben einer akzeptablen Streitkultur
    • Konsequenter Widerstand bei unangemessenem Streitverhalten

    8|


    Muß noch etwas anfügen: Wichtig wäre meiner Meinung und Lebenseinstellung entsprechend, dass jeder einer Gruppe begreift, das es normal ist, das man Konflikte hat, dass es normal ist, dass auch mal Erwachsene/Trainer Fehler machen, genauso und noch viel mehr normal ist es, dass Kinder Fehler machen. Wer damit klar kommt, kann auch Selbstkritik zulassen. Dann steigt die Streitkultur enorm. ;) :) ;)

    2 Mal editiert, zuletzt von Andre ()

  • Streit kommt überall vor.


    In der Familie, unter Geschwistern, in der Schule und im Verein bzw. der Mannschaften.


    Entscheidend ist eine vernünftige Streitkultur.


    Da wir es in der Mannschaft in der Regel mit verschiedenen Charakteren, unterschiedlichen Elternhäusern, unterschiedlichen Schulbildungen etc. zu tun haben, muss man erst einmal einige Regeln für die gewünschte Streitkultur mit der Mannschaft besprechen. Denn nicht jeder hat gelernt vernünftig zu diskutieren oder gar zu streiten.


    Wesentlich dabei ist es, das niemals der andere persönlich angegriffen und beleidigt wird, sondern immer nur der negative Sachverhalt besprochen bzw. geklärt wird.
    Ebenfalls wichtig ist es sachlich zu bleiben bzw. unbedingt von der emotionalen Schiene herunter- oder wegzukommen.

    Wer kämpft kann verlieren - wer nicht kämpft hat bereits verloren