guenter, Andre oder auch andere:
Vorweg: Ich lasse meine Mannschaften (U12 oder U13) in der Halle auch sehr taktisch spielen. Grundaufstellung ist i.d.R. das 2:2, wobei die Abwehrspieler in den eigenen Ecken stehen und die Stürmer beide in der Mitte im gegnerischen Strafraum.
Dabei erarbeiten wir uns im Laufe der Zeit immer neue Varianten, die im Optimalfall zum Ziel haben, dass ein ABwehrspieler mit Ball am Fuss eine 3:2-Situation schafft. Im Idealfall läuft er in einem Bogen die Mitte des SPielfeldes an und bekommt den Ball vom Torwart ins Zentrum in den Lauf.
Aber auch das 1:1 und das Spiel über die Stürmer etc. erarbeite ich nach und nach.
Nur das "klassische" direkte Prallen (beim zweiten Kontakt ist das o.k.) zum Torwart will ich eigentlich nicht sehen. Das wird (so meine Beobachtungen) dann oft zu einem einfallslosen Muster, ohne Nachdenken, also ohne wirkliche eigene Entscheidung des Feldspielers. Stupides Entgegenkommen, Prallen lassen. (Wieviele Tore wir so erzielt haben, weil der Gegner so agierte...unzählbar, da meine SPieler je nach Abstand dem Ball nachgingen, bzw. der ballferne Stürmer sofort zum Torhüter verschob.
Je nachdem, wie der Gegner uns verteidigt, haben die Spieler dann ein breites Repertoir an Lösungsmöglichkeiten (meinetwegen auch Lösungsvorschläge von mir) aus denen sie dann das passende auswählen können. (Da wir extrem erfolgreich waren, haben irgendwann die Gegner bei unserem Abstoß sich z.B. in die eigene Hälfte verzogen, weil wir sonst peranent zu 3:2-Situationen mit Ball in der Mitte kamen.)
Kreativität im Fussball kann man in meinen Augen nicht mit Kreativität in der Kunst o.ä. vergleichen. Während in der Kunst quasi unendlich Möglichkeiten existieren, gibt es im Fussball Grenzen. Kreativ ist hier ein Spieler, der aus einem breiten Repertoir die (eine) richtige Lösung auswählen kann. Dieses Repertoir muss er aber erlernen, und dafür ist dann der Trainer da.
Jetzt zu meiner Frage:
Was macht ihr, beim eigenen Abstoß, wenn der Gegner alle seine Spieler in eurer Hälfte plaziert. DEr Torhüter darf nicht über die Mittellinie spielen, deshalb können die Stürmer quasi nicht angespielt werden?
Für die beiden ABwehrspieler ist durch die vier Gener in der Hälfte kaum noch Platz, um sich wirklich zu lösen, ganz sicher nicht mit eine Weg-und-wieder-entgegenkommen-Lauffinte, da die als erstes erwartet wird, und sehr offensiv verteidigt wird, d.h. schon den ersten Pass vom Torwart attakieren. (Falls der SPieler sich zur Mittellinie hin löst, sind ja da die beiden anderen Spieler, weshalb man noch aggressiver den ersten Pass verteidigen kann).
Ich hoffe, dass war verständlich, denn treffen zwei gleichgute Mannschaften aufeinander (oder man auf einen stärkeren Gegner), dann ist das schwer zu lösen.
(Und um dem vorzubeugen, das habe ich am Ende einer U13-Saison schon häufig gesehen, auch wir verteidigen dann mittlerweile so hoch, agressiv und gut abgestimmt, dass die meisten Gegner dann wieder zum hohen Ball an die Mittellinie greifen; auch wenn sie sonst so nicht eröffnen. Aber die Gefahr des Ballverlustes vor dem eigenen Tor ist einfach extrem hoch, wobei wir beim Thema Gegenprsseing aus dem anderen Thread wären.
Gegen ähnlich gute Gegner waäre es wahrscheinlich schon die erfolgreichte Taktik, würden wir den Ball von überall hoch übers Tor schießen, nur damit der Gegner Abstoß hat. Natürlich widerstrebt das meiner Philosophie. Bei 7:1 Fussball auf dem Feld mit Mittellinien-Regel gilt in der Rückserie U13 genau das gleiche. Der Torwartabstoß hat domonierende Funktion. Zumindest bei den 10-15 besten Mannschaften des Fussballverbandes. Da wird einer der Außenverteidiger bewußt soweit freigelassen, dass dieser vom Torwart angespielt wird, um diesen dann durch gezieltes Verschieben so zu attakieren, das der Ballverlust die Regel ist, wenn er den Ball nicht direkt weit nach vorne "schießt". Das ist mittlerweile so eklatant, dass ich die Mittellinieregel in der D-Jugend in Frage stelle. Denn ist der lange Ball des Torwarts erlaubt, so ist wieder mehr Platz in der eigenen Hälfte zum FussballSPIELEN. Dann kan man nicht mehr so hoch verteidigen, mit allen Spielern in der gegnerischen Hälfte.)
