Beiträge von Spalli

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    Das kann ich vollkommen nachvollziehen.


    Ich habe meine erste Lizenz mit 18 jahren gemacht 2010 / 11. Habe dann als Co-Trainer bei den Herren mitgemacht und die C Jugend Trainiert. Das darauffolgende Jahr habe ich die A-Jugend übernommen. Trainersitzungen gab es keine. Nur die Sitzung Freitags nach dem Herrentraining für die Herren 1 & 2. Vorbereitung dafür wollte man nicht, da es ja Zeit in Anspruch nimmt.


    Als ich damals den Jugendleiter gefragt habe ob man nicht zumindest einmal im Monat ne Stunde machen kann zum austauschen wurde ich nur belächelt. Damit ging ich zum Vorstand und wollte anbringen ob es nicht im Sinne des Vereins wäre wenn man sich da verständigt und kommuniziert.


    Die Aussage vom Vorstand hat sich in meine Gedächtnis eingebrannt. Jetzt hast du einen Trainerschein, ein Jahr eine Jugendmannschaft trainiert und jetzt den Verein organisieren. Früher haben wir das auch nicht benötigt. Genau wie Stangen, Hüttchen und neue Leibchen in 3 Farben. Früher hatten wir einen Ball und waren trotzdem besser als das was "IHR" auf dem Platz produziert. Alles möchtegern Stars der Kreisklasse. Seht lieber zu das Ihr gut spielt und konzentriert euch auf die Spiele nicht auf das andere.


    War dann natürlich meine letzte Saison in dem Verein. Danach ging es für mich als Trainer in Jugendbereich bei verschienden Vereinen bis zuletzt in das NLZ und durfte bei den Landesliga und Bayernliga Teams das Analysieren, Spieltagsvorbereiten mit machen und mir ansehen, weil die das selbst wollten das man sich einbringt.


    Mein Neffe spielt bei dem Dorfverein und als ich letztens zugesehen habe, musste ich vorstellen das es immer noch die selben Leibchen gibt und immer noch kein Equipment gekauft wird bzw. wurde.


    Der Vorstand ist mittlerweile in keinem Amt mehr. ABER und jetzt fällt man vom Stuhl. Wenn die Kabinen geändert werden / gestrichen und Sitzplätze erneuert, Equipment gekauft wird, tritt er vom Verein aus und schaut nicht mehr zu, da er ja den Verein mit aufgebaut hat. Und der neue Vorstand lässt das zu. Unfassbar. Da fehlen einem die Worte.


    Und dann wundert man sich, wieso sich keiner das Traineramt antut und versucht sich einzubringen.

    Ich weiß nicht, wieviel von dem Programm 2022 noch fortgesetzt wird


     


    Wenn man sieht, dass die Sportanlagen und Breitensportförderung mehr ist als der Leistungssport, dann dürfte das doch die Thesen stützen.

    Die Unterstützungen und Module gibt es heute noch. Vereine müssen es nur auch annehmen und umsetzen. Aber die Programme sind noch vorhanden bzw. sogar mehr geworden.

    Wieso ist Spitzensport eine gesellschaftliche Aufgabe? Beim Breitensport sehe ich sehr viele positive gesellschaftliche Aspekte. Aber was hat eine Gesellschaft davon, wenn ihr Land viele Medaillen bei Olympia gewinnt?

    Große sportliche Erfolge erzeugen kollektive Momente. Man denke an die Olympische Spiele oder eine Fußball-WM – plötzlich fühlen sich Millionen Menschen verbunden, unabhängig von Herkunft, Beruf oder politischer Meinung. Diese emotionale Klammer ist gesellschaftlich nicht zu unterschätzen.

    Das sind seltene Momente, in denen ein Land „gemeinsam fühlt“.


    Leistungssportler stehen für Disziplin, Durchhaltevermögen, Zielorientierung. Figuren wie Michael Phelps oder Dirk Nowitzki sind nicht nur Medaillengewinner, sondern Projektionsflächen für Leistungsbereitschaft und mentale Stärke.

    Viele Kinder beginnen mit Sport, weil sie Idole sehen. Spitzensport ist damit oft der Motor für Nachwuchs- und Breitensport. Wir sehen immer die Messi, Ronaldo, Mbappe Kids. Auch wenn es immer durch die Eltern zu anmeldungen in Vereinen kommt.


    Breitensport ist das Fundament.

    Spitzensport ist das Schaufenster.

    Eine Gesellschaft braucht nicht zwingend Medaillen zum Überleben – aber sie profitiert von der Strahlkraft, Inspiration und Identifikation, die aus verantwortungsvoll gefördertem Spitzensport entstehen können.

    Für uns als Trainer ist vielleicht die spannendere Frage:

    Wie schaffen wir eine Verbindung zwischen beidem – sodass Spitzensport den Breitensport stärkt und nicht von ihm abgekoppelt ist?

    Das Ziel ist nicht, den nächsten Messi auszubilden (wie soll sowas auch gehen), sondern viele Spieler für die Aktive zu bekommen

    Wie erfolgreich seid ihr da? In meinem Umfeld würde ich da höchstens ein "ausreichend" verteilen.

    Also in meinem Heimatverein ein dickes Minus. Als ich selbst noch in der Jugend war, hatten wir jede Jugendmannschaft besetzt und eine Intakte Herrenmannscht bzw Manschaften. Durch die Alten Vorstände haben Sie sich alles versaut. Alle Jugendspieler verloren, keine Herren mehr und man fängt wieder von vorne an, was in der heutigen Zeit natürlich alles andere als leicht ist. Hier war man aus dem eigenen Verein nichts wert nur andere die geholt wurden, die waren gut, mussten nicht ins Training um zu spielen usw. Wenigstens haben Sie aktuell eine richtig gute Jugendarbeit.

    Ich finde, man sollte die Aussagen von Markus Krösche etwas differenzierter betrachten.


    Zu sagen, in Deutschland werde „zu schlecht ausgebildet“, greift für mich zu kurz. Wenn man sich die Ausbildungsstrukturen seit der Reform nach 2000 anschaut, dann hat Deutschland über viele Jahre sehr systematisch gearbeitet. Die Weltmeisterschaft 2014 war kein Zufallsprodukt. Auch technisch und taktisch sind deutsche Spieler heute im internationalen Vergleich keineswegs rückständig.

    Das eigentliche Problem sehe ich eher im Übergang als in der Grundausbildung.


    Die DFL-Zahlen zur U21-Einsatzzeit zeigen zwar einen Rückgang, aber daraus lässt sich nicht automatisch ableiten, dass die Ausbildung schlechter geworden ist. Vielmehr stellt sich die Frage: Wie viel Vertrauen erhalten junge Spieler im Profibereich? Und wie stark wirken wirtschaftliche Zwänge, kurzfristiger Erfolgsdruck und internationale Transfers auf Einsatzchancen einheimischer Talente?

    Ein zweiter Punkt ist die sehr frühe Selektion. In Deutschland wird relativ früh nach Leistungsstand getrennt. Andere Nationen – insbesondere Frankreich – lassen Entwicklungskorridore länger offen. Gerade in der Pubertät gibt es enorme individuelle Unterschiede. Wer mit 14 körperlich unterlegen ist, kann mit 18 plötzlich dominieren. Geduld scheint hier ein entscheidender Faktor zu sein.

    Die 9er-Debatte halte ich ebenfalls für etwas verkürzt. Es stimmt, dass klassische Mittelstürmer aktuell seltener sind. Aber die Anforderungen an diese Position haben sich massiv verändert. Heute muss ein Stürmer pressingresistent sein, kombinieren können, Räume öffnen und gegen tiefstehende Gegner Lösungen finden. Das ist deutlich komplexer als früher. Die Frage ist also nicht nur, ob wir weniger 9er ausbilden – sondern ob wir sie anders ausbilden.


    Was ich allerdings kritisch sehe, ist die zunehmende Orientierung des Jugendtrainings am Profifußball. Wenn U13-Teams im gleichen Positionsspiel-Raster agieren wie Bundesligamannschaften, geht oft Individualität verloren. Kinder brauchen viele Ballkontakte, viele 1-gegen-1-Situationen und Entscheidungsfreiheit – nicht primär Systemdisziplin.


    Ein strukturelles Problem sehe ich zudem in der Trainerausbildung im Grundlagenbereich. Während im Profifußball höchste Professionalität herrscht, ist es im Kinderbereich weiterhin möglich, ohne fundierte Ausbildung zu arbeiten. Wenn man wirklich an der Basis ansetzen möchte, müsste genau dort investiert werden – finanziell und konzeptionell.


    Für mich lautet die Kernfrage daher nicht: „Bildet Deutschland schlecht aus?“

    Sondern: „Ist unsere Struktur noch optimal auf die heutige Spiel- und Marktrealität abgestimmt?“

    Vielleicht haben wir weniger ein Talentproblem als ein Mut- und Übergangsproblem.

    Mich würde interessieren, wie andere das sehen – insbesondere diejenigen, die auch direkt im NLZ oder im Leistungsbereich arbeiten.

    Guten Morgen Trainerkollegen,


    Ich habe eine frage an euch. Wie geht Ihr vor ein Training zu Planen, vorzubereiten und auch zu Analysieren wenn Ihr festgestellt habt bei einem oder mehreren eures Teams gibt es ein Problem (Fussballtechnisch) das ihr abstellen bzw. Verbessern möchtet.


    Ich nehme jetzt als Beispiel das Hinterlaufen.

    In der Vergangenheit habe ich immer wieder mal bei meinen Außenverteidigern bzw verteidigern generell festgestellt, dass das Spiel gegen den Ball super ist, aber für diese nach Ballgewinn und Pass zum Mitspieler „die Sache“ erledigt ist.


    Anfangs habe ich das im Trainingsspiel wenn so eine Situation war, das Spiel gestoppt. Jeder bleibt auf seiner Position, den Spieler gefragt wieso er den Mitspieler angespielt hat und dann gefragt was man jetzt weiter machen könnte. Es kamen die wildesten Antworten weil der Spieler selbst nicht darauf kam. Ich könnte ja jetzt hinterlaufen und den weg in die Tiefe suchen. Angesprochen, aufgenommen, umgesetzt, nächstes Training vergessen.


    Seither wenn mir soetwas auffällt überlasse ich meinem Co die Spielform um mir das ganze genau anzusehen und auch mit Handy zu filmen. Zuhause erstelle ich dazu eine kurze lernform. Powerpoint, Bilder, Video in dem ich die Situation vorzeige, stoppe und dann die Lösung auch visuell vorzeige.


    Das Funktioniert sehr gut finde ich da die Spieler es nicht nur hören, sondern auch direkt sehen und selbst feststellen: „hey was mach ich denn da? Das hab ich anders in erinnerung“.


    Aber nun zu euch. Wie läuft das ganze denn bei euch ab?

    Ich habe mal ein kleines Bild meines „Büros“ angehangen das ich mir in mit der Zeit aufgebaut habe.

    Das ist hier tatsächlich schwierig. Ich finde du machst das ganz gut mir der ruhigen Art, allerdings bei Problemen wie schlagen würde ich einen schärferen Ton einschlagen.


    Ruhig und mit Verständnis ist gut wenn einer mal Quatsch macht. In dem Alter auch völlig normal. Aber Agressionen sind ein No-Go, auch wenn das Kind eine schwere Zeit hat mit der Privaten situation, ist Aggression nie eine lösung und sollte m.M.n. auch Schärfer angegangen werden.


    Allerdings sollte man nie Reagieren um anderen zu gefallen. Es muss der Situation entsprechend sein.

    Zum Thema Qualität der Trainer.


    Ich selbst war nie ein Spieler der hoch gespielt hat oder das Zeug dazu gehabt hätte. Aber es werden dir schon von Grund auf Steine in den Weg gelegt weil man der annahme ist, das du dann auch als Trainer nichts taugst. Ich hatte einen Trainer als ich frisch aus der Jugend kam, der selbst mal Profi beim 1FC Nürnberg war und muss sagen, jeder Vater von einem Kind der das Training leitet weil es sonst keiner macht war/ist auf dem selben Niveau wenn nicht darüber. Das mag jetzt vielleicht nur ein Einzelfall gewesen sein, aber für mich selbst hätte ich nicht die Chancen erhalten für die ich sehr Dankbar bin, kommst du einfach wenig bis garnicht Vorran.


    Aber ja mit der Ausbildung ist es so eine Sache. Ich finde man kann das nicht immer an Statistikvergleichen ausmachen. War früher besser oder heute und und und. Man hat mit dem gearbeitet was man zur Verfügung hatte.

    Hier kommt aber auch auf deine Mannschaft an.


    Mit 10Min vor Trainingsbeginn kannst du ja fast keine Vorbereitungen mehr treffen.


    Aber ich stimme dir zu mit dem Punkt das man hier schon sehr viel Zeit und Kraft investiert. Ich persönlich für mich kann sagen, es war der richtige Weg für mich.

    Hi,


    Also ich komme aus einer Stadt die eher einem Dorf gleicht. Ich habe selbst im Verein hier gespielt und auch meine ersten Trainerstationen hier gehabt. Ich wollte erste Erfahrung sammeln und dem Verein auch etwas zurückgeben obwohl ich auch bei einem anderen Verein starten hätte können.


    Nach 2 1/2 Jahren hab ich das ganze beendet weil ich mich selbst nicht mehr wieder gesehen habe und es nicht das war das ich wollte.


    Meine nächste Station war 50min fahrzeit entfernt, bei der ich 3x pro Woche zum Training und Sonntags zum Spiel gefahren bin. Aber das war es mir Wert. Ich hatte auch endlich wieder spaß am Trainer sein.


    Aktuell fahre ich 1 1/2 Stunden zu meinem Verein und ich bereue es keine Sekunde. Aber das ist meine Erfahrung. Wie es am Ende das beste für dich ist, kannst du nur selbst rausfinden.


    Ich kann nur sagen, ist es deine Leidenschaft und macht es dich glücklich, dann mach es. Ich hatte/habe nur ein Fahrzeug und damit wars kein Problem.