Beiträge von Grätsche

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    Ich war schon immer einer Spieler, der während des Spiels versucht hat, seine Mittspieler möglichst gut durch Anweisungen zu unterstützen.

    Die Sicht von Außen ist dennoch etwas ganz anderes, als die eines Spielers.
    Wenn dein Trainerkollege überwiegend nicht spielen müsste, wäre das sicher eine gute Lösung.
    Da deine neue Mannschaft keinen richtigen Trainer hat, würde ich mit den Gesprächen jetzt schon anfangen. Ich würde zeitnah einen Vorstellungstermin machen, zuvor die Wichtigkeit herausstreichen, so dass (fast) alle Spieler dabei sind. Dann die Einzelgespräche führen und nach der Sommerpause würde ich zum Auftakttraining das Saisonziel ausgeben. Bis dahin hast du Zeit, Spieler und Vorstand kennenzulernen und ein realistisches Ziel auszugeben. Dabei würde ich konkret einen Platz bzw. eine Anzahl von Siegen ausgeben. Läuft es dann besser, kann man immer noch nachjustieren. Läuft es schlechter, gibt es keine Alibis. Allerdings würde ich das Ziel der Presse gegenüber eher vage angeben. Sonst ist die Gefahr groß, dass du gleich bei deiner ersten Station negativ dargestellt wirst.

    Meine Erfahrungen im Seniorenbereich sind deutlich geringer, als im Kinder- und Jugendfußball, aber ein paar Überlegungen möchte ich dir mit auf den Weg geben.
    1. Spielertrainer
    Aus meiner Sicht eine schwierige Konstellation, weil du einerseits Teammitglied, anderseits aber Chef bist. Auf der einen Seite brauchst du eine gewisse Nähe zu deinen Mitspielern auf der anderen Seite aber auch eine gewisse Distanz, um Entscheidung neutral treffen zu können. Zwei gleichberechtigte Trainer nebeneinander funktionieren auch nicht immer. Willst du nur ausnahmsweise selbst mitspielen oder regelmäßig? Wie sieht es bei deinem Trainerkollegen aus? Wenn ihr beide oft spielen wollt, könnten die Spieler, die auf euren Positionen spielen, an eurer Objektivität zweifeln.
    2. Saisonvorbereitung
    Da bereits jetzt klar ist, dass ihr die Mannschaft übernehmt, würde ich auf alle Fälle bereits frühzeitig Gespräche führen. Woher weißt du sonst, ob vielleicht Spieler den Verein verlassen werden? Je nach dem, wie die Situation des aktuellen Trainers ist, würde ich entweder sofort oder aber nach Ende der Saison vor der Sommerpause meine Vorstellungsrunde geben. Oft sind die ersten Sätze als neuer Trainer entscheiden. Beschreibe kurz und knapp was du vor hast und welche Schwerpunkte du setzen wirst. Dann wissen die Spieler Bescheid und gehen beruhigt in die Sommerpause.
    3. Saisonziel
    Hierfür ist natürlich wichtig zu wissen, was will der Verein, was wollen und was können die Spieler? Was sollen die Spieler aus deiner Aussage "oben mitspielen" konkret ableiten? Wenn ein Ziel ausgegeben wird, dann muss es klar definiert sein.
    4. Positionswünsche
    Meine Prämisse bei den Senioren war: die Spieler spielen dort, wo sie dem Team in dem jeweiligen Spiel am meisten helfen. Und das entscheidet der Trainer. Wer damit ein Problem hat, möge dies in einem Vieraugengespräch klären.
    Natürlich haben die meisten Spieler ihre Positionen, auf denen sie sich wohlfühlen, das wirst du im Training beobachten und dazu würde ich auch die ersten Einheiten nutzen. Aber oftmals haben die Spieler eine andere Selbsteinschätzung. Dann liegt es an dir als Trainer, das Bild gerade zu rücken.
    5. Einzelgespräche
    Wenn du Einzelgespräche führen möchtest, dann mit allen Spielern. Aus Erfahrung sage ich auch, versuche mit den Gesprächen so schnell wie möglich durchzukommen. Eventuell fühlt sich einer zurückgesetzt, wenn er "lange" auf sein Gespräch warten muss. Man kann es z.B. nach dem Alphabet machen und dies entsprechend bei der Vorstellung kommunizieren. So ist allen klar, dass es nicht nach "Wichtigkeit" geht. Allerdings könnten Kapitän und Mannschaftsrat erwarten, dass sie zuerst dran kommen. Deshalb würde ich raten, die Situation zu erfragen (beim aktuellen Trainer oder Vorstand) und dann eine Reihenfolge festzulegen.

    Beim Gespräch mit den Eltern höre ich oft , das die Kinder sich viele Gedanken über das Training oder die Spiele machen.
    Sind solche Informationen für den Trainer interessant oder unwichtig ?

    Du redest schon noch von Kindern des jüngeren F-Jahrgangs (2008)?


    Beim durchschauen der Serienaufnahmen sieht mann im nachhinein oft Situationen aus dem Spiel die nicht optimal waren.

    Wer schätzt denn ein, dass Situationen nicht optimal sind? Überlasse doch dem Trainer die Einschätzung.
    Erfreue dich als Elternteil daran, dass dein Kind Spaß am Spiel mit seinen Freunden hat und fange bitte keine Analysen an, welches Verhalten in der jeweiligen Situation angebracht gewesen wäre. Hier geht es nicht um die B-Junioren-Bundesliga, sondern um die fußballerische Erfahrungen von 7-8-jährigen.

    Ich sehe es auch so, dass die Kinder solche Spiele relativ schnell abhaken. Es bleiben eher die positiven Dinge im Gedächtnis. Bei mir kamen dann von den Spielern Sprüche wie: Hast du gesehen wie ich den ausgetrickst habe oder hast du meinen Schuss in den Winkel gesehen. Natürlich fanden die Aktionen so nie statt. ;)
    Viel eher wird die Ergebnisse von Eltern und Trainern thematisiert und so immer wieder in des Bewusstsein der Kinder geholt.
    Als "Gegenmaßnahmen" würde ich auf jeden Fall Abstand davon nehmen, die gegnerische Mannschaft mit eigenen Spieleren aufzufüllen. Die eigenen Spieler fragen warum sie zum Gegner müssen, obwohl sie mit ihrer Mannschaft trainieren. Und für die gegnerischen Kinder sieht es so aus, als wären sie zu schlecht es selbst zu richten. Auch geht Ihnen Spielzeit verloren.
    Torleute wechseln ist wenig effektiv, wenn der Gegner nur 2-3 Mal vor das Tor kommt.
    Schwachen Fuß verwenden oder eine Anzahl von Mindestpässen vor Torabschluss sind aus meiner Sicht zu bevorzugen. Oder die Aufgabe, dass versucht werden soll, dass alle Spieler zum Torerfolg kommen.

    @BLorenzen
    Schließe mich meinen Vorschreibern an: entwickle deine eigene Übung und stell sie hier vor, dann bekommst du sicher Anregungen und Hilfestellungen.
    Ich habe meine Lehrproben immer selbst entwickelt und bin damit gut gefahren. Spätestens wenn dich die Prüfer fragen, was du dir bei der Übung gedacht hast, wird es eng.
    Habe es wiederholt erlebt, dass Kollegen mit "übernommenen" Trainingsformen ne Bruchlandung hingelegt haben.

    Zu solchen Berichten (gab es zuletzt häufiger) sage ich immer "willkommen in der Realität". Mein Verein muss sich seit zig Jahren um die Pflege der Anlagen selbst kümmern.
    In der Wachstumsperiode gehen da locker 150 € pro Monat für Benzin drauf. Der Mäher musste vom Verein beschafft werden und braucht regelmäßig Wartung in der Werkstatt. Glücklicherweise gibt es einen Rentner, der Zeit und Lust hat, 2-3 mal in der Woche je 1-2 Std. Rasen zu mähen.
    In Zeiten wo die Infrastruktur der Städte immer weiter den Bach runter geht, ist es mit kommunalen Mitteln schlichtweg nicht mehr finanzierbar, den teuer bezahlten Bauhofmitarbeiter mit städtischer Technik den Platz mähen zu lassen.

    Die meisten Inhalte von Fifa 11+ sind auch für 11-12 Jährige geeignet. Nach einigen Malen wissen die Kinder selbst, worauf sie achten müssen. Wenn man die Laufübungen in Gassenform ablaufen lässt (wie empfohlen) kannst du als Trainer auch gut mögliche Fehler sehen und korrigieren. Die Stabielemente kann man im Kreis durchführen lassen. Auch hier coachen sich die Kinder mit der Zeit selbst, etwa wenn beim Unterarmtstütz ein Hohlkreuz gemacht wird.
    Ich bin ein Freund von Liegestützen, die sind auch gut für die Körperspannung. Außerdem finde ich Seilspringen sehr sinnvoll. Damit trainiert man auch gleichzeitig mehrere Funktionen.
    Dehnung wird immer wieder diskutiert. Aus meiner Sicht geht es um die Förderung der Beweglichkeit. Auch da steckt in Fifa 11+ einiges drin. Fangspiele sind ebenfalls gut geeignet. Oftmals sind die einfachsten Dinge viel zielführender, als irgendwelche komplexen Aufbauten.

    @Spieler-papa
    Eine Statistik dazu kenne ich nicht. Ich kann dir aber meine Erfahrungen mitteilen.
    Mein Fazit vorweg: es kommt auf die persönliche Situation an.
    Ich kenne Kinder, bei denen war der Lernstress in den Klassen 3 und 4 größer, als in Klasse 5. Gerade in Klasse 4 wurde seitens der Lehrer viel Druck gemacht, schließlich repräsentieren die Kinder, die auf das Gymnasium wechseln, dort ihre frühere Grundschule, so die Denke vieler Lehrer. Schlechte Noten dort, fallen negativ auf sie zurück, so die Annahme. Auch gibt es immer noch viele Eltern, die Kinder unbedingt auf das Gymnasium bringen wollen. Nachhilfe in Klasse 4 um auf die erforderlichen Noten zu kommen sind keine Seltenheit. Das sind dann auch häufig die Eltern, die ihre Kinder vom Trainer abmelden, mit der Begründung sie müssten lernen.
    Ich hatte den Fall, dass Eltern einen Spieler vom Spielbetrieb abgemeldet haben, weil er auf das Gymnasium gewechselt ist. Nach einem ausführlichen Gespräch, waren sie damit einverstanden, probeweise das Kind weiter spielen lassen. Ergebnis war, dass das Kind aus schulischen Gründen 4 mal in einer Saison nicht am Training teilnehmen konnte. Zweimal wegen Nachmittagsunterricht und zweimal wegen Klassenarbeit bzw. Hausaufgaben.
    In anderen Fällen kam es mir so vor, als ob die Schule eine willkommene Begründung war, das leidige Hobby des Kindes zu beenden. Das waren auch Eltern, die prinzipiell nie dabei waren, wenn man sie gebraucht hat.
    Bei den Kindern mit mehreren Hobbies führte der Schulwechsel schon meistens zu der Situation, sich auf einen Schwerpunkt festzulegen. Dabei spielen die Eltern schon häufig eine entscheidende Rolle. Ist ihnen eine andere Sportart oder ein Instrument wichtiger, wird sich das Kind vermutlich eher gegen den Fußball entscheiden.
    Nach meiner Erfahrung hängt auch sehr viel von der Selbstständigkeit des Kindes ab. In dem oben beschrieben Fall, wo die Eltern erst dagegen waren, handelte das Kind schon sehr eigenverantwortlich. D.h. die Eltern hatten mit dem Hobby des Kindes keinen Aufwand. Auch wollte das Kind unbedingt weiter Fußball spielen und hat dem auch vieles untergeordnet.
    Persönlich habe ich Sport immer als Ausgleich empfunden und war froh, auf andere Gedanken zu kommen. Getreu dem Spruch "in einem gesunden Körper, wohnt ein gesunder Geist" käme ich nie auf die Idee, einem Kind den Sport zu verbieten.
    Meinen Eltern gebe ich übrigens regelmäßig mit auf dem Weg, Fußballverbot nicht als Strafe für irgendwelche Verfehlungen außerhalb des Sportplatzes auszusprechen.

    Es gibt einen schriftlichen Teil und einen praktischen Teil.
    Im schriftlichen Teil geht es wohl darum herauszufinden, ob du der deutschen Sprache mächtig bist.
    In der Praxis wird dein Eigenkönnen bewertet, dribbeln, jonglieren, Ballan- und Mitnahme, Kopfballspiel etc. Das mündet in einer Spielform.

    Wenn du das nächste mal deine Lizenz verlängerst, erhältst du die neue C-Lizenz ausgehändigt.
    Für die neue B-Lizenz benötigst du sie aber nicht zwingend. Für die B-Lizenz muss ein Eignungstest absolviert werden. Bestehst du den, kannst du die B-Lizenzausbildung beginnen. Bestehst du nicht, nützt dir die C-Lizenz auch nichts.
    C und B-Lizenz liegen in der Verantwortung der Landesverbände. Wende dich einfach an deinen zuständigen Verband. Unter Umständen gibt es Übergangsregelungen, die für dich gelten.

    @Chris
    Da denkt man natürlich ans Aufhören. Aber wen man tatsächlich hin schmeißt, heißt es doch sofort: siehst du, der hat es nur wegen der Kohle gemacht. Dann gucken einen die Leute aus dem eigenen Ort noch wie einen Verräter an. Und bei den Vereinen in der Umgebung läuft es auch nicht besser. Da würde ich dann neben zusätzlichen Spritkosten auch noch die Fahrzeit dran hängen.
    Also bleibe ich bei meinen Kids und hoffe, dass ich sie möglichst lange für diesen Sport begeistern kann. Und mein "Lohn" ist es dann, wenn sie nach 20 Jahren sagen: es war damals ne schöne Zeit, bei der wir viel Spaß hatten.

    Monatsbeitrag ist bei uns der Mindestsatz, den der LSB verlangt. Bei Kindern und Jugendlichen 1,50 €/Monat. Vor Jahren wurde mal der Antrag gestellt, den Beitrag zu erhöhen. Die Gründe waren natürlich plausibel, wurden von der Mehrheit jedoch abgelehnt mit der Begründung die Trainer wollten sich nur die Taschen voll machen. Von diesen Stimmungsmachern war natürlich keiner bereit, in irgend einer Form mit anzupacken.
    Ich bekomme trotz Lizenz weder eine Entschädigung, noch die LSB-Förderung durchgereicht. Meine Klamotten bezahle ich selber, ebenso das Spritgeld für die Auswärtsfahrten. Trainingsmaterial bezahle ich teilweise selbst, weil es mir zu dumm ist, beim Verein zu betteln und dann noch begründen zu müssen, warum ich dieses oder jenes benötige.

    Wie @Danielano kann ich auch nicht bestätigen, dass es Mädchen immer schwerer haben als Jungs.
    Bei uns trainieren die talentierten Mädchen genauso am Stützpunkt, wie die Jungs. Im Gegensatz zu den Jungs gibt es bei den Mädels sogar eine Regionalauswahl, wo regelmäßig unter einem fachlich sehr guten Trainer trainiert wird. Auch die Landesauswahlaktivitäten finden regelmäßig statt und in meiner Wahrnehmung sogar öfter, als bei den Jungs. Natürlich ist es für die Mädels/Eltern ein großer Aufwand, zu den Trainings zu fahren. Allerdings kann ich rückblickend behaupten, dass die Chancen für Mädels im Fußball voran zu kommen, nie höher waren als aktuell.

    Ich werde einen Teufel tun und über irgendwelche Internas plaudern! Wenn du jemand wärst, dem man mit "sehr viel Wohlwollen" die Lizenz gegeben hättest, würdest du es wollen, dass öffentlich über dich hergezogen würde?

    Du möchtest also keine Internas preis geben, damit nicht über jemanden hergezogen wird, schreibst aber:


    Hatte ja schon angemerkt, dass beim A-Lizenz-Lehrgang alle durchgewunken wurden.

    Interessant.
    Was meinst du wie sich Lehrgangsteilnehmer fühlen, die ihre Lizenz ehrlich und gut erworben haben und dann von dir lesen, es sind alle durchgewunken worden?

    @Zodiak
    Man kann die EJL auch nochmal komplett neu machen, obwohl man sie bereits hat und sie noch gültig ist.
    @TW-Trainer
    Du könntest deinen Vorrednern sehr wohl noch etwas anfügen, nämlich die Beantwortung meiner Frage!
    Werde doch mal konkret, anstatt auszuweichen: Wie kommst du zu der Einschätzung beim letzten Lehrgang wurden alle durchgewunken?
    Zu deiner Frage bezgl. der Halbwertzeit von Trainern: Erfolg im Profigeschäft hängt von sehr vielen Faktoren ab und nach meiner Meinung können nur einige Faktoren von den Trainern selbst beeinflusst werden, aber längst nicht alle. Und so lange es so ist, dass mitunter Personen mit relativ wenig Sachverstand, die Arbeit des Trainers bewerten dürfen, wird sich an den Verweildauern der Trainer auch wenig ändern.

    @TW-Trainer
    Aus meiner Sicht pauschalierst du ohne Grund. Bei dem von dir angesprochenen Lehrgang haben alle bestanden. Wie kommst du zu der Einschätzung, es wurden alle durchgewunken?
    Wer die Zulassung für die A-Lizenz erhält, kann kein ganz Blinder sein. Und wer die Voraussetzungen erfüllt und dann den Lehrgang absolviert, sollte auch die Möglichkeit habe zu bestehen, oder?
    Ich find es reichlich herablassend, von durchwinken zusprechen. Da Opfern Leute Geld und Zeit und durchlaufen eine anstrengende Ausbildung.
    Im Übrigen kenne ich keinen A-Lizenztrainer, der es fachlich nicht drauf hat! Charakterlich ist jeder Mensch verschieden, aber auch da maße ich mir aus der Ferne kein Urteil an.
    Mag sein, dass dir Einzelfälle bekannt sind, wo Trainer bei der C-Leistung Probleme hatten und nun die A haben. Können sich Trainer nicht weiterentwickeln? Haben die Lehrgänge nicht auch ganz andere Inhalte?
    Und das Argument Stützpunkttrainer greift m.M.n. auch nicht. Es sind auch schon Stützpunkttrainer durchgefallen. Da die A-Lizenz bei Stützpunkttrainern nicht notwendig ist, greift dieses "Druckmittel" gar nicht.