U15 - Dropout wegen schlechtem Mannschaftsklima verhindern

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  • erinnert mich an unsere C-Jugend, der letzte Jahrgang hat den kompletten Kreis dominiert, Kreispokal gewonnen, überlegen aufgestiegen, die jetzige Truppe kann da nicht mal ansatzweise mithalten, hinzukommt, dass dort gerade mal 3 aus dem ältesten Jahrgang mitspielen, der Rest ist jüngerer Jahrgang oder sogar noch älterer D-Jugend-Jahrgang.
    Die Trainingsbeteiligung ist genauso wie bei dir, da kommen so maximal 8, normaler ist eher 6. Die Absagen kommen alle erst nach Mittag des Trainingstages mit Gründen, die echt unfassbar lächerlich sind. Aber was will man als Trainer machen? Konsequenzen gehen schlecht, da der Trainer auch immer kämpfen muss um 11 zusammenzubekommen.


    Bisher wurden alle Spiele ausnahmelos verloren, Highlights waren zwei 1:2-Niederlagen, eine sogar gegen den Tabellen-2. zu zehnt.


    Was ich mich bei so einer Situation frage: wieso geht man da in die höhere Spielklasse? Oder muss man den Aufstieg bei euch nehmen? Das scheint ja hier offensichtlich gewesen zu sein, dass die Spielklasse nicht passt.

  • fak


    Was ist das denn für eine Prognose? Hab vor einigen Jahren mal ein Aufsteigerteam übernommen. Bei der neu zusammengestellten Mannschaft spielte die Hälfte zuvor 3 Ligen niedriger! Als Trainer hat man einen Ausbildungsplan, der mit etwas Motivationstalent und guter Beobachtungsgabe gewürzt, neue Herausforderungen schafft!


    Natürlich hängt der Erfolg immer auch von den Gegnern ab, weshalb es eine Reihe von Unwägbarkeiten gibt. Jedoch hinterher (zum Ende der Saison) die Aussage zu treffen, man wäre besser eine Liga tiefer geblieben, kann ja kein Fazit für zukünftige sportliche Ziele sein? Da sollte man doch gleich sämtliche Teams im Verein eine Liga tiefer anmelden, damit auch nichts schief geht :thumbup: ?


    Ich hoffe, du erkennst die Ironie?


    Wer als Trainer erfolgreich sein will, der muß auch risikobereit sein. Man kann nur dann seinen Spielern das nötige Selbstbewußtsein für einen nachhaltigen Siegeswillen vermitteln, wenn man selber genug davon hat. Natürlich braucht es ein paar Jahre, um Erfahrungen zu sammeln und den Rahmen der Möglichkeiten zu kennen. Aber ohne eine gehörige Portion Optimismus wird ein Stück des Trainerdaseins den Pessimisten verborgen bleiben.


    Ich würde mich freuen, wenn raicoon jetzt nicht den Kopf in den Sand steckt und sich sagt, das in ein paar Wochen sowieso alles vorbei ist, sondern mit seinem Abgang für die Jungs einen guten Wiedereinstieg hinterläßt. Dann kann es ihm passieren, wie Steini, der gerade in einem anderen Thema über verspäteten Dank am Trainer berichtet.


  • Es ist eine Sache, optimistisch zu sein und den Kindern was zuzutrauen. Das haben wir vor ein paar Jahren auch mal gemacht und haben uns dabei verschätzt, es war aber auf lange Sicht nicht schädlich, weil das ganze Gebilde recht gefestigt war. Etwas anderes ist es aber, eine Spielklasse anzugehen, bei der offensichtlich ist, dass eine Mannschaft da nichts zu suchen hat. Haben wir gerade wieder im Nachbarverein, der es immer ganz toll findet, hohe Spielklassen zu haben. Da steht dann mal eine D-Jugend mit 9:215 Toren nach 20 Spieltagen da. Das ist sicher nicht im Sinne der Kinder und man hätte einfach eine Klasse tiefer melden können und wäre dann wahrscheinlich auch unten gelandet, aber nicht mit solchen Ergebnissen. Wir sind mit unserer D-Jugend letzte Saison auch bewusst nicht hochgegangen und es war eine gute Entscheidung. Nächste Saison gehen wir mit der C-Jugend in eine Spielklasse, in der unser Verein normal nicht ist und sind aber überzeugt davon, dass die Mannschaft das kann und dass es ein tolles Erlebnis wird. Ich habe gar nichts dagegen, sich Herausforderungen zu stellen, ich glaube nur, dass sich in vielen Vereinen kaum jemand Gedanken darum macht, dass es auch mal sinnvoll sein kann, eine Klasse tiefer zu spielen. Sicher, oft kann man es nicht abschätzen, manchmal aber eben schon.

  • dann solltest du zunächst einmal versuchen, aus den kleinen Grüppchen mit unterschiedlichen Prioritäten eine Mannschaft zu machen

    Ich hab jetzt 20 Jahre auf dem Buckel und sowas noch nie gemacht? Nur durch Gespräche möglich? Ich lese deine Beiträge wirklich gerne,immer schöne Theorie, aber ich brauche nun mal die Praxis und die kommt da doch zu kurz ;)


    muß die "Spaßbremse" beseitigt werden

    Was die zu hohe Spielklasse ist. Das Problem löst sich aber alsbald von alleine.


    Seit Oktober wurde nunmal kein Spiel mehr gewonnen.Davon 4 zweistellig verloren. Das geht bei. Und in dem beginnen Alter, in dem Drop-Out auftritt, erst recht.

    Dementsprechend kostet es Mühe und Zeit, der Sache auf den Grund

    Ich habe noch 6x Training, dann ist die Saison vorbei. Das kann ich doch in der Zeit nicht stemmen, oder?

  • fak
    Auf allgemeine Angaben hin einen Erfolgsratschlag zu geben, das ist sicher schwierig. Andererseits muß nicht jede Leistungseinschätzung gleich die Passende sein! Da verschätzt man sich leicht. Jeder Spieler hat einen etwas anderen Weg, wie er am besten lernt. Das muß man zunächst einmal durch Beobachtung herausfinden, welcher "Zündschlüssel" paßt, um über sich hinaus zu wachsen. Dabei helfen Spielergebnisse allein wenig, solange man den Motivationsfaktor noch nicht gefunden hat. Die Aussage: es ist ihnen egal, wie hoch sie verlieren - deutet darauf hin.


    raicoon
    Ich denke mal, das in 6 x Training sowieso nur über den Spaß beim Training läuft. Klar findet man nicht so leicht bei deftigen Niederlagen Gründe zum Lob. Aber genau das brauchen die Jungs. Denn, wenn du am Boden liegst, dein Selbstbewußtsein in eine Hosentasche paßt, dann brauchst du einen Trainer, der dich aufbaut, nicht einen der noch draufhaut. Bei Siegen kann man Verbesserungen (z.B. etwas mehr Disziplin) verlangen. Sowas nennt man "Antizyklisches Führen". Aber klar, sportlich wird sich da in 6 Spielen nicht mehr viel bewegen. Wer über die Saison hin bleibt, hängt aber trotzdem von deinem Verhalten und deinem Geschick, die unterschiedlichen Interessen unter einen Hut zu bringen, ab. Wenn du deine Hauptaufgabe darin siehst, dann gibt dein Bestes. Mehr kann niemand von dir verlangen. Denn Garantien kann dir keiner geben!