Beiträge von Marco84

Du bist noch kein Trainertalker? Registriere dich kostenlos und nehme an unserer Community teil!

Du bist Trainertalker? Zur Anmeldung

    So, gestern dass erste mal als Trainer auf dem Platz zum Training gestanden.
    Nach einer kleinen Vorstellungsrunde haben ich die Mannschaft nach ihren Zielen für die Saison gefragt und was sie sich von mir als zukünftigem Trainer erwarten würden.
    Raus kam dabei, dass sie ziemlich einstimmig (circa 12 von 15 Spielern) unbedingt Kreisklassenmeister werden möchten und das sie sich wünschen (im Gegensatz
    zu den vorherigen Trainern) auch mal auf ihre Bedürfnisse bzw. ihre "Trainingswünsche" mehr einzugehen. Wir haben dann letzendlich einen Kompromiss geschlossen,
    die Spieler werden stets pünktlich zum Training erscheinen und es wird vorher abgesagt wenn jemand mal nicht kommen kann. Zu dem habe ich noch als Bedinung gestellt
    das wir konzentriert arbeiten und die blödeleien größtenteils weg lassen, da ich vorhabe stets mit Ball aufzuwärmen. Kam anscheinend ganz gut an.


    Ich hatte im oberen Teil des Threads geschrieben das ich mit der "Einführung der Viererkette" anfangen möchte ohne die Mannschaft zu kennen. Gestern hatten wir dann das
    frontale 1 gegen 1 am Flügel und das 1 gegen 1 mit Verteidiger im Rücken, abschliessend ein kleines Trainingsspiel (circa 25 Minuten). Ich musste allerdings sehr schnell feststellen,
    dass die Mannschaft defensiv sehr gut aufgestellt ist und die Verteidiger inkl 6-er (haben vorher 1-4-2-3-1 als System gespielt) größtenteils wussten was sie tun. Selbiges kann ich
    im übrigen auch von den Offensiven Spielern sagen. Als nächste Einheit (am Mittwoch) kommt dann das 2 gegen 2 + 2 (nachrückende 6er) wo die IV erstmal auf Zeitgewinn spielen sollen.


    Sofern hatte Günther Recht wenn er gesagt hatte:

    Vielleicht werde ich, nach dem ich mir dass Gruppentaktische Verteidigen der Mannschaft angesehen habe, die Einführung der 4er Kette etwas verkürzen. Im Trainingsspiel sind mir schwächen im Umschaltspiel aufgefallen,
    vielleicht werde ich dann das in der nächsten Woche Mittwochs (Meisterschaft beginnt am 30.August) anfangen anzuschneiden. Hätte ja schließlich auch einen starken konditionellen Aspekt, worauf hier viele während der Vorbereitung großen Wert
    drauf legen.


    Ich war im übrigen überrascht wie technisch stark die Mannschaft ist und wie gut die Kommunikation unter den Spielern funktioniert. Die 6er haben das Spiel im Training richtig gut lesen können und auch die offensiv Abteilung zeigten richtig schöne Spielzüge. Die Mannschaft hat im übrigen letztes Jahr in der C-Jugend KreisLeistungsklasse gespielt, was hier im FVM die zweit niedrigste Jugendliga darstellt.


    Feedback etc. gerne erwünscht! ;)

    Hört sich für mich so an als wäre das schnelle Umschalten nicht wirklich in den Köpfen der Spieler verwurzelt. Sie kennen vielleicht den Sinn dahinter,
    besitzen die technischen Möglichkeiten und haben kleine Spielformen dazu geübt, doch umsetzen im Spiel tun sie es nicht.


    Um das Umschalten in die Köpfe zu kriegen, würde ich im Training die Spieler von der Seitenlinie aus agressiv bei den jeweiligen Übungen
    aggressiv coachen. Wenn der Ball in der Abwehr bei der Trainingseinheit erobert wurde, sofort anpeitschen und die Spieler dazu drängen
    nach vorne in die Tiefe zu spielen. Ich glaub ein ganz wichtiger Punkt beim Umschaltspiel ist eben die Art und Weise wie man das
    coacht. Steht man in den Trainingseinheiten "wortlos" daneben hat das glaub ich nicht so viel Effekt als wenn man bei Balleroberung der
    Abwehr die Mannschaft richtig heiß macht und anstachelt nun Gas zu geben. Immer und immer wieder, bis sie es irgendwann automatisch
    machen.


    Da würde ich an deiner Stelle versuchen anzusetzen - es in die Köpfe der Spieler zu kriegen neben den technisch taktischen Details zu vermitteln
    das nun "Gas gegeben wird".

    Eigentlich doch eine schöne Situation, wenn sich so viele um dass Kapitänsamt reißen, oder nicht?


    So kann man die Anforderungen nach oben schrauben, die Verpflichtungen für den Kapitän erweitern. Da
    in deiner Mannschaft die Kapitänsrolle als "bevorzugte Spielerin" angesehen wird, würde ich bei so vielen
    Kandidatinnen eindeutig mehr Leistung abseits des Platzes fordern um eben auch so zu zeigen das die
    Kapitänsbinde halt nicht nur ein Schmuckstück während der Spiele darstellt, sondern viel mehr eine
    Verpflichtung bedeuten würde.


    Ich denke so stellt man nämlich auch gleichzeitig klar der Kapitän eben nicht ein bevorzugter Spieler
    des Trainers ist.

    Ich persönlich möchte den Jugendlichen die Möglichkeit geben sich weiter zu entwickeln, sich sportlich betätigen zu können anstatt vor der Glotze / PlayStation etc. zu hängen.
    Das ich kein professioneller Trainer bin ist mir bewusst und ich gehe auch stark davon aus dass ich wohl kein kommendes BuLi-Talent in den eigenen Reihen haben werde, dennoch
    finde ich die Form eines (Meisterschafts-)Wettbewerbs ziemlich wichtig, denn wer Erfolg hat kreiert so ein gewisses Selbstbewusstsein. Wer Spiele gewinnt, seine Fähigkeiten verbessert,
    sich durch Konstanz weiterentwickelt (egal in welchem Bereich - sei es die Pünktlichkeit) reift so in seiner Persönlichkeit und steigert so sein Selbstbewusstsein. Im Beruf, der Schule oder
    im Studium ist das nicht anders: Wer dort keinen oder kaum Erfolg hat, wird später auch nicht sonderlich erfolgreich im Leben sein - darum finde ichs wichtig zu versuchen mit der Mannschaft
    erfolgreich zu sein - da die Parallelen in meinen Augen doch vorhanden sind.


    Der völlig Falsche Ansatz wäre es den Erfolg zu erzwingen, ständig die Besten spielen zu lassen und alles nur auf das Gewinnen auszulegen. So baut man nämlich nur 11 Spieler auf, während man
    die restlichen 10 (?) Spieler "zerstört". Die Spieler müssen das auch von sich aus wollen, ich denke wir als Trainer können ihnen nur den Weg zeigen und sie dabei unterstützen. Wenn jeder einzelne
    Spieler gewertschätzt wird, schlechte Spieler gleich wie die besten Spieler behandelt werden, ein gewisser Zusammenhalt und Freundschaften entstehen - dann finde ich haben wir als Trainer schon
    einiges richtig / gut gemacht.


    Versteht mich nicht falsch: Ich finde es toll und auch wichtig zu gewinnen, denn wer spielt schon gerne um zu verlieren? - aber eben nur wenn das auch Möglich ist in dem ich JEDEN Spieler einbeziehe
    und allen Spielern in etwa die gleichen Spielzeiten gebe.


    Das was Zodiak geschrieben hat trifft auch auf mich zu: Im KiFu (U10) Bereich hätte ich nichts verloren, da ich gerne Werte vermitteln und Charaktere entwickeln möchte und ich lieber mit "Erwachsenen" als mit
    kleinkindern arbeite. Mit jungen Erwachsenen kann man reden, man kann an ihre Vernunft appellieren etc. Liegt wohl daran das ich selber kein Vater bin...

    Wie wäre es mit einer 50-50 Lösung?


    Von deinen 5 Kanditatinnen würde ich mir zwei raus suchen und die der Mannschaft zur Wahl stellen, so hast du indirekt
    die Richtung angegeben und lässt die Mannschaft wählen...

    Interessantes Thema was hier ursprünglich gestartet wurde.


    Ich denke das man hier auch differenzieren muss.


    Drohgebarden, Angsteinflössende Maßnahmen oder ähnliche Zurufe finde ich total deplatziert. Genau so wenig wie demotivierende Zurufe alá "Da spielt ja meine Oma besser Fußball" oder ähnliches.


    Wenn die Kinder (in meinem Fall B-Jugend) jetzt allerdings in der Abwehr kürzlich den Ball erobert haben kann man sie schon dazu anpeitschen "UND JETZT AB NACH VORNE!" oder "UND AB DIE POST!" ohne das sie Angst kriegen sollten. Ich denke bestimmte Mechanismen (gerade im Training) müssen halt auch kommuniziert und nicht nur praktiziert oder theoretisch eintrainiert werden. Dazu zählt für mich auch im Spiel mal Impulse zu geben. Übertreiben sollte es man jedoch nicht. Freiräume für Fehler machen sollte schon gegeben werden denn nur so lernt man dazu - ohne jemanden zu bestrafen.


    Das was Günter gesagt hat wird wohl größtenteils auf mich zutreffen:

    den Trainer kennen wir alle
    das ganze Spiel über am Spielfeldrand stehend, Arme verschränkt und keinen Ton sagen - gibt es selten, aber es gibt ihn

    Ob das gut sein wird, wird sich zeigen.

    Hi Günter,


    auf der einen Seite kann ich deine Bedenken bzw. deine Anregungen verstehen, auf der anderen Seite aber kenne ich glaube ich keine
    Mannschaft die nicht Abwehr- /-Spielaufbau- / Umschaltspieltraining nötig hätte. Nicht weil diese Mannschaften schlecht wären, sondern
    weil niemand perfekt spielt.


    Was der Punkt der Motivation angeht: Käme die Mannschaft auf mich und zu und würde mir mitteilen das sie just 4 fun kicken wollen würden,
    würde ich die Themen nicht so Intensiv angehen. Das gleiche gilt natürlich auch in die andere Richtung. Im Prinzip ändert das aber nichts
    am Grundgerüst meinerseits. Was ich allerdings nach der Vorbereitung bzw. meinen 3 Schwerpunkten trainieren werde, dass wird Abhängig
    vom Leistungsstandard, der Zielsetzung und der Motivation sein. 4er-Kette ist für mich aber absolutes Pflicht- und Basisprogramm, egal wie
    gut oder schlecht eine Mannschaft ist.

    Hi Kuqi,


    ich habe letztes Jahr für 6 Monate als CO-Trainer einer D-Jugend mitgearbeitet. Dort wurden die Schwerpunkte hauptsächlich auf Technik, Kreativität und Torabschluss gelegt. Dazu zählten Dinge wie Tempodribbling mit Richtungsänderungen, Finten, Torabschlüsse aus verschiedenen (auch teils schweren) Positionen und auch das 1 gegen 1. Ich habe die Erfahrung gemacht das gerade die D-Jugendspieler nur so vor Spielfreude förmlich explodieren und da wurde mir dann auch bewusst dass eben Dinge wie Finten, Dribbling etc. gerade in dem Alter sehr sinnvoll erschienen. Zudem hat mein Chef auch immer viel Wert drauf gelegt das die Techniken korrekt ausgeführt wurden (Körperhaltung insbesondere). Der Konditionelle Aspekt wird bei solchen Übungen eigentlich automatisch mittrainiert, so schlägst Du quasi zwei Fliegen mit einer Klappe (oder mehrere :) ).


    Das macht Spaß, dass fördert die Bereitschaft auch im Training (mit Ball) zu laufen und höchstwahrscheinlich werden die Spieler dann auch viel lieber zum Training kommen als wenn man Waldläufe oder ähnliches durchführt. Zu mal beim Waldlauf eine ganze Trainingseinheit nur der Kondition gewidmet ist, man quasi eine Trainingseinheit verliert in der man mehrere Bereiche gleichzeitig hätte abdecken können.


    Ich selber bin allerdings auch "Neu-Chef-Trainer", dass sind nur meine Gedanken und teilweise Erfahrungen dazu.


    Grüße!

    Hi Micha,


    Danke für die Anregungen. Das ich mit den Schwerpunkten die Vorbereitung überfrachten würde, habe ich mich auch gefragt. Mein eigentlicher Plan war es, mir genügend Zeit für die drei Schwerpunkte zu nehmen und eben nicht alles auf biegen und brechen in der Vorbereitungszeit durchzuziehen. Die Idee mit den 4er-Blöcken deinerseits werde ich mir unverschämterweise einfach mal klauen ;)


    Die Motivation der Truppe kenne ich bis jetzt noch nicht, von daher ist deine Anregung diesbezüglich wirklich sehr gutes Feedback - dennoch möchte ich mit der Viererkette (nach vielleicht 1-2 Wochen in der Vorbereitung) schon damit beginnen, eben weil ich dass für sehr wichtig halte. Spaß steht gerade bei den "unteren" Mannschaften natürlich im Vordergrund, auf der anderen Seite denke ich dass gewinnen oder eben nicht (zu hoch) verlieren auch Spaß machen kann. Ich kann mich an meine Jugendzeit als B-Spieler noch sehr gut erinnern und ich hätte mir damals echt gewünscht mehr taktische Elemente im Training gehabt zu haben, dahher meine Sicht der Dinge. Das ich nicht auf biegen und brechen gewinnen will sollte klar sein - für die Mannschaft und für den Verein im allgemeinen. Verspringen Bälle, schießt der Stürmer daneben oder ähnliches werde ich der Letzte sein der am Spielfeldrand ausflippt, wenn überhaupt. Zu meiner Philosophie als Trainer zählt eben das ständige motivieren und anpeitschen und nicht das erniedrigen einzelner Spieler. Spieler sollen meiner Meinung nach motiviert und angetrieben werden, "zum Selbstbewusstsein erzogen werden" und sich nicht schlecht fühlen müssen wenn man Fehler macht.


    Um nochmal auf die 4er Kette zurück zu kommen: Ich glaube das es einen großen Unterschied macht wie man das ganze vermittelt und coacht, ähnlich wie beim Umschaltspiel. Reine Theoriestunden oder ständige Spielunterbrechungen können da schnell fad werden, aufjedenfall. Ich glaube aber so Sachen wie Stimmlage, eine gewisse Ruhe und die Fähigkeit Fehler aufzuzeigen ohne das sich die betroffenen schämen oder schlecht fühlen müssen können da echt wunder wirken!


    Das Posting von dir fand ich im übrigen sehr hilfreich, an einen Grillabend mit PlayStation Turnier oder ähnlichem habe ich auch schon gedacht - allerdings will ich die Ideen von der Mannschaft hören und nicht mein Ding durchziehen.


    Einen Strafenkatalog werde ich auf jedenfall nicht einführen, eher dachte ich an eine Whatsappgruppe fürs Team wo sich Spieler abmelden können oder ähnliches. Die Idee, den vorherigen Trainer nach den vorhandenen Regeln zu fragen, finde ich ebenfalls gut. Je nach Bedarf werde ich meine Regeln dazu anpassen bzw Ergänzen.


    Danke soweit ;)

    Hallo zusammen,


    Da ich ab Anfang August das erste mal als "Cheftrainer" eine B-Jugend übernehme stellen sich mir so einige Fragen. Mich würde primär interessieren wie ihr das ganze angehen würdet, ich selber habe mir schon einen Plan aufgestellt und Schwerpunkte festgelegt. Bei meiner Mannschaft handelt es sich um eine 16 Mann große B-Jugend der unteren Kreisklassen. Die Mannschaft habe ich bis jetzt noch nicht kennengelernt, jedoch wurde mir schon von der Jugendleiterin großen Teamspirit attestiert. In meiner Mannschaft wird sich auch ein geistig behinderter Spieler befinden, der ab und an vor dem Ball Angst haben wird - den ich aber unter keinen Umständen aussortieren möchte, bzw. ich möchte ihn sogar fest integrieren was sicherlich eine Herausforderung darstellen wird.


    Meine hauptsächlichen Themen der Vorbereitung werden sein:


    - Einführung 4er Kette (Taktik, 1:1, verschieben innerhalb der 4er Kette, Stellungsspiel TW)
    - Spielaufbau (Passspiel / Stellungsspiel, Passschärfe / Qualtität, Auge für Spieleröffnungen bzw. Angriffsspiel schulen)
    - Umschaltspiel Abwehr -> Angriff (Pass in die Tiefe, Umdenkprozesse fordern, ständig auf Angriff spielen etc.)


    Bei den Übungen werde ich auch stets drauf achten das der Konditionelle Aspekt nicht verschohnt bleibt und ständig mit Ball trainiert wird. Keine Waldläufe, Runden um den Platz oder sontige Übungen in diese Richtung, denn gerade beim Umschaltspiel wird ja viel gesprintet und geackert. Auch den Torwart möchte ich in so gut wie jede Übung mit einbeziehen -> Stellungsspiel, lange Bälle beim Umschaltspiel etc.


    Was ich mich jedoch am meisten beschäftigt:
    Wie stelle ich mich am besten vor? Regeln wie Pünktlichkeit, Fairness etc aufstellen, oder erstmal gucken obs ohne funktioniert? Generell, wie gestalte ich dass erste "Treffen" am sinnvollsten?


    Ich habe bisher nur als CO-Trainer einer D-Jugend für 6 Monate fungiert, bin 30 Jahre alt und habe davor keinerlei trainerischen Erfahrungen gesammelt.


    Für Anregungen und Tipps wäre ich sehr dankbar!



    Sportliche Grüße...