@Schmabel
Wenn deine Spieler einen sauberen Innenseitpass über 5-10 m hinbekommen, dann sollte das für diese Alterklasse ausreichen. Altersgemäß liegt der Schwerpunkt auf Dribbeln, Ballan- und -mitnahme, Schießen und Passen. Letzteres allerdings in der richtigen technischen Ausführung.
Sicher gibt es Kinder, die schon Doppelpässe spielen. Sicher gibt es auch Mannschaften, die es in dieser Altersklasse schon sicher beherrschen. Nimm das so hin. Wenn es deine Spieler noch nicht können, ist dies nicht unnormal.
Bei mir im Team spielen die beiden Jüngsten Doppelpässe, ohne dass ich es jemals mit ihnen besprochen oder gar geübt hätte. Sie können es einfach. Alle anderen können es nicht. Und es würde sie überfordern, wenn ich es von Ihnen verlangen würde.
@Brechstange
Deine Wahrnehmung kann ich nicht teilen. Alles was hier in der Region im gehobenen Nachwuchsnieveau spielt, verfügt über ein sehr gutes Passspiel, auch unter Druck, inzwischen immer mehr beidfüßig.
Beim Dribbling sieht die Sache anders aus. Erstens, so mein Eindruck, wird von vielen Trainer das Passspiel gefordert, das Dribbling eher "untersagt", zweitens haben viele Spieler auch nicht den Mut ins Dribbling zu gehen. Gerade bei den Defensiven sehe ich sehr selten ein gegnerüberwindendes Dribbling.
Wenn man weniger Dribblings sieht, kann man auch schlecht einschätzen, wie es mit den Dribbelfähigkeiten aussieht.
Aus eigener Erfahrung sage ich, dass es mit zunehmenden Alter schwieriger wird, den Spieler den Mut und das Selbstvertrauen zu vermitteln, ruhig das Dribbling zu versuchen, anstatt die "sichere" Alternative Passen zu wählen.
Beiträge von Grätsche
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@Mapo
Ich finde es gut, sich im Forum sachlich auszutauschen. Weder hab ich etwas von montagsdepressiv noch von keinen Bock auf Fußball geschrieben. Meine Formulierung war "ungünstig".
Deinen Erfahrungsschatz mit dieser Altersgruppe kenne ich nicht. Meine Erfahrungen sehen so aus, dass die Kinder montags durch den Wind sind. Das liegt einerseits am Wochenendverhalten mit langem Aufbleiben, vielleicht die halbe Nacht am Zocken, sonntags lange im Bett bleiben und montags dann wieder früh raus müssen. Immer wieder bestätigen mir Lehrerinnen und Lehrer, welch Kampf es montags fast immer ist. Hinzu kommt, dass in dieses Alterklasse der Kampf um die Zulassung zum Gymnasium im vollen Gange ist. Häufig werden über das Wochenende keine Hausaufgaben aufgeben, dafür aber innerhalb der Woche und nach meiner Erfahrung gern montags.
Bei übermüdeten und vielleicht überdrehten Kindern, die nach dem Training eventuell noch Hausaufgaben machen müssen, wundert es mich nicht, wenn die Übungen länger dauern.
Bezüglich der Wettkampfformen habe ich nur meine Bedenken geäußert, weil ich es schon häufig erlebt habe, dass Trainer schnell voran kommen wollen in der Ausbildung. Klar macht es den Kindern Spaß, aber wenn der Trainer nicht korrigiert, schleifen sich gerade durch den Zeitdruck Fehler ein, die hinterher schwer zu korrigieren sind. Bsp. Schusstechnik. Sehe es immer wieder, dass Trainer Fehler nicht erkennen und meinen die Kids haben die Technik drauf, dann die Druckdimensionen erhöhen und im Punktspiel werden die Kids angebrüllt, sie sollen gefälligst ordentlich schießen. -
@yvdreger
Du trainierst also montags? Der Hinweis wäre zu Beginn nicht schlecht gewesen.
Diesen Tag halte ich bei einer U 11 für ungünstig. Da wundert es mich nicht, dass die Spieler manchmal nicht so richtig zu motivieren sind bzw. länger als geplant für eine Übung brauchen.
Kannst du das Training vielleicht verlegen?
Wann spielt ihr gewöhnlich, samstags, sonntags oder gemischt? -
Wenn du nur 60 Min. hast, dann würde ich die Erwämung auf 10 Min. kürzen, das geht bei E-Junioren.
Abschlussspiel wären dann auch nur 10, max. 15 Min. Somit hast du 35 Min. Die würde ich im Haupteil auf 2 Übungen aufteilen, bei denen nicht umgebaut werden muss.
@Steini
Technikübungen in Wettkampfformen sind sicher gut gegen Langeweile, aber gerade wenn die Technik noch nicht richtig sitzt, was in dem Alter häufig der Fall ist, besteht bei bei Wettkämpfen die Gefahr, dass geschludert wird. -
Vor Jahren hatte ich einen doppelten Bänderiss im Sprunggelenk. Es gab zwei Alternativen: 1. konservative Behandlung ohne OP, nur mit Ruhigstellung. So scheint es bei deinem Sohn gelaufen zu sein. 2. OP mit Vollnarkose. Bei 1. wäre ich 6 Wochen mit Gips ruhiggestellt worden, ohne das klar war, ob es danach wieder geht. Habe mich operieren lassen, 3wochen tägliche Reha und stand nach knapp 7 Wochen wieder auf dem Platz.
Also Reha bzw. Physio sehe ich als unbedingt notwendig an. -
Aber wenn eine Übung bei Dir 20 min geht, wie machst Du das dann bei einer Trainingszeit von 1h.
Da schaft man ja gerademal eine evtl. zwei ÜbungenBei uns dauert ein Training 90 Min.
Erwärmung ca. 15 Min, Abschlussspiel ca. 15-25 Min. Also habe ich 50 - 60 Min. für den Haupteil. Jeweils zwei Grundübungen a 20 Min. bedeutet ca 10 - 20 Min. für die Abwandlungen. -
1 Station Spielnah und 1 Station Technik, je 2 Gruppen waren an der Spielnahen Station und 1 Gruppe an der Technikstation. Nach jeweils 4Minuten hat eine Gruppe getauscht.
4 Minuten erscheinen mir zu kurz.
Für Hochintensive Spiel- oder Übungsformen setze ich 5-10 Minuten an. Dazu ist aber zu sagen, dass ich damit die reine Übungszeit meine. Gerade bei neuen Abläufen lasse ich die Übung erst einmal langsam durchlaufen, damit sie von (fast) allen verstanden wird. Dann startet die Übungszeit. Bei weniger intensiven Inhalten läuft eine Übung auch schon mal 20-25 Minuten ohne Veränderungen. So bleibt Zeit für Korrekturen oder ein Frage-Antwort-Spiel.
Was genau haben deine Stationen denn beinhaltet?
Gerade bei der Technikschulung muss aus meiner Sicht genug Zeit für Wiederholungen und ggfs. Korrekturen bleiben. Da plane ich mind. 20 Min. ein (mind. 10 Min. Grundform, mind. 10 Min Abwandlung). -
Hallo @yvdreger,
zunächst einmal finde ich es gut, dass du dein Training reflektierst und überlegst, wie du es verbessern kannst.
Ganz allgemein ist das Training bei den E-Junioren häufig von der Tagesform abhängig. Bei meiner Truppe merke ich es, wenn sie nach den Ferien wieder in die Schule müssen. Das frühere Aufstehen und der Unterricht führen dazu, dass sie sich nachmittags kaum noch konzentrieren können. Da klappen selbst die einfachsten Übungsformen nicht mehr und daraus entsteht dann Unruhe. Auch führt die fehlende Konzentrationsfähigkeit bei einigen Kids dazu, dass nur noch geblödelt wird.
Wenn ich merke, dass der Großteil der Truppe einfach zu kaputt ist von der Schule, dann breche ich die Übungen auch mal ab und mache stattdessen ein/zwei Spielformen.
Um auf deinen Frage nach der Übungsanzahl zu kommen: 1-2 Übungen in der Erwärmung, dass ist mal ein Lauf-ABC, mal eine Spielform, hängt immer vom Schwerpunkt ab. I.d.R. habe ich im Hauptteil 2 Grundübungen, zu denen ich jeweils ein bis zwei Abwandlungen einbaue. Meistens habe ich noch weitere Abwandlungen in der "Schublade", falls die Übungen zu schnell durchlaufen. Das sind meist nur kleine methodische Eingriffe, die aber neue Reize setzen. Mitunter lasse ich einzelne Übungsformen aber auch so lange laufen, bis sie 100 % klappen (hängt aber immer von der Situation und Konzentration ab.
Zum Abschluss dann eine Spielform, ab und zu mit Abwandlung.
So komme ich auf 4 bis max 8 Übungen, wobei es halt meist nur Abwandlungen sind.
Bei jüngeren Mannschaften hatte ich auch schon mehr Übungen, weil aufgrund der geringeren Konzentrationsfähigkeit ein häufigerer Wechsel notwendig sein kann. -
Das dies so abläuft liegt aber nicht am Kind, sondern am Trainer der den Spieler genau da hinstellt und ihn wegen der hohen Trefferquote spielen lässt, faktisch also am Gewinndenken eines Erwachsenen.
Da bin ich bei dir.
Dies liegt aber bei mir an mehreren Faktoren:
- keiner spielt ein ganzes Turnier als Stürmer, sondern wir rotieren vom Torwart bis zum Stürmer komplett durch
- keiner meiner Spieler hat eine so kleinen BewegungsradiusLeider ist dies aber die Ausnahme. Ich kenne hier im Umkreis von 30 Km keine Mannschaft, wo dies im F-Juniorenalter praktiziert wird.
Trotz allem sind es Kinder die sich über Preise freuen.
Richtig. Aber wenn nur ein Torwart, der beste Torschütze und der beste Spieler geehrt wird, gucken ganz viele Kinder in die Röhre. Deshalb finde ich es besser, wenn alle Kinder bei einem Turnier Medaillen erhalten. Das kostet zwar i.d.R. etwas mehr als ein paar Pokale, dafür hat jedes Kind etwas davon.
Bzgl. Alleingänge - bei mir darf jeder Spieler so viel dribbeln/fummeln wie er will. Nur so lernen Sie 1vs1 Situationen zu lösen.
Auch da bin ich bei dir. Der Unterschied zur von mir geschilderten Situation ist aber der, dass es dem Spieler vorliegend nur um den Pokal ging und das er deshalb nicht nach der für den Mannschaftserfolg besten Lösung suchte, sondern ausschließlich die Alleingänge versuchte. Durch die Prägung von Vater und Trainer war er schon so weit, dass er gar nicht mehr hinterfragte, ob es eine andere Lösung gibt.
Der von dir beschriebene Weg soll ja dazu führen, dass die Spieler selbst erkennen, ob es Sinn macht zu dribbeln oder abzuspielen. Genau dieser Lerneffekt wird aber meiner Ansicht nach durch die Individualauszeichnung bester Torschütze zumindest erschwert. -
Den Torschützenkönig finde ich okay, denn das ist etwas eindeutiges messbares,
Messbar vielleicht ja, aber die Torerzielung ist doch im Kontext zur Mannschaftsleistung zu sehen. Wie oft kommt es vor, dass sich die Mannschaft den Hintern aufreist, um den "Vollstrecker" frei zu spielen, der einen Bewegungsradius von 2 qm hat, aber mit seinem strammen Schuss viele Buden macht?! Und dieses Verhalten wird noch belohnt, in dem es einen Pokal dafür. Die "Erfolgsgeschichte" endet dann spätestens mit dem Wechsel auf das Großfeld, weil diese Spielweise dann nicht mehr funktioniert. Über Jahre hinweg wurde der Spieler für sein Verhalten gelobt und ausgezeichnet und plötzlich spielt er keine Rolle mehr. Ich kenne einige dieser Schicksale, auch auf höherem Niveau. Genau diese Auszeichnungen als bester Torschütze sehe ich mit als Ursache dafür an.
Im Bambinibereich mag es so sein, dass das Spiel überwiegend von Einzelaktionen lebt. Dort mag die Gleichung viele Tor = guter Spieler vielleicht noch aufgehen. Aber bei den F-Junioren sehe ich das schon nicht mehr. Bspw. bei dem letzten F-Turnier gab es einen Spieler, der bereitet alle Treffer seines Teams so vor, dass seine Mitspieler zentral wenige Meter vor dem Tor abschließen konnten. Ausgezeichnet wurde aber wieder genau so ein "Vollstrecker", der keinen einzigen Defensivzweikampf bestritt und ausschließlich von der Vorarbeit seiner Mitspieler profitierte.
Ein anderes Bsp.: Ich begleitete den Sohn eines Freundes bei einem Bambiniturnier. Erste Frage nach Ankunft war, gibt es einen Pokal für den besten Torschützen. Ergebnis war, dass der Junge in dem Spiel nur Alleingänge startete, um den Pokal zu bekommen.
Aufgrund diverser Erfahrungen bin ich gegen Einzelauszeichnungen, auch wenn das seit Jahrzehnten so gemacht wird. -
@TW-Trainer
Hast du das gesamte Spiel gesehen? -
Habe das Tic Tac Toe mit meiner U11 gespielt. Es musste mit Ball bis zu den Ringen gedribbelt werden, dann Leibchen ab- bzw. umgelegt und zurück gedribbelt und den Ball an den nächsten übergeben.
Klappte prima, brachte Spaß und je länger es lief, um so clever wurden die Ringe belegt.
Nach der Übung kam dann raus, dass einige Kids die Übung aus dem Sportunterricht kannten (ohne Ball). -
Als neutralem Betrachter des Spiels Leverkusen-Dortmund war mir schon nach wenigen Minuten klar, dass Herr Schmidt die Partie nicht auf der Trainerbank beenden würde. Von der ersten Minute an machte er genau da weiter, wo er im Spiel gegen die Bayern aufgehört hatte. Da ich beide Spiele in voller Länge gesehen haben, kann ich mir ein ganz gutes Bild machen.
Sicherlich geht es auf diesem Level um sehr viel, aber das entschuldigt meiner Meinung nach nicht ein solches Auftreten. Ein Fußballlehrer muss sich seiner Verantwortung bewusst sein. Es sind zig Kameras auf einen gerichtet, die das Verhalten in die Welt projizieren.
Nach dem ganzen "Vorspiel" war die Reaktion genau richtig vom Schiri in meinen Augen. Letztlich war es vielleicht für Herrn Schmidt sogar besser, wer weiß wie die Situation ausgegangen wäre, falls der Schiri sich tatsächlich auf eine Diskussion eingelassen hätte. Aus meiner Sicht war es durchaus deeskalierend.
Aus eigener Erfahrung als Spieler kenne ich es nur zu gut, wenn junge Schiris auf dem Weg nach oben eine gewisse Arroganz ausstrahlten, um damit selbstsicher zu wirken. Im vorliegenden Fall konnte ich ein solches Verhalten nicht erkennen.
Ich hoffe sehr, dass der Vorfall zu einem Umdenken führen wird. Entscheidungen sollten im Nachhinein unter 6 oder 8 Augen besprochen werden, aber nicht öffentlich am Spielfeldrand. Ebenso nervt mich dieses ständige Diskutieren von Spielern. Wenn der Schiri entschieden hat, dann haben die Spieler die Klappe zu halten. Wäre sehr dafür, das Gelaber sofort zu ahnden. Aber das ist dann ein anderes Thema ... -
Naja - ich weiß ja nicht, ob du schon mal ein Mädchenteam gesehen hast - wir sind eine ordentliche Truppe und gegen manche Mädchenteams tun wir uns auch schwer (gut, die sind ein Jahr älter und dann auch noch der Nachwuchs eines Bundesligisten) - aber so pauschal würde ich das nicht behaupten - auch Mädchen können sehr gut Fußball spielen... meist sind sie sogar mental fitter und weiter als die Jungs im gleichen Alter - auch körperlich sind sie gerade im D-Jugend Alter weiter als die Jungs... daher: vorsicht ;-))
Genau. Deshalb schrieb ich auch:
Das Spiel gegen die Mädchenmannschaft ist auch eine gute Idee, sofern diese nicht deutlich stärker als dein Team ist.
Es kann gut sein, dass Jungs gegen Mädels etwas gehemmt wirken, hingegen Mädels sich richtig rein krachen. In meiner Truppe sind die Mädels deutlich "bissiger"
als die Jungs. -
Hallo @gipe2002,
ich denke hier ist der richtige Ort, um sich auch mal "auszukotzen".
Deine Situation kann ich gut nachvollziehen, mir ging es auch schon. Man schwankt zwischen Theorie (alle Kinder sollen spielen, Positionsrotation) und Praxis (die Kinder und Eltern verlieren den Glauben an sich).
Zu deinen Fragen:
1. Schwerpunkte
Finde ich vollkommen richtig. Ob nun 2 Wochen oder 4 Wochen würde ich vom Lernfortschritt abhängig machen. Gegenwärtig musst du dich wahrscheinlich mit kleinen Fortschritten zufrieden geben.
Wenn die Mehrheit diese kleinen Verbesserungen zeigt, würde ich zum nächsten Thema wechseln. Die Inhalte würde ich nach deinen Ausführungen anfangs nur leicht variieren, damit die Kinder zumindest eine Grundvorstellung von den Übungen haben.
2. Gruppenbildung
Da du von einem Co-Trainer geschrieben hast, bieten sich zumindest 2 Gruppen an, bei der geschilderten Beteiligung von 12-14 Kindern, erhältst du Gruppen von 6-8 Kindern. Das ist doch eine gute Arbeitsgröße.
3. Trainingsgestaltung
Das hängt wohl von der jeweiligen Philosophie des Trainers ab. Für das Erlernen von Grundtechniken nutze ich reine Übungsformen. Bei dir scheint es so zu sein, dass es bei einigen Spielern an elementaren Grundvoraussetzungen fehlt. Zumindest für diese Spieler halte ich reine Übungsformen ohne Gegnerdruck für wichtig, um die korrekte Ausführungen erst einmal zu erlernen. Natürlich werden reine Übungsformen vielen Spielern schnell langweilig, deshalb würde ich die etwas weiteren Spieler schon mit wettkampfgemäßen Übungsformen etwas mehr "kitzeln".
Bei Spielformen würde ich ebenfalls Gruppen bilden, max. 4 gg 4. Die Felder für die Schwächeren würde ich dabei etwas größer halten, damit sie weniger Raum- und Gegnerdruck bekommen und so langsam an Anforderungen herangeführt werden. Bei den Stärkeren würde ich den Druck schon etwas erhöhen, um näher an die tatsächliche Situation in den Wettspielen heran zu rücken.
Zur Frage, wie du merkst, ob deine Übungen zu einfach oder zu schwer sind, hat @d-rose1 ja schon Stellung genommen.
4. Wettspielsimulation
Ein 9-0 oder 9-4 ist aus meiner Sicht keine Wettspielsimulation, weil diese Situation im Wettspiel nicht auftritt. Wenn es darum geht, eure Grundformation zu erklären, damit die Spieler in etwa wissen, wer welche Aufgabe hat, ok. Aber viel Trainingszeit würde ich damit nicht "verschwenden".
Viel mehr bringen aus meiner Sicht Freundschaftsspiele gegen gleich starke oder etwas schwächere Mannschaften. Ihr habt doch sicher eine oder mehrere E-Junioren im Verein? Habt ihr schon mal gegen sie gespielt?
Das Spiel gegen die Mädchenmannschaft ist auch eine gute Idee, sofern diese nicht deutlich stärker als dein Team ist.
5. Psychologie
Zunächst ist es prima, dass die Trainingsbeteiligung trotz der vielen Niederlagen so hoch ist. Die Kinder trainieren also gern und wollen sich auch verbessern. Statistisch habt ihr in den 8 verlorenen Spielen 2-3 eigene Tore erzielt, und 10 Gegentore bekommen. Das ist doch gar nicht so schlecht. Hier würde ich ansetzen und die positiven Dinge, sprich Torerfolge herausstreichen.
Die Sprüche mit dem Fußball aufhören zu wollen, kommen überall vor. Du kannst deine Kinder einschätzen, meinen sie es ernst, oder ist es nur eine Aussage, um mal Frust abzulassen? Bei 16 Kindern könntest du es theoretisch verschmerzen, ein Kind auch zu verlieren. Ich hatte einmal eine ähnliche Situation. Da ich wusste, dass der Spieler absolut fußballverrückt war und niemals freiwillig aufhören würde, habe ich ihm gesagt, wenn er aufhören will, soll er es tun, aber er solle mit seinen Aussagen nicht weiter das Team runter ziehen. Es hat klick gemacht und fortan war Ruhe. So eine Ansage, würde ich aber nicht leichtfertig machen.
6. Stärken/Schwächen
Du schreibst von einem herausragenden und 2-3 guten Spieler. Desweiteren von vielen "Defensiven". Diese Eigenschaften würde ich erst einmal nutzen. Lass doch die Defensiven erst einmal überwiegend ihrem Naturell entsprechend spielen. Von den 4 "Leistungsträgern" sollten nach Möglichkeit immer 2-3 zusammen auf dem Platz stehen und dem Team so ein stückweit Sicherheit geben. Dazu 2 von den Schwächeren und du hast 4-5 Positionen für die Mittelmäßigen. Fehlende Aggressivität würde ich durch viele 1 gg 1 Situationen im Training stimulieren. Spielaufbau ist sicher auch wieder eine Frage der Philosophie. Ich finde nichts verwerfliches daran, vorübergehend mit langen Bällen zu arbeiten. Du hast schnelle Spieler, nutze diese Fähigkeiten. Die meisten Mannschaften werden gegen euch sehr offensiv spielen.
Wenn sich das Selbstvertrauen nach einigen Erfolgen erhöht hat, können auch verstärkt spielerische Lösungen gefordert werden.Vielleicht kannst du noch ein paar Details berichten, dann ergibt sich die Möglichkeit konkreter Hinweise zu geben.
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Danke @kuqi und @Kicknrush für die interessanten Beiträge.
Darin bestätigt sich wieder einmal, dass Talent und Trainingsfleiß nicht alles sind. Gesundheit und das Glück, zur richtigen Zeit den richtigen Menschen zu begegnen, entscheiden oftmals über die Karriere. Hier unterscheiden sich Fußballer aber nicht von anderen Sportlern oder auch von normalen Berufstätigen. Nicht immer machen die schlausten Kinder beruflich Karriere und bei dem einen oder anderen Geschäftsführer wundert man sich, wie wenig Intellekt notwendig zu sein scheint, um ein Unternehmen zu führen.
Aus meiner Sicht ist die Entwicklung in den NLZ, neben der fußballerischen auch die schulische Komponente zu fördern, genau richtig. Ich kenne zwar keine Statistiken dazu, aber aus dem Bauch heraus würde ich behaupten, dass die Anzahl der Spieler, die nach der U 19 ohne Schul- oder Berufsabschluss da stehen, deutlich geringer geworden ist.
Auch bin ich der Meinung, dass die Spieler durch die psychologische Betreuung sehr viel besser auf das vorbereitet werden, was am Ende der U 19 (oder auch schon früher) kommen kann. -
Frag auf jeden Fall bei deinem Kreisverband nach. Mitunter haben die jeweiligen Staffelleiter unterschiedliche Auffassungen (schon erlebt).
In meinem Kreisverband wäre ein Einsatz in beiden Mannschaften sowohl in der Halle wie auch auf dem Feld möglich, allerdings nicht an einem Tag. -
Bei so vielen Kindern bieten sich Dribbel-, Jonglier- und Fintierübungen (alá Ballzauber) an. Methodisch ist dies am Ende des Trainings sicher suboptimal, aber Hallentraining ist ja meist eh Improvisation.
Mit Torabschlüssen wird es schwierig, weil dann häufig Chaos ausbricht, wenn zu den vielen Kindern auch noch drei-vier Bälle auf dem engen Raum umherfliegen. Falls du noch nen Co-Trainer dabei hast und die Gruppe teilen kannst, könntest du wenigstens Passtore als Abschlussaktion mit einbauen. Reines Dribbeln wird Vielen sonst zu langweilig.
2er oder 3er Gruppen für Technikübungen gehen auf 15m x 27 m auch. Schusstechnik oder auch Einführung Kopfballspiel mit leichten Bällen eigen sich hierfür. Mit 6-8 Gruppen behältst du auch allein ganz gut den Überblick.
Ganz gerne mache ich auch mal Stationstraining. 10 Stationen mit je 2 Kindern, jedes Kind 1 Min. oder gemeinsam 2 Min. 1 MIn. für den Stationswechsel und in 30 Min. bist du einmal komplett durch. -
Was eben dazu führt jeden Fall individuell zu bewerten und eben keine pauschalen Aussagen zu treffen.

Im vom @Strznievski geschilderten Fall geht es um einen 6-jährigen, der in seinem Verein Spaß hat und mit seinen Freunden kickt. Der von einem anderen Verein mit diskutablen Argumenten abgeworben werden soll.
In deinem Fall geht es um einen 7-jährigen der in seiner aktuellen Mannschaft absolut unglücklich ist und von sich aus auf dich zukommt. Außerdem spielt er aktuell in der "falschen" Altersklasse und könnte bei dir in seinem "richtigen" Jahrgang spielen. Aus meiner Sicht sind das zwei nicht miteinander vergleichbare Fälle.
Die Diskussion zeigt aber, wie vielschichtig unser Hobby ist. -
Generell ist es der normale Lauf der Dinge, das große Vereine sich bei kleinen "bedienen" sieht man auch im Profibereich.
Vollkommen richtig, aber hier handelt es sich um einen 6-jährigen!
Ich würde diese Mail auf keinen Fall aus der Funktion eines Jugendtrainers heraus schreiben. Wenn das aus der Funktion eines Jugendleiters, Vorsitzenden o.ä. käme, wäre das i.O.
Wenn aber im Extremfall jeder Jugendtrainer in Eigenregie die Nachbarvereine anzählt, gebt ihr ein schlechtes Bild ab.
Sehe ich genauso. Vertretungsberechtigt ist der Vorsitzende bzw. in Jugendangelegenheiten vielleicht der JL. Ich würde daher den Vorsitzenden bitten, das Schreiben an den anderen Verein zu fertigen bzw. zu unterschreiben.
Genauso würde ich das Schreiben auch den Vorsitzenden bzw. den JL des anderen Vereins adressieren.
Eine kleine Pressemitteilung hat auch mehr Gewicht, wenn sie vom offiziellen Vertreter des Vereins abgegeben wird.Es wäre interessant zu erfahren, ob es ähnliche Erfahrungen auch bei anderen Vereinen in der Umgebung gibt. Wenn nämlich gleich mehrere Vereine das gezeigte Verhalten des Zweitligisten anmahnen, gibt es gleich eine ganz andere Wirkung.
Wir haben als "großer Verein" versucht über die Vereine zu gehen
So ist der richtige Weg. Der Heimatverein wird über das Interesse informiert und eine schriftliche Bestätigung über die Teilnahme am Training beim NLZ erbeten.
In allen mir bekannten Fällen wurden dann auch die Kontaktdaten zur Verfügung gestellt bzw. die Teilnahme am Training gestattet. Kam es danach zu einem Wechsel, wurden auch einvernehmliche Lösungen bezüglich der Modalitäten gefunden.
