@Sir Alex Einige Einschätzungen /Erfahrungen teile ich, andere jedoch nicht.
Vorweg: ich lasse häufig im 2-3-2 spielen (d.h. 8 vs. 8, insofern passt die Diskussion nicht ganz zur Überschrift Spielsysteme 7:7).
zu 1) Gerade mit mit nur zwei Verteidigern komme ich in viele 1gg1 Duelle, zumeist wenn der Gegner mit 2 Stürmern spielt. Meine Verteidiger spielen zwar häufig gegen den Mann, bekommen aber so viel defensive und auch offensive Zweikämpfe, weil ich sie ermutige bei Ballbesitz auch mal das Dribbling am eigenen Strafraum zu suchen. Wohlgemerkt U 10. Eine Überzahl durch den zentralen Mann kommt bei uns fast nie zu Stande, weil die meisten Gegner mit 3 Verteidigern agieren. Und somit treffen zwei Stürmer und ein Mittelfeldspieler auf drei Verteidiger = die gewünschten 1gg1 Situationen.
zu 2) Statisches Spiel hängt meiner Meinung nach weniger vom System als vielmehr von der Philosophie ab. Ich "gestatte" meinen Verteidigern sich offensiv mit einzuschalten und die finden i.d.R. ihre Räume. Wie geschrieben spielen fast alle anderen Mannschaften mit 3 Verteidigern. Alle, wirklich alle, stehen dann mit diesen 3 Verteidigern konsequent tief und selbst bei Ballbesitz meist in der eigenen Hälfte. Bei fast allen Mannschaften werden die Bälle dann lang auf die schnellen Spitzen geschlagen. Sowas nenne ich statische Verteidiger.Außerdem befinden sie sich fast immer in Überzahl, wodurch weniger 1gg1 Duelle stattfinden, als bei 2 Verteidigern.
zu 3) Zutreffend ist, dass der zentrale Spieler über herausgehobene Fähigkeiten verfügen sollte, um "erfolgreich" zu sein. Ich für meinen Teil wechsele auf dieser Postion aber regelmäßig durch, so dass die Truppe sich eben nicht immer nur auf den Einen verlässt. Häufig beobachte ich, dass im 3-2-2 oder 3-3-1 derjenige Spieler, der beim 2-3-2 am ehesten zentral spielen würde, als Spitze eingesetzt wird und die meisten Bälle lang auf ihn kommen. Insofern wird sich auch bei diesen "Systemen" auf den Einen verlassen, der alles richtet.
zu 4) Das Thema Passdreiecke ist aus meiner Sicht auch recht theoretisch. Hier bin ich wieder bei 2). Die Philosophie entscheidet. Wenn die Spieler begriffen haben, dass es am besten ist, sich so zu bewegen, dass der Mitspieler immer zwei Anspieloptionen hat, dann ist das "System" ziemlich egal.
Meine Beobachtungen zur "Zweierkette" sind, dass bei nur einem Stürmer häufig im Raum gespielt wird, d.h. dass keine unmittelbar Zuordnung zum Mann erfolgt. Hingegen spielen die meisten Mannschaften bei uns mit 3 Verteidigern eine klare Manndeckung, wo der Mittelmann i.d.R. frei bleibt und häufig tiefer stehend den Libero gibt. Die Möglichkeit eines AV nach vorn wird so gut wie nie genutzt, d.h. die Möglichkeit der Überzahl in der Offensive ist eher theoretisch.
Diese Beobachtungen beziehen sich auf das Kreisniveau. In NLZ-Teams mag das sicher anders aussehen. Allerdings spielen die mir näher bekannten NLZ-Teams häufig mit einer Raute, d.h. zwei Verteidiger, ein zentraler defensiver Mittelfeldspieler, ein zentraler Offensiver, zwei Außen und ein Stürmer. Diese Grundformation bereitet aus meiner Sicht gut auf ein 4-4-2 mit Raute vor.