Worin siehst du nun den Unterschied für dich, aber auch für die Jungs, bei deinem Vorgehen, gegenüber meinem oder auch deinem, wenn du dies beim Verein mit deiner letzten Mannschaft durchgezogen hättest.
Hallo Günter,
die Kinder sollen weiter im Verein spielen, mein Angebot ist eine Ergänzung und soll hauptsächlich den Spaß am Fußball erhalten und zusätzliche Möglichkeiten bieten Fußball zu spielen und zwar ohne Manipulation durch Erwachsene.
Natürlich habe ich erst mal versucht im Verein etwas zu
bewegen. Es ist aber schlicht nicht möglich aus folgenden Gründen:
Ich hatte nur 12 Kinder im Jahrgang 2006, von denen wollte
nur die Hälfte mehr als einmal pro Woche trainieren. Die andere Hälfte kommt
nur unregelmäßig zum Training und spielt zwischendurch überhaupt nicht Fußball.
Zu wenige Kinder um vernünftig zu kicken. Die Trainer der anderen Jahrgänge
hatten kein Interesse an gemeinsamen Spielen und sind auch nicht in der Lage
die Kinder mal spielen zu lassen ohne ständig dazwischen zu brüllen.
Bei einigen Eltern besteht gegenüber dem Trainer und dem
Verein ein Anspruchsdenken, das die Motivation für jegliches zusätzliches Engagement
zerstört. Als Vereinstrainer hast Du auch gar keine Zeit mehr für zusätzliche
Aktivitäten, da Du ständig mit Training, Punktspielen, Turnieren und Sitzungen
zu tun hast.
Die Kleinen sollen mit den Großen spielen, da sie durch Abschauen
viel schneller lernen und dadurch viel motivierter sind (gilt besonders für die
besonders Begabten, die in ihrem Jahrgang keine wirklichen Gegner haben).
Die Kinder aus unserem Dorf, die darauf brennen mit zu
machen, sind oft aus einem anderen Jahrgang oder in Nachbarvereinen. Als ich
noch aktiver Trainer des einen Vereins war, waren Eltern und andere Trainer
eher misstrauisch (Thema Abwerbung bei uns schon in F-Jugend).
Die Terminkalender der Kinder sind so voll, das es ca. 30
Kinder auf meiner EMail - Liste braucht um an einem angekündigten Termin
wenigstens 12 Kinder auf dem Platz zu haben. Für feste Termine haben die
meisten gar keine Zeit.
Unser Verein will aus allem Geld ziehen. Ein Fußballcamp mit
30 Kindern würft dort normalerweise einen
Gewinn von ca. 1500 € ab, der in die klamme Vereinskasse geht. Das
bedeutet hohe Kosten für die Familien und billigste Ausstattung. Beim
dreitägigen Vereinscamp gab es für 80 € vereinseigene Trainer, Nudeln und
Fischstäbchen, einen Ball, der den dritten Tag kaum überlebt hat sowie ein
Trikot der billigsten Sorte. Als Preise gab es unsignierte Autogrammkarten.
Das Thema Haftung habe ich nicht einfach ignoriert. Eine
Versicherung für ein Bolzplatzspiel, bei dem jeder mitmachen darf, gibt es nicht.
Es ist ja auch eine Frage was man versichern will und kann. Wenn ein Kind sich
auf dem Bolzplatz verletzt, zahlt natürlich die Krankenkasse die
Heilungskosten.
Das Haftungsrisiko wird gerne genannt um private Initiativen
auszubremsen. Fakt ist, das sogar kommerzielle Fußballschulen und Fußballcamps
keine Versicherungen haben. Dort wird auch auf die eigene Krankenversicherung
verwiesen. Bei Vereinen ist das Pflicht, da die Krankenversicherung die
Heilungskosten hier sparen wollen.
Ich vermittele nur Termine zum Fußball spielen. Wenn ich auf
den Platz komme, sind viele Kinder schon da. Wenn ich gehe wollen manche noch
bleiben - mit Erlaubnis der Eltern.
Der Sportplatz in unserem Dorf kann von allen einheimischen Kindern
jederzeit benutzt werden. Dort spielen die Kinder unbeaufsichtigt Fußball.
Keiner fragt nach Versicherungen. Interessanter weise spielen dort viele, die
mal in unserem Verein waren, aber in ihrer Mannschaft keine Lust mehr hatten.