Ja - aber definiert sich Freizeit nicht als Zeit zur freien Verfügung in der ich ohne Verpflichtungen das machen kann was mir Spaß macht ? Und wenn nun einmal Fußball das „Hobby“ ist, das am Meisten Spaß macht, dann ist das doch eine sinnvolle Freizeitgestaltung.
Ich sehe deine Definition der Freizeit ähnlich, allerdings gehören "feste Termine" wie 5 mal die Woche Training und am Wochenende ein Spiel für mich zu Verpflichtungen, auch wenn diese Spaß machen.
Unter Freizeit verstehe ich spontane und freie Entscheidungen eines Kindes das tun zu wollen, worauf es jetzt gerade Lust hat, ohne sich daran orientieren zu müssen, wann der nächste Termin ansteht und was von einem z.B. beim Training erwartet wird.
Mit den Kumpels auf dem Bolzplatz zu kicken gehört zur Freizeitgestaltung, während das Training um 18 Uhr (wo man vielleicht noch eine Stunde hinfahren muss) meiner Meinung nach schon Verpflichtung ist.
Zudem leben wir ja irgendwo alle in einer durch Leistung definierten Gesellschaft und wenn wir unsere Kinder vor allem und jedem Risiko oder vor jeder Enttäuschung schützen wollen, nehmen wir ihnen dann nicht in gewissem Maße die Möglichkeit zu lernen und zu wachsen ?
Auch hier stimme ich dir zu, dass unsere Gesellschaft durch Leistung definiert wird.
Auch wir in unseren Rollen als Trainer und Väter werden durch unsere Leistungen definiert. Deshalb gehört es für mich zu meiner Aufgabe und den Druck auf die "kleinen" Kinder zu minimieren und Alternativen aufzuzeigen. Enttäuschungen sind vollkommen normal und alltäglich, doch je größer der Druck, umso schlimmer wird dann die Enttäuschung sein. Und ich glaube nicht, dass man mit 10 Jahren schon wichtige Entscheidungen selber treffen kann bzw. darf.
Wie hier auch schon von jemandem sehr gut angemerkt wurde sind es ja oft gerade die Nationen, in denen weniger „Elternvorgaben und Kontrollen“ erfolgen, die deutlich mehr Ausnahmetalente hervorbringen.
Wenn es die Kids in die "richtige" Richtung verschlägt, dann ja. Oft sind es auch hier die Trainer oder Vertrauenspersonen, die den Kindern bzw. Jugendlichen unter die Arme greifen.
Einige dieser Kinder (aller Nationen) ohne "Elternvorgaben und Kontrollen" landen allerdings auch viel öfter in anderen Kreisen...
Ich will mir nicht anmaßen zu beurteilen, was richtig oder falsch ist, sondern einfach mal eine etwas andere Sichtweise aufzeigen, nach dem Motto: "Weniger ist manchmal mehr", ohne gleich "überprotektiert" zu sein.
Ich finde es super wie du voll hinter deinem Sohn stehst und hoffe, dass ihr gemeinsam weiterhin sehr viel Spaß habt.