Beiträge von Fraking

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    Sir Alex Sie sind drei Monate auseinander. Bence wurde schon seit Jahren eins hochgezogen. Beide spielen U 19 als jüngerer Jahrgang.


    Alles andere stimmt auch. Erlebe es selber, dass sich die Trainer geweigert haben, Spieler zu nehmen, weil man sich "mit ihnen lächerlich macht". Zwei unserer Trainer haben vor zwei Jahren das NLZ verlassen und aus dem Nähkästchen geplaudert. Ein Trainer musste gehen, weil er nicht "einen Sohn" bei scouten empfohlen hat. Hier treffen dann auch verschiedene Philosophien der NLZ aufeinander. Gladbach und Bayern: es spielen die Besten gegen die Besten, Hertha: wir bilden alle aus. Wir nehmen bei uns regelmäßig Kinder von anderen NLZ auf. Auch die Eltern tauschen sich aus. Mit Vitamin B ist sehr viel möglich. Das heißt übrigens nicht, dass es dir etwas für dein Kind bringt. Im Gegenteil, wenn mein Kind im NLZ nicht mithalten könnte, würde ich es ihm nicht antun. Was wir auch schon für Spieler im Probetraining hatten und die Väter am Ende ein komplett verzerrtes Bild hatten, ist abenteuerlich. Alles weitere gern per PN.

    Ich kann für meinen Sohn (aktuell U12 in einem NLZ eines Bundesligisten) sagen, dass er den Schritt nicht bereut. Schule und Freunde, das gleich vorweg, haben toll geklappt. Deine Fahrzeit von 30 Minuten hört sich gut an. Nur weil es so häufig hier angesprochen wird, dass man ja noch ein paar Jahre warten könne, ein paar Hinweise:


    1. Schulwechsel: Viele NLZ kooperieren mit Schulen. Es ist kein Automatismus, dass man an den Schulen genommen wird, auch wenn man im Verein spielt. Bei uns wurden drei Kinder nicht genommen. Es erleichtert aber sehr viel, auch innerhalb der Familie. Hier wäre es sinnvoll zu schauen, ob ein Wechsel möglich ist. Bei einigen Eliteschulen des Sport kommt man nach dem typischen Wechsel (zur 5. bzw. 7. Klasse, abhängig vom Bundesland) nur schwer auf die Schule. In der U 13 hat mein Sohn sieben mal Training der Woche, dreimal im Rahmen der Schule.

    2. Wechsel auf das Großfeld: Dies ist nach dem Startjahr (häufig U9) die Situation, in denen viele freie Kaderplätze entstehen. Wir suchen für die kommende Saison sieben Kinder, da der Kader von 15 auf 22 angehoben wird. Die aktuelle U13 kann nur bei freiwilligen Abgängen neue Kinder aufnehmen. Ab der U 13 gibt es eine Art Ausbildungsvertrag, die den Kaderplatz auf zwei Jahre sichert.

    3. Zeit während des Trainings: Hier gibt es viele Möglichkeiten. Ich empfehle Laufschuhe einzupacken und selber Sport zu machen.

    4. Keine großen Kosten: Bei uns schlägt die Autofahrt als Kostenfaktor zu Buche. Turnierfahren, bspw. ins Ausland, zahlt der Verein für die Kinder. Das ist bei "leistungsbezogenen" Vereinen in der Regel nicht der Fall. Da zahlt man neben der Grundausstattung des Kindes für Turnierfahrten, teilweise auch für die Hotels der Trainer.

    5. Training und Entwicklung: Ist immer vom Einzelfall abhängig. In der Regel gibt es im NLZ keine Blümchenflücker. Hohes Tempo und Intensität sind bei uns der Alltag. Hier muss man aber wahrscheinlich individuell vergleichen. Auch sollte man sich selbst überlegen, wofür das eigene Kind eingeplant ist, Top 5 oder man braucht unbedingt 22 Spieler, findet aber niemanden (ja, das gibt es auch).


    Viel Erfolg

    Bence ist vom Talent her der Beste der drei Jungs. Bei Hertha spielt im selben Jahrgang aber Ibo Maza, der noch mal einen deutlichen Mehrwert hat. In dem Moment als Papa weg war, ist Ibo abgegangen wie eine Rakete. Marton ist gut in der Spieleröffnung hat aber (noch) nicht den Körper für einen IV.


    Bei Hertha kann man sich auch Covic Junior anschauen, in den jüngeren Altersklassen sogar noch weitere, zeitweise auch als "Privattraining". Aber wie gesagt, nicht nur bei Hertha, auch bei Gladbach und Bayern wurde ähnliches berichtet. Ein Vater meinte mal zu mir, dass jedes NLZ pro Jahrgang im Idealfall fünf Topspieler auf dem Zettel hat. Wer die restlichen Kaderplätze belegt, sei dann egal. Da werden dann Spielerkinder, Geschwister von älteren Talenten oder im Gegenzug für einen höheren Vierstelligen Betrag ein Kaderplatz zur Verfügung gestellt. Anders kann man sich auch den teilweise krassen Leistungsunterschied einiger Jahrgänge nicht erklären.

    Bence hat auch noch kein Bundesligaspiel, aber tatsächlich beschreibst du ein gewisses Hertha-Problem. Bei manchen NLZs hat man das Gefühl, dass sie einigen als Betreuungsangebot für Kinder von Exspielern dient. Klar, es gibt auch wirklich gute, aber leider ist das Leistungsprinzip unter gewissen Voraussetzungen nicht so stringent.

    Falls es jemanden interessiert, wie der U12 Fußball der europäischen NLZ ausschaut, kann das gern beim bis morgen gehenden IZMIR CUP sich anschauen. Hier der Link für den heutigen Tag:


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    Auf der Seite der TFF finden sich auch die Spiele von gestern, die auf dem Hauptplatz stattfanden. Ist ganz interessant. Aus Deutschland sind meines Wissens Bayern, Schalke, HSV, Mainz, Frankfurt, Köln und B04 dabei.

    Und dazugehört eben auch, dass man Spieler ggfs aussortiert, bevor man sie zu klar ersichtlichen und erfahrbaren Reservespielern und Notnägeln macht, aber kommuniziert, dass ja alle gleich behandelt werden.

    Bis zur U11 war es so, dass jeder Spieler sehr ähnliche Spielzeiten bekam. In besonderen Spielen gab es hier immer mal wieder Durchbrechungen, sodass die wirklich besseren bspw. im Finale oder im Ligaspiel gegen ein anderes NLZ mehr Spielzeit bekamen. Coronabedingt haben wir ein erhebliches Leistungsgefälle. Die Top 5 sind hervorrangende Spieler, die in jedem NLZ spielen würden. 6- bis 11 sind gut, aber schon ein merklicher Unterschied zu den Top 5. Bei Platz 14 und 15 verstehe ich die Eltern nicht. Sie bekommen aktuell noch Spielzeit, aber das sind Spieler, die mangels Sichtung in Cornazeiten dazu gekommen sind und die nichts im NLZ zu suche haben. Das führt auch unter den Jungs zu Spannungen. Hier wünscht man sich fast, dass der Verein klar agiert, aber für viele Eltern ist der Umstand, dass das Kind ein NLZ besucht, schon fast ein Prestigeding, während es in solchen Fällen für die Kinder zur Last werden kann.

    Don Quijote Ja, auf alle Fälle. Das ist mit der zweiten Stufe gemeint. Genauso wenig, wie das Trikot eine Bundeslegisten oder die neuen Schuhe einen zum Profi machen, führt das NLZ in die Bundesliga. Es bietet aber die Möglichkeit, auf hohem Niveau Fußball zu spielen, wobei man einige Entbehrungen machen muss. Am Ende kann nur derjenige, der die Erfahrung gemacht hat, für sich am Ende entscheiden, ob es das richtige war. Hier wird in vielen Berichten zu sehr der eigene (Nicht-)Erfolg in den Vordergrund gestellt. Man kann auch eine tolle Zeit im NLZ haben, Freunde finden und mit 19 Jahren ein Studium beginnen und nur noch in der Uniliga kicken. Trotzdem hatte man eine schöne Zeit.

    Kurze Frage an alle: Wir können uns doch darauf einigen, dass immer zunächst entscheidend ist, was das Kind will, oder? Auf der zweiten Stufe muss man dann schauen, ob das Kind sich überhaupt über die Konsequenzen bewusst ist (Freunde am Ort, Geburtstage, Freizeit neben Fußball). Danach müssen die Eltern für sich schauen, ob sie das Ganze managen können (Geschwister, Fahrten zum Training, besondere Beobachtung der schulischen Leistungen). Danach braucht es noch ein gutes Feedbacksystem bei Eltern, Kind und Verein. Das ist vielleicht das Schwierigste, da gerade die Sichtweise der Eltern auf ihr Kind (nicht nur im NLZ) schief steht. Wenn aber alles auf grün steht, spricht dann noch ernsthaft etwas gegen ein NLZ, wenn dieses NLZ einen Mehrwert anbieten kann?

    Ob jetzt BuLi-NLZ, oder Leistungsverein unter NLZ-artigen Bedingungen ist meiner Meinung nach nicht wirklich relevant.
    Ob Du in Berling jetzt bei Hertha BSC, Union oder Zehlendorf oder BAK spielst macht nicht den riesen Unterschied. Vermutlich sind bei den erstgenannten die Rahmenbedingungen noch etwas professioneller und die Chancen bis oben durchzukommen etwas größer. Der Aufwand für die Spieler und der Verzicht, den sie bringen müssen, um ihr Hobby auf Toplevel zu leben ist annähernd identisch und ohne dies geht es vermutlich auch nicht, außer meine vorherige Theorie über das Saarland ist doch richtig...

    Hertha 03 ist ein Partnerverein von Hertha BSC. Es gibt zweimal im Jahr gemeinsame Trainingseinheiten und mehrere gemeinsame Turniere. Für Spieler und auch Trainer besteht zwischen beiden Vereinen ein erheblicher Unterschied. So spielt Hertha im Gegensatz zu drei anderen Mannschaften auch eine Altersklasse höher und kann da recht gut bestehen. Auf dem Niveau Hertha 03 gibt es noch andere Mannschaften in Berlin. Staaken, TeBe, Berliner SC, Viktoria, um die Westvereine zu nennen. BAK ist ein Sonderfall, da die U19 Jugendbundesliga spielt, aber alles unter U13 nicht gut ist. Aber vom Niveau her, willst du zu Hertha BSC oder (notfalls) zu Union. Das zeigt sich auch in den Kooperationen mit den Schulen, wo Hertha mit der Poelschau und Union mit der Flatow wesentliche Argumente hat. Ab der U13 hast du de facto sieben Mal die Woche Training. Das bietet dir keiner der anderen Vereine.

    Eine Frage, gibt es eigentlich zwischen Sichtungstraining und ein Probetraining unterschiede ?

    Kenne Sichtungstraining nur in der Form, dass man viele externe Spieler einlädt und sich diese anschaut.


    Ein Probetraining findet dann meistens im normalen Mannschaftstraining statt. In dem Fall nimmt ein externer Spieler beim normalen Training teil und man schaut, ob er mithalten kann.


    Häufig werden die Kinder, die sich in einem Sichtungstraining durchgesetzt haben, zum Probetraining eingeladen. Oder man wurde bereits gescoutet bzw. hat eine Empfehlung, dann kommt man direkt zum Probetraining. Aber auch das muss man erstmal gut bestehen.


    So kenne ich die Begrifflichkeiten zumindest...

    Ich habe eben mal etwas Leerlauf gehabt und ein wenig nachgeguckt. Hier die Auflistung der aktuellen deutschen Nationspieler und wann sie ins NLZ gewechselt sind. Kann man +/- 1 Jahr sein, da ich immer vom Geburtstag gerechnet habe:


    Marc-André ter Stegen U 6 Bor. Mönchengladbach

    Manuel Neuer U 6 Schalke 04

    Kevin Trapp U 16 Kaiserslautern

    Antonio Rüdiger U 15 Bor. Dortmund

    Niklas Süle U 12 Eintracht Frankfurt

    Nico Schlotterbeck U 9 Stuttgarter Kickers

    Thilo Kehrer U 13 VfB Stuttgart

    Matthias Ginter U 11 SC Freiburg

    Armel Bella-Kotchap U 11 Bor. Mönchengladbach (U 14 ein Jahr ohne NLZ)

    David Raum U 9 SpVgg Greuther Fürth

    Christian Günter U 13 SC Freiburg

    Lukas Klostermann U 14 VfL Bochum

    Joshua Kimmich U 12 VfB Stuttgart

    Leon Goretzka U 16 VfL Bochum

    Ilkay Gündogan U 8 Schalke 04

    Jamal Musiala U 7 FC Southampton

    Kai Havertz U 11 Bayer 04 Leverkusen

    Julian Brandt U 15 VfL Wolfsburg

    Mario Götze U 9 Bor. Dortmund

    Leroy Sané U 9 Schalke 04

    Serge Gnabry U 10 Stutt. Kickers

    Karim Adeyemi U 8 Bayern München

    Jonas Hofmann U 12 TSG Hoffenheim

    Thomas Müller U 11 Bayern München

    Youssoufa Moukoko U 10 St. Pauli

    Niclas Füllkrug U 13 Werder Bremen


    Einige spieler wie Kai Harvertz oder Antonio Rüdiger haben vorher bei typischen Ausbildungsvereinen gespielt (Alemania Aach oder Hertha 03 Zehlendorf), die mit NLZs kooperieren. Dass jemand in der U 16 komplett aus dem nichts kam, kann man bei Trapp und Brandt vermuten (keine Ahnung, wie die persönliche Geschichte ist. Es gibt aber auch die krassen Talente, wie eben ein Musiala, der wohl das erfragte Wunderkind zu sein scheint, welches durchgezogen hat.


    Aber auch hier gilt, dass jeder Spieler ein Indiviuum ist. Es ist einfach sehr schwierig hier mit Wahrscheinlichkeiten zu arbeiten. Jede besondere Eigenschaft verändert bereits die statsitische Wahrscheinlichkeit und hier braucht man als Kind einfach ein gutes Umfeld. Ich kann auch nicht erkennen, wo es herkommt, dass man Fußball oder Schule machen kann. Kimmich hat ein Abi mit 1,7. An den Elite Schulen des Sports wird die Oberstufe um ein Jahr verlängert, damit man das hinbekommt und faktisch geht da jeder mit Abi raus. Nun mögen hier auch wieder Unterschiede abhängig vom NLZ greifen. Wir sind damals in die U9 mit einer gewissen Neugier gestartet. Die Prämisse war, dass wenn man es macht, dann richtig, aber wenn mein Sohn keine Lust mehr hat, er zum Ende eine Saison aufhören darf. Jetzt sind wir im vierten Jahr und er geht jedes mal mit Freude zum Training und geht sogar freiwillig auf die Elite Schule des Sports, obwohl er seine aktellen Schulfreunde dort nicht mehr haben wird. Wir werden ihn weiterhin unterstützen, egal wie es ausgeht. Ich könnte mir eher vorstellen, dass er irgendwann mit 40 Jahren dagesessen hätte und sich gefragt hätte, was gewesen wäre.

    In Deutschland gibt es 57 NLZ und hier wird häufig von den NLZ gesprochen. Ein Spieler in der U16 von Bayern hat doch sehr wahrscheinlich ganz andere Möglichkeiten als einer von Kickers Offenbach. Die Nähe vom Dorfclub zum NLZ muss daher abhängig vom konkreten NLZ betrachtet werden, auch der Spieler ist immer ein Individuum mit einem Elternhaus, Freunden und Erfahrungen. Ich kann nur noch mal sagen, dass es insofern schwierig ist, NLZ pauschal zu verteufeln oder hoch zu loben. Jeder muss seine Entscheidung treffen und seine Erfahrungen machen. Für meine Familie kann ich nach 3,5 Jahren sagen, es war ein gute Entscheidung für die fussballerische und persönliche Entwicklung. Ich weiß nicht, was gewesen wäre, wenn er den Weg nicht gegangen wäre, aber der Vergleich zu anderen NLZs oder Stützpunkten zeigt ganz klar, dass diese Entwicklung dort nicht von anderen "Talenten" genommen wurde. Schulisch ist es bei uns entspannt. Aber er ist erst in der 6. Klasse.

    TW-Trainer Ich habe nur auf AHMEDHODI Frage geantwortet. Mein Sohn spielt im vierten Jahr im NLZ. Der Trainer der Sichtung war drei Jahre lang später unser Co-Trainer und da kommt man ins Quatschen, gerade weil er einige Spieler trainiert hat, die es in die Bundesliga geschafft haben. Die Kurzzusammenfassung habe ich weitergegeben. Mein Sohn zum Beispiel war mit acht Jahren kein Techniker vor dem Herren, aber er war schnell und sehr lauffreudig, hatte einen guten Schuss. Er hat jeden Meter gemacht und das war ihnen bei der Sichtung (die ging über ein ganzen Jahr) wichtig. Den Rest lernt man. Ob es talentmäßig ausreicht, weiß ich nicht. Das kann ich nicht beurteilen. Aber er liebt den Sport und ist fleißig.


    Ansonsten bin ich übrigens bei dir, was du geschrieben hast. Es gibt so viele Faktoren, die wir immer nur retrospektiv beurteilen. Schnelle Auffassungsgabe, gutes Auge, Antizipieren sind auch Formen von Talent, die aber in der Jugend selten so wahrgenommen, wie der Junge, der haufenweise Tore schießt oder der bunte Haare hat. Fleiß schlägt Talent, der Rest zeigt die Zeit. Hauptsache die Kinder haben Spaß und lernen zu lernen. Aber da habe ich bei unseren Jungs kaum Sorge.

    Hallo zusammen,


    kann einer sagen, auf welche Kriterien besonders bei einem Probetraining in einem NLZ Verein für die U9 geachtet wird.


    Suche Erfahrung aus erster Hand. Vielen Dank im Voraus.

    Bei uns hieß es immer, man suche nach Bewegungstalenten. Technik könne man in dem Alter immer noch beibringen, aber es ging viel um die Art der Bewegung und die Freude hieran. Selbst wenn ein Kind besondere sonstige Eigenschaften gehabt hat, waren diese Tugenden sehr wichtig. 200 mal mit dem Ball jonglieren ist dann egal, wenn das Kind dauernd nur abwinkt, den Kopf hängen lässt oder meckert. Man darf übrigens auch mal 1:1 gehen, auch wenn es nicht klappt. Die Kinder sollen mutig sein.

    Ich mag die Mischung bezogen auf den Jugendfußball aus beidem sehr. Das fängt beim Ball an. Leichter Futsalball ist in auf normalen Hallenboden optimal, da er nicht so sehr springt und sich damit die Verletzungsproblematik reduziert (ist Kunstrasen verlegt, kann man entspannter sein). Banden sind spektakulär, schächere Fußballer haben auch Erfolgserlebnissen, wenn auch die Präzision fehlt. Es knallt so schön... Tatsächlich ist die Einbindung von Banden in der Regel nicht so zielführend, da eigentlich die Präzision sogar verloren geht. Außerdem habe ich schon sehr üble Fouls gesehen, die nur durch eine Bande ermöglicht wurden. Bei den Regeln gibt es halt auf beiden Seiten Vorteile. Ich mag die vier Sekunden-Regel, da es das Spiel beschleunigt. Am Ende muss man selbst suchen, was gefällt.

    Weil let1612 eben Leipzig ansprach, muss man bei den NLZ wirklich sehr vorsichtig sein, sie über einen Kamm zu scheren. Leipzig hat in meinen Augen im Vergleich zu Hertha den deutlich schlechteren Kader in der Jugend (sagen wir bis U13). In dieser Phase scouten viele NLZ in ihrem regionalen Umfeld und hier ist Hertha deutlich im Vorteil mit der Region Berlin plus Speckgürtel. Bei einem guten Scouting greift Hertha auf "mehr Auswahl" zurück, sodass dort auch mehr den Wechsel hin zum Großfeld überstehen.


    Leipzig versucht dies mit Masse zu kontern. Die U9 hat 14 Kinder (wovon zwei sogar als Torhüter fest eingeplant sind), Hertha hat 10 Kinder (kein fester Torhüter). Entsprechend sind die statistischen Grundbedingungen komplett unterschiedlich, aber auch die Realitäten in der weiteren fußballerischen Ausbildung.


    Wenn man sich die NLZ in NRW ansieht, kommen noch weitere Faktoren hinzu, da diese sich viel früher untereinaner Konkurrenz machen. Aber auch Eltern haben kein Problem ihre Kinder von einem NLZ zum nächsten zu schicken. Das ist manchmal gruselig und selten zieführend, was immer dieses Ziel sein mag.

    RedDevil Ich bekomme das mit dem Zitieren leider nicht so schön hin, daher entschuldige bitte meine folgenden etwas unstrukturierten Gedanken:


    Der Umstand, dass hinzugekommene U 16 Spieler zu 37,4 in der U 19 sind, heißt doch nicht, dass man mit 16 erst ins NLZ soll. Die höhere Wahrscheinlichkeit in die U19 zu kommen, ist doch antiproportional zu dem Umstand mit 16 ins NLZ zu kommen. Wenn du dann alle Kinder erst mit 16 holst, wirst die Quote von 37,4 sehr wahrscheinlich sinken, da dann sehr stark aussortiert werden würde. Und natürlich erhöhen sich Wahrscheinlichkeiten, wenn man zeitlich näher zum Ereignishorizont rückt.


    Tatsächlich ist doch die Frage, was ist das Ziel einer solchen Analyse. Will man das Kindeswohl schützen oder will man bessere Fußballer? Im Deutschen Fußball fängt schon immer später mit den NLZ an. Bayern und Hertha haben schon lange alles unter U9 abgeschafft, Bayern sogar bis U11. Bei Hertha nimmt man übrigens erst ab U 11 am Ligabetrieb teil. Auch weite Fahrten sollen vermieden werden. Es gibt Psychologen und Physiotherapeuten, die sich um die Kinder kümmern, aber die größte Gefahr sind nicht die NLZ, sondern häufig die Eltern, die mit falschen Erwartungen ihr Kind zwingen. Während unser NLZ bei Verletzungen lieber länger abwartet, wollen die Eltern das Kind gern frühzeitig zum Training schicken. Auch ich habe Dinge über Kinder gelernt, die mir nicht bewusst waren, insbesondere im Hinblick auf Ausdauer und Kraft. Da ist unser NLZ deutlich weiter als jeder andere Verein im Umfeld.


    Die andere Frage ist, will man die besten Fußballer? Und hier muss ich ehrlich sagen, dass andere Vereine im europäischen Ausland häufig viel früher Kinder requirieren und beim Aussortieren echt gnadenlos sind. Ein Vorteil ist bspw. in England, dass die Jugendtrainer professionalisiert arbeiten, heißt als Vollzeitjob. Da sollte man verstärkt drüber nachdenken.


    Zur sozialen Mobilität im Vergleich zu Frankreich:

    Soziale Mobilität: Deutsches Bildungssystem erfolgreicher als angelsächsisches


    Unabhängig davon geht es auch nicht um die Gesamtbevölkerung, sondern konzentriert auf Kinder im Fußball. Hier ist es nicht von der Hand zu weisen, dass für viele Kinder aus einfachen Verhältnissen Fußball in Frankreich ein ernsthafter Versuch ist, ihrem Umfeld zu entkommen. Bei unserem NLZ beginnt nunmehr den Wechsel auf eine Eliteschule des Sports. Die absolute Mehrzahl der Kinder wird dort ein Abitur ablegen. Insofern kann man auch danach sehr entspannt sein, sollte es nicht klappen.


    Unser NLZ zahlt keine Entschädigung in der D-Jugend. Das kommt erst ab der C Jugend. Von 15 Kinder weiß man jetzt schon, dass 13 Kinder auch in der C Jugend sein werden. Bei zweien weiß man es nicht, da sie noch nicht auf die weiterführende Schule gehen und somit dies als Indikator ausscheidet.


    Ich kenne gerade als Trainer einige Kinder, die Fußball wegen ihrer Eltern (meist Vater) gespielt haben. Es hat nichts mit Intelligenz zu tun, ob man einen Sport nicht mag. Dem liegen andere Einflüsse zu Grunde. Ich kann aber für 15 Kinder bei uns sagen, dass sie sich auf jedes Training freuen und gern zu jedem Turnier/Spiel wollen. Also trotz der ganzen Anstrengungen freuen sie sich auf Fußball. Genau das ist das Wichtige.


    Ich bin hier auch etwas durch meinen Sohn vorbelastet. Bevor er in ein NLZ gewechselt ist, kannte ich das alles nicht. Ich war selber ein schlechter Fußballer, bin eher Theoretiker und kann gut mit Kindern. Fußballerisch hätte sich mein Sohn nie im Leben in seinem alten Verein so entwickeln können. Und wir sprechen aktuell von den goldenen Lernjahren. Also ich spreche natürlich nur für meinen Sohn und mich, dass es eine gute Entscheidung war, soweit es seine fußballerischen Fähigkeiten betrifft. Erzieherisch haben wir auch keine Probleme. Trotz des ganzen Stresses ist er ein sehr guter Schüler. Vielleicht sind wir auch nicht das Paradebeispiel, aber es ist der Punkt, warum ich hinsichtlich der pauschalen Aussage sehr vorsichtig bin.


    Aber ich freue mich über jeden Input bzw. Diskurs. Ich habe auch nur einen beschränkten Einblick. Ich mag Zahlen und ich mag auch Analysen. Aber gerade hier bin ich sehr vorsichtig, weil häufig viele kleine Einzelschicksale sich dahinter verstecken. Um noch einmal den Bogen zu spannen, die beiden Jungs in der Doku sind leider kein gutes Beispiel. Viele Eltern denken, ihr Kind sei ein absoluter Starspieler. Dafür muss man noch nicht mal im NLZ sein. Was da für eine Verblendung besteht, ist unglaublich. Ich muss da natürlich auch aufpassen. Und bei vielen Dokus, die zu dem existieren, denke ich häufig, dass die Eltern mal auf die Euphoriebremse treten sollten. Demuth und Fleiß sind so wichtig auch für den späteren Erfolg. Diejenigen, die das an den Tag legen, wirst du in solchen Dokus auch bei einem Scheitern nicht wiederfinden. Denn wenn mein Sohn es irgendwann mal nicht packen sollte, würde ich es tunlichst unterlassen, ihn vor eine Kamera zu zerren.


    Nur der Vollständigkeit halber, natürlich gibt es auch schlimme Sachen in NLZ. Die Rassismussache bei Bayern und die fraglichen Dinge bei Unions Jugendspieler gehen natürlich nicht. Hier muss man aufpassen, aber das hat auch erstmal nichts mit bloßen Statistiken zu tun.


    Entschuldige bitte, ist etwas lang geworden. Man hat manchmal das Bedürfnis sich was von der Seele zu schreiben.