Beiträge von Eye-See

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    Hi Markus,

    ist natürlich nicht einfach eine Ferndiagnose zu geben. Erinnert mich ein wenig an die Situation, als wir unsere Jugendabteilung neu aufgebaut haben. Damals gab es nur eine A- & B-Jugend, so wie eine Spielgemeinschaft D-Jgd.

    Nach ein wenig Werbung in Schule und Kindergarten hatten wir es dann tatsächlich geschafft eine Mannschaft für die F-Jugend melden zu können. 1x jüngerer Jahrgang E-Jgd., 4x älterer F-Jgd, 3x jüngerer F-Jgd, 2x älterer Bambini und 5x jüngere Bambini. Von der Alterskonstellation also ähnlich wie bei dir. Nur sind wir damals in der F-Jugendmeisterschaft gestartet. Über Ergebnisse brauchen wir uns hier gar nicht zu Unterhalten. Kann sich ja jeder selber ausdenken, was da abgelaufen ist.

    Ein Jahr später und um etwas Erfahrung reicher, haben wir die Mannschaft (2x F1=älterer Jahrgang, 3x F2, 8x G1 und 1x G2) vom Spielbetrieb zurückgezogen. Es wurden lediglich Freundschaftsspiele bestritten. So konnten wir uns die Gegner etwas aussuchen und es gab nicht mehr ganz derbe Klatschen. Mit dieser Mannschaft haben wir übrigens gegen Bambinis als auch gegen F-Jgl. gespielt.

    Ich denke auch, dass es bei dir ein Problem des Alters ist. Bedenke auch, dass du nicht gerade die talentiertesten E-Jugendspieler in den Reihen hast, wenn in der E1 und E2 bei euch die guten spielen. Wie du selbst schreibst, sind die Spieler "mit großer Lust und großem Willen" dabei, und das "Training macht sehr viel Spaß". Damit hast du doch schon vieles erreicht. Eventuell sind deine Ansprüche zu hoch und du vergleichst deine Mannschaft zu sehr mit der E1 und E2, wobei sie eher den Anspruch einer F-Jugend genügen.

    Bei meiner Konstellation damals waren bei den Spielen in den ersten Jahren auch keine wirklichen Fortschritte ersichtlich. Wir waren einfach zu sehr unterlegen. Nur wenn wir wirklich mal einen ausgeglichenen Gegner gefunden haben, konnte man eine Entwicklung feststellen. Anders im Training, dort hatte ich immer das Gefühl, dass die Kids doch eigentlich alles verstanden haben und auch alles schön umsetzen. Ich habe es einfach darauf geschoben, dass die Gegner durch ihren Altersvorsprung etwas schneller auf den Beinen und etwas frischer im Kopf sind. Vielleicht ist es bei dir ähnlich.

    Mach doch einfach noch ein paar Freundschaftsspiele gegen schwächere Mannschaften oder auch gegen F-Jugendschaften. Wenn du das vorher absprichst, dürfte es kein Problem sein, dass du E-Jugendliche mitspielen lässt.

    Überlege dir zuerst, wieso das Training stattfindet. Findet das Training einfach nur so statt, oder sollen die Lehrer etwas lernen?

    Wenn es um den reinen Spaß geht, würde ich mir auch entsprechende Übungen raussuchen. Mach dir keine Sorgen darüber, dass es Erwachsene sind. Ich glaube ich würde nichts großartig anders machen, als mit den Kleinen. Ich würde vielleicht nicht unbedingt "Wer hat Angst vorm schwarzen Mann" spielen aber ich glaube, dass den Erwachsenen grundsätzlich ein "erweitertes Kindertraining" (Gegenteil von "reduziertem Erwachsenen" Training) Spaß machen wird.

    Zuerst vielleicht einen koordinativen Teil zum Aufwärmen mit kleinen Hürden. Hier kann man prima mit einfachen koordinativen Übungen auch Erwachsene zum Verzweifeln bringen. Viele Übungen sehen einfach aus aber wenn man sie noch nie gemacht hat, sind sie recht anspruchsvoll. Kann mir gut vorstellen, dass dies zu einer guten Stimmung führt.

    Anschließend würde ich koordinative Übungen mit Ball machen und danach ein paar Finten wie Kappen, Ausfallschritt, Übersteiger, Schere und was es immer auch dort geben sollte. Persönlich finde ich es immer interessant, wenn man dies gleich mit Torschluss verbinden kann. Selbst wenn du ein paar erfahrene Spieler dabei hast, wird es Tricks geben, die sie nicht kennen. Hier braucht man finde ich auch noch nicht die Gruppen zu trennen.

    Abschließend ein Spiel oder vorher noch ein Shoot-Out wie beim Eishockey.

    Aber eigentlich gibt es tausend Sachen, die man machen kann.

    Viel Spaß!



    Zitat:


    Eye-See schrieb am 01.12.2006 21:17
    Ich finde es spricht nicht wirklich etwas gegen 3x pro Woche Training. Vielleicht sollte man dies etwas differenzierter betrachten und von Situation und Mannschaft abhängig machen. Schließlich sind die Kleinen in einem Alter, in dem sie nur davon profitieren können je häufiger sie Fußball spielen.




    ==> Man kann nicht alle Kinder über einen Kamm scheren und grundsätzlich sagen, dass 3x Training verkehrt ist. Nicht alle Kinder haben einen vollgepackten Terminplan. Ich denke das ist überall unterschiedlich. Wenn man es mit Eltern und Kindern abklärt, ob ein weiteres Training in Ordnung ist, finde ich das vollkommen OK.

    Andre:

    Zitat:


    ich bin Vater von drei Söhnen, 6 (Mini-Kicker)- Kindergarten, 10 (E 1) -Klasse 4- und 11 (D 1) - Klasse 6- . Ich selber spielte bei den -Alten Herren-, habe beruflich Schichtdienst (an drei Wochenenden im Monat jeweils Früh, Spät und Nachtdienst) , meine Frau Arbeitet zudem 10 Stunden in der Woche. Woher ich weiß, dass dreimal Training zu viel ist? Drei Söhne mal dreimal Training = 9 Trainings die Woche + drei Spiele + Musikstunde + Tischtennis + Freunde treffen + Lernen für die Schule + Hund und und und....!

    Ich persönlich gehe aus Zeitgründen nicht mehr zum Altherrenfußball, deswegen Jogge ich mindestens dreimal bis max. viermal die Woche. Oft erschleicht sich da ein -"keine Lust mehr ein"-. Ich mache dann -um dran zu bleiben- weiter.




    Wenn du dir deinen Beitrag nochmals durchliest wirst du feststellen, dass du lediglich davon sprichst, dass DIR die ganzen Termine zu viel werden. Natürlich müssen die Eltern bis zu einem bestimmten Grad mitziehen aber je nach Alter und Örtlichkeiten haben die Eltern mit einem dritten Training nichts zu tun.

    Zitat:


    Wenn mein keinen Leistungssport betreibt, sollte man immer einen Tag Regeneration einlegen. Der Körper braucht das. Im Leistungssport ist das auch so, aber um die Leistung nach oben zu setzen, benötigt der Körper Reize, entsprechend auch mal zwei Trainings an zwei Tagen oder auch an einem Tag. Das wäre wohl nicht kindgerecht. Das ist womöglich sogar wissenschaftlich belegt.




    Hier hast du vollkommen recht. Reize müssen gesetzt werden und Regeneration gehört genauso dazu, egal ob Leistungssport oder nicht. Aber wieder kann ich nicht alle Kinder in einen Topf werfen. Nicht alle Kinder werden mit 3x Training + 1 Spiel überfordert, da sie, wenn sie gerade nicht Fußball spielen, nur vor dem Fernseh hocken.

    Zitat:


    Zuviel ist zuviel, weniger ist mehr! Zudem fällt mir ein, dass höhere Fußballetagen (Dfb) glasklar vorgibt, dass man nicht nur in der F Jugend, sondern auch in der E Jugend die Tabellen abschaffen sollte.




    Hier fehlt mir etwas der Sinnzusammenhang zwischen 3x Training und Erfolgsdruck. Die Meinung vom DFB kann ich jedoch nachvollziehen und glaube auch, dass das Erfolgsdenken vieler Trainer, den Kindern den Spaß am Fußball verdirbt. Es kann natürlich auch sein, dass Kinder später aufhören, weil sie die Nase vollhaben, da sie einfach schon zu lange und zu oft Fußball spielen. Mittlerweile fangen Kinder ja schon mit 4-5 Jahren an.

    Zitat:


    Im übrigen und abschließend gefragt, stelle ich hier die Frage, warum Du dreimal Trainieren offensichtlich nicht schlimm findest? Wo willst Du denn mit den Spielern. Was glaubst du, wieviele Deiner Spieler wohl in die Bundesliga kommen?




    Warum ich es nicht schlimm finde, dürfte ich inzwischen dargelegt haben, und ich will nirgendwo mit den Kindern hin. Persönlich ist es mir auch egal, wenn Kids nach der Jugend aufhören Fußball zu spielen. Ich will den Kindern Spaß am Fußball vermitteln und in der Zeit, in der ich deren Trainer bin, so viel Fußball wie möglich beibringen.






    Andre: Woher weißt du, dass eine E-Jugend niemals 3x pro Woche trainiert? Woher weißt du, dass 3x pro Woche in diesem Alter nicht kindgerecht ist? Wieso ist 3x pro Woche übertrieben?

    Weiterhin wollte ich dir noch auf deinen Weg mitgeben, dass reine Statistiken nicht unbedingt etwas über einen guten Trainer aussagen bzw. ob ein Trainer unbedingt etwas falsch oder richtig macht.

    Ich finde es spricht nicht wirklich etwas gegen 3x pro Woche Training. Vielleicht sollte man dies etwas differenzierter betrachten und von Situation und Mannschaft abhängig machen. Schließlich sind die Kleinen in einem Alter, in dem sie nur davon profitieren können je häufiger sie Fußball spielen.

    Strafenkatalog. Sowas feines! Ich habe da eher die Einstellung, dass dies auch ohne geht, vor allem im Jugendbereich. Ist ja schließlich nur ein Hobby. Wenn ich als Herren-Spieler Geld bekomme, ist ein Strafenkatalog vollkomen in Ordnung. Dein Strafenkatalog ist sogar noch etwas ausführlicher als ich jemals als Spieler hatte.

    Obwohl ich zugeben muss, gibt es bei mir auch immer eine Strafe. Wer Sachen nach dem Spiel oder Training in der Kabine liegen lässt, muss eine Tüte Gummibärchen für die Mannschaft mitbringen.

    Was mir bei dir noch fehlt ist:
    - Trainer/Spieler nicht per Handschlag begrüßt.
    - Erstes Saisontor/Eigentor
    - Falschen Präsentationsanzug/Aufwärm T-Shirt/Trainingsanzug zum Spiel
    - Beleidigung des Trainers
    - Trainingsmaterial nicht weggeräumt
    - Ungekämmt zum Spiel
    - Handy klingeln
    - Pipi machen während des Trainings
    - schlechte Spiele
    - Einstand eines neuen Spieler

    E-Jugendliche können sehr wohl ohne Einfluss der Eltern den Wunsch äußern den Verein zu wechseln. Ich würde jedoch sagen, dass es neben den Niederlagen noch einen anderen Grund geben muss.

    Wenn die Mutter lediglich gesagt hat, dass es an den häufigen Niederlagen liegt, hast du ihr das beste Argument direkt genannt. Wäre ja noch schöner, wenn Kinder nach fünf Niederlagen in Folge immer den Verein wechseln würden. :)

    Oftmals sehe eine solche Situation jedoch auch anders. Du solltest du dir auch mal überlegen, ob es nicht besser ist, wenn der Junge tatsächlich den Verein wechselt. Was wäre für die Entwicklung des Jungen besser? Ich habe auch schonmal einen meiner Spieler empfohlen den Verein zu wechseln, da ich der Meinung war, dass er sich in einer anderen Mannschaft wesentlich besser weiterentwickeln kann.

    Sicherlich ist es ärgerlich den besten Spieler zu verlieren aber lieber mit dem Spieler die Sache offen besprechen und im Guten trennen, so dass er mit guten Erinnerungen an den Verein geht, als zusätzlich irgendwelche Steine in den Weg zu legen.

    Jedoch solltest du der Mutter klar machen, dass es ein Unding ist, den Verein mitten in der Saison zu verlassen, falls sie dies vorhaben.

    Ich wollte hier nochmal kurz etwas einwerfen, was bereits schonmal gefallen ist.

    Zitat:


    Ein Spielsystem sollte variabel sein bzw. bleiben. Es sollte sich an dem Leistungsvermögen der Spieler und der Stärke des Gegners anpasst werden können. Das gerade den jungen Spielern ein Grundsystem hilft (3:3, 2:3:1 etc.), liegt auf der Hand.

    Es gibt kein System das zu jeder Mannschaft passt. Dafür ist und bleibt Fußball zu flexibel.




    Egal wie man es dreht und wendet, finde ich, gibt es DAS System nicht. Bei den Bambinis habe ich bisher grundsätzlich ohne ein System gespielt. (Außer vielleicht: Flach spielen, hoch gewinnen) Bis jetzt habe ich in diesem Alter noch keine Kids trainiert, die dies hätten umsetzen könnnen. Ab der F-Jugend bin ich da recht flexibel. Persönlich bevorzuge ich im ersten Jahr F-Jgd immer noch ein freies Spiel.

    Für mich steht auch immer ein großes Fragezeichen hinter dem Zusammenhang zwischen Ursache und Wirkung.

    Zitat:


    Deshalb spielen wir schon seit der F-Jugend ein 2-3-1. Und spielerisch sind wir gerade dadurch teilweise deutlich weiter als unsere "Konkurrenz".


    Ich will nicht diese Aussage anzweifeln, sondern mich interessiert vielmehr woran man dies festmacht, dass es ausgerechnet das 2-3-1 ist, was den Ausschlag gibt spielerisch weiter zu sein? Es könnte ja auch einfach daran liegen, dass die Spieler technisch wesentlich stärker sind und die spielerische Überlegenheit daher rührt.

    Wie man das Blatt auch wendet, wird man nur schwer hinter das Geheimnis kommen. Und jede Vermutung wird auf ein subjektives Empfinden zurückzuführen sein.

    Außerdem glaube ich, dass hier gerade mit Wörtern benutzt werden, die (zumindest von mir) nicht richtig verstanden werden. Meiner Meinung nach gehört zur Individualtaktik Begriffe wie Dribbling, Torschuss, Finten und Stellungsspiel. @BigBopper: Willst du dies wirklich erst ab der D-Jugend trainieren?

    Noch ein Letztes, auch wenn es nicht wirklich passt: Dass "Soccer" die beliebteste College-Sportart in den USA ist, halte ich für ein Gerücht. Ich lasse mich aber gerne durch eine Statistik vom Gegenteil überzeugen. Sicherlich ist "Soccer" in den Vereinigten Staaten im kommen und wächst mehr und mehr, aber dass es gleich DIE beliebteste Sportart ist, na ich weiß nicht. Einigen wir uns vielleicht auf "eine der" beliebtesten. ;) Meine Erfahrung sagt mir, dass Football, Basketball und Leichtathltik und meinetwegen noch Baseball ganz weit oben stehen.

    Hi tito,

    ich hatte ebenfalls mal 18 kids für meine F-Jugend. Sicherlich ist diese Situation für alle Beteiligten nicht zufriedenstellend. Ich habe damals den Eltern gesagt, dass ich 10 Spieler mit zum Spiel nehme. Somit hatte ich dann fast jede Woche eine komplett neue Mannschaft auf dem Platz stehen.

    Bei einigen Eltern hatte ich das Gefühl, dass sie froh waren, nicht jedes WE auf dem Sportplatz stehen zu müssen. Andere waren darüber natürlich gar nicht begeistert.

    Ich habe versucht immer wieder Freundschaftsspiele zu verabreden, damit die Kids nicht nur 2x pro Monat spielen.

    Erst einmal vielen Dank für die Antworten.

    Am Samstag ist der Spieler nicht zum Spiel erschienen. Habe also bisher noch nicht mit den Eltern gesprochen.

    Thomas: Wie reagierst du denn dann während des Trainings, wenn dein Spieler "von der Rolle" ist? Nach dem Training mit ihm sprechen hilft dir ja nicht wirklich erstmal weiter.

    Hat jemand von euch Erfahrung mit ADHS Kindern?

    Ich habe am Dienstag einen 96er Jahrgang übernommen. Mal davon abgesehen, dass alle Kinder sehr unruhig sind und nicht wirklich Interesse haben, was ich als Trainer zu sagen habe, ist mir bereits am Dienstag beim ersten Trainer ein Spieler besonders auf die Nerven gegangen.

    Gestern hatten wir dann bereits unser erstes Spiel. Bei der Mannschaftsbesprechung hat der Spieler anfangs mit seiner Wasserflasche rumgespielt und andere Kinder nass gemacht. Auf mein Bitten die Flasche wegzuräumen und zuzuhören, hat er nicht reagiert. Es interessierte ihn einfach nicht. Daraufhin ging er zum Ballschrank holte einen Ball heraus und spielte damit in der Kabine. Ich habe ihn daraufhin angedroht er dürfe nicht von Anfang an mitspielen, wenn er sich nicht endlich hinsetzt und zuhört. Hingesetzt hat er sich aber natürlich mit Ball und mit dem hat er weiter kräftig gespielt. Denn Ball habe ich einkassiert und wieder weggeräumt und ihm darauffolgend mitgeteilt, er wird nicht starten. Froh dass er endlich saß und ich scheinbar weitersprechen konnte, kam eine Mutter in die Kabine herein, die ihren Bambini-Sohn suchte. Daraufhin stand mein Spieler auf und knallte der Mutter die Tür hinther zu.

    Nun gut, ich will jetzt nicht jedes einzelne Detail beschreiben. Fakt ist, dass ich absolut überfordert war und mit meinem Latein am Ende. Erst als ich den Jungen gesagt habe, dass er sich wieder umziehen kann und ich ihn aus der Kabine geschmissen habe, ist Ruhe eingekehrt.

    Nach dem Spiel habe ich mit unserem Jugendleiter gesprochen, der mir dann erst erklärt hat, dass der Junge unter ADHS leidet und Tabletten nimmt, um Ruhig gestellt zu werden. Nur lassen diese Tabletten wohl gegen Ende des nachmittags nach. Prima, dachte ich mir. Schön, dass ich so eine Kleinigkeit anschließend erfahre und auch kein Elternteil sich blicken lässt.

    Hat jemand Erfahrung mit solch verhaltensaufälligen Kindern? Wie geht ihr mit ihnen um? Bei Camps habe ich vereinzelnt bereits Kinder trainiert, die ebenfalls Tabletten nehmen mussten aber so extrem wie dieser Junge war noch nie jemand.

    Ich hoffe zumindest, dass die Eltern morgen beim Spiel sein werden, um mit ihnen zu sprechen.

    Ich habe im letzten Jahr ein Praktikum bei einem amerikanischen Fußballverein gemacht. Der Fokus der Aubildung der Jugendlichen war ebenfalls darauf gerichtet lieber einmal mehr 1 gg 1 zu gehen als den Ball zu passen. Zumindest bis einschließlich E-Jugend.

    Für mich war dies sehr ungewohnt. Alle Trainer waren von diesem System überzeugt und zogen es durch. Die Spieler wurden immer wieder ermuntert im Spiel 1 gg 1 zu gehen. Auch in Situation, in denen hier jeder einen Herzinfarkt bekommen würde. Das Training war natürlich dementsprechend ausgerichtet und die Kinder verfügten in der U9 bereits über ein sehr breites "Fintenrepertoire".

    Für mich hat sich am Ende des Praktikums die Frage gestellt, ob ihnen der Erfolg recht gibt. Fakt ist, dass alle Spieler technisch hervorragend ausgebildet waren, viele ältere Spieler in Auswahlmannschaften spielten und zumindest die stärkere Mannschaft eines Jahrganges sehr guten Fußball spielten. Ihr hättet es sehen müssen. Es hat einfach Spaß gemacht zuzuschauen. Vor allem wurde dort -anders als bei deutschen Profivereinen- nicht nur mit Kindern gearbeitet, die ein gewisses Grundpotenzial mitbringen.

    Die Schattenseite war natürlich das Passspiel. Ich habe dort im Verein bei der U9 ab und an ein Training geleitet. Sehr häufig wurde ein besser platzierter Spieler übersehen, wo ein Pass wahrscheinlich den größeren Erfolg gehabt hätte. Als ich bei einem Trainingsspielchen mitgespielt habe, habe war ich deprimiert, weil ich nie einen Ball bekommen habe. In Deutschland habe ich zu diesem Zeitpunkt eine U8 trainiert, die bezüglich Passspiel viel weiter waren als diese Mannschaft.

    Die Schwierigkeit lag darin, den Spielern später das Dribblen wieder "abzugewöhnen". Spieler, die gelernt haben, wann ein Pass erfolgreicher ist, als ein Zweikampf, waren echt top. Andere Spieler, die dies nicht gelernt haben, haben sich immer wieder in Zweikämpe verhaspelt und waren eine echte Katastrophe.

    Für mich als Trainer habe ich mich dafür entschieden wie "S.M." noch stärker die Ballfertigkeiten zu fördern und den Kids Mut mehr Mut beim Ausprobieren von Finten mitzugeben. Jedoch auch immer an den Mitspieler denken. Na ja, vielleicht ist dies zu idealtypisch.

    Die Bedenken von "bcefferen" bzgl. Individalisten und keine Deckungsaufgaben, kann ich nicht teilen. Für mich ist da der Zusammenhang nicht unbedingt gegeben.