G-Jugend Training - Mannschaftsdienliches Spiel

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  • Hallo zusammen,


    ich trainiere seit etwa 8 Monaten eine G-Jugend. Die meisten Kinder sind sehr engagiert und machen auch unglaublich schnelle Fortschritte im individuellen Bereich. Mit der Zeit habe ich in Trainingsspielen und Freundschaftsspielen aber zunehmend gemerkt, wie einige Kinder von sich aus ein systematisches Verständnis entwickelt haben und ziemlich genau wissen wann es für Mitspieler sinnvoll gewesen wäre ihnen den Ball zu passen. Andere Kinder sind eben etwas verspielter und haben die Augen manchmal noch zu sehr am Ball und sind heiß darauf den Gegenspieler auszudribbeln.


    Jetzt ist meine Frage wie ich diese Thematik angehen sollte. Einerseits gibt es die Spieler mit dem systematischen Denken, die stets bereitwillig die uneigensinnigen Pässe völlig von alleine spielen, aber dafür selten den Ball zurückbekommen. Als erstes habe ich mich dazu entschlossen den Kindern zu erklären, dass sie sich so freilaufen sollten, dass sie frei anspielbar sind und ihre Mitspieler dies auch sehen. Das ständige Hier Hier Hier rufen versuche ich zu reduzieren. Jetzt ist meine Frage - was ist wichtiger? Sollte ich im Training komplexere Passübungen integrieren, welche sich weniger auch das technisch richtige Passen fokussieren? (Ich denke das ist nicht so sinnvoll) Sollte ich in Spielen (oder zumindest in Trainingsspielen) das Spiel vereinzelt unterbrechen und die dribbelstarken Spielern zum häufigeren Passen ermahnen?


    Ganz wichtig - mir geht es hierbei nicht vordergründig um die Erfolgsorientierung (also das wir mit besserem Passspiel häufiger gewinnen). Aus meinen "erwachsenen" Gerechtigkeitsmaximen sind aber irgendwie die spieler die viel passen und selten angepasst werden moralisch im Recht - und ich habe den Drang ihren für mich richtigen Forderungen Gehör zu verschaffen. Wenn das aber für die Entwicklung der Kinder kontraproduktiv ist wäre dies ja nicht gerade gutes Trainerverhalten. Aber kann ich dies den systematisch denkenden Kindern vermitteln?

  • Meinst du ich sollte mir um sowas keinerlei Gedanken machen? Ich habe auch von allen Seiten gehört, dass in den ersten Jahren die technischen Aspekte im Vordergrund stehen sollten - und ich versuche auch mein Training daran zu orientieren. Aber ich finde beim Fußball geht es auch um Sozialverhalten und ich finde gerade Kinder die uneigensinnig agieren und immer auch auf das Wohl ihrer Mitspieler achten sind für das Mannschaftsgefüge sehr wichtig. Ich habe halt die Befürchtung irgendwann werden die anderen Spieler auch nicht mehr passen und sie verlieren ihre unglaubliche Spielintelligenz....

  • Ich weiss nicht wo du das mit der Technik her hast - aber es ist (ich schreibe Dinge normal nicht so resolut) falsch. Der DFB empfiehlt bei den Bambinis gar kein Techniktraining zu machen, der Fokus ist bei der Koordination.


    Ein trainer aus dem nachbarverein meinte das ignorieren zu müssen und hat seine Kinder voll auf Abspielen getrimmt. das funktionierte dann auch, jedoch haben die dann IMMER abgespielt. Er berichtete mir, dass er jetzt Schwierigkeiten hat die Kinder auch nur zu einem Dribbling zu ermuntern.


    Die Spielintelligenz (so zumindest die Auffassung von Horst Wein) fördere ich gerade nicht durch Anleitung, sondenr durch das Eigenständige lösen von Spielaufgaben.

  • Meinst du ich sollte mir um sowas keinerlei Gedanken machen? Ich habe auch von allen Seiten gehört, dass in den ersten Jahren die technischen Aspekte im Vordergrund stehen sollten - und ich versuche auch mein Training daran zu orientieren. Aber ich finde beim Fußball geht es auch um Sozialverhalten und ich finde gerade Kinder die uneigensinnig agieren und immer auch auf das Wohl ihrer Mitspieler achten sind für das Mannschaftsgefüge sehr wichtig. Ich habe halt die Befürchtung irgendwann werden die anderen Spieler auch nicht mehr passen und sie verlieren ihre unglaubliche Spielintelligenz....


    Ich bilde Trainer aus. Glaube mir, die Kinder sind in dem Alter noch sehr verspielt und ändern sich auch noch ganz gewaltig.


    Gute Erfahrungen habe ich persönlich im Training damit gemacht, immer 5 Minutern beim Abschlussspiel das Rennen mit dem Ball zu verbieten. Man könnte sagen: eine Art Handball zu spielen. Diese fünf Minuten reichen schon, um den eigensinnigen beizubiegen, dass sie Passen müssen, ansonsten ist es eben ein Foul.


    Zugleich trainiert das das Ballabschirmen mit: Ball haben = abschirmen und schauen, wo kann ich hinspielen.


    Im Abschlusspiel machst du es dann so, dass ein Dribbletor 1 Torpunkt zählt, eines mit Pass als mittelbare Vorlage jedoch 3 Punkte.

    [b][color=#990000]"Absolvent der SOCCERDRILLS-ONLINE Kurse BASIS, Ki-Fu und JUGEND-FU."

  • Ich weiss nicht wo du das mit der Technik her hast - aber es ist (ich schreibe Dinge normal nicht so resolut) falsch. Der DFB empfiehlt bei den Bambinis gar kein Techniktraining zu machen, der Fokus ist bei der Koordination.


    Ein trainer aus dem nachbarverein meinte das ignorieren zu müssen und hat seine Kinder voll auf Abspielen getrimmt. das funktionierte dann auch, jedoch haben die dann IMMER abgespielt. Er berichtete mir, dass er jetzt Schwierigkeiten hat die Kinder auch nur zu einem Dribbling zu ermuntern.


    Die Spielintelligenz (so zumindest die Auffassung von Horst Wein) fördere ich gerade nicht durch Anleitung, sondenr durch das Eigenständige lösen von Spielaufgaben.

    Ich weiss nicht wo du das mit der Technik her hast - aber es ist (ich schreibe Dinge normal nicht so resolut) falsch. Der DFB empfiehlt bei den Bambinis gar kein Techniktraining zu machen, der Fokus ist bei der Koordination.


    Ein trainer aus dem nachbarverein meinte das ignorieren zu müssen und hat seine Kinder voll auf Abspielen getrimmt. das funktionierte dann auch, jedoch haben die dann IMMER abgespielt. Er berichtete mir, dass er jetzt Schwierigkeiten hat die Kinder auch nur zu einem Dribbling zu ermuntern.


    Die Spielintelligenz (so zumindest die Auffassung von Horst Wein) fördere ich gerade nicht durch Anleitung, sondenr durch das Eigenständige lösen von Spielaufgaben.

    Mit Techniktraining meinte ich beidfüßiges Dribbeln, das richtige Passen, das richtige Schießen. Ich werde auch mal hier im Forum lesen was ich da noch verbessern kann. Wie gesagt es ist meine/unsere erste Saison und wir haben noch viel zu Lernen.


    Danke für die vielen Antworten. Es ist wahrscheinlich wirklich besser Übungen/Übungsspiele einzubauen die das Passen fördern, statt dribbelnde Spieler zu ermahnen. Vielleicht wenden die Kinder ja sogar die Erfahrungen aus den Übungen dann vermehrt in den Spielen ein.

  • Spielen sie aus reiner Spielintelligenz ab oder ist es instruiert.....??


    Wie es sich anhört, hast du nicht instruiert....es vorgeben...befohlen....trainiert.....


    Wenn Du es nicht bist und die Spielintelligenz trifft auch nicht zu...sinds garantiert die Eltern.
    _______________________________________________________________________


    Wenn sie tatsächlich aus Spielintelligenz passen, dann...


    würde ich die "Passer" mal gesondert -unter sich- in den Trainingsspielformen trainieren lassen und auch mal ein Freundschaftsspiel vereinbaren, wo nur sie spielen.


    Ich muß aber ehrlich sagen, dass ich -ohne im geringsten Gewinndenken zu unterstellen- nicht glaube, dass sie das aus Spielintelligenz tun, sondern sie sind vermutlich fremdgesteuert und deshalb weiter....eher nicht...weil sie soooo talentiert sind. Naja, ...glauben ist ja nicht wissen, aber ich denke, nicht weit daneben zu liegen.


    Meine Meinung:


    Desto länger sie Wuseln können, ....desto besser für ihre Entwicklung.


    F Jugend: desto mehr sie dribbeln dürfen, desto mehr sie zweikämpfen dürfen, ...desto besser für ihre weitere Entwicklung


    E Jugend: desto mehr sie das zuvor genannte tun durften , desto besser werden sie hinterher spielintelligente Pässe spielen.


    In der gesamten Zeit gilt, ....Pässe werden gelobt, aber nicht abverlangt. Geübt würden sie ab der F...rein technisch. Gruß

  • Vielleicht habe ich das jetzt ein bisschen übertrieben dargestellt. Es handelt sich lediglich um 2 bis 3 Spieler. Selbstverständlich werden die Kinder von allen Personen in ihrem Umfeld bewusst und unterbewusst gesteuert und wenn sie einen schönen Pass spielen wirken sowohl der Lob der Eltern und Trainer sowie der anschließende häufige Torerfolg als intrinsische Motivation. Diese Spieler passen selbstverständlich nicht immer und können aufgrund ihrer "wendigen" Körpergröße auch sehr gut dribbeln aber eben nicht so gut schießen wie ihre Mitspieler. Ich muss auch zugeben, dass ich das Training bisher bestimmt nicht 100% altersgerecht ausgestaltet habe, weil ich es wie gesagt zum ersten Mal mache und ich mich anfangs nicht gleich alle Foren durchgewühlt habe und mich zumindest teilweise hab von meinen eigenen Trainingserfahrungen hab inspirieren lassen. (Aber ich bin ja lernwillig und versuche das jetzt zu ändern)


    Ich habe auch schon mit anderen Trainern in der Region über die Thematik diskutiert und sehr unterschiedliche Handlungsempfehlungen erhalten. Ich sehe in Berlin aber auch, dass die spielstärksten Mannschaften meist aus Spielern bestehen die sehr dribbelstark sind aber zugleich auch häufig, meist ohne Zuruf von Außen, schöne Pässe spielen. Als Trainer hat man ja immer den Siegesgedanken in sich (den ich aber versuche komplett zu bändigen) und ich merke auch wie ich vereinzelt in das hier oft kritisierte "Joystick" Denken hineinfalle.


    Eine Sache noch: Bisher versuche ich immer alles positiv zu formulieren, merke aber dass oftmals die Kinder sich die Verbesserungsvorschläge aufgrund der Formulierung nicht so sehr zu Herzen nehmen. Konkret geht es eben darum, dass die Mannschaft sich in den letzten Monaten verbessert hat, so dass ich jetzt vermehrt Testspiele gegen stärkere Mannschaften organisiere und wir oftmals wegen zu geringer Laufbereitschaft und mangelnden nach hinten Arbeiten auf die Mütze bekommen :) Findet ihr für entsprechende Hinweise diesbezüglich sind G-Jugend Spieler noch zu jung? Mir geht es hier insbesondere wieder um das "soziale Verhalten" und das Denken "Einer für alle, Alle für einen". Ich finde die Tests gegen zweikampfstarke Mannschaften insbesondere deswegen gut weil die Kinder dann bei ihren Aktionen weniger Zeit haben und auch mal an zweikampfstarken Gegnern vorbeimüssen. Den Kindern macht es aber natürlich wesentlich mehr Spaß gegen schwächere Mannschaften zu spielen, weil sie da schöneren Fußball zelebrieren können. Was denkt ihr? Sollte man das Gegnerniveau variieren (in Berlin hat man halt den Vorteil, dass so viele Spielpartner zur Auswahl stehen).


    Ich finde den ehrlichen Umgang hier richtig gut und nehme mir eure Kritik und Ratschläge wirklich zu Herzen.

    2 Mal editiert, zuletzt von 1900G ()

  • Meine Güte, 1990G, was für ehrliche Worte, daher hier mal meine ganz, ganz ehrliche Antwort:


    Ja, du solltest möglichst viel variieren, wenn du in ein paar Jahren mal "richtig was reißen" willst. Und damit meine ich ggf. Titel und mehrere Kids von dir in der Kreisauswahl. Aber vor allem meine ich später Spaß mit einer phantastischen Truppe.


    Dafür brauchen die Spieler jedoch Erfahrungen mit jeder Art von Gegner und müssen auch auf jeder Position mehrfach gespielt haben.
    Sie brauchen Erfolgserlebnisse und sie müssen auch mal so richtig gefordert worden sein, gegen Gegner, die eingentlich von ihnen nicht zu bezwingen sind.


    Durch alle diese Dinge kommt es zu sozialem Lernen und fußballerischem Lernen. Sie gewinnen zu oft, du lässt sie mal verlieren ... sie verlieren zu oft, du lässt sie mal gewinnen usw.


    Viel Reden und Erklären brauchst du bis zum 10ten Lebensjahr nichts. Vormachen und Vorleben ist da angesagt.


    Du willst, dass die Stürmer mit zurück kommen? Ok! Im Trainingsspiel zählt jeder Treffer dreifach, wenn nicht alle über die Mittellinie zurück waren. Und der Treffer zählt gar nicht, wenn das eigenen Team nicht dabei komplett über die Mitte war. Da kannst du frei selbst passende Dinge finden.


    Sie spielen nur durch die Mitte? Ok, du stellst dich in die Mitte und haust alle Bälle zurück, egal wer da lang kommt.


    Versuche es möglichst über Spielformen im Training zu lösen, NICHT über Anweisungen.

    [b][color=#990000]"Absolvent der SOCCERDRILLS-ONLINE Kurse BASIS, Ki-Fu und JUGEND-FU."

  • Wenn ich eure Antworten so lese, merke ich, dass ich vielleicht doch ein bisschen zu viel mit den Kindern rede. Vielleicht liegt das auch an meinen persönlichen Hintergrund. Ich bin bisher echt zu selten auf den Gedanken gekommen die Kinder in den Trainingsübungen spielerisch zu "manipulieren", statt sie wie kleine Erwachsene zu behandeln. Also nochmals vielen Dank für euer Feedback - und wenn ich bei der Umsetzung im Training Schwierigkeiten haben sollte werde ich mich nochmal melden, aber an sich kann man mit Kindern die fußballbegeistert sind ja fast alles machen, also sehe ich da keine großen Probleme.