Beiträge von Michl

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    Wenn er den Arm auch von ärztlicher Seite belasten darf, dann hilft ihm vielleicht auch wenn er das ohne Schmerzen macht. Vielleicht kannst du ja in eine Schußübung so etwas wie einen Purzelbaum oder Liegestütz einbauen. Da muss er den Arm dann belasten und merkt, dass es nicht mehr schmerzt.

    Hallo Toto2,
    da bin ich mit dir einer Meinung. Aktuell scheint die 4erkette das Maß aller Dinge zu sein. Aber man muss die Taktik ja immer im Gesamtverbund sehen. Aktuell stellt jede Mannschaft auf ein 4-2-3-1 um. Worin unterscheidet sich das System eigentlich vom 4-3-3? Doch nur darin, dass die Außenstürmer auf die Höhe des offensiven Mittelfeldspielers zurückgezogen wurden. Doch wenn man es mal unabhängig von der Taktik betrachtet, was ist in dem von André beschriebenen Szenario geschehen? Es wurde auf dem Flügel ein Zweikampf verloren und der Gegnerische Angreifer ist mit hohem Tempo Richtung Tor. Die folge ist doch, das den jetzt irgendjemand stoppen muss. Also muss im Zentrum jemand seine Position verlassen und es entsteht eine gewisse Unordnung, die man ausnutzen kann. Ist doch bei der VK genau das gleiche. Verliert der Außenverteidiger den Zweikampf wird es problematisch. Darum sind doch die Messis, Riberys und Robbens so begehrt, weil sie in der Lage sind diese 1gg.1 Situationen zu lösen. Auf diesem Niveau gibt es doch ganz selten Stellungsfehler oder das Spieler in der Defensive nicht mitarbeiten. Man betrachte doch nur das diesjährige CL-Finale. Da grätscht Eto'o am eigenen 16er. Das entscheidende ist das lösen der 1v1 Situationen um die Abwehr in die Bewgung und zum verschieben zu zwingen. Dann ergeben sich Lücken die man nutzen kann. Völlig egal ob VK oder DK.

    Über ein 3-4-3 lasse ich vielleicht noch reden mit mir, weil du ja die Möglichkeit mit den Flügelstürmern hast, die den Vorstoß der AV unterbinden müssen. Aber zu 95 % wird bei einer Dreierkette ja ein 3-5-2 gespielt, und da trifft das eben genau so zu.

    Das liegt aber doch nicht am System, sondern weil die Stürmer in einem klassischen 3-5-2 doch meistens die Flügel garnicht bearbeiten, sondern nur im Zentrum agieren und da ca. 20 - 30m auseinander stehen. Wenn dann der Ball auf den Außenverteidiger kommt und der nach vorne Gas gibt, hast du das von dir beschriebene Problem. Wenn deine Stürmer aber flexibel sind und sich links und rechts neben den offensiven Mittelfeldspieler fallen lassen, dann hast du in der Verteidigung faktisch wieder ein 3-4-3 und kannst die Außenverteidiger des Gegners bremsen.
    Das Problem ist für mich letztlich deshalb keine Systemfrage, da es schon immer existent war. Als die ganze Welt mit Libero gespielt hatte, gab es das gleiche Problem auch schon. Nämlich immer dann wenn der Libero sich ein Herz genommen hat und mal von hinten mit dem Ball am Fuß und Tempo ins Mittelfeld gelaufen ist. Dann hat sich für den Spieler keiner zuständig gefühlt und es war eine Unordnung beim Gegner, die man ausnutzen konnte. Das ganze fand eben meistens in der Mitte statt. Warte mal noch ein paar Jahre, wenn alle auf ein 4-2-3-1 umstellen. Dann sind die Außenverteidiger komplett zugestellt und man benötigt wieder einen Inneverteidiger oder Libero, der mit Tempo von hinten kommt und in der Mitte gegen die 3 Mittelfeldspieler (Doppel6 und 10) die Überzahl schafft.

    Chris: Das sehe ich ein wenig anders. Es ist in meinen Augen eher immer eine Frage wie statisch Positionen gehalten werden und wie die beteiligten diese Positionen interpretieren. In einem 3-4-3 System mit Flügelstürmern die nach hinten arbeiten, habe ich genau so viele Spieler auf dem Flügel wie im 4-4-2. Zudem hängt es ja auch immer vom Gegner ab wie die Spieler auf den einzelnen Positionen ins Spiel kommen.
    Der Hauptgrund, warum es in den unteren Klassen nicht gespielt wird ist meiner Meinung nach eher pragmatischer Natur. Um die VK richtig zu spielen genügt es eben nicht, dass vier Spieler auf einer Linie verteidigen, sondern diese 4 müssen sich nahezu perfekt abstimmen um das Wechselspiel mit Absicherung, Verschieben und Übergeben richtig zu beherschen. Das ist in den unteren Klassen aufgrund von Trainingszeiten und Personalwechsel nicht zu realisieren. Die Konsequenz ist, dass du gegen jede Mannschaft die nur einen guten schnellen Stürmer hat und zusätzlich noch einen im Mittelfeld, der einen guten Pass spielen kann ganz viele Torchancen gegen dich bekommst. Bei uns im Kreis sind Mannschaften deswegen schon abgestiegen. Die wollten unbedingt VK spielen, haben deshalb am Anfang einige Spiele verloren und hatten in der Folge einen Negativlauf der am Ende zum Abstieg führte.

    Aber hast du schon mal Eltern bei Trainingswettspielchen schreiend und völlig von den Sinnen von draussen auf die Kinder einpeitschen hoeren. Oder einen Trainer ? Die Bedeutung eines Wettkaempfchen scheint den meisten Erwachsenenen im Training klar zu sein.


    Komischerweise schwindet diese Einsicht, sobald eine Tabelle ins Spiel kommt und gegen andere Vereine angetreten wird.

    Das liegt aber meiner Meinung nach nicht an der Tabelle. Das liegt im Spiel gegen den anderen Verein. Der wird als Gegner ganz anders war genommen als der Mitspieler im Trainingsspiel. Den Eltern bei mir ist es z.B. eher egal, ob die Mannschaft 4. oder 6. wird. Aber sie wollen, dass ihre Sprößlinge die Spiele gewinnen. Den Grund für eine Niederlage erkennen sie aber meistens nicht. Wichtig ist meiner Meinung nach was wir Trainer den Kindern, aber auch den Eltern vermitteln. Und ich bin der Meinung, dass wir unsere Gegner nicht als Feinde sondern als Freunde betrachten sollten, die uns die Möglichkeit geben, unser erlerntes in der Praxis zu testen und uns mit ihnen in einem sportlich fairen Wettkampf messen. Optimal ist es, wenn dieses Messen auf einem ähnlichen Leistungsniveau stattfindet und sich alle kontinuierlich verbessern. Die bei denen die Verbesserungen schneller gehen messen sich mit besseren, die anderen dann eben vorübergehend mit schlechteren. Gewinnen und erfolgreich sein ist zwar wichtig und fördert die Motivation, verlieren gehört aber zum Spiel dazu, schult den Charakter und macht uns wieder aufnahmefähig für Neues.

    Was Trainingsmethoden etc. betrifft, ist der alte grobe Schachter moderner als ihr denkt

    Da bin ich mir sicher. Schließlich gibt es im Fußball nichts neues, wie Otto Rehhagel auf einer Podiumsdiskussion des BDFL angemerkt hat. Das er mit dem hoch und runterrennen von irgendwelchen Sandbergen die gleichen Dinge trainiert wie andere mit Koordinationsleitern und Gummimatten ist mir klar. Ob ihm das auch immer so klar ist, da bin ich mir zumindest nicht ganz sicher. Deswegen würde ich ja gerne mal ein Training von ihm sehen und mich anschließend mal mit ihm darüber unterhalten.


    Es gibt eben Trainingsübungen der "alten Schule", die heute kaum mehr praktiziert werden aber in ihrem Kern ganz wichtige Teilaspekte des Fußballs trainieren. Diese Teilaspekte versucht man jetzt wieder in das Training zu integrieren und verkauft es dann als "Modern". Ein Beispiel dafür ist das Laufen auf unebenem/weichem Untergrund wie Sand oder Erdhügel, was heute mit Weichbodenmatten usw. trainiert wird.
    Es gibt aber auch Übungen, deren Sinn sich zumindest mir nicht erschließt, und ich dies heute nicht praktiziere. Z.B. F-Jugendliche zum einlaufen 5 mal ohne Ball um das Großfeld laufen lassen. Ich habe noch keinen Trainer gefunden der mir ein vernünftiges Argument gegeben hat, welches diese Übung zum regelmäßigen Aufwärmen legitimiert. Als kurzfristige Sanktionierung, wenn ich ein Kind, welches nur Blödsinn macht ärgern will, lass ich es mir eingehen, ansonsten nicht.


    Wenn es um Übungen der ersten Kategorie geht, dann bin ich bei ihm und ziehe meinen Hut, wenn er aber von der zweiten Kategorie redet, dann bin ich da halt anderer Meinung. Das geht bei ihm aber aus den Postings nicht so ganz hervor, da er dazu neigt, sein Image des harten Hundes aufrecht zu erhalten und zu polarisieren. Ich glaube aber, dass bei ihm viel mehr lockeres und modernes im Training vorkommt, als es hier im Forum den anschein macht. Daher wäre es interessant ihn mal live zu erleben.

    Eine herrliche Diskussion. Vor allem der Satz "Früher war alles besser" von Follkao. Da fällt mir nur der von mir geschätzte Kabarettist Jochen Malmsheimer in "Neues aus der Anstalt" ein, der sagte: "Früher war gar nichts besser. Früher war vieles Früher, das ist richtig. Und es gab Dinge die waren früher gut. Und sie wären es auch heute noch, wenn man die Finger davon gelassen hätte."
    Die Aussage von Günther mit dem subjektiven Sichtweise kann ich nur unterschreiben. Das ist es doch was den Fußball auch so interessant macht. Der Facettenreichtum wie man ihn betreiben kann. Und der hängt auch sehr vom sozialen Umfeld des Vereins ab. In Mannes Umfeld steht scheinbar mehr das "härtere" Spiel im Vordergrund, was ja nicht zwangsläufig schlecht sein muss. Wenn seine Kids vielleicht größtenteils den gleichen Job machen müssen wie er, dann ist seine "harte Schule" vielleicht auch das beste was ihnen passieren kann. Und das meine ich garnicht negativ.
    Zu den Tabellen habe ich meinen Senf schon geschrieben. Ich finde Tabellen nicht schlimm und für die Kinder sind sie auch nicht schlimm. Ich kenne keinen F- oder E-Jugendlichen, der am Montag noch weiß wenn er 6:4 gewonnen hat, wer den Fehlpass in der 37. Minute gespielt hat, der zum 5:3 geführt hat. Genauso kenn ich keinen D-Jugendlichen, der weiß ob er im ersten Jahr F-Jugend 4. oder 5. war und gegen wen er eine bessere Platzierung vergeigt hat. Und wenn wir alle ehrlich sind, es ist auch völlig egal. Davon geht der Verein nicht unter, fällt die Mannschaft nicht auseinander oder wird morgen nicht mehr Fußball gespielt. Was zählt ist, dass der Spieler im A-Jugend Bereich in der Lage ist, sich gegen seinen Gegenspieler durchzusetzen und zu behaupten. Das kann man über technische oder kämpferische Fähigkeiten tun, oder über ein ausgeprägtes Gruppen- und Mannschaftstaktisches Verhalten erfolgen. Bestes Beispiel war doch mal wieder die WM Deutschland im Halbfinale gegen Spanien: Deutschland hat keine einzige Gelbe Karte und verliert ohne Chance das Spiel. Im Finale das scheinbar filigrane Holland kauft den Spaniern mit teils grenzwertigen Fouls den Schneid ab und wäre wenn Robben einen seiner Alleingänge verwandelt Weltmeister geworden.
    manne: Von dir würde ich gerne mal eine Trainingseinheit oder ein Spiel sehen und mich anschließend mit dir darüber unterhalten. Ich glaube wir würden zwar nie die gleiche Philosophie vertreten und wenn du in der Realität so bist, wie du mit deinen Beiträgen bei mir ankommst würden wir wahrscheinlich hinterher auch keine Freunde werden, aber hoch interessant wäre es für mich trotzdem. Was aber nicht bedeuten soll, dass ich deine Meinung nicht respektiere, auch wenn sie zu meiner Auffassung völlig konträr ist.

    Gibt es bei euch Staffelungen nach Ligen in der F-Jugend?
    Bei uns in Mittelfranken gibt es zwar Tabellen in der E und F, aber keine Ligastaffelung. Da werden von den Spielleitern nach den Erfahrungswerten und regionalen Aspekten die Mannschaften in Ligen eingeteilt. Es werden aber immer nur halbserien gespielt, also im Winter neu eingeteilt. Dabei wird auf Leistung geachtet, also die guten in eine Liga, die mittelmäßigen in eine und die schwachen in eine. Ich finde das System herforragend, denn du spielst spätestens in der Rückrunde gegen Vereine die wahrscheinlich dein Niveau haben und jeder sieht trotzdem auch ein wenig den Leistungsgedanken anhand einer Tabelle. Kommt halt auch immer drauf an wie ernst man das als Trainer nimmt. Eine Tabelle an sich ist ja auch nichts schlechtes. Schlecht ist was daraus gemacht wird, nämlich den Tabellenplatz über die Entwicklung der Kinder stellen. Und das relativiert sich dann meistens auch ganz schnell, wenn du das Abschneiden mit einer neuen Einteilung in der Rückrunde büßen musst.
    Trainerlegende: Die Frage mit dem Brief ist in meinen Augen wieder eine Grundsatzfrage. Ist dir die Entwicklung nur weil du als Trainer kürzer trittst völlig egal, dann lass es mit dem Brief. Wenn du aber von der Sache überzeugt bist und dir sicher bist, dass du mit deiner Meinung nicht alleine stehst, dann empfehle ich dir dringend den Brief zu schreiben und dagegen anzukämpfen.

    @Günther 26.08.10 um 10:02:
    Grandioses Beispiel. Vor allem was die Rahmenbedingungen angeht und wie sie den Eltern und den Kindern vermittelt werden. Das werden zwar viele wieder als zu harte Linie empfinden was man nicht durchführen könne, weil die Familien auch etwas anderes vorhaben und da müsse man ja auch Rücksicht nehmen. Ich bin komplett deiner Meinung. Die Regeln müssen genau so sein. Wer einen Mannschaftssport betreiben will muss sich bei bestimmten Dingen in eine Gruppe einordnen. Wenn er das nicht will soll er es bleiben lassen. Gerade bei den kleinen sind das Problem ja meistens die Eltern und nicht die Kinder. In einem anderen Thread schreibt ein Trainer, dass er für seine E1 und E2 je 20 Kinder hat und er an einem Wochenende in seiner E1 nur 8 Kinder zu einem Spiel zur Verfügung hat, weil Geburtstage bei der Tante und solche Dinge anstehen. Das passiert genau wenn man diese Dinge akzeptiert. Eine Mannschaft kann nur erfolgreich sein, wenn alle regelmäßig trainieren und zu den Spielen da sind. Das hat jeder Spieler für sein Training und Spiel einfach zu organisieren. Tut er es nicht, bestraft er ja nicht dich als Trainer, sondern in erster Linie seine Mannschaftskammeraden. Und wenn sich ein A-Jugendlicher in der F-Jugend engagiert, was ja sehr zu begrüßen ist, dann muss das vereinsintern eben organisiert werden, das sich das Training eben nicht überschneidet. Das kann ja nicht wirklich das Problem sein.

    Muss ich dir zustimmen. Habe es mir auch gestern Abend mal angesehen und kann es jedem nur empfehlen. Vor allem die Erklärungen von Pfister über die Rahmenbedingungen in Afrika fand ich sensationell.
    Ein Mannschaftskollege von mir der sein FSJ im Rahmen von Football for Hope in Ruanda gemacht hat, hat mir von ähnlichen Bedingungen erzählt. Irgendwie ist das manchmal auch erschreckend.

    Das hat mit Voraussetzungen wenig zu tun. Da bist du als Trainer gefordert. Ich habe letztes Jahr E1und E2 mit in der Summe 15 Spieler für beide Mannschaften gespielt (in Nürnberg, also auch in der Stadt). War zwar anstrengend aber es ging, daher sollte es mit 20 kein Problem sein.

    ob am ende der kader zu groß ist, weiß ich nicht mal. z.b. haben wir kommenden samstag ein turnier. da bekomme ich gerade mal von meinen 20 spielern 8 zusammen. der rest ist auf feten, geburtstagen oder unterwegs. und schon wäre der salat fast perfekt, dass wir fast nicht antreten könnten.

    Da schließ ich mich siebener an. Die Kausalitätskette ist eine andere. Du hast 20 Spieler und darfst maximal 11 zum Spiel mitnehmen (zumindest bei uns) Das heißt fast die Hälfte darf nicht mit und ist daher scheinbar nicht wichtig. Dadurch erreichst du die Stimmung, das eine Fete kein Problem ist und man zum Fußball kommen kann wenn man gerade will, also übertrieben gesagt, wenn der Hamster keinen Schnupfen hat usw.
    Ich hatte bei mir letztes Jahr ähnliche Effekte und rate dir da nur sofort Gegenzusteuern, sonst kannst du in einem halben Jahr einpacken. Der Trainingsplatz scheint ja nicht das Problem zu sein, da du mit den 20 ja trainierst. Also versuche zwei Mannschaften draus zu machen, welche gemeinsam trainieren. Und verklicker den Eltern ganz schnell, dass hier jeder Spieler wichtig ist und es zu einem Gruppenverhalten dazugehört, dass Feste auch mal hintenanstehen müssen. Dann kommt der Balk halt mal zwei Stunden später zum 63. Geburtstag der Tante. Die hat nächstes Jahr wieder Geburtstag.
    Eltern sind da auch oft unwissend und denken gar nicht an den Aufwand den du betreibst. Mich hat eine Mutter letztes Jahr völlig entgeistert angesehen, als ich von ihr verlangt habe, dass sie mir Bescheid geben soll wenn ihr Kind nicht zum Training kommt. Ich hab ihr dann erklärt wie ich arbeite, das ich mir vorher einen Plan mache was ich wie mit welchen Kindern trainieren will und ich dann am Platz alles umschmeißen muss wenn Kinder dann nicht kommen, bzw es ziemlich albern ist wenn ich möglicherweise nur mit 3 Kindern am Platz stehe und nicht weiß ob noch jemand kommt. Es geht ja nicht nur um mich sondern auch um die Mitspieler. Wenn man es den Eltern ruhig erklärt sind sie dann meistens ziemlich einsichtig und es funktioniert auch.
    Die Konsequenz ist ja letztlich folgende, wenn du 20 Kinder hast und 14 aus dubiosen Gründen nicht können, dann können die 6 verbliebenen auch nicht spielen, du musst das Spiel absagen, was dem Verein letztlich wieder Geld kostet und dir Nerven weil du das organisieren musst. Glaube mir, da schaffst du dir Nebenkriegsschauplätze, die dir am Ende den Spaß am Trainerdasein nehmen.

    Er

    Vermutlich steht das mit den 20 Spielern aber fest und läßt sich nicht mehr ändern. Entsprechend bräuchte man darauf nicht reiten, das bringt in diesem Fall nichts, oder?

    Hey Leute, ich bin ja nicht der Wächter hier, aber ihr geht überhaupt nicht auf seine Fragen ein. Gruß Andre

    Hallo André,
    dass das feststeht ist deine Vermutung, hat er aber nicht geschrieben. Zudem war seine abschließende Frage ja, wie wir darüber denken und da sind sich viele einig. Wenn es so ist wie vermutet, dann ist der grundsätzliche Gedankengang ja nach Meinung der meisten hier falsch. Eine F-Jugend mit 20 Kindern ist um es mal Milde auszudrücken suboptimal. Das ganze mit nur einem Trainer ist zudem schwierig und der wahrscheinliche Grund für seine Störungen des Trainingsbetriebes. Es wäre daher gut, wenn er noch mehr zu den äußeren Umständen schreiben würde.
    Und gerade das Thema zusätzliche Mannschaft nachmelden behandeln zumindest die Jugendspielleiter bei uns eher großzügig, so dass es für ihn vielleicht doch eine Option ist.
    Gruß
    Michael

    Verstehe ich dich richtig, dass du mit 20 Kindern eine F-Jugend Mannschaft bestreitest die mit 6 Feldspieler + 1 Torwart spielt? Bist du für die 20 Kids alleine verantwortlich?


    Wenn ja, mach zwei Mannschaften draus, organisier dir einen zweiten und dritten Mann für das Training und teile die Mannschaft nach Leistung und zwischenmenschlichem Verhalten. Sonst wirst du da wahnsinnig.

    @Günther: Ich sehe das aber auch eher wie Mattes. Es spricht meiner Meinung zwar nichts dagegen, wenn einer den Ball mal weg haut, weil er gerade dreimal die Linie rauf und runter gesprintet ist, aber ich finde es als grundlegende Vorgabe einfach schlecht. Die Frage ist ja auch immer was die Kinder als Druck empfinden. Gerade in der E-Jugend wo der Torhüter den Rückpass auch in die Hand nehmen kann, ist der Rückpass zum Torwart doch immer besser als den Ball in die Pampa zu schlagen. Und genau das ist doch das Hauptproblem. Natürlich schlagen sowohl in der Kreisklasse als auch in der Bundesliga die Verteidiger den Ball mal auf die Tribüne oder weit nach vorne, es unterscheidet aber einen guten Verteidiger von einem schlechten wenn er versucht den Befreiungsschlag in die Richtung eines Mitspielers zu spielen oder Hauptsache weit weg. Da finde ich sollte es dann schon mal die Vorgabe sein auch mal einen riskanten Pass aus der Abwehr der in der E-Jugend mal schief geht zu spielen als den Ball weg zu bolzen.
    Hierzu mal eine Anektode aus meiner vergangenen Saison. Habe mit meiner E2, eine Mannschaft mit noch großen Defiziten, gegen die E2 des Nachbarvereins gespielt. Die E2 des Nachbarvereins war richtig gut und erfolgreich und wurde am Ende auch Meister. Die haben dann mit 3 in der Abwehr und 3 im Angriff gespielt. Der mittlere Abwehrspieler leicht nach hinten versetzt als Libero. Das war auch ein richtig guter Fußballer. Er sollte grundsätzlich zwar von hinten rausspielen, aber wenn er attakiert wurde den Ball weit nach vorne zu den Stürmern schlagen. Ich hatte meine E2 mit zwei Spielern aus der E1 verstärkt und hab dann dem einen Spieler gesagt, er soll immer wenn der Libero den Ball hat diesen mit vollem Tempo unter Druck setzen, was er auch hervorragend gemacht hat. Jetzt stand es Bereits gegen Ende der ersten Hälfte 5:0 für den Gegner und der Libero hat ca. 40 Minuten des Spiels jeden Ball den er hatte weit nach vorne gespielt. Die Stürmer haben den dann oft erlaufen und Chancen zu hauf gehabt. Am Ende stand es 7:0 für den Gegner. Jetzt sag mir ob es für den Libero nich besser gewesen er hätte seine Bälle einfach zum nächsten Mitspieler gespielt und das Spiel wäre 7:3 ausgegangen weil er 5 mal den Ball verloren hat. Gewonnen hätten wir das Spiel nie, dazu war der Gegner zu gut. Ich habe das meinen Eltern, speziell denen die das auch immer rein schreien, dann genauso erklärt. Meiner Meinung nach, und da bringt mich auch keiner von ab, ist das falsch. Wenn der Libero das so die nächsten 5 Jahre spielt, ist es doch eine Katastrophe für die Entwicklung des Kindes. Der kann in der C-Jugend dann nur Bolzen.


    Die letzten beiden Absätze von Mattes bringen es meiner Meinung auf den Punkt. Im unteren Bereich müssen sie lernen, dass es neben dem wegbolzen die Option des sauber herausspielen gibt. Das geht beim lernen halt mal schief. Und wo ist es denn egal, wenn es denn schief geht, wenn nicht in der F- und E-Jugend?

    Ich habe vor, im nächsten Jahr die C-Lizenz in Barsinghausen zu machen und war daher in der letzten Woche bei diesem Eignungstest. Die sagten uns dort, dass sie bei diesem Test schon nur die durchlassen würden, denen sie es auch in Barsinghausen zutrauen das Programm durchzustehen. Schließlich wolle man niemandem Sand in die Augen streuen und verhindern, dass viel Geld und Urlaub umsonst investiert werde. Eine faire Sache wie ich finde.


    Am Ende haben es dann alle 8 Teilnehmer geschafft, 2-3 mit Einschränkungen, wie es hieß. Das wird auf dem Testat festgehalten und in Barsinhausen sehen die sofort, wer den Test nur mit Einschränkungen bestanden hat. Ich bin jedenfalls auf den Lehrgang gespannt, fußballerisch waren bei dem Test zwei dabei, wo ich fußballerische bedenken hatte. Aber wie hier schon gesagt wurde: Es kommt v.a. auch darauf an, wie ich Fußball vermitteln kann.


    Man sollte den Lehrgang machen können, ohne vorher erklären zu müssen, aus welchem Verein man kommt, wie hoch man gespielt hat und wen man trainiert...

    Bei uns in Mittelfranken, war es beim Eignungstest ähnlich wie du es beschreibst. Das haben am Ende auch alle geschaft, war aber auch niemand dabei, der die Fersen vorne hatte (Wir waren 9, davon 2 Frauen die BOL und Landesliga spielen, was bei den Frauen bei uns nicht übermäßig hoch ist). Das war ja auch der Grund warum sie diesen Eignungstest eingeführt haben. Dass sich niemand eine Woche frei nimmt sich zum ersten Lehrgang anmeldet und dann am Montag beim LGI erzählt bekommt, das es besser ist wieder heim zu fahren, weil man keinen vernünftigen deutschen Satz zusammen bringt oder keinen Pass auf 5 Meter spielen kann.


    PaulBreitner: Danke für das Kompliment, hätte ich als Nürnberger nicht gedacht, dass ich mich mal bei einem Bayern-Fan bedanke. ;)
    DSV: Meine Argumentationskette bei dem Vergleich war aber eigentlich eine andere. Ich wollte damit aussagen, dass es Werkzeugmacher gibt, die auch gute Maschinenbauer wären und Dinge intellektuell hervorragend umsetzen könnten, aber dies halt nicht machen können/dürfen weil sie das Abi nicht schaffen wegen beispielsweise Chemie, Physik und Englisch. Ist für diese Leute genauso ärgerlich, weil es mit ihrem späteren wirken auch nur bedingt zu tun hat. Ansosnsten sind wir ja weitestgenhend einer Meinung.

    Hatte in der vergangenen Saison 2 E-Jugendmannschaften mit 16 Kindern. Davon 10 verhältnismäßig richtig gute Spieler des älteren Jahrgangs, 2 relativ gute Spieler des jungen Jahrgangs und 4 mit größerem Nachholbedarf des jungen Jahrgangs. Wir waren zwar zu zweit aber beim Training ich meistens alleine. Haben beide Mannschaften im Ligaspielbetrieb gehabt. Trainiert haben wir zusammen aber unheimlich viel mit Stationen und kleinen Gruppen, wegen des unterschiedlichen Leistungsstärke. Im Spielbetrieb haben die 10 die E1 gestellt und die restlichen die E2 welche immer wieder mit F-Jugendspielern aufgefüllt wurden. Einige Spiele haben wir dann auch von der E2 verlegt um mit der E1 aufzufüllen und die guten E2 Spieler auch mal mit zur E1 mitgenommen. Funktioniert hat es eigentlich ganz gut, denn es hat keiner die Lust verloren obwohl es für die E2 teilweise ordentliche Niederlagen setzte. Das größte Problem war eigentlich das Training, denn 16 Kinder in dieser Altersgruppe mit einem großen Leistungsgefälle bekommst du ganz schwer geregelt. Wichtig ist auf jeden Fall, dass du nicht alleine im Training bist. Den Rest kannst du immer wieder durch viel reden gerade biegen, wenn mal was organisatorisch nicht perfekt läuft. Aber viele Kinder auf Dauer alleine trainieren geht an deine Substanz. Dann wirst du irgendwann den Kindern nicht mehr gerecht.

    DSV: Das mit den Kreuzbändern war übrigens auch ich. Und ich probiere den C-Schein trotzdem. Bei der Fitness bin ich zwar grundsätzlich deiner Meinung, dass sie nicht das Hauptkriterium ist, aber sie ist eben eines. Und es scheint hier in Barsinghausen diesbezüglich eine Ausnahmesituation zu sein. Ich werde sie in Oberhaching machen und die Beiträge hier zeigen, dass dort die Kriterien ja scheinbar nicht ganz so streng sind.
    Tatsache bleibt aber doch, dass ich mir doch auch die Lizenz heraussuchen kann. Und wenn man sich die Inhalte der C-Lizenz Breitensport ansieht, ist man doch gar nicht so weit von der C-Lizenz entfernt und hat das Spektakel mit Eignungstest nicht. Die C-Lizenz ist der Einstieg in die gehobenen Klassen und führt weiter über B- und A-Lizenz zum Fußballlehrer. Für den Breitensport ist sie, meiner Meinung, eigentlich auch gar nicht gedacht. Ich bin der Meinung, dass hier viele sich auf diese C-Lizenz versteifen, aber eigentlich gar keine Gedanken machen warum sie das machen wollen. Ich hab mich beispielsweise für die C-Lizenz entschieden, da ich mir die Option offen halten möchte vielleicht mal in ein Leistungszentrum oder einen Stützpunkt zu gehen. Wenn das aus welchen Gründen auch immer nicht klappt, dann geh ich halt eine Stufe zurück, mache den C-Breitenfussball und bleib die nächsten 20 Jahre in meinem Heimatverein. Dazu bilde ich mich noch selbst weiter und werde für meinen Heimatverein bestimmt kein schlechter Jugendtrainer. Das ist doch eher eine Frage der persönlichen Motivation und der Ziele. Um einmal einen bildlichen Vergleich mit der Berufswelt aufzuzeigen, wenn ich Werkzeugmacher als Beruf ergreifen will und schlecht in Mathe bin, werd ich mich mit Abitur machen und Maschinenbau studieren auch schwer tun. Ist aber auch nicht notwendig um ein guter Werkzeugmacher zu werden. Die C-Lizenz ist halt das Abitur, die B-Lizenz das Grundstudium, die A-Lizenz das Hauptstudium und der Fußballlehrer die Doktorarbeit des Trainers. Es ist mit der Lizenz eben wie im wahren Leben. Die einen schaffen das ABI nicht und jammern dass die Welt schlecht ist, die anderen machen halt das beste draus und werden gute Werkzeugmacher. Frag mal einen Studenten was er von seinem Abitur noch alles benötigt. Oder wie viele ihr Studium abbrechen mussten, weil sie in einem bedeutungslosen Fach versagt haben. Was glaubst du wie viele gute Fachkräfte da verloren gehen?

    Ich sehe ehrlich gesagt euer Problem nicht. Scheinbar scheint Barsinghausen hier etwas härtere Maßstäbe zu setzen, aber sei es drumm. Mann muss sich mal die Zielsetzung für die C-Trainer Lizenz ansehen. Das ist ganz klar Leistungsorientiert ausgelegt. Mann kann im Seniorenbereich bis zur 6 Liga trainieren und dafür muss man etwas auf dem Kasten haben. Für alle diejenigen die die Jugendmannschaften in ihrem Heimatverein in der Kreisklasse trainieren wollen oder eine Herrenmannschaft in der Kreisliga gibt es den C-Breitenfußball oder die Teamleiter Lehrgänge. Und bitte jetzt nicht wieder das Argument von José Mourinho, der ohne Talent der beste Trainer der Welt ist. Das sind doch ganz andere Dimensionen. Der hat in seinem Trainerstab wahrscheinlich mindestens 5 Trainer die alle Facetten des Fußballs abdecken und koordiniert das ganze nur. Der steht doch nicht auf dem Platz und läuft über die Koordinationsleiter. Ich habe vor ein Paar Jahren mal beim 1.FCN unter Hans Meyer beim Training zugesehen. Da hat die Mannschaft unter Co-Trainer Jürgen Raab das trainieren begonnen. Nach einer halben Stunde kam der Meyer auf den Platz, hat sich das ganze angesehen, ein paar flappsige Kommentare abgegeben und zwei Spieler zusammengefaltet, weil sie nicht das gemacht haben was sie sollen und das wars. Für den Job brauchst du doch ganz andere Fähigkeiten wie für die 6. Liga.

    Das kommt darauf an ist eine super Antwort. Stimmt wie immer auch in diesem Fall. Aber zurück zum Thema. Faktisch stehen dir damit bis zum 1.11. 12 Feldspieler und 2 Torhüter zur Verfügung. Mit den Torhütern kommst du sicher klar. Aber bei den Feldspielern kann es meiner Meinung nach schon eng werden. Hängt natürlich von der Bereitschaft deiner Kinder ab und ob du verletzungsfrei bleibst. Ich würde mir auch Gedanken machen ob du einen der Torhüter vielleicht als Feldspieler einsetzen kannst. Funktionieren kann das schon, ich habe schon Saisons mit weniger Spielern gespielt, aber es ist halt riskant. Wenn du keine schlaflosen Nächte haben möchtest, würde ich zusehen, dass du noch ein bis zwei Spieler aktivieren kannst. Vor allem vor dem Hintergrund, dass du ja als Ziel Klassenerhalt angibst und davon ausgehst, dass du womöglich nicht so erfolgreich sein wirst. Da läufst du halt Gefahr, dass dir Spieler die Lust verlieren bzw andere Dinge wichtiger sind als Fußball. Zum Beispiel der Geburtstag von der Oma anstelle sich gegen den Ligaprimus 10 Stück einzufangen.