Angst vor hohen Bällen

Du bist noch kein Trainertalker? Registriere dich kostenlos und nehme an unserer Community teil!

Du bist Trainertalker? Zur Anmeldung
  • Hallo,
    bin seit 4 Wochen Trainer der D-Jugend und habe folgendes Problem:
    Wenn der Torwart (egal welche Mannschaft) Abstoß macht, gucken oder laufen die Kinder nebenher bis der Ball fast am Boden rollt oder beim Gegner ist
    als ob sie Angst hätten. Aber nur bei hohen Bällen,bin beim letzten Spiel fast durchgedreht.
    Vielleicht kennt ihr das ja und könnt mir Tipps bzw. Trainingseinheiten geben die das abstellen.


    Gruß Meik

  • Denke Du solltest das Kopfballspiel und die Ballannahme üben, wobei ich nichts von hohen weiten Bällen vom Torwart aus halte, sondern das Aufbauspiel von hinten raus bevorzuge. Meist sind es die schwächeren Mannschaften die mit hohen Bällen durch den TW hinten heraus agieren, so sollte es auch weniger schwierig sein gegen so einen Gegner die Bälle abzufangen wenn Du eine gute Ballannahme hast und dazu natürlich das Stellungsspiel. Wenn nun die Hallensaison wieder kommt und die Annahme klappt, kannst Du das auch mit einem Torschusstraining verbinden. Du stellst Dich neben das Tor, die Spieler in die Mitte der Halle (je nach Hallengrösse) und Du wirfst den Ball dopsend Ihnen entgengen. Nun lässt Du die Spieler den Ball per Brust annehmen, Brust raus, ein Bodenkontakt und mit Torschuss vollenden. Ansonsten viel Technik draussen wie zuwerfen in Zweiergruppen und stoppen, auf Brust werfen, prallen lassen und aus der Luft zurück spielen ... jedoch zuerst sollte mal die saubere Annahme am Boden klappen, ehe Du Dich an die hohen Bälle ran machst.

    2 Mal editiert, zuletzt von NF ()

  • @Maik77


    Du wirst dich wohl noch ein wenig gedulden müssen, bis genügend Spieler deiner Mannschaft den Mut haben, bei weiten, hohen Bällen (egal ob vom Torwart oder einem Feldspieler) die richtige Kopfballtechnik einzusetzen. Für den Torwart ist der lange Abwurf, Abstoß oder Abschlag eine taktische Variante, wenn der Gegner hoch steht. Deshalb sollte er diese Technik auch nicht generell anwenden, sondern je nach Situation. Ihm dies zu erklären ist selbstverständlich die Aufgabe des Trainers.


    Wie "NF" schon sagt, ist die Halle ein prima Ort zum Übung. Allerdings kann die nachfolgend beschriebene Partnerübung zum Erlernen und Verbessern des Kopfballspiels auch draußen gemacht werden.


    Gasse mit der Trainingsgruppe bilden. Weil die Leistungsstreuung in der D-Jugend noch recht groß ist, darauf achten, in etwa gleich starken Partnern bilden. Sonst ist Einer unterfordert und der Andere überfordert. Bei gleichstarken Partnern kann man den Schwierigkeitsgrad besser dosieren.


    1. Einfache Variante
    Partner werfen sich hohen Bälle zu. Zunächst beidbeiniger Absprung aus dem Stand. Auf richtige Sprungtechnik (Knie leicht angewinkelt, Oberkörper leicht nach vorn) und (Stirn)Trefferfläche achten. Korrekturen wenn möglich von Spielern, die es besonders gut können, zeigen lassen.


    1. Schwierige Variante
    Je nach Leistungsstand im Team die Distanz auf 8, 10, 15 m erhöhen und Wurfrichtung (frontal, seitlich, von hinten) variieren.


    Weitere Varianten
    Man kann statt des Wurf (von unten nach oben) auch den Einwurf (von oben nach oben) bei den kürzeren Distanzen gleichzeitig mittrainieren. Bei der Einwurfvariante kann man auch prima das "Weiterleiten" per Kopf und die Ballan- und Mitnahem eines Mitspielers trainieren.


    Wichtig ist, als Trainer lediglich in der Übungsdemonstration beteiligt zu sein und nur dort zu helfen, wo die Kinder allein nicht weiterkommen. Danach ist es wichtig, dass sich die Kinder untereinander selbständig mit dem Thema beschäftigen, indem sie sich daran ausprobieren. Bei der von "NF" beschriebenen Übung sollte der Ball also an den Torwart übergeben werden und der Trainer sollte sich seitlich positionieren, um aus dieser Perspektive die gesamte Aktion besser beobachten zu können. (Im Spiel kann die Mannschaft ja auch nicht mit den präzisen Würfen des Trainers rechnen :D )

  • Meinen eigenen Kids habe ich schon zu hause ab der F Schaumstoffbälle und danach Volleybälle zum Ueben gegeben (wieviel mal schaffen wir es mit dem Kopf und Brust hin und her, oder wieviel mal schaff ichs mit dem Kopf und Brust mit der Wand).
    Mir scheint dabei auch wichtig, dass parallel zum Kopf auch die Brust und beide Oberschenkel und Füsse gleichberechtigt trainiert werden (Jonglagen, Spiel gegen die Wand, Spiel zu zweit).
    Obwohl sie Kopfball im Verein noch nie explizit geübt haben (mach ich auch mit meinen Mannschaften bis zur D nicht), gibt es nichts "geileres" für sie, als ein Kopfballtor (mal von Fallrückzieher abgesehen).

  • Hi,
    ich habe bereits in der F2-Jugend Kopfball trainiert mit Luftballons. Da nimmt man den Kids die Angst weg. Es macht auch richtig Spaß, da die Ballons super lustig hin und her geflogen/gesprungen sind.
    In der F1 Jugend habe ich dann speziell (noch) leichtere Bälle genommen und Kopfball -bei jedem Training- trainiert. Die Übungen haben höxtens 5 Minuten gedauert.
    Meine Lieblingsübung war: Kinder stehen paarweise und mit Gesicht zueinander. Abstand ca. 3-4 Meter. Einer wirft mit Bums den Ball auf den Boden und der Springt, der andere muss ihn köpfen.
    Es ist eine gute Übung für Ballgefühl, für Abstandmessung und Timing.
    Ich habe immer eine gute Erfahrung gemacht mit der Übung, da die Kinder keinen superhohen Ball bekommen und es war nie so hart (oder sie haben weniger Angst davor gehabt) wie ein "lang" geflogener Ball.
    Die Übung kann man variieren: Abstand variieren, Körperteil variieren. Am Anfang ist es gar nicht wichtig, wie und mit welcher "Kopfseite" der Ball geköpft wird. Hauptsache der Ball wird getroffen.


    Meine Buben waren in ihrem Alter schon sehr überlegen bei den hohen Bällen. Mit der Zeit kamen auch die ersten Kopfballtore.
    Meiner Meinung nach, soll kein D-Jugend Spieler vor dem Ball Angst haben.
    Gruß,
    Uzunbacak