WAS...versteht ihr unter Zweikampf/Zweikampfverhalten überhaupt. Ich möchte zunächst mal diese Frage stellen, weil...ich glaube, dass diese Begrifflichkeiten von vielen Trainern ODER von Mir wohl falsch verstanden werden.
Aus meiner Sicht gibt es bei dieser Begrifflichkeit kein "falsch", sondern bestenfalls ein "anders" verstehen. Soweit mir bekannt ist, gibt es keine einheitliche Definition des Begriffs Zweikampfverhalten.
Das beschriebene Ablaufen ist sicher eine Art der Zweikampfführung. Zumindest aber doch in bestimmten Situationen, wie etwa Standards (Einwurf, Ecke, Freistoß) ist ein Ablaufen schlicht nicht möglich. Hier kommt es, wie @fak sicher meint, auf Körperkraft und deren sinnvollen Einsatz an. Im KiFu sind solche Situationen aus meiner Sicht zu vernachlässigen, aber in den älteren Jahrgängen und im Erwachsenenbereich ist es schon von Bedeutung, sich nicht einfach vom Gegenspieler weg schieben zu lassen und stattdessen den Ball sicher zu behaupten.
Auch wenn es nicht zur Fragestellung gehört, möchte ich mich als Fan eines sauberen Tacklings outen (natürlich nicht im KiFu). Ich habe den Eindruck, dass dieses Mittel von verschiedenen Seiten in Verruf gebracht wurde und nunmehr auch in der Trainerschaft verpönt ist. Sprüche wie "wer grätschen muss hat vorher etwas falsch gemacht" oder "wer grätscht ist zu langsam" höre ich häufiger. Das mag vielleicht stimmen, aber deswegen kann ich es doch trotzdem den Spielern beibringen. Das häufig angeführte Verletzungsrisiko ist aus meiner Sicht nur dann gegeben, wenn Spieler zum Tackling ansetzen und nicht wissen, wie es richtig geht. Dann wird blind rein geschrubbt, mit den sich daraus ergebenden Konsequenzen. Ähnlich wie das richtige Ablaufen eines Balles, bedarf nämlich auch das richtige Tackling der fundierten Vermittlung durch den Trainer. Interessant finde ich in diesem Zusammenhang, dass ein Vidal dafür gefeiert wird, eben dieses Mittel so gewinnbringend einzusetzen. Ich konnte ihn mehrfach live sehen und kann sagen, dass die allermeisten Tacklings sauber sind.
Das ganze Thema erinnert mich ein wenig an die Diskussion, dass wir in Deutschland keine Dribbler haben, die mutig ins 1 gegen 1 ein. Aus meiner Sicht wurde in den vergangenen Jahren schon viel zu früh der Schwerpunkt auf das Passspiel gelegt, Ergebnis: wir haben kaum noch echte Dribbler. Und beim Tackling sehe ich eine ähnliche Entwicklung.
