Eltern versuchen zu viel Einfluss zu nehmen – Lösungen?

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  • Mein Beitrag war eine Antwort auf "Kicker" und quasi ein letzter Versuch, das er doch bitte keine Sätze aus dem Zusammenhang gerissen einer eigenen Deutung zu unterziehen soll. Die daraus gewonnenen Erkenntnisse nützen niemandem etwas.


    Aber vielleicht möchtest du "Kicker" ja weiter antworten, weil meine Geduld sich so langsam dem Ende neigt!

  • Mach es nicht zu kompliziert: du hattest was von anonym beschimpfen geschrieben, daher hatte ich dich nochmal wörtlich zitiert - und festgestellt, dass das dann wohl falsch formuliert (und zu verstehen gewesen) sei. Problem geklärt! - Gut, du hast einen Doktortitel. Ich finde der gehört - wenn - über den Schreibtisch. Er bedeutet ja - sofern man nicht gutsituierter Politiker mit Ghostwriter ist - ca. 3 Jahre viel Arbeit. Ich bin an dieser Aufgabe selbst gescheitert, obwohl ich für andere manches - gegen Bares - geschrieben habe...


    Zum Thema ist nun vieles gesagt, finde ich. Periphere Wahrnehmung wäre villeicht noch ein Stichwort, das Guenter ja umgriff: alle gehören dazu, aber nicht alle haben das Sagen. Diese Asymmetrie (vs Gleichberechtigung) ist nötig, birgt aber naturgemäß Probleme, wenn der oben die unten unterbuttert. Ob der Fußball real so erfolgreich ist, wie er sich per Marketing inszeniert? In unserem Dorfverein gab es mal 15, jetzt 12 Jugendteams (120 bis 150 Spieler in ca. 14 Jahrgängen), aber nur zwei Herren-, kein Damen- und ein Ü-40-Team (ca. 45 Spieler in 32 Jahrgängen)... Irgendwie schrumpft da was zusammen. Und dann noch: in der G/F--Jugend der beiden Jahrgänge meiner Jungs gab es zusammen mal 25 bzw. 28 Spieler, je zwei Teams voll begeistert bewegter Kids. Heute, vier Jahre später gibt es in einem Jahrgang ein Team, wo es schon eng wird, und im anderen gar kein Team mehr... Aus einem Team spielen ganze 3 Kinder noch Fußball. Bei uns früher, auf der Wiese spielten mit 12 noch alle die, die mit 4 oder 6 anfingen, keiner verlor seine Lust., und das ganz ohne Trainer als Motivator. Was geht da ab? Nicht ganz so negativ, aber doch ähnlich ist es ringsum vielerorts. Woran liegt das, ist das erfolgreich? Ja, an den TV-Geräten , auch den Stadien und den Partymeilen zur WM tummeln sich sehr viele "Fans", viele auch "sogenannte", der Alkohol fließt auch gern in Sky-Gaststätten in Strömen.


    Erfolg des Fußballs ist schon da, aber die Wiesen, wo ich als Kind spielte, sind heute weg und zugebaut oder leer, Kinder ja auch Mangelware: dieser Fußball, dem mein Herz gehörte, ist praktisch fast tot. Man ahnt es: vom Kneipenfußball, auf den viel hinausläuft, während auf den Stadionplätzen aus der Ferne gekaufte Stars wie Raul (nichts gegen ihn als Spieler und Mensch!) uns verzücken, bin ich - zumal für meine noch aktiven Kinder - nicht so ein Fan. Ihr sicher auch nicht, oder? Also kann man sich Gedanken machen, wieso der eine Fußball so boomt, und der andere fast verschwunden ist, warum es schon im Kleinkinderfußball so viel Missgunst, Streit, Stress gibt - für mich eine ganz entscheidende Frage, auch gesellschaftlich... Vielleicht verspricht dies Fragen keinen Sofortnutzen, aber davon gibt es in unserer Welt schon zu viel, wir können uns als Konsumjunkies vor Angeboten ja kaum noch retten.

    Jeder Erwachsene kann nur so gut spielen, wie er als Kind trainiert wurde....

    3 Mal editiert, zuletzt von Kicker ()

  • Hallo Maik,


    du hast deine Mailadresse vergessen, daher hier meine Antwort ohne Anspruch auf Richtigkeit (und deine Mail für Dritte zwecks Nachvollziehbarkeit):




    Wer auf andere herab schaut, den Dia-log scheut, ist meist dem anderen irgendwie unterlegen, das musst du dir immer dabei denken! Und du als Trainer hast ja die Entscheidungsmacht. Seine Arroganz könnte auch Selbstschutz oder Frust über deine Macht über sein Kind sein. Wie gut es wirklich ist, kann ich ja nicht sagen, das Urteil ist eh immer subjektiv. - Wenn er "denkt", er kann es besser, lege doch mal die Füße hoch und lass ihn i.S. situativen Führens machen, es zeigen? Habe ich auch mal gemacht und er kam gar nicht gut an. (Kinder finden Abwechslung spannend - in Vereinen gibt es sie, also Trainertausch leider fast nie, wissen nachher aber genau, was gut für sie ist.) Käme er besser an als du, gewinnt das Team durch ihn, ist das im Sinne des Teams ja auch kein Risiko: damit müsstet du dann aber klarkommen. Ich finde das einen fairen Weg und würde davor keine "Angst" haben. Wäre er wirklich besser und du lernst was o. überlässt ihm das Feld, zeigst du menschlich echte Größe. Wer aber so fixiert auf und vernarrt ins eigene Kind ist, dürfte im Sinne des Teams nie gut ankommen: dein Risiko dürfte so minimal sein. Kneift er, wird er nie mehr was sagen dürfen, ohne dass du das beste aller möglichen Argumente hast. Nur mit großem Mund meckern, nichts machen - die sind immer die Besten ;)



    "futbolistico" hat dir auf der Website: Forum für Fussballtrainer - Fussballtraining - Spiele - Sozialverhalten (http://www.trainertalk.de/fussballtrainer) folgende Nachricht gesandt:


    Hallo Kicker,


    ich habe deine Antwort zum Thema: Eltern versuchen zu viel Einfluss zu nehmen – Lösungen?


    Daraus hat mir dieser Absatz ganz gut gefallen:


    isoliere den Schlimmsten konsequent und statuiere ein Exempel. Das schreckt dann andere ab, kostet aber natürlich den Mut zur persönlichen Konfrontation: Erkläre die Vernunft der Sache, vereinbare gemeinsam, dass im Interesse am guten Spiel und Sieg - das wollen wir doch alle, oder? - der erste Störer den Mund zugeklebt bekommt. Das dann bis zur vollen Lächerlichkeit für diese Person (in Andeutung) durchziehen, sie zur Witzfigur machen. Schreckt alle ab. Probiers mal situativ aus, Teamführung macht Spaß, wenn man die Position hat, Kotzbrocken den Spiegel vorzuhalten.


    Nur weiß ich nicht wie ich das anstellen soll. Der besagte Vater ist mir rhetorisch überlegen und sieht nur von oben herab auf mich bzw. uns als Trainer.


    Ich möchte den Kindern U11 nur das Fußballspielen bei brimgen. Er denkt er kann es besser und sein Sohn sei der Beste. Doch leider ist das nicht der Fall.


    Dazu kommt, dass er selbst mal Trainer war und denkt er ist der Beste. Ich weiß einfach nicht was ich machen soll.


    Danke Gruß Maik

    Jeder Erwachsene kann nur so gut spielen, wie er als Kind trainiert wurde....

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