Beiträge von Peepshow

    Das klingt auf jeden Fall nach spannenden nächsten Wochen - würde mich freuen, wenn du uns weiter an den Entwicklungen, dann natürlich auch mit Thread-Titel „Tagebuch Bezirksliga U17“, teilhaben lässt!


    Viel Glück und Erfolg!

    Moin Taktiker_95 ,


    nachdem ich in anderen Themen gelesen habe, dass du ein neues Team zu haben scheinst, bin ich natürlich gespannt, was du so zu erzählen hast bzw. ob du deinen Werdegang hier in Form des Tagebuchs weiterführen willst / wirst ;)


    VG

    Peepshow

    Für mich persönlich ist das Lauf-ABC bzw. sind laufkoordinative Elemente absolut wichtig und ein regelmäßiger Bestandteil meines Trainings (D-Junioren-Bereich).


    Auch vor dem U12-Alter sollten grundlegende Bewegungsmuster (gern auch in spielerischer Weise) vermittelt werden. Schlussendlich ist eine gute Koordination eine stabile Basis für sauberes technisches Vermögen. Ein Spieler der bereits bei einbeinigen Sprüngen Probleme hat das Gleichgewicht zu halten, könnte unter Umständen auch Probleme beim Passspiel (erfolgt ja in der Regel auch auf einem Bein) oder beim Landen (nach Kopfballsprung) Probleme bekommen. Umso früher hier gewisse Bewegungsmuster geschult werden, umso besser!


    Dabei geht es für mich im Rahmen dieser laufkoordinativen Elemente nicht immer nur um „spielnahe“ Bewegungen, sondern um vielseitige Bewegungsschulung!


    In diesem Zuge bringe ich gerne regelmäßig die „Turner“ ins Spiel. Egal in welchem Alter ich einen jugendlichen Fußballer mit einer Vergangenheit beim Turnen hatte: Er war koordinativ top aufgestellt und stets mit sehr guten Technik ausgestattet.


    Nach mehreren Gesprächen mit einem befreundeten Physio-Therapeuten empfehle ich an dieser Stelle auch nochmal dringend das Training der „einbeinigen Stabilität“.

    Wie oben bereits geschrieben, erfolgen viele fußballspezifische Bewegungen auf einem Bein (Pass, Schuss, Landungen). Gerade ab der C-Jugend nehmen Verletzungen im Bänder-Apparat (ob nun Knöchel oder Knie) vermehrt zu. Um diese Strukturen zu stärken sollte über gezielte Sprungschule und Stabi-Übungen Prävention betrieben werden. Tückisch dabei sind auch diese „Über-den-Knöchel“-Schuhe (mit dieser Art Socken): Sie suggerieren eine gewisse Stabilität, leisten sie aber nicht und die dort bestehenden Muskel- und Bänderstrukturen lassen wegen veränderter Belastung nach...

    Bei mir steht bei dem Link:


    „(...) dass es keine pauschale Begrenzung bei der Zahl der Trainerenden auf den Sportanlagen gibt“


    Für mein Empfinden geht es also hierbei um die Anzahl der Gruppen, nicht um deren Größe!
    Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass man Gruppen von 8 oder mehr Spielern bilden darf...


    In unserem Bereich hat übrigens der Stützpunkt-Koordinator mit seinen Trainern in der kommenden Woche eine Info-Runde auf deren Basis auch von 4 + 1 ausgegangen wird bzw. der als Angestellter des Verbandes sicherlich mit am Besten informiert ist!

    Ich hatte das vom NFV so verstanden, dass sie 5 Spieler pro Gruppe erlauben, was auch immer eine Gruppe ist (eine Gruppe pro Trainer? eine pro Platz?).


    So macht Fussballtraining natürlich wenig Sinn (zumindest kontaklos, mit Kontakt wäre es was anderes), dass ist dem NFV nun aber immerhin auch aufgefallen und diese Anweisung wurde wieder zurückgenommen. Mittlerweile ist die nur noch die Rede von ausreichend Abstand, aber keine maximalen Gruppengrößen.


    Dieses Ergänzungsschreiben, das gestern rausgegangen ist, zielt aus meiner Sicht nur auf die Anzahl der auf dem Platz trainierenden Gruppen. Wenn ihr gewährleisten könnt, dass 6 Gruppen trainieren, dürft ihr das. Wenn nur Platz für 4 Gruppen ist, dürfen auch nur 4 trainieren.


    Die Gruppengröße bleibt bei max. 5 Personen (wohl 4 + 1).
    Zumindest habe ich - und auch meine Kollegen - das so verstanden.


    Wenn du da mehr fundierte Infos hast, wären wir sehr dankbar!

    Hat einer von euch bereits in den letzten Wochen Erfahrungen mit einer Video-Konferenz mit seinen Jungs gemacht?

    Skype zeigt leider ab einer bestimmten Anzahl nicht mehr alle Teilnehmer per Kamera an, sodass man nicht alle gleichzeitig sehen kann.


    Kann hier jemand Erfahrungen diesbezüglich zu Zoom oder vergleichbaren Lösungen weitergeben?

    Der Gothia Cup hat heute per Mail informiert, dass in enger Abstimmung mit sämtlichen Behörden und Organisationen nach heutigem Stand das Turnier stattfinden wird - ist allerdings „erst“ Mitte Juli...

    Es ist für uns sicherlich alle eine Ausnahmesituation. Als junger Trainer wäre ich hier sicher über Rückmeldung von erfahrenen Trainern und auch Eltern dankbar, wie ihr die Situation einschätzt, wenn die Schulen schließen - dann auch umgehend den Trainingsbetrieb einstellen, oder „weitermachen“?


    Ich hatte vorhin mit ein paar Elternteilen mögliche Folgen / Konsequenzen besprochen. Eine Aussetzung des Trainings würde demnach kaum einer begrüßen - auch auf die Gefahr hin, dass ggfs. eine Ansteckungsgefahr vorliegt. Schlussendlich trage ich als Trainer ja dann Gefahr und Risiko...


    Auch für die Jungs verständlicherweise keine schöne Situation. Ich persönlich würde von meinem Bauchgefühl und meines Vernunftaspekts nach aber das Training solang aussetzen, wie auch die Schule aussetzt.


    Weiß aber nicht, was gut und richtig ist.

    Also danke für Feedback in jegliche Richtung!

    Ich finde es gar nicht so sinnvoll die B-Lizenz so schnell wie möglich auf Teufel komm raus zu machen. Gerade wenn man weiter machen möchte, also 10+ Punkte erreichen will, ist es nicht schlecht bereits die C-Lizenz gemacht zu haben oder bereits etwas Erfahrung zu besitzen.

    Dem kann ich mich nur anschließen.

    "Es ist noch kein Meistertrainer vom Himmel gefallen".


    Bei der C-Lizenz wird dir zunächst nicht nur ein gutes Handwerkszeug in der Trainingsarbeit vermittelt, sondern auch im wahrsten Sinne des Wortes Basisarbeit geleistet. Vieles im Bereich Organisation, Kommunikation, teilweise wichtige rechtliche Grundlagen und Fragen (je nach Landesverband).

    Wichtig ist, egal bei welcher Lizenzstufe: Erfahrungen sammeln und sich ausprobieren.

    Wenn ich mir heute überlege, was ich damals - als frisch gebackener C-Lizenz-Inhaber - für Training gemacht habe und was ich teilweise für Entscheidungen getroffen habe, da muss ich schon schmunzeln. Natürlich ist man auch nicht als A-Lizenz-Inhaber oder Fußball-Lehrer vor Fehlern gefeit, aber je länger man dabei ist und sich alle 2-3 Jahre auch von den Lizenzen nach oben arbeiten, je detaillierter und zielgerichteter wird die eigene Arbeit (je nach eigenem Anspruch, Anspruch und Leistungsvermögen der Mannschaft).


    Ich bin sicherlich nicht alleine der Meinung, dass eine Lizenz (auch wenn sie noch so "hoch" sein mag) nicht alles ist. Für mein Empfinden ist es wichtig, dass man sukzessive mit seiner Erfahrung, auch lizenztechnisch "wachsen" sollte.

    Besteht nicht die Möglichkeit für dieses Testspiel zumindest auf 4-5 A-Jugendliche des jüngeren Jahrgangs zurück zu greifen?

    Ich meine es ist ein Testspiel und wenn man das mit dem gegnerischen Trainer so abspricht und die Gründe darlegt, kann ich mir nicht vorstellen, dass es ein großes Problem gibt.

    Unterm Strich wollen alle zocken, Spaß haben und Erfahrungen sammeln - und so können auch "deine" Jungs ein ordentliches Spiel machen.

    Ich glaube, du hast mich etwas falsch verstanden - vielleicht habe ich es auch etwas missverständlich formuliert.


    Bislang war ich davon ausgegangen, dass du aufgrund von Spielerknappheit in der kommenden Saison auf diese mögliche Lösung gestoßen bist den Kader "aufzufüllen". Dass voraussichtlich bereits ca. 17 Spieler zur Verfügung stehen, habe ich nicht gewusst - gibt also schlimmere Grundvoraussetzungen.


    Ich wollte die Mannschaft auch nicht vorverurteilen, weil sie in der Kreisliga spielt. Meine Bedenken sind nur dahingehend, dass es wahrscheinlich einige Mannschaften gibt, die ebenfalls Kreisliga spielen. Meine Erfahrungen sind oft so gewesen, dass sich viele Spieler oft ihren neuen Verein nach der jeweiligen Ligenzugehörigkeit ausgesucht haben, wenn sie denn ihren bisherigen Verein verlassen haben - deswegen hebt ihr euch dahingehend akutell zumindest nicht signifikant ab.

    Dass auch in der Kreisliga gute Jungs, gute Teams und gute Trainer unterwegs sind, weiß ich natürlich selber und wollte ich auch nie in Frage stellen.

    Hey Taktiker_95

    Nachdem ich gerade im anderen von dir angestoßenen Thema geantwortet habe, interessiert mich natürlich auch, wie es in deiner aktuellen Truppe aussieht?


    Hast du immer noch so viele Spieler, oder ist im Winter was passiert?

    Wie geht es mit deinen personellen "Problemfällen" weiter?

    Wie hast du deine Vorbereitung geplant? Seid wann / Ab wann trainiert ihr wieder? Wird eher viel trainiert, oder gespielt?

    Wie sehen deine Zukunftspläne aus (sind zwar im anderen Thema schon angedeutet worden, aber vielleicht kannst du noch ein bisschen mehr dazu sagen).


    Beste Grüße

    Peeps

    Ich halte es auch für den besten Weg sich direkt mit dem Verein in Verbindung zu setzen.

    Man sollte sich immer auch in andere Personen bzw. Vereine hineinversetzen können - man würde selbst sicherlich nicht wollen, dass andere Vereine ohne, dass man selbst davon weiß mit den eigenen Spieler spricht oder gar Vereinbarungen trifft.


    Mir ist zwar durchaus bewusst, dass "hintenrum" nach wie vor die meisten Deals abgewickelt werden, aber "schön" ist es nicht. Ich möchte mich da zwar auch nicht ganz ausnehmen, gerade zu Beginn meiner Trainertätigkeit habe ich - ein Stück weit aus Naivität, aber vielleicht auch aus Angst vor gewissen Konfrontationen - selbst nur direkt mit den Spielern / Eltern gesprochen. Inzwischen bin ich aber auch in einem Verein gelandet, der einem "guten" Miteinander einen hohen Stellenwert zuschreibt. So wird jeder Verein vor einer persönlichen Ansprache eines seiner Spieler (bzw. der Eltern) schriftlich informiert.

    So weiß zumindest jeder Bescheid und kann mit der Situation individuell umgehen.


    In der von dir Taktiker_95 angesprochenen Situation ist aber der offizielle Weg aus meiner Sicht unumgänglich.

    Machen wir uns mal nichts vor: Selbst wenn du die Spieler ohne Wissen des abgebenden Verein ansprichst, kommt es früher oder später raus. Die Jungs innerhalb der Truppe unterhalten sich ja auch und dann ist es nur eine Frage der Zeit, bis der Trainer und schließlich auch die Vereinsführung "Wind" von der Sache bekommen.

    Wenn man aber offen frühzeitig mit den Verantwortlichen kommuniziert, finden die Gespräche gleich auf einer ganz anderen Basis statt. Wenn man den entsprechenden Jahrgang also bei euch im Paket zwischenparken kann, haben da vielleicht nur nur die Jungs was von.


    Provokant muss ich aber doch nochmal werden:

    Seid ihr die erste Anlaufstelle nach dem von dir genannten Leistungsverein bei euch in der Ecke?

    Ist es für die Spieler / Eltern bzw. den abgebenden Verein überhaupt "interessant" zu euch zu kommen?

    Sei mir nicht böse, aber einen Trainer mit B-Lizenz gibt es sicherlich bei mehreren Vereinen im Umkreis - und was den Kunstrasen angeht, muss man sicherlich strukturell immer schauen, von welcher Region wir sprechen - aber eventuell gibt es ja auch "lukrativere" Adressen als euch.


    Versteh mich bitte nicht falsch:

    Ich finde deinen Elan super und auch deine Schilderungen in deinem U17-Tagebuch sind für mich immer wieder spannend zu lesen. Du machst - von außen und anhand deiner Texte bewertet - einen tollen Job und ich drücke die Daumen, dass es klappt. Aber schaue dich auch nach einem "Plan B" um, falls die gewünschte Lösung mit dem Leistungsverein nicht klappt. Denn erfahrungsgemäß haben Spieler und Eltern, die in einem solchen Verein unterwegs sind, andere sportliche Erwartungen, als eine Mannschaft in der Kreisliga...


    Beste Grüße

    Peeps

    Hallo Chris,


    ich würde dich bitten dein Problem etwas zu präzisieren, damit wir dir besser helfen können.

    Du sagst, dass der Abschluss Probleme bereitet...

    - Liegt es dabei eher an technischen Mängeln, also dass die Ausführung eines Vollspannstoßes oder Innenspannstoßes unsauber ausgeführt wird?

    - Oder liegt es daran, dass den Spielern, die zum Abschluss kommen klassischerweise die "Nerven" versagen?


    Beste Grüße

    Ich schließe mich meinen Vorrednern an, dass gerade zu Beginn der "Trainerkarriere" eine Übersicht recht hilfreich sein kann. Diese darf aber nicht in Stein gemeißelt sein, sondern sollte auch einer stetigen Veränderung und Anpassung unterliegen. Gute, neue Aspekte und Übungen kommen dazu - alles, was ich aus unterschiedlichsten Gesichtspunkten nicht mehr, oder anders machen würde, wird entsprechend angepasst.


    Ich selbst habe einen Ordner auf meinem Macbook, auf dem ich einige meiner bevorzugten Trainingsformen nach Schwerpunkten geordnet abgelegt habe. Darunter sind viele Formen, die ich über das Grafiktool entsprechend visuell nochmal aufgearbeitet und durch Coaching-Punkte ergänzt abgespeichert habe, aber auch einige Videos von dfb.tv und anderen Plattformen, die ich als nützlich erachte.


    Viel wichtiger ist in diesem Zusammenhang für mein Empfinden aber die Nachbetrachtung der Trainingseinheit.

    Mit folgenden Fragen sollte ich mich auseinander setzen (können auch mehr sein):

    - Wo hat es eventuell nicht wie geplant funktioniert und warum?

    - Wie hat sich das Fehlen / Hinzukommen eines oder mehrerer Spieler bemerkbar gemacht?

    - Waren die Feldgrößen gut gewählt?

    - Wurden akzeptable Belastungszeiten gewählt?

    - Wurde der vorher gesetzte Schwerpunkt wirklich im Detail trainiert?
    - ...

    - ...

    - ...


    Aus diesen Erkenntnissen sammel ich oftmals die größten Erfahrungswerte auf dem methodischen Sektor für die kommenden Wochen und Monate. Diese Nachbetrachtung kostet in der Regel nicht mehr als 5-6 Minuten und ist oft auch in Absprache mit dem Co-Trainer schnell, aber gewinnbringend erledigt.


    Beste Grüße

    Peepshow

    Moin Taktiker,

    wie sind die letzten Tage so verlaufen?

    Hat es für die Bezirksliga-Quali gereicht?

    Wie bist du mit deinen Pflegefällen umgegangen?

    Wie geht es mit deinem talentierten U15-Spieler weiter?

    Wie sieht dein Fahrplan für die nächsten 2-3 Monate aus?


    Gruß

    Peepshow

    Vor allem, wenn man bedenkt, dass wir über eine Mannschaft auf Kreisebene sprechen. Da wird es viele Jungs geben, die einfach nur gerne kicken möchten. 1-2 Mal trainieren, Spaß haben, Kumpels treffen.


    Ich als B-Jugendlicher - sollte ich mit den von mir soeben beschriebenen Ambitionen antreten - würde mir auch etwas blöd vorkommen, wenn zu meinen 22 Mitstreitern noch ein weiterer Akteur hinzu kommt, der eigentlich auch Spielpraxis in seiner Mannschaft und seinem Altersbereich bekommen könnte.


    Anders sieht das natürlich aus, wenn der Verein grundsätzlich so aufgestellt ist, dass er eine klare Positionierung in Richtung Leistung fährt. Aber dann hätte man die Mannschaften anders melden müssen, oder den weniger talentierten und ambitionierten Spielern einen klaren Fingerzeig geben müssen.

    Danke für deinen Beitrag!

    Als REINE Spaßtruppe würde ich meine Jungs eben nicht bezeichnen. Deswegen wurmt mich das wahrscheinlich umso stärker. Ich behaupte, es ziehen so viele im Training mit, dass ich aus den "Ehrgeizigen" und Pflegeleichten problemlos eine geile Mannschaft machen könnte und wir dann beidseitig richtig Spaß hätten. Und diese Jungs würde ich - vor allem auch aus menschlicher Sicht - nur äußerst ungern so schnell wieder verlassen!

    Nur der Rest ginge halt über kurz oder lang wohl verloren, und damit kann ich mich auch nicht wirklich anfreunden...


    Hallo Taktiker_95,


    in einigen Aspekten erinnerst du mich an mich selbst.

    Auch ich habe im jungen Alter (da war ich allerdings noch mal 2-3 Jahre jünger als du) eine B-Jugend Kreisliga-Truppe gecoacht. Was man dazu sagen muss - es war eine Zweitvertretung. Die erste B-Jugend hat am Ende der Saison den Aufstieg in die Landesliga geschafft und wir haben eine gute Serie in der Kreisliga gespielt. Diese Saison war sehr lehrreich für mich. Komplett auf mich alleine gestellt hatte ich die Möglichkeit mich viel auszuprobieren und enorm viel in Mannschaftsführung und Organisation gelernt. Parallel hatte ich die C-Lizenz gemacht und somit auch noch einige nützliche Hinweise für mein Training erhalten. Parallel unheimlich viel mit Büchern, Videos, Vorträgen, etc. weitergebildet...


    Allerdings musste man sich auch mit den klassischen Problem in der B-Jugend auseinandersetzen:

    Pubertät, Partys, Mädels - auch in diesem Alter völlig okay. Die Jungs sollen ihren Spaß haben und sich ausprobieren. Aber das war und ist nicht mein Anspruch. Ich investier(t)e so viel Zeit, Geduld und Herzblut in meine Tätigkeit, dass ich am Wochenende nicht mit einem angetrunkenen Haufen (sicherlich fußballerisch nicht untalentierter Jungs) antreten wollte, die eigentlich nur ein bisschen kicken wollen. Wichtig ist also immer die Ansprüche von Trainer und Mannschaft abzugleichen - daher an dieser Stelle bereits mein Rat an dich: Konzentriere dich auf die Jungs, die deinen Weg mit dir gehen wollen - sofern vom Verein gewünscht. Suche frühzeitig vorher mit Jugendleiter Lösungen für die Jungs, die andere Ambitionen haben...

    Wäre es keine Option die drei "Störenfriede" in die A-Jugend zu geben? Vielleicht sind die Anknüpfungspunkte mit dem Trainer dort eher vorhanden?


    Zur nächsten Saison hat man mir also dann die 1. B-Jugend anvertraut und ich habe meine B-Lizenz gemacht und auch, wie du, viel in Richtung Trainingslehre, taktischen Feinheiten, usw. gelernt.

    Ich war wirklich vom Gedanken besessen mich immer weiter zu verbessern und nicht nur den Anspruch an meine Jungs, sondern auch an mich selber stetig zu erhöhen. Dabei war mir aber immer wichtig, dass es zentral nicht nur um mich und meinen "Weg" als Trainer gehen sollte, sondern primär um die Entwicklung und Förderung meiner Jungs.

    Im Gegensatz zu dir würde ich mich nie frühzeitig zu Beginn einer Serie auf eine Grundformation versteifen, die ICH UNBEDINGT spielen möchte, weil ich sie, unter Abwägung vieler Punkte, als am "Besten" bewerte, sondern schauen, was meine Mannschaft zunächst in der Lage ist zu leisten. Wenn ich das recht in Erinnerung habe lässt du ja grundsätzlich (gewisse Spielsituationen ausgenommen) in einem 3er-Abwehrverbund spielen - wir müssen ja nicht zu sehr ins Detail gehen. Wenn ich mir die Ergebnisse, die du hier darstellst, im Zeitraffer anschaue, kassierst du deutlich zu viele Tore. Wäre es also nicht zunächst sinnvoll aus einer kompakten Defensive zu agieren und nach und nach die Akzente, für die DEINE Spielauffassung stehen einzubauen? Das ist sicherlich immer eine Ansichtssache - aber meine Vermutung aus der Ferne ist einfach, dass du einige Jungs hier überforderst (Kreisliga) bzw. deren "Ansprüche" und Erwartungen an dein Training und as grundsätzliche "SPIEL" eben nicht erfüllen. Aber hier gilt es nun mal die Schnittmengen zwischen dir und deinen Vorstellungen und denen der Jungs zu finden.


    Nach dem Klassenerhalt und einer weiteren Saison, in der wir sogar unter die besten 5 Mannschaften kamen musste ich für mich nun eine elementare Entscheidung treffen:

    Weiter in meinem Heimatverein arbeiten(?)

    - also mit den Jungs aus dem Dorf, die mir persönlich wichtig sind... die zwar wissen, dass sie bei mir viel lernen können, aber eben nicht immer den Antrieb mitbringen auch an einem spielfreien Wochenende ein Testspiel zu bestreiten, oder eine Trainingseinheit zu machen...

    - also immer wieder Kompromisse eingehen und eventuell auch so frustrierende Nachmittage / Abende erleben, wie du heute. Sei versichert, diese frustrierenden Erlebnisse wird es immer geben. Aber der Ton macht die Musik - und solche Auslöser wie heute kenne ich nun mal aus leistungsorientierten Ansätzen nicht.

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    oder aber in den "Stadtverein" wechseln(?)

    - dessen Mannschaften deutlich höher spielen - in dem auch eine deutlich höhere Qualität der Spieler vorliegt und in dem die Motivation der Jungs einfach deutlich höher ist.

    - dessen Trainer große Erfahrungsschätze im leistungsorientierten Bereich aufzuweisen haben, die auch bereit sind ihr Wissen zu teilen und Anregungen anderer Kollegen anzunehmen (wusste ich vorher nicht - hatte ich gehofft - wurde auch größtenteils bestätigt)

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    Ich habe mich dazu entschieden den Schritt zur Leistungsorientierung zu gehen und es war für mich persönlich die beste Entscheidung, die ich treffen konnte. Es entspricht einfach meinen Vorstellungen, wie ich mit einer Mannschaft arbeiten möchte und ich denke, dass ich keinen schlechten Job mache. Meine Jungs spielen einen guten Ball und auch im zwischenmenschlichen Bereich habe ich eine gute Mischung gefunden sowohl als "Kumpeltyp" für die Jungs da zu sein, als auch als "Fachmann" den Jungs im Detail die wichtigsten Dinge für ihre fußballerische Ausbildung mit auf den Weg zu geben.

    Habe im vergangenen Jahr meine ELJ-Lizenz gemacht und im kommenden Jahr ist die A-Lizenz dran.


    Was ich aber in den ganzen Jahren für mich mitgenommen habe - DU musst unterm Strich mit dem was du machst zufrieden sein und da zu 100% hinter stehen. Dann machst du dir auch wenig Sorgen und musst dich auch tendenziell weniger um gewisse Sachen kümmern.


    Ich hoffe, ich konnte dir ein paar Denkanstöße mit auf den Weg geben.


    Beste Grüße

    Peepshow

    Hatte ich das falsch gelesen, oder ist dein Kader nicht sowieso übermäßig groß?

    Solltest du dich von den 3 Spielern trennen, hast du weniger Masse zu versorgen und kannst - wenn auch nur in Nuancen - mehr Zeit in der Ausbildung der anderen verwenden und so auch den dir zur Verfügung gestellten Platz besser nutzen.


    Wenn du dazu eine bessere Stimmung im Team hast, klingt das doch nach einer Maßnahme... gerade wenn die Vorfälle so abgelaufen sind, wie du sie beschreibst.

    Der Großteil der vielen Jungs, der wirklich will, hat dann die Möglichkeit durchzustarten und um die freiwerdenden Plätze zu fighten!