Kind wird zu spielen nicht mitgenommen

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  • Das ist ein interessanter Ansatz! Wechselnde Teams schaffen allerdings wieder neue Probleme...


    Ich finde die Idee auch interessant. Die Grundschule, die ich (im Ausland) besuchte, hatte einen ähnlichen Ansatz: es gab Trimester und jede Klasse war dreigeteilt, so dass man, je nach Fortschritt, ein bis drei Trimester in der Klasse verbrachte, wobei die längste Verweildauer auch der Regel entsprach. Im Unterricht erhielten die drei Gruppen mal gemeinsame, mal unterschiedliche Aufgaben. ich weiß nicht mehr, ob es so war, aber grundsätzlich wäre es in diesem Modell auch denkbar, dass ein Kind der ersten Gruppe, das in Mathe besonders stark ist, in diesem Fach bei der zweiten Gruppe mitmacht.


    Da du sie befürchtest: welche Probleme siehst du bei Tottenhams Ansatz entstehen?

    "Be yourself; everybody else is already taken." (Oscar Wilde)

  • Na ja, "Problem" klingt vielleicht zu negativ, neudeutsch würde man wohl von "Herausforderungen" sprechen :) .


    Wenn die Kinder an Ihrem Geburtstag das Team wechseln, dann ergeben sich im Jahresverlauf ja permanent wechselnde Mannschaftsstärken (je nachdem, wieviele Kinder gerade hochgerutscht sind oder von unten nachkommen). Da reicht es nicht zu sagen "alle Kids spielen zwischen ihrem 9ten und 10ten Geburtstag in der U10", sondern das müsste schon flexibler sein. In der Schule geht das eher, da da die Zahl der Kinder nicht so viel ausmacht. Macht man die Mannschaftsgrenze aber flexibler, profitieren manche Kinder weniger von dem Modell als eigentlich möglich wäre. Zweiter Punkt ist, dass sich schwieriger Allianzen bilden (Freunde, Elternfahrgemeinschaften usw.). Wobei das sich auch zum Vorteil umdeuten lässt, da vielleicht in so einem Modell der Zusammenhalt über die Teams hinweg sogar besser ist.


    Grüße
    Oliver

  • Ja, das stimmt, im organisatorischen Bereich ergäben sich durchaus Herausforderungen. Die jetzigen Organisationsformen müssten dabei auch ziemlich umgekrempelt werden, da aktuell ja namentliche Meldungen vorgenommen werden, d.h. ein Spieler ist zu Saisonbeginn fest einer bestimmten Mannschaft zugeordnet, die sich, bis auf Ausnahmen, bis zum Saisonende auch nicht verändert. Für kleinere Vereine mit ihren typischerweise geringen Jahrgangsstärken wäre es sicher schwierig, alle Mannschaften im Spielbetrieb zu halten. Eigentlich würde der Sinn der Spielzeiten auch ein Stück weit ad absurdum geführt, die Erfolgsgeilen brächten sicherlich wenig Verständnis dafür auf, wenn sie auf ihre Meisterschaftsgaranten in der Rückrunde verzichten müssen, weil diese eine Altersstufe hoch rutschen... Der Spielbetrieb müsste sich also auch anpassen, wenn dieses Modell flächendeckend eingeführt würde. Das wäre sicher ein ziemlicher Kraftakt.


    Hingegen dürfte es einzelnen Vereinen, die von vornherein sehr breit aufgestellt sind oder die recht problemlos auf weitere Spieler zugreifen können, nicht sonderlich schwer fallen, sich einen Kader zusammen zu stellen, mit dem sie das Tottenham-Modell praktizieren könnten. Mit den zweitgenannten Vereinen meine ich auch solche, die mit Tottenham vergleichbar sind, also Profivereine und regional bekannte Kaderschmieden, die lange Wartelisten haben.

    "Be yourself; everybody else is already taken." (Oscar Wilde)

  • Ich finde in dieser Diskussion wird viel zu viel Wert auf das Resultatsspiel gesetzt.
    Gerade schwächer Spieler - setzt man denn die Entwicklung des Kindes vor das elterliche Ego, es umsverrecken am Wochenende immer auch spielen zu sehen - profitieren im Training (wo - hoffe ich wenigstens - auch oft gespielt wird, genauso wie auf dem Pausen- und Bolzplatz), viel mehr als am wochenendlichen Match.
    Wenn Eltern mit der selben Energie, mit welcher sie für ihr Kind um einen "Stammplatz" kämpfen, am Wochenende selber mal ein Turnierchen oder Spiel auf einer lokalen Wiese organisierten, oder ihrem Kind in dieser Zeit mal etwas Nachhilfe bei den Basics gäben, wäre sowohl dem Kind als auch dem Fussball mehr geholfen.
    Gerade diejenigen die lautstark nach Ausbildung und nach Abschaffung von Resultaten schreien finden gerade in den Trainingseinheiten GENAU das was sie suchen. Eine gleichberechtigte, stressfreie Sportförderung auf individuellem Niveau. Dass nun auch Wettkampfspiele auf den Trainingsgroove reduziert werden sollen finde ich falsch. Man sollte einfach wählen können. Und vor allem sich auch einmal mit dem Gedanken befassen, dass Training - im Moment wenigstens - schon mehr als genug für das Kind sein könnte.
    Oder warum glauben Eltern denn, dass ihr Kind immer gleich auch an Meisterschaften teilnehmen soll und muss ? Doch vom Ehrgeiz gepackt ? Obwohl man das natürlich SO nie zugeben will ??