Beiträge von LW7

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    Das ist mal eine andere Idee. Volleyball, also weg vom Zweikampf. Ich dachte nämlich genau anders herum. Ich hatte mal überlegt, ob ich ihn zu einer Kampfsportart anmelden soll. Vor allem deswegen, weil er mal Boxen wollte und sich einen Boxsack und Boxhandschuhe zum Geburtstag wünschte. Der Boxsack hängt jetzt im Hobbyraum im Keller und wird nur selten benutzt.

    Mein Sohn (F-Jugend) hat momentan eine ähnliche Phase und meidet immer wieder die Zweikämpfe.

    Da er technisch sehr stark ist und viel dribbelt, bekommt er dementsprechend auch am meisten auf die Knochen. Er ist bisher auch der unumstrittene Führungsspieler. Nun beobachte ich seit längerem vor allem bei Spielen gegen andere Mannschaften, dass er sich weniger traut, indem er den Ball viel zu früh abspielt und defensiv ebenfalls Zweikämpfe zu vermeiden versucht. Ob es was mit Angst zu tun hat? Ich weiß es nicht. Wenn er allerdings wütend ist, weil er geschubst oder weggegrätscht wird, muss ich ihn manchmal sogar stoppen, damit er nicht auf den Gegenspieler losgeht.

    Jetzt zum Boxen: Er geht auch seit ca. 8 Monaten 1 mal wöchentlich zum Boxen. Dort lässt sich das Phänomen ebenfalls beobachten. Athletik, Technik und Ausdauer sind top, während er beim Sparring sehr zurückhaltend ist und es auch nicht mag. Er sagt es zwar nicht, aber man merkt es ihm an.

    Also wie du siehst bringt zumindest in meinem Fall das Boxen nicht wirklich viel, um die Gier zu wecken und eine gesunde Aggressivität in Zweikämpfen beim Fussball zu fördern. Es ist, wie hier schon erwähnt wurde, eine Charaktereigenschaft und Teil seiner Persönlichkeit. Da kann und will ich nichts ändern.

    Unsere Söhne werden also wahrscheinlich keine Fussballprofis. Bleibt nur zu hoffen, dass sie auch in der Pubertät noch so lieb sind und einfach ihren Spaß am Sport beibehalten :).

    Wir reden hier von der F-Jugend.

    Mit 7 Jahren lernt man gerade mal das Addieren, Substrahieren und Lesen. Vokabeln sind in diesem Alter noch kein Thema. Auch Noten und Leistungsvergleiche finden ebenfalls in den ersten Jahren der Grundschule gar nicht statt.

    Es geht darum sich einzufinden, langsam den Einstieg in die Schule zu bekommen und das Interesse am Lernen zu wecken.

    Nichts anderes erwarte ich auch vom Fußballverein in diesem Alter... ;)

    Kontroverse Meinungen bei gegenseitigem Respekt machen diese Plattform für weniger erfahrene Trainer wie mich unbezahlbar. Habe schon öfters aufgrund dessen meine Meinung überdacht und auch geändert.

    Oesi81 muss sich Gedanken machen, welche Vorgehensweise für ihn und seine Jungs die Beste ist.

    Die genannte "Lari Fari Einstellung" sorgt dafür, dass die Schwächeren oft stärker werden und die Lust am Fussball entdecken, während eine leistungsorientierte Führungsweise die Starken weiter fördert.

    Vielleicht liegt die Antwort irgendwo in der Mitte?

    Sehe ich als eine super Alternative für die E-Jugend! Dieser Ansatz gefällt mir gut.

    Beim Oesi81 hört es sich aber mehr nach Resterampe an. Und es wird den 5 Kids, die immer da sind und ihm selbst als leidenschaftlichen Trainer nicht gerecht.


    Ich bleibe stur ;) und würde in der F auf keinen Fall schon nach Leistung sortieren.

    Sorry Leute, aber da bin ich einer anderer Meinung.

    Ich finde es nicht richtig Kinder in diesem Alter aufgrund von Leistung zu trennen. Ich denke man kann durch mehrere Trainingsgruppen auf die Stärken und Schwächen einzelner eingehen und jeden somit individuell fördern.

    Die jüngere F-Jugend ist für viele Kicker das Einstiegsalter und die Tür zum Fussball. Ich denke, wenn man da schon mit dem Aussortieren beginnt (so sehe ich diese Vorgehensweise), nimmt man vielen Kids die Lust.

    Ich rede jetzt nicht von großen Vereinen, die die Qual der Wahl haben, weil da jeder hin möchte. Ich rede hier von einem "normalen" Dorfverein im Breitensport, für den dieser Leistungsgedanke vielleicht etwas überambitioniert ist und auch nicht altersgemäß ist.


    Coach_T88 du hast recht, dass die Leistungsunterschiede in diesem Alter enorm groß sind. Die Fortschritte allerdings auch.

    Es kann in diesem Alter gut möglich sein, dass einer innerhalb weniger Monate eine Leistungsexplosion erlebt, während ein anderer deutlich abbaut. Gerade in diesem Alter kommt es häufig vor.

    Das ist natürlich nur meine eigene Meinung. Wenn es bei euch gut funktioniert und alle glücklich sind, dann macht ihr es für euch richtig.

    Zu unserem allgemeinen Gesellschaftsproblem kann ich dir voll zustimmen. Das Vereinsleben allgemein hat sich sehr stark verändert und das nicht zum Guten.

    Schöne Grüße an die Vereinsführung!

    Ich finde diese Idee, die Kinder schon im F-Jugend-Alter nach Leistungsorientiert und Breitensport zu trennen, ein absolutes No-Go :thumbdown:. Kann da sogar tatsächlich manche Eltern und Kinder verstehen, die kein Bock haben und würde bei dieser Konstellation wahrscheinlich auch den Verein wechseln.

    Wir reden hier von 7&8-Jährigen Kindern, die in einem Dorfverein gemeinsam mit den Schulfreunden zocken wollen. Und dann werden Mannschaften nach Leistung gebildet?! In der F-Jugend?! Wer entscheidet sowas?!


    Die einzige richtige Lösung für dein Problem wäre mMn diesen Unsinn mit "leistungsorientiert" oder "Breitensport" in der F sofort abzuschaffen. Man kann auch nach Jahrgängen trennen oder 2 homogene Trainingsgruppen schaffen, wenn es zu viele Kinder sind.


    Ich weiß, du kannst da natürlich nichts dafür, aber deine Probleme sind hausgemacht von der Jugendleitung und du musst sie ausbaden.

    Ich würde jetzt einfach mal die Behauptung aufstellen, dass die Aussage des LAZ's über das Defensivverhalten, die grundlegende Einstellung des Spielers bemängelt.


    Ob man nun offensiv oder defensiv ausgerichtet ist, spielt dabei mMn nach absolut gar keine Rolle.

    Die Gier nach dem Ball, das Kämpferische an sich muss deutlich erkennbar sein. Auch im offensiven Bereich muss ein guter Spieler die Zweikämpfe suchen, mal dazwischen grätschen, antizipieren und sich die Bälle zumindest versuchen zu holen. Der Junge muss seinen absoluten Siegeswillen zeigen und es für jeden spürbar machen, dass er bereit ist alles zu geben.


    Und das ist leider nicht trainierbar, da es hierbei um Einstellungs- bzw. Charaktereigenschaften geht.

    Ich denke, hier ist man dann eher als Vater gefragt und nicht als Trainer.


    Vielleicht mal mit ihm darüber reden wie (und ob überhaupt) wichtig ist es ihm selbst ins LAZ zu kommen?

    Vielleicht mal mehr auf die mentale und charakterliche Entwicklung in diesem Alter eingehen, als auf die fußballerische?

    Ich habe die Truppe von 12 Kindern vor ca. 2 Jahren, gemeinsam mit einem anderen Vater, als Bambinis übernommen. Anfangs haben wir alles sehr spielerisch gestaltet und so die Kinder langsam an das Fussballspielen herangeführt. Wir konnten ziemlich schnell am Spielbetrieb mit den Festivals teilnehmen und haben dann versucht in den Trainings diese Idee dieses laissez-fairen Ansatzes zu verfolgen. Alle Kinder sind bisher zusammengeblieben und haben dieses Jahr eine Leistungsexplosion vollzogen. Vier weitere Kinder kamen in dieser Saison hinzu und haben sich ebenfalls super integriert. Ich habe keine Blumenpflücker, keine Querulanten, niemanden der nur rumsteht und nicht am Spielgeschehen teilnimmt. Die streiten sich gar nicht mal mehr darüber wer nun als letzter am Ball war und jetzt den Einwurf hat. Wenn sich einer weh tut, wird das Spiel durch die Kinder selbst sofort unterbrochen und sie helfen einander.

    Zwei meiner Jungs haben bereits erste Interessenten von Profivereinen und einer macht zusätzliches Training in der Akademie eines Bundesligisten.

    Jetzt stellt sich mir als unerfahrener Trainer die Frage: Liegt es an unserer Trainingsphilosophie oder haben wir einfach nur ein riesiges Glück mit den Kindern gehabt, die da zusammengekommen sind??? Selbst die Eltern sind alle nett und organisieren sehr für die Mannschaft.

    Da ich noch keine Erfahrungen sammeln konnte, kann ich diese Frage nicht wirklich beantworten und schiebe das jetzt einfach mal auf die Trainingsphilosophie :P . Ich könnte mir aber auch gut vorstellen, dass ich einfach nur Glück hatte.


    Chantale Ich wüsste jetzt auch nicht was für ein grober Fehler es sein muss, damit ich das Spiel unterbreche.

    Erst mal danke an dieses Forum und für diesen konstruktiven Austausch. Für mich als Trainerneuling und Fussballpapa hat es einen enormen Mehrwert und ich habe hier schon sehr viel gelernt. Meine damalige Abneigung gegenüber der neuen Spielformen hat mich überhaupt hierher verschlagen.


    Zitat

    @LW7 puh also so ganz überzeugt mich dein Ansatz noch nicht. In letzter Konsequenz, wäre ein Trainer ja dann relativ überflüssig man bräuchte dann nur jemand, der sich um das organisatorische kümmert, so dass die Kinder kicken können und der Rest kommt dann von allein.

    Thomas0815-2

    Das ist tatsächlich genau der Ansatz, den ich versuche in der F zu verfolgen: "Die Kinder können kicken und der Rest kommt von allein".


    Ich kümmere mich natürlich nicht nur um das Organisatorische. Ich beobachte viel, feuere die Kids an, lobe viel, versuche sie zu ermutigen und gebe Hilfestellung, wenn es von den Jungs gewünscht ist. Natürlich wird auch mal ein wenig geschimpft, aber nur bei sozialem Fehlverhalten und nie wegen des Fussballs. Ich kommuniziere viel mit den interessierten Eltern auch während des Trainings und versuche den "neuen" Strassenfussballansatz auch an sie indirekt zu vermitteln. Klappt zum Glück (bisher) sehr gut, da man aber auch die Fortschritte deutlich sieht und wir bei den Festivals und Turnieren immer eine der stärksten Mannschaften sind.

    Auch während der Spiele kümmere ich mich nur um die ständige Rotation, damit alle zocken können. Und das wars. Kein Reinschreien, keine Anweisungen, kein "Spiel ab!" Schieß!" oder "der Kevin steht frei!"... Also eigentlich voll easy mein Job ;)!


    Aber wie gesagt, ich bin nur ein Neuling, der von dem Strassenfussball überzeugt ist und versuche es umzusetzen. Vielleicht ist es auch mein Vorteil, da ich nicht auf alte Strukturen eingefahren bin.


    Um noch mal auf die Frage zurück zu kommen "Wie sind wir ohne Musiala 4 x Weltmeister geworden?". Ich denke, dass wir in der damaligen Zeit die richtigen Ansätze gewählt haben. Der Fussball verändert sich sehr schnell und nun ist das vielleicht der nächste Step, um wieder erfolgreich zu werden.

    Meiner Meinung nach ist vor allem das Spielen der Kinder essenziell wichtig.

    Durch die neue Reform und das Einführen kleinerer Spielfelder im Kinderfussball, soll natürlich das Dribbling extrem gefördert werden, da jedes Kind deutlich mehr Platz für Aktionen hat und viel öfter am Ball ist. Und da werden oft als Beispiel die Namen Musiala oder Wirtz genannt.

    Aber was man in diesem Zusammenhang nicht vergessen darf, sind die wirklich wichtigen Hinweise, die der DFB vorgibt. Lasst die Kinder spielen! Man sollte sich bis zum E-Jugend Bereich so weit wie möglich zurückziehen und den Kids die Entscheidungen überlassen. Dadurch lernen sie diese überhaupt treffen zu müssen. Taktische Vorgaben sollten, wenn überhaupt, dann nur eine untergeordnete Rolle spielen. Der Fokus auf eine gezielte technische Ausbildung sollte ebenfalls später erfolgen. Ich denke auch, dass der Entfall der Ergebnisse in erster Linie uns Trainer und die Eltern von dem absoluten Siegeswillen abhalten soll, damit die Entwicklung der Kinder stattfinden kann.

    Vielleich sind wir eine der Ausnahmen, doch dieser Gedanke scheint in unserer F2 zu fruchten. Es wird fast nur mit dem Ball trainiert und wir machen mindestens die Hälfte der Trainigszeit Spiele in kleinen Spielformen. Die Jungs werden ermutigt zu dribbeln und merken meist von selbst nach dem 4ten mal Hängenbleiben, dass sie lieber den Pass spielen sollten.

    Auch ich habe den vorherigen Thread mit Interesse verfolgt und muss sagen, dass z.B. unsere Torhüter (jeder darf mal ins Tor, wenn er Bock hat) mittlerweile sehr ausgeglichene Entscheidungen treffen, ob sie den Ball lang oder kurz spielen. Sie haben ein gutes Gefühl dafür entwickelt wen man wo anspielen kann. Es finden diesbezüglich keine Vorgaben von unserer Seite statt.

    Um noch mal zum Punkt zu kommen: Das Dribbling ist enorm wichtig im Kindesalter und wird durch die Kleinfelder besser gefördert. Niemand, der nur das Dribbeln lernt, wird zu Musiala und Musiala wäre nicht ein Weltklasse Spieler, wenn nur dribbeln könnte.

    Die Kinder müssen ihre Freiheiten auf dem Feld genießen und dürfen nicht ausgebremst werden, indem man ihnen vorgibt, dass sie den Ball immer abspielen sollen. Das machen die Jungs dann auch schon oft unter sich aus :).

    Außer dem Kuchen von Pauls Mama wird hier nichts und niemand aufgefressen ;) und schon gar nicht für seine Meinung.

    Ich hätte es tatsächlich, wie vom Coach1976 zurecht bemerkt, etwas diplomatischer ausdrücken sollen...

    Meine Meinung:

    Zusätzliches, individuelles Fördertraining - Ja.

    Manschaftsbildung und Teilnahme an Spielen - Nein.

    Wenn man diese Leistunsträger nicht aus ihren Vereinen rausholt, dann habt ihr vielleicht auch mehr Spaß gegen sie zu spielen.

    Ich verstehe die Diskussion hier nicht: sind Kinder von gut betuchten Eltern die besseren Fußballer? Welche Rolle spielt es ob die Eltern jede Woche einen Kuchen backen müssen oder nicht?

    Ich persönlich empfinde es als eine Bereicherung bzw Ergänzung zum klassischen Breitensport. Wer möchte und kann, findet in den Fußballschulen einen strukturell besser aufgestellten "Verein" der mittels seiner Beiträge den Kids etwas mehr bieten kann als der klassische Dorfverein.

    Für mich scheint es hier wieder Richtung Neiddebatte zu gehen. Lasst doch jeden machen wie er meint oder auch kann.


    Eine Ergänzung und Bereicherung zum klassischen Breitensport wäre ein individuelles Zusatztraining zum Training bei eigenem Verein. Aber eine eigenständige Mannschaft als Fussballschule zu stellen, die am normalen Spielbetrieb der "Dorfvereine" teilnimmt, finde ich persönlich nicht nur unfair, sondern auch absolut unsinnig. Ein Mittelding zwischen - zu gut für den Verein (denken meist die Eltern) und zu schlecht für ein NLZ braucht einfach niemand. Das hat nichts mit Neid zu tun und schon gar nicht mit Kuchenbacken.


    Eine Fussballschule sollte meiner Meinung nach eine Art von Nachhilfe für Schwächere und Förderung für Stärkere sein. Wenn das Kind Lust auf eine zusätzliche Einheit hat und die Eltern das Geld dafür haben, warum nicht?! Finde ich Super!

    Viele (nicht alle!) Fussballschulen locken allerdings die ahnungslosen Eltern mit der Vorstellung von Profifussball und verdienen Geld mit den Träumen der Kinder. Dann noch eine eigene Mannschaft zu stellen, um zu zeigen wie der dicke Paul mit seinem Papatrainer mit 15:0 abgeschossen werden, während man den o.g. Kuchen von seiner Mutter kaut, die ihn abends nach dem Training noch ehrenamtlich gebacken hat, finde ich wirklich fast schon beschämend...

    Die NLZ'en nehme ich da komplett raus, denn da spielen die Kids, die wirklich gut sind und es sich durch Leistung verdient haben und nicht durch das Geld.


    Sorry! Nichts für ungut, aber musste mal raus!

    Ja - aber definiert sich Freizeit nicht als Zeit zur freien Verfügung in der ich ohne Verpflichtungen das machen kann was mir Spaß macht ? Und wenn nun einmal Fußball das „Hobby“ ist, das am Meisten Spaß macht, dann ist das doch eine sinnvolle Freizeitgestaltung.

    Ich sehe deine Definition der Freizeit ähnlich, allerdings gehören "feste Termine" wie 5 mal die Woche Training und am Wochenende ein Spiel für mich zu Verpflichtungen, auch wenn diese Spaß machen.

    Unter Freizeit verstehe ich spontane und freie Entscheidungen eines Kindes das tun zu wollen, worauf es jetzt gerade Lust hat, ohne sich daran orientieren zu müssen, wann der nächste Termin ansteht und was von einem z.B. beim Training erwartet wird.

    Mit den Kumpels auf dem Bolzplatz zu kicken gehört zur Freizeitgestaltung, während das Training um 18 Uhr (wo man vielleicht noch eine Stunde hinfahren muss) meiner Meinung nach schon Verpflichtung ist.

    Zudem leben wir ja irgendwo alle in einer durch Leistung definierten Gesellschaft und wenn wir unsere Kinder vor allem und jedem Risiko oder vor jeder Enttäuschung schützen wollen, nehmen wir ihnen dann nicht in gewissem Maße die Möglichkeit zu lernen und zu wachsen ?

    Auch hier stimme ich dir zu, dass unsere Gesellschaft durch Leistung definiert wird.

    Auch wir in unseren Rollen als Trainer und Väter werden durch unsere Leistungen definiert. Deshalb gehört es für mich zu meiner Aufgabe und den Druck auf die "kleinen" Kinder zu minimieren und Alternativen aufzuzeigen. Enttäuschungen sind vollkommen normal und alltäglich, doch je größer der Druck, umso schlimmer wird dann die Enttäuschung sein. Und ich glaube nicht, dass man mit 10 Jahren schon wichtige Entscheidungen selber treffen kann bzw. darf.

    Wie hier auch schon von jemandem sehr gut angemerkt wurde sind es ja oft gerade die Nationen, in denen weniger „Elternvorgaben und Kontrollen“ erfolgen, die deutlich mehr Ausnahmetalente hervorbringen.

    Wenn es die Kids in die "richtige" Richtung verschlägt, dann ja. Oft sind es auch hier die Trainer oder Vertrauenspersonen, die den Kindern bzw. Jugendlichen unter die Arme greifen.

    Einige dieser Kinder (aller Nationen) ohne "Elternvorgaben und Kontrollen" landen allerdings auch viel öfter in anderen Kreisen...


    Ich will mir nicht anmaßen zu beurteilen, was richtig oder falsch ist, sondern einfach mal eine etwas andere Sichtweise aufzeigen, nach dem Motto: "Weniger ist manchmal mehr", ohne gleich "überprotektiert" zu sein.

    Ich finde es super wie du voll hinter deinem Sohn stehst und hoffe, dass ihr gemeinsam weiterhin sehr viel Spaß habt.

    Danke für Deinen Kommentar. Das entspricht so ziemlich meinem Denken.

    Das Thema Mentaltraining sind wir angegangen, weil mich das Konzept von Jürgen Kipper mit seiner Fussball Flow Akademie sehr anspricht - es ist auf viele Lebenssituationen anwendbar, schafft mehr Fokus und hat auch einen positiven Effekt auf die schulischen Leistungen.

    Mein Sohn ist grundsätzlich sehr ehrgeizig, wurde aufgrund seiner Camp-Leistungen von Real Madrid für das kommende Frühjahr zu den Deutschland Qualifikationen für ein einwöchiges Camp in Madrid eingeladen und darf aufgrund eines Probetrainings bei der Barca Akademie in Zürich im nächsten Jahr an einer Mini WM in Barcelona als Gastspieler teilnehmen. Auch die professionellen Trainer schreiben in den regelmäßigen Berichten, dass er nicht nur schnell lernt sondern auch mit großer Motivation dabei ist und immer den Ehrgeiz zeigt, sich zu verbessern. Arsen Wenger hat einmal gesagt, wer mit 15 Jahren nicht nahezu perfekt ist, wird es auch nicht mehr werden - Ich weiß, das ist provokativ und es gibt auch genügend Beispiele, es auch noch später zu schaffen, dennoch denke ich, dass sich gewisse Bewegungsabläufe im jüngeren Alter besser einprägen und lernen lassen. Sein Ehrgeiz überrascht mich oft selbst und seine Fähigkeiten, Bälle - auch hohe Bälle im Sprung anzunehmen und zu verarbeiten überraschen mich oft selbst und sein Kampfgeist im 1vs1 und 2vs2 ist für einen 10-Jährigen - auch für die Trainer, die mit vielen Talenten arbeiten beeindruckend.

    Solange der Wille und der Antrieb von ihm ausgehen werde ich ihn deshalb auch nicht bremsen. Wenn er dann mit 15 Jahren zu mir kommt und plötzlich etwas Anderes möchte, dann werde ich ihn auch dabei unterstützen - und bis dahin werde ich ihm alles ermöglichen, was ihm hilft und ihn auf seinem Weg - egal wo der hinführt zu helfen.

    Das hört sich alles sehr gut an und ich würde an deiner Stelle deinen Sohn weiterhin voll unterstützen.

    Ich frage mich nur warum er nicht in einem NLZ eines Bundesligisten spielt? Vielleicht wäre es besser, um sich das ganze hin und her in unterschiedlichen Mannschaften zu ersparen?

    Ich finde die Entscheidung, ob es zu viel ist sehr schwer.

    Es kommt natürlich in erster Linie auf das Kind an aber auch auf die Eltern. Oft sind es die Väter, die den Sport des Kindes zu ihrem eigenen Hobby machen (gehöre leider selbst dazu) und das Kind mit allen Mitteln nach vorne puschen. Man will als Vater oder Mutter natürlich das "vielleicht" vorhandene Talent fördern und hat Angst die gebotenen Möglichkeiten zu verpassen. Aber...

    Man sollte dem Kind vermitteln, dass es sich dabei nur um ein Hobby handelt. Wenn er Lust auf kicken hat, soll man ihn natürlich nicht zu sehr bremsen, aber Freizeit und soziale Kontakte sehe ich in diesem Alter viel wichtiger als eine weitere Einheit oder ein mentales Training.

    In diesem Alter sollte es keine festen Positionen im Spiel geben. Bei dem 5 vs. 5 und vor allem bei Funino geht es mehr um das Dribbling, Bewegen und das Suchen nach Lösungen.

    Dass der Trainer eine ungefähre Richtung vorgibt und deinen Sohn als letzten Mann aufstellt, sehe ich als normal an, da er wahrscheinlich das Tor gut verteidigt und bei Ballbesitz das Spiel machen kann. Wäre es besser für deinen Jungen nur vorne zu stehen und auf die Pässe zu warten, die nicht kommen?

    Meist sind es die Eltern, die unzufrieden sind, weil deren 7-Jähriges Supertalent ein klarer Rechtaußen ist und alles in Grund und Boden schießen muss, damit er so schnell wie möglich bei einem Bundesligaverein eine Profikarriere macht (das muss jetzt natürlich nicht auf dich bezogen sein).

    Wenn der Junge in diesem Alter Bock auf Zocken hat, dann ist es ihm vollkommen egal wo er aufgestellt wird. Wenn der Junge tatsächlich jetzt schon darüber frustriert ist, würde ich ein Einzelsportart empfehlen.

    Ich kenne den Verein natürlich nicht, aber das ist für mich absolut unverständlich aus diesem einen Grund den Verein wechseln zu wollen.

    LG

    Sehe ich genauso wie du Fachidiot.

    Das körperliche Spiel sollte auch in dem Alter spielerisch gestärkt werden. Allein schon zum Zweck der Selbstverteidigung, wenn es die Gegenspieler aus anderen Mannschaften drauf anlegen.

    Das sieht man leider auch viel zu oft in dieser Altersklasse, dass der eine oder andere seine fussballirische Defizite mit Gewalt lösen möchte.