Beiträge von Constantin

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    Ich denke auch, dass das 2-2 aus offensiver Sicht her attraktiver ist.


    Das mit den bestzen von Linien ist sowieso nur dann ein Problem, wenn ich das 2-2 schlecht spiele. Ballnahe Spitze geht hoch, Ballfern rückt diagonal ein. Allein mit dieser Maßnahme bin ich schon deutlich fluider als vorher. Dann gebe ich meinen Spielern noch unterschiedliche gruppentaktische Laufwege und Spielzüge mit. Letzten endes endet mein Angriff dann meistens eh in einer Raute (-> insb. durch den einen Spieler in der Restsicherung).


    Ich bin aber der Meinung, dass ich am besten fahre, wenn meine Spieler beide Grundordnungen beherrschen. Das Problem mit der Positionsgleichheit von Verteidiger und Torwart in der Raute lässt sich zumindest kompensieren.

    Durch das beherrschen beider Grundordnungen kann ich nicht nur auf meinen Gegner reagieren, sondern bin auch in Umschaltsituationen besser gerüstet. Ich bin ein Verfechter von Manndeckung in der Halle. Und wenn ich da einen Gegner verteidige der Raute spielt, dann muss ich bei Ballgewinn logischerweise auch aus der Raute heraus kontern.

    Heute Turnier gehabt. Richtig gutes fußballerisches Niveau bei allen Mannschaften und dementsprechend geiles Turnier. Im Finale bis 3 Minuten vor Schluss noch 3-1 hinten. Anschlusstreffer gemacht und dann 2 Sekunden vor Schluss den Ball aus der eigenen Hälfte "mit 180 km/h" (Zitat gegner. Trainer) in den Winkel gejagt. Anschließendes Siebenmeterschießen fast schon folgerichtig gewonnen.


    Ein absolutes Brett war das und wahrscheinlich das krasseste Finish , welches ich in meiner Laufbahn erleben durfte.

    Wenn ich grundlegende Aspekte des Spiels (bspw. Technik/Individualtaktik) automatisiert beherrsche habe ich mehr geistige Kapazität für anspruchsvollere Vorgänge (z.B. Mannschaftstaktik), die dem Spieler mehr aktives Denken abverlangen.


    Wenn ich im Gegenpressing die richtige "Mentalität" (automatisierte Individualtaktik) habe, dann kann ich mich voll auf mein Zugriffsverhalten (Gruppen-/Mannschaftstaktik) konzentrieren.


    Ich habe zu wenig detailliertes Wissen über die neuronalen Auswirkungen von differenziellem Lernen (solltest du da was lesenswertes haben, immer her damit) um jetzt darüber philosophieren zu können, wie viel Varianz noch was bringt und ab wann es zum Selbstzweck wird.

    Wenn ich eine Form mit ausreichender Komplexität (bzw. Spielerzahl) wähle entseht eine entsprechende Differenzierung der Spielsituationen. Das zeichnet ja gerade eine gute Spielform aus. Dass sie ohne zu viele Regeln, das Trainingsziel möglichst oft und spielnah darstellt. Und wenn ich eine solche habe, dann brauch ich sie auch nicht mehr so sehr zu verändern.


    Die Aufmerksamkeit wird auf die Erklärung des Trainers bzw. auf die veränderte Aufgavenstellung gelenkt anstatt auf das eigentliche Trainingsziel gelenkt.


    Ein Fußballer braucht, bei aller Spielintelligenz, Automatismen. Denn Spielintelligenz kann nur die Fähigkeit sein aus einem breiten Werkzeugkasten das richtige Werkzeug auszuwählen. Und diese Werkzeuge müssen dann automatisiert ablaufen, sodass ich als Spieler in der Lage bin, meinen Fokus auf "höhere" Ebenen des Spielgeschehens zu richten.

    Das heißt aber logischerweise nicht, dass ich taktische Inhalte isoliert trainiere. Im Gegenteil läuft mein Training fast immer in Spielformen ab.


    Wir sind was den differentiellen Ansatz angeht denke ich auf der selben Wellenlänge. Meine These ist nur, dass ich dafür keine Variation der Spielform benötige, da eine gute Spielform bereits für die entsprechende Varianz sorgt. Die Vorteile bei (moderater!) Wiederverwendung von Spielformen hab ich oben bereits beschrieben.

    Die gleichen Übungen/ Spielformen zu wiederholen mache ich auch (fast ) garnicht. Machbar wäre es aber, wenn die Kids Spaß dran haben. Kids fragen öfter nach, ob Sie diese oder jene Spielform nochmal machen könnten. WEnns dann passt mache ich es auch. Grundsätzlich bin ich aber immer dafür, Spielformen und Übungsformen nicht zu wiederholen. Bis aufs Rondo zu Beginn zum Aufwärmen, auch da gibts Variationen en masse, aber ab und zu wiederholt es sich.

    Sehe ich etwas anders. Grundsätzlich ist das variieren von Übungen/Spielformen hin und wieder wichtig. Aber grundsätzlich haben Spielformen, die bereits verinnerlicht wurden einige Vorteile. Einerseits fällt die Erklärung durch den Trainer weg, was wertvolle Trainingszeit und Aufmerksamkeit der Spieler spart. Außerdem haben die Spieler den Sinn der Übung bzw. die Coachingpunkte bereits verstanden. Hier kann der Schwerpunkt der Übung besser vertieft werden. Denn auch taktische Inhalte müssen durch häufige Wiederholung eingeschliffen werden, damit sie automatisiert sind.


    Also: Variation ja, aber nicht als Selbstzweck.

    Du beschreibst meines Erachtens in erster Linie taktische Defizite.


    Welche Grundordnung spielt ihr denn? Wie wollt ihr euer Mannschaftliches anlaufen organisieren (Pressinghöhe, Lenken etc.)? Das sind fragen die du erst einmal für dich selbst beantworten solltest. Gruppentaktik gehört in das Training einer U12 Mannschaft rein. Ich würde mich nicht scheuen, auch mal ein paar Minuten mit einer Handlungsstrukturanalyse zu verbringen und den Jungs konkret bestimmte Zuständigkeiten aufzuzeigen. Insbesondere wenn das 1 gegen 1 schon sehr gut beherrscht wird.

    Ich persönlich bin der Ansicht, dass im Aufbaubereich (U12-U14) Angriffspressing (Pressinglinie kurz vor gegn. Strafraum-nicht zustellen!) das Mittel der Wahl ist. Wenn die Jungs das verinnerlicht haben, wird es kaum zu Unklarheiten in der Zuständigkeit kommen. Stattdessen hast du sehr viele Zweikämpfe (bzw. 1v1) und Drucksituationen.


    Das andere Problem ist da schon etwas komplexer.

    Erstmal ist da die Entscheidungsfindung. Wenn ich keine konstruktive Idee mit dem Ball habe, dann schiebe ich ihn irgendwo hin ("Mach du mal, mir fällt nichts ein"). Das ist natürlich suboptimal, da der Mitspieler meist auch keine klaren Optionen hat. Hier muss ich (->Gruppentaktik) meinen Spieler die Fähigkeiten vermitteln durch Bewegungen mit oder ohne Ball Lösungen zu kreiren. Konkret kann das Hinterlaufen, Kreuzen/Gegengleiches Laufen der Stürmer, Lauffinten, Steil-Klatsch, Doppelpass (bzw. 3.Mann) etc. sein.


    Oft ist es aber auch so, dass Passwinkel oder Abstand des Mitspielers einfach nicht gut ist. Ein Mitspieler der zu nah bei mir ist, dem kann ich keinen scharfen Pass zuspielen. Für diese Thematik müssen die Spieler ein Gefühl entwickeln: Wann und Wo biete ich mich an? Mit welchem Tempo? In welchen Fuß muss der Ball gespielt werden, dass mein Mitspieler das Spiel sauber fortsetzen kann?


    Ein letzter Punkt ist technischer Natur. Meines Erachtens unterschätzen viele Trainer im isolierten Techniktraining die Wichtigkeit von einer enorm hohen Qualität in der Ausführung. Wenn ich schon eine isolierte Passform mit meiner Mannschaft mache, dann muss jedes einzelne individualtaktische und technische Detail gefordert werden. Denn wenn ich ohne Gegnerdruck es nicht schaffe gute Bälle zu spielen, dann wird das im Spiel erst recht nicht klappen.


    Das was du mit "Nachsetzen" beschreibst (wenn ich dich richtig verstehe) ist für mich Gegenpressing. Wenn du Angriffspressing spielst, dann wirst du eher keine Probleme damit bekommen, das rein zu bekommen, da die Spieler eh meistens sehr aktiv verteidigen müssen. Kann man aber auch alles ganz gut trainieren.


    Methodisch würde ich mir das in etwa so vorstellen:


    Aufwärmen 1: Beliebige Passform bei der an einer oder mehreren Stellen vom Spieler der den Pass spielt etwartet wird dass er dem Ball nachgeht und Druck auf den angespielten Spieler erzeugt, dieser löst sich in vorgegebener Weise aus dem Druck. Der anlaufende Spieler agiert zwar nur teil-aktiv, soll aber auf jeden Fall in hohem Tempo durchlaufen. (Alternativ kannst du hier auch Bewegungsschule machen. Ich finde Passformen am Anfang halt ganz cool).


    Aufwärmen 2: Felderwechsel-Rondo (Überzahl Mannschaft geht ins Gegenpressing -> Unterzahl Mannschaft spielt Ball in anderes Feld))


    Hauptteil 1: Drei Mannschaften. Zwei Spielen gemeinsam auf Ballhalten, drittes Team darf nach Ballgewinn auf ein oder mehrere Tore kontern.


    Hauptteil 2: Spiel auf zwei Tore. Spielfeld wird eingeteilt in drei Zonen parallel zur Grundlinie. Tore dürfen nur erzielt werden wenn sich alle Spieler im letzten Drittel befinden. Die Abseitsregel gilt allerdings auch bereits ab dem zweiten Drittel. Durch diese Spielform werden die Spieler dazu gezwungen nach einem Ballverlust sofort nachzugehen, da der Raum im eigenen Rücken enorm groß ist.


    Abschluss: wettkampfgemäße Spielform



    Das Kontern nach einem (hohen) Ballgewinn lässt sich mit entsprechenden Spielformen relativ gut simulieren, wenn du weißt wie du presst und dementsprechend auch reproduzierbare Ballgewinne hast.


    Ich hab jetzt hier auf weitere konkrete Übungen verzichtet, sollte da Interesse bestehen kann ich evtl. nochmal was dazu posten. Grundsätzlich ist google da aber sehr ergiebig. Viel wichtiger ist das dazu passende Coaching und der dahinterstehende "rote Faden".

    Wenn das selbstständige entscheiden, wer Verteidiger ist, bei den Spielern klappt, dann ist das natürlich gut. Ich bin allerdings ein Fan davon, bei der Übungsorganisation klare Vorgaben zu machen um den Fokus auf den eigentlichen Trainingsinhalt zu lenken. Bei mir würde wohl der Spieler zum Vertidiger werden, der nicht aufs Tor geschossen hat.


    Ich würde eher zum 2 gegen 2 als zum 3 gegen 2 steigern. Ersteres passt doch besser zu den Trainingsschwerpunkten als ein 3 vs 2. Das 3v2 ist schon sehr stark taktisch geprägt, während beim 2v2 das Zweikampfverhalten und die Kreativität stärker im Vordergrund stehen.

    Evtl. kannst du die Entscheidungsfindung durch einen zweiten von hinten einstartenden Verteidiger (->Zeitdruck) erschweren.

    Das hängt sehr davon ab, wie die tatsächliche Trainingsqualität in eurem Heimatverein ist.


    Und auch wenn ich ungerne Ferndiagnosen mache, deine Ausführungen lassen den Schluss zu, dass die Trainer wohl auf keinem besonders hohen Niveau arbeiten.


    Einen Spieler gegen vier Jahre ältere spielen zu lassen ist, ehrlich gesagt, ziemlich schlecht. Auch die Aussage er würde "zum festen Stamm gehören" (sollte es in der F nicht geben!) macht mich etwas stutzig. Diese Aspekte widersprechen grundlegenden Regeln im Kinderfußballtraining.

    Nichtsdestotrotz ist es schwer hier ohne Einblick in das Training tatsächlich eine Aussage zu machen.


    Thema Geld:


    40€ im Monat ist immer noch weniger als halb so viel wie für Klavierstunden o.ä.

    Qualität kostet halt meistens Geld. Und diese würde ich bei der Betreuung meiner Kinder dann doch erwarten.


    Die Fußballschulen der Lizenzvereine gehören noch nicht zum eigentlichen Leistungszentrum. Dennoch wird i.d.R. auch hier auf gut ausgebildete Trainer geachtet, weswegen ein hohes Niveau im Training meist sichergestellt ist.


    Der Vollständigkeithalber sei gesagt:


    In diesem Alter gibt es definitiv andere Prioritäten als die fußballerische Entwicklung. Nur Kinder bei denen der Spaß am Sport erhalten bleibt (->Spiel mit Freunden!) werden später erfolgreich sein. Die entscheidenden Schritte in der Ausbildung werden zwischen D und A Jugend gelegt. Hier ist die Qualität der Ausbildung oberste Prio, davor eher untergeordnet.


    Die meisten späteren Profis (auch wenn das in diesem Fall nicht das Ziel sein kann) wechseln erst zw. U11 und U15 ins NLZ

    Im Grunde hast du Recht, dass ich im Gegenpressing auch einen langen Ball verhindern kann. Um mich jetzt dazu wirklich altersspezifischzu äußern bin ich aber vom U10 Fußball zu weit weg bzw. weiß ich zu wenig über die Tatsächliche Qualität der Mannschaft.


    Allerdings:


    Negatives Umschalten ist ja nicht nur Gegenpressing. Es gibt ja auch ein "danach". Wie verhalte ich mich wenn der Gegner das Pressing ausspielen konnte und evtl. in Über-/Gleichzahl auf mich zurennt? Auch wenn das bereits Gruppentaktaktisch ist, so ist es doch wichtig auch in diesen Situationen früh Erfahrungen zu sammeln. Das gehört für mich zur Entwicklung von Spielintelligenz.


    Da ich Andre's Beitrag gerade sehe:


    E-Jugend heißt nicht "Schwerpunkt offensives 1 gegen 1". Das defensive 1gegen1 ist hier gleichberechtigt. Und wenn mein Gegner nunmal alle Bälle weghaut, trainiere ich kein Defensivverhalten.

    Selbstverständlich wirkt sich die Spielweise des Gegners auf die Entwicklung der Spieler aus. Im Fußball geht es immer darum auf Verhaltensweisen/Aktionen des Gegners zu reagieren. Und je besser diese Verhaltensweisen sind, umso schwieriger wird es für meinen Spieler hier gute Lösungen zu finden...und ich behaupte, dass das dann zu einer Weiterentwicklung führt.

    Gegen einen solchen Gegner benötigst du Spieler, die in der Lage sind 1gg1 Situationen für sich zu entscheiden. Denn letzten Endes kannst du nur durch Passspiel auf so engem Raum kaum Übezahlsituationen kreiren, welche dann zu Torchancen führen. Andererseits glaube ich kaum, dass die gegnerischen Teams taktisch so versiert sind, dass deine Jungs konsequent gedoppelt werden.


    Ermutige deine Jungs also mutig offensive Zweikämpfe zu führen, insbesondere in der Nähe des gegnerischen Tores, auch auf die Gefahr hin den Ball zu verlieren.


    Ich sehe das ganze übrigens nicht ganz so wie die beiden Kollegen über mir. Auch im Kleinfeldfußball gibt es vier Spielphasen die es zu trainieren gilt. Und bei so einer Spielweise liegt der Fokus für euch ausschließlich auf "Eigener Ballbesitz". Das ist zu wenig. Spieler müssen auch lernen in Umschaltsituationen handlungsschnell zu agieren. Und wenn der Gegner die Bälle nur wegkloppt, dann gehen diese Situationen naürlich flöten.

    Macht Testspiele gegen stärkere Mannschaften aus. Achtet dabei aber darauf, dass der Gegner wenigstens einigermaßen versucht Fußball zu spielen.

    Es stimmt, dass ich beim 3v1 ausschließlich Pässe über kurze Distanz habe. Ich bin gerne bereit auch Spielformen zu posten in denen Steil-Klatsch Kombinationen vorkommen. Nur müsste ich da zeichnen, scannen, hochladen... Da steckt dann auch ein gewisser Zeitaufwand dahinter. Wenn die Frage danach ernst gemeint war, bin bin ich gerne bereit mir die Arbeit anzutun. Natürlich wird die Anzahl der Wiederholungen darunter leiden, weil mehr Spieler involviert sein müssen. Das ist aber bei einer Übung das selbe. Um Steil-Klatsch Situationen üben zu können, brauche ich mindestens 3 Spieler. Somit habe ich verglichen mit der Gassenform (2 Spieler, ein Ball = 50% Kontakte) wesentlich weniger Kontakte (3 Spieler, ein Ball = 33% Kontakte).

    Absolut Richtig. Falls ich mich nicht klar ausgedrückt haben sollte, möchte ich dies nun klarstellen. Das Rondo galt hier wirklich nur als Beispiel, weil es sich seht gut eignet zu zeigen, dass die Kontaktzahl auch bei Spielformen sehr hoch sein kann. Grundsätzlich gefallen mir Spiele mit "Spielrichtung" auch besser, weil spielnäher.

    Also wegen mir musst du das jetzt nicht machen. Ich bin überzeugt, dass ich in der Lage bin entsprechende Spielformen selber zu entwickeln.


    Ganz spontan würde ich an ein 4 gg 4 + 2 (2 Anspieler neben dem gegn. Tor) denken.

    Die Anspieler müssen direkt spielen.

    Mit ein bisschen mehr Aufwand könnte man evtl. auch ein Zonenspiel o.ä. machen.


    Oder ganz einfach: Man lässt eine beliebige Zahl an Spieler in einem extrem engen, aber langen Feld spielen und verbietet das spielen hoher Bälle(+evtl. Begrenzung auf 2 Kontakte). Hier müssen die Spieler automatisch versuchen Spielfortsetzungen in die Tiefe zu finden.



    Aber um mal zur ursprünglichen Diskussion zurück zu kommen.

    Eine Übungsform (sog. "11 gg 0") bietet mir hier die Möglichkeit den Spielern aufzuzeigen zwischen welchen Positionen ein Steil-Klatsch (-Steil) Sinn macht und zwischen welchen eher nicht.

    Denn bei deinen Argumenten bzgl. der spielnähe von Übungsformen fehlt mir der Aspekt des spielgemäßen Raums. Ein Rondo als solches wird es im Spiel so nie geben, während ich Übungsformen so gestalten kann dass sie den idealen taktischen Abläufen im Spiel möglichst nahe kommen. Hier kann ich im Idealfall den Bezug zum "großen Spiel" schaffen.


    Ich möchte das nochmal deutlich machen: Mir geht es nicht darum Trainingseinheiten zu entwickeln, die nur aus Übungen bestehen. Solche Formen kommen auch bei mir im Aufwärmen und maximal einmal im Hauptteil vor. Gleichzeitig möchte ich aber das ideale Training, und da, so ist meine Vorstellung iM, haben auch Übungen einen Platz.

    Lieber Effzeh


    Kann man das pauschal wirklich so sagen?

    Wenn ich an meine Trainings so denke, hatte ich selten das Gefühl, dass meine Spieler nach den übungen regeneriert waren...

    Daher bin ich mir hier nicht sicher, was der Turek da wirklich gemeint hat.

    Dann sind die Übungen unpassend gesteuert. Zu kurze Standzeiten, zu große Laufdistanzen etc.


    Eine Übung kann ich immer derart gestalten, dass sie zum (athletischen) Trainingsziel passt. Da ist alles von Regeneration bis Schnelligkeitsausdauer möglich.

    Bei einer Spielform bin ich immer von der Leistungsbereitschaft/-fähigkeit der Mannschaft abhängig und, ehrlich gesagt, eine Spielform mit halber Intensität würde ich nicht machen.

    Bei einem Rondo 3 gg 1 hast du ausschließlich Pässe über kurze Distanz, die in den (Vorder-) Fuß gespielt werden. Wie bekommst du denn in eine Spielform bspw. ein Steil-Klatsch (lange Distanz), einen Pass in den Lauf, Die Verarbeitung eines hohen Balls etc. ohne das bei dir die Anzahl der Wiederholungen leidet.


    Da "Fußball durch Fußball" von Henseling und Maric oben als Argument angeführt wurde. Auf S.148 und 149 zeigen auch sie auf, dass Übungsformen in der Trainingsgestaltung durchaus ihre Berechtigung haben.

    Skriwer


    Ich denke, dass es sehr wichtig ist sein Training inhaltlich kohärent zu gestalten. Und dann erscheint es mir logisch, dass Übungs- und Spielformen inhaltlich zueinander passen. In welcher Gewichtung ich diese dann nebeneinander stelle lasse ich ja bewusst offen. Genau das soll ja Inhalt der Diskussion sein.


    Zum zweiten Punkt:


    Ok, da sind wir unterschiedlicher Meinung. Ich habe sehr positive Erfahrungen mit dem (maßvollen) Einsatz von isolierten Passformen gemacht. Natürlich in Kombination mit Spielformen (deswegen meine obige Formulierung).


    Ich wollte jetzt eigentlich noch deutlich mehr schreiben, aber AKjfv hat das für mich ja schon erledigt ?

    Strznievski


    Sehr toller Beitrag, du gehst sehr in die Richtung taktische Periodisierung. ME ist die größte Schwierigkeit hier, nicht nur Spielformen zu erstellen, sondern auch sie in einen sinnvollen Bezug zueinander zu bringen. Aber grundsätzlich ist es auch meine Vorstellung mein Training entsprechend zu organisieren.


    HansMcMans


    Also ein Trainer der 90 Minuten nur Übungen macht, den würde ich jetzt auch nicht Ernst nehmen. Aber es geht hier in erster Linie um die Gewichtung von beidem. Dass sich beide ergänzen müssen, ist ja logisch.


    Strznievski spricht von spielnahen Übungen mit Gegnerdruck als einzige Form der Übungen.
    Ich denke schon, dass Übungen als isolierte Formen, durchaus ihre Berechtigung.

    Insb. beim Passspiel muss besonderes Augenmerk auf Aspekte wie Passschärfe, Passspiel in den richtigen Fuß, Kommunikation, Ballmitnahme und andere individualtaktische liegen. Das in einer Spielform zu automatisieren wird äußerst schwierig.


    fussipapa


    Um eine Finte anzuwenden muss ich sie trotzdem zuerst erlernen. Einfach so wird das wohl kaum ein Spieler von selber hinbekommen.



    Vielleicht können wir unsere Fragestellung konkretisieren. Bei welchem Spieler/Schwerpunkt/Entwicklungsstand ist eine Übungsform besser und wo ist die Spielform die sinnvollere Variante.

    Wir sind zu zweit. Ich bin Co-Trainer.


    Kommt sehr auf den Trainingstag in der Woche an. Montags arbeiten wir teilweise fast ausschließlich in Spielformen (Rondos, Überzahl etc.), bis auf Koordination mit der Leiter. Mittwoch/Freitag, wenn wir taktische Schwerpunkte erarbeiten, wird teilweise auch mehr in isolierten Übungsformen trainiert. Besonders wenn dann Freitag vorm Spiel Training ist achten wir natürlich darauf, dass die Intensität nicht zu hoch ist. Da eignen sich Übungsformen natürlich besser.


    Ich bin ein bisschen am Grübeln im Moment, weil ich nächste Saison wieder eine eigene Mannschaft übernehmen will.

    Ich möchte dass da auch eine gewisse Philosophie dahintersteht.

    Meine ursprüngliche Definition Übungs- vs. Spielform war nur der Klarheit wegen gedacht. Ist ja logisch, dass jeder da andere Vorstellungen zu hat.

    Meine Jungs wollen am liebsten von 1. bis zur letzten Minute ein Spiel, so wie auf der Strasse.

    Es hängt sehr davon ab, ob du eher den Breitensport oder den Leistungssport trainierst.

    Wie meinst du das genau?

    Hallo miteinander,


    Ich hab mir in den letzten Tagen einige Gedanken zum Thema Trainingsgestaltung bzw. Gewichtungvon einzelnen Aspekten in der täglichen Arbeit gemacht.


    Es geht um die Aufteilung des Trainings in Übungs (hier: alles was ohne Gegnerdruck stattfindet) und Spielformen (alles was mit echtem Gegnerdruck gespielt wird).


    Es ist extrem auffälig, dass es hier oft sehr "extreme" Herangehensweisen gibt. Die Münchner Fußball Schule legt sehr viel Wert auf Übungen, während bspw. Maric und Henseling in "Fußball durch Fußball" möglichst ausschließlich Spielformen trainieren lassen will.


    Es wird hier wohl keiner eine Non-Plus-Ultra Lösung liefern, aber ich würde trotzdem gerne mal die Unterschiedlichen Meinungen dazu hören.