miho
Ich lese bei Dir zwischen den Zeilen den Willen heraus, es jedem recht machen zu wollen. Hatte ich früher auch. Wenn Du dem Kinder- und Jugendfußballbereich länger erhalten bleiben möchtest, schmeiß dieses Ziel über Bord. Und zwar ganz schnell, sonst wirst Du aus vielen Enttäuschungen heraus früher oder später die Brocken hinschmeißen. Das Folgende wird sich jetzt vielleicht sehr egoistisch anhören, ich persönlich fahre jedoch sehr gut damit: Der Mannschaftsteil ( und die besteht mindestens bis zur E aus Trainer/-n, Spielern und Eltern ) der am meisten Spaß bei der Sache haben muss, ist...
...der Trainer
Nur wenn ich selber richtig Bock habe diese Funktion zu übernehmen und mit vollem Elan dahinter stehe, kann ich meinen Jungs authentisch vorleben und vermitteln was für einen fantastischen Sport sie sich da ausgesucht haben. Zuviel Stress nebenbei wirkt sich dabei negativ aus und sowas spürt dann auch Deine Mannschaft. Ich verlange nicht viel, aber man soll mich in Ruhe meinen Job machen lassen. Für Kritik und Anregungen bin ich dabei aufgeschlossen und auch dankbar. Jedoch zu gegebener Zeit. Ein Spiel oder Turnier gehört nicht dazu ! Danach gerne, aber nicht währenddessen.
Eiserne Regeln: Aufstellung und Coaching mache ich oder mein Co. Und bei einer E: In der Kabine befinden sich außer den Spielern nur die Trainerin / der Trainer und ihr / sein Co. Ende der Durchsage. Ausnahme ist hierbei nur wenn sich ein Spieler schwerer verletzt hat. Da hat auch das jeweilige Elternteil das Recht, bei seinem Kind zu sein. Bereits zu Beginn der E habe ich die Eltern gefragt, warum sie immer mit in der Kabine stehen wollen. Antwort: Damit er nicht wieder vergisst, seine Klamotten mitzunehmen
Soviel zum Thema zur Selbstständigkeit erziehen. Seit der E versammelt sich die Mannschaft nach dem Duschen nach Training und Spiel vor der Kabine. Keiner haut vorher ab. Damit war dann auch die Endlosduscherei einzelner Spezialisten beendet, weil alle nach Hause wollten. Der Kapitän ( wechselte immer ) ging dann in die Kabine um zu schauen, ob die sauber ist und niemand was vergessen hat. Damit trat er dann vor die Kabine und fragte, wem die Jacke, die Schienbeinschoner etc. gehören würde
Übrigens erledigt sich das Thema mit Eltern in der Kabine spätestens ab D. Eltern und im Speziellen Mamas sind dann für die Jungs ein NoGo in der Kabine. Und Du hälst es nach Training und Spiel ohnehin nur max. eine Minute aus, weil die Deowolke Dir die Tränen in die Augen treibt.
Du bestimmst also die Regeln. Und das gilt eben auch für dieses Turnier !
Zu Deinem Haupttrainer: Vereinsleben ist eine Welt für sich und wie Du richtig sagst, wird dort Politik betrieben. Je länger man sich in dieser Welt aufhält, umso mehr lernt man mit gewissen Dingen umzugehen und diese gelassener zu betrachten. Es steht und fällt mit dem Standing im Club. Kannst Du in der kurzen Zeit noch nicht haben. Kein Thema. Dein Trainer scheint es jedoch zu haben. Damit hat Dir gegenüber auch eine Verpflichtung, nämlich Dich nicht im Regen stehen zu lassen. Wieso und warum hat Andre sehr gut beschrieben. Es bringt der Mannschaft am wenigsten, wenn jemand mit so viel Herzblut wie Du vor lauter Enttäuschung irgendwann das Handtuch schmeisst.