Wir hatten gestern eine etwas umschweifende Diskussion in unserem Basiswissen-Lehrgang - also nach dem offiziellen Teil...
In unserer Gruppe herrschte Einigkeit bzgl. der Trainer- und Zuschauer-Regel, ...................Bei der Schiedsrichter-Regel hingegen scheideten sich wieder die Geister, wobei grundsätzlich auch von allen das regeln unter den Kids durchaus bevorzugt wurde - der einzige Unterschied ist, dass die einen die Regel so umgesetzt haben wollen wie es die FPL vorsieht, die anderen hingegen mit einer Art Spielleiter, also ein zurückhaltender Schiedsrichter, der für Begrüßung, Anpfiff, Halbzeit Ab- und Anpfiff und auch den Schlusspfiff verantwortlich ist ................Begründet wurde dies vor allem dadurch, dass es letztlich Quatsch ist die Kids erst den Fußball ohne Schiedsrichter zu vermitteln und dann später eben doch mit; letztlich gehört ein Schiri doch auch zum Fußball wie Pfosten und Ball, und das wissen auch die Kleinsten.
DanielOcean, wenn das ein Ergebnis eurer Gruppe war, kann ich es gar nicht glauben und nur darum ging es mir, ich wollte nur mal nachfragen. Ihr hattet sicherlich die Möglichkeit nach dem Sinn der Regel zu fragen. Wenn mir jemand entgegenwirft "..das ist alles Quatsch", gehen mir nicht die Argumente aus, es ist nur schwer darauf zu antworten. Eigentlich sind wir gar nicht weit voneinader entfernt.
Was ist in den letzten Jahren passiert? Ich könnte dir diese Argumente der Gegner der Reformen nennen:
- Das Großfeld wurde dem Kinderfußball genommen, dabei gehörte es zum Fußball wie Pfosten und Ball.
- Die Tabellen wurden abgeschafft, dabei gehören sie zum Fußball wie Pfosten und Ball.
- Der Schiedsrichter wird abgeschafft, dabei gehört er zum Fußball wie Pfosten und Ball.
- Die Fan-Zone grenzt die Eltern aus.
- Die Coachoing-Zone bevormundet die Trainer.
Was fällt dabei auf? Auch die letzten beiden Punkte gehören seit Jahren zum Fußball wie der Pfosten und Ball. Die Zuschauer stehen beim Fußball nicht am Feldrand und die Trainer haben eine Coachingzone.
Das deine Kids es komisch fanden ohne Schiedsrichter zu spielen ist dabei völlig normal, sie kennen es ja nicht anders. Zwei oder drei Spiele und es ist für die Kids Alltag.
Durch die Abwesenheit des Schiedsrichters lernen die Kinder frühzeitig Verantwortung für sich und die anderen Kinder zu übernehmen. Es besteht die Hoffnung, dass sie etwas davon in die späteren Jahre übernehmen und sich auf dem Feld anders verhalten. Ohne Schiedsrichter fehlt den Trainern auch der "Sündenbock" auf dem Platz, sie können sich nur noch untereinander streiten und das wird auf Dauer peinlich. Zwischen zwei Trainern im Kinderfußball muss kein Aufpasser stehen, damit man die Verantwortung für ein reibungsloses Spiel abgeben kann.
Ihr hättet euch darauf einigen sollen die Regeln der FPL konsequent einzuhalten. Selbst wenn es bei euch vernünftig abläuft, bedeutet dies nicht, dass es im Nachbarkreis auch so ist, oder in Bayern oder in Hamburg. Wir fordern immer eine einheitliche Spielregelung und die bekommen wir nur, wenn wir uns an die 3 kleinen Regeln halten.
Ihr findet die Schiedsrichter-Regelung nicht so gut, also setzt ihr, vielleicht nur du, einen Spielleiter ein. Die nächsten Trainer finden, die Coaching-Zone ist überflüssig, deshalb lassen sie sie weg. Die Fan-Zone ist dann bei andern Trainern nicht so beliebt, weil sie es den Eltern nicht erklären können. Wenn man FPL spielt, dann mit allen Konsequenzen, sonst hat die Liga keine Chance. Es kann doch nicht so schwer sein, drei Regeln einzuhalten, benötigen die Trainer die dafür verantwortlich sind einen Aufpassser? Für mich ist das die Flucht aus der Verantwortung. Gerade wer freiwillig FPL spielt, sollte sich an die Regeln halten, an alle drei.