wie am besten f1 und f2 gemeinsam trainieren?

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  • Hi,


    meine Kritik ging "nur" in zwei Richtungen.....so war es von mir jedenfalls gemeint....


    1. die von dir erfragte/hinterfragte Aufstellung....weil ich glaube sie ist vielleicht zu schwierig. Wobei ich das nur in der Folge anmerkte, denn


    2......es geht für mich nur um die grundsätzliche Frage, wieviele Gedanken ich mir über das Spiel in der F machen muß....besser....machen sollte.


    Ich bin halt der Meinung, dass hier engagierte ...eigentlich sogar gute Trainer...in diesem Altersbereich noch viel besser sein könnten, wenn sie sich weniger Gedanken machen würden...speziell auf diesen Altersbereich gesehen. Diese Trainer....können irgendwie ihr eigenes ICH nicht beherrschen...für das Gewinnen, tun sie eine Menge, was dieser Altersgruppe im Sinne der Ausbildung nicht gut tun....meinen dann aber, das es so toll ist, was sie tun usw..


    Ich bin da wie ein Ex-Raucher....die sind meist am militantesten, wenn sich einer im geschlossenen Raum die Zichte ansteckt. Ich ticke im Grund genauso, habe mich aber da irgendwo durchschaut. Ich könnte endlos darüber quatschen. Mich ärgert es, dass Menschen so sind und würde mir von daher eine Art schriftliche Grundlage wünschen, die es diesen Menschen verbietet, gewisse Dinge (auf die ich eingegangen bin) verbieten...zum Eigenschutz, zum Schutz des Kifu....zum Schutz der Kinder.


    Dieses Forum nutze ich aus purem Interesse an der Sache und da nehme ich dann nunmal auch kein Blatt vor den Mund. Es geht mir um das Wissen der Trainer und um das Beherzigen des Wissens in der Praxis gegen das meist vorhandene eigene Ego....also "nur" um die Einstellung mancher Trainerkollegen und nicht darum, wie sie ihr Training tatsächlich aufziehen.


    Bezogen auf dein Thema war es entsprechend ...wie eingangs beschrieben....einfach nur das "zu viel Gedanken machen" und eher weniger die tatsächliche Aufstellung....die ich interessant, aber halt zu schwierig finde....was ja nicht stimmen muß.


    Aus dieser Erklärung heraus erkennst du dann auch, warum ich z.B. schrieb....das nicht jeder Satz exakt auf Dich gemeint war...es galt dem allgemeinen Leser da draussen.


    Mir darfst du gern granatenharte Kritik einschenken. Solange die nicht beleidigend ist....komme ich damit recht gut zu recht. Das ist meist das Problem...mein Problem...ich stelle nämlich fest, dass man schon bei leichtester Kritik mit Menschen stark aneckt. Ich habe manchmal das Gefühl, dass erwachsene Leute sich direkt -und das ich nun nicht auf Dich gemünzt - vollkommen "angepisst" nicht kritikfähig in die Ecke verziehen, um dann über übelste Weise "zurücktreten" ohne dabei auch nur eine Sekunde über die Kritik mal kritisch mit sich ins Gebet zu gehen. Da werden Massen hinter sich versammelt, die Sachverhalte verfälscht, Intrigen gestartet...ein fieses Gesamtpaket...und wofür....um selber leutend am Narzisstenhimmel zu stehen....so streiten auch die Schulkinder....das hat keine Kultur.


    Glaube mir, ich verstehe deine Beweggrunde in der Grundsatzfrage sehr gut. Nur schützt das nicht davor, das was fast ALLE meiner Ansicht nach verkehrt machen.....unbenannt zu lassen. Das Internet und dieses Forum dient da als Medium und allein unsere verbale Auseinandersetzung dient dazu, einige Leute zum Nachdenken zu bringen.


    Ich stelle fest, dass mein Verdacht, du seist verhärtet auf deinem Standpunkt festgebacken, so nicht ganz stimmt, sonst hättest du dich innerhalb des -ich nenne es mal- Konflikts nicht auf mich zubewegen können.


    Abschließend möchte ich dir mal ein hoffentlich ermutigendes Beispiel beschreiben:


    Mein jüngster Sohn (D 1) spielte bis vor kurzem in einer E 1. Seine Mannschaft (E 1)war meiner Meinung nach mit einigen E 3 Spielern besetzt. Dieses bei dem großen Verein mit mehreren E Jugenden nicht notwendige Mannschaftsgefüge und die Tatsache, dass der Trainer eine lange Zeit sehr laut am Rand stand (Gründ dafür das Trainer am Rand so laut sind...sind hier bekannt) und die Tatsache, dass das Altersziel - 1 gegen 1, Dribbeln - viel zu früh schon in der F beendet wurde, um ein Passspiel aufzuziehen....führte dazu....dass die Spielschwächeren auf dem Leistungsstand der F stehen blieben...weil sie nicht mehr folgen konnten und andersherum wurden die talentierteren am Fortkommen gehämmt, weil sie meist nicht die Mitspieler hatten. Die liefen zum Schluß auf 50 Prozent mit eingekniffenen Ruten.


    Dann sah ich eine Mannschaft einer Trainerin, die im F Bereich sehr viel 1:1 bis 3:3 und sehr viel Koordination trainiert hat und dabei ruhig war und spielen ließ. Egal ob Punktspiel oder das wöchentliche zweite Spieletraining....sie ließ spielen. Sie selber spielte mal höher bei den Damen...hatte also selber auch fußballerische Erfahrung. DIESE Truppe spielt einen spritzigen, freien Fußball und das sichtbare Passspiel das die auch noch gegen einen Kopf größere Mannschaften abzogen,...erledigten die aus absolutem eigenen mutigen Instinkt. KEIN antreniertes Passspiel, kein abverlangtes oder vorgegebenes Passspiel, sondern durch frei entstandenen Spielwitz und so entstandene Spielintellienz entstandenes Passspiel....druckvoll....immer nach vorne und rein ins Tor...prima.


    Dort - E2 - durfte mein Sohn neulich mal ein Turnier mitspielen. PRIMA....mein Gott was haben meine entzündeten Augen dort gesehen...ebend das was ich gerade erklärte + die die Tatsache, dass mein Sohn nach drei Angriffen und einem intelligenten Pass durch die Mitte in den freien Raum von denen direkt aktzeptiert war. Er fand endlich die Mitspieler die er nie hatte und das war fantastisch.


    Diese besagte Mannschaft und die Trainerin belegen das was ich propagiere....nämlich...sich an die Altersziele halten....nicht davon abweichen...sondern bei spielstarken Mannschaften die Taktung erhöhen....aber immer innerhalb der Ziele fariantenreich aggieren und trainieren, sich an die Kifumerkmale halten....weniger ist manchmal mehr und ebend nicht die Zwangsjacke des Erwachsenenfußballs überzustülpen, weil man meint, dass das so sein muß. Ich kann es keinem in den Kopf hämmern, aber das ist nunmal meine Botschaft. Damit bist du wiederum nicht gemeint, es ist ganz allgemein gesagt.


    Übrigens hat diese Mannschaft alles weggeputzt....trotz freien Spiels....freies Spiel sorgt ebend nicht dafür, dass man untergeht...probiert es aus! Gruß Andre und alles Gute.

    3 Mal editiert, zuletzt von Andre ()

  • Zu Tobn: Welche Erfahrung hast gemacht bei ständigen Positionswechseln von Spiel zu Spiel? Ich tendiere dazu, dass ein Spieler am Tag xso weit wie möglich die gkeiche position spielt und dann am nächsten Spieltag eine andere Rolle übernimmt.


    Ich bin der Meinung, dass bei einem Kleinfeldspiel die Aufgabenverteilung nicht zu strikt sein sollte, d.h., von einer 3-3-Aufstellung ausgehend, sollten die drei hinteren Spieler nicht ausschließlich defensiv agieren und die drei vorderen nicht nur angreifen. Natürlich sind normalerweise auch während des Spiels die drei vorderen Spieler weiter vorne als die drei hinteren, aber bei Ballbesitz sollten alle den Vorwärts- und bei Ballverlust alle den Rückwärtsgang einlegen. Soweit zu den Allgemeinplätzen.


    Meine Erfahrung ist die, dass die Spieler durch Trainingsformen zum schnellen Umschalten und durch Spiele in kleinen Gruppen, d.h. 2:2 oder 3:3, dazu konditioniert werden, sowohl mit anzugreifen wie auch mit zu verteidigen. Wenn das im 2:2 nämlich nicht beide machen, gehen sie unter. Dabei ist es übrigens wichtig, dass man recht homogene Paarungen bildet, sonst gibt es eine One-Man-Show des stärksten der vier Spieler auf dem Minifeld, von der niemand etwas hat.


    Lernen sie in diesen Trainingsformen das Umschalten und die 1:1-Situation, dann sind sie für das Spiel im 6:6 (ohne die Torspieler mit zu zählen) schon ganz gut gerüstet, dann muss man ihnen hauptsächlich noch erklären, dass sie sich in Spielpausen immer wieder in ihrer Grundformation aufstellen müssen und dass der jeweils Ballnächste zu ebendiesem geht, während die anderen halt mit angreifen oder mit abwehren. Das sieht dann bisweilen etwas chaotisch aus, aber mit der Zeit kriegen sie es schon ganz gut raus.


    Ich muss eigentlich nur noch die Spieler antreiben (natürlich durch Ermunterungen), die aufgrund von Bequemlichkeit oder Konditionsmängeln das Laufen irgendwann einstellen..


    Ansonsten meine ich, dass sich die Aufgaben auf den verschiedenen Positionen gar nicht so stark voneinander unterscheiden. Alle sollten sich bei Ballbesitz der eigenen Mannschaft freilaufen und anbieten, sich insbesondere nicht in den Weg des ballführenden Mannschaftskameraden stellen (das ist ja bei den Jüngeren noch sehr beliebt) oder ihm gar den Ball abnehmen (das leider auch). Und wenn der Gegner den Ball hat sollten alle in Richtung des Balls verschieben, wobei der jeweils Ballnächste den Ballführenden angreift und die anderen zusehen, dass sie hinter den Ball kommen. Ich meine auch, dass F- und E'ler verstehen können, dass der gegnerische Stürmer vor allem in Richtung unseres Tores unterwegs ist und es daher am sinnvollsten ist, wenn sie sich in seinem Weg befinden, anstatt außen mit zu laufen oder von hinten anzugreifen. Sie können auch verstehen, wenn man es ihnen erklärt, dass ein zweiter Abwehrspieler dann zur Absicherung des ersten gebraucht wird. Etwaige gegnerische Anspielstationen würde ich da erst mal ganz außer acht lassen, das ist zu kompliziert und führt schnell zu Manndeckung, die wir ja nicht mehr wollen. Wenn die anderen Spieler schnell zurück kommen und nicht alle zum Ball rennen -- sie können auch verstehen, dass sie das nicht machen sollen, wenn da schon einer da ist --, dann sollte es auch kaum freie Anspielstationen für den Gegner geben.


    Um aber deine Frage zu beantworten: die Kinder kommen schlecht mit Positionen zurecht, auf denen sie noch nicht oder nur selten gespielt haben. Deshalb ist die frühzeitige Rotation aus meiner Sicht auch wirklich wichtig, denn sie tun sich sonst später noch schwerer mit dem Wechsel. Aber sie können aus meiner Sicht durchaus alles lernen, es wird natürlich bei dem einen nie so gut aussehen wie bei dem anderen und es gibt auch gewissen Neigungen, Stärken und Schwächen. Aber ich finde es toll, wenn unser Spieler, der in der F fast nur Abwehr gespielt und da vor allem die Bälle herausgebolzt hat, sich jetzt eine Finte an der Grenze des gegnerischen Strafraums zutraut. Klappt nicht so oft wie bei den geborenen Stürmern, aber darum geht es ja auch nicht.


    Fazit: Es gibt am Anfang eine Durststrecke, die ist aber recht bald überwunden. Was die Wechsel im Spiel anbelangt, da gibt es halt Spieler, die damit besser zurecht kommen und andere, denen das schwerer fällt. Ich hatte es als notwendiges Übel in Konsequenz unserer großen Kaderstärke und der dadurch bedingten Rotation bei den Einsätzen in Kauf genommen. Insgesamt hatte es auch durchaus ordentlich funktioniert, auch, weil ich die Jungs im Training bei den gelegentlichen Spielen in größeren Mannschaften habe rotieren lassen. Sie gewöhnen sich auch daran, sich schneller umzuorientieren.

    "Be yourself; everybody else is already taken." (Oscar Wilde)

    Einmal editiert, zuletzt von tobn ()

  • tobn


    finde deine Philosophie/Einstellung hoch modern. Das was du beschreibst finde ich so klasse. Zudem hast du es schließlich so schon in der Praxis gemacht und sollte den Leser dazu animieren, dass doch auch mal so mutig zu praktizieren. Danke für dein Statement. :thumbup:

  • Recht gebe ich Dir, dass eine Grundformatiuon 1:3:1 für eine F zu anspruchsvoll sein kann. Daher rührte ja auch meine Frage. Beim 2:3 oder 3:2 war mir halt alles zu statisch. Hinten die sind nicht genug mit nach vorne und vor allem umgekehrt. Daher die Überlegung mit der Mittelreihe, die quais eine Doppelfunktion haben soll. Ich werde die Kids aber mal bei nächster Gelegenheit im Turnier (im Training lasse ich sie eh meist frei spielen) ohne Grundformationsvorgabe spielen. Schaun ma mal, was rauskommt. Ich gebe Dir Bescheid. =)

    Ich finde es vollkommen o.k., die DFB-Empfehlung kritisch zu hinterfragen.
    Der DFB empfiehlt in der F ein 3:3, was Dir aber nicht weiterhilft, da Ihr 5+1 spielt. Da das Feld dann aber wohl entsprechend kurz ist, solltest Du mit 2 Reihen (2:3 oder 3:2) aber hinkommen.


    Aber mal ein anderer Aspekt: Wir sind in der F auch von der 3:3-Empfehlung abgewichen. Warum? Diese symmetrischen Grundformationen (vorne und hinten gleich viele Spieler) führen im Spiel beim Aufeinanderzu-Bewegen der Mannschaften automatisch zu Pärchbenbildung. Und eh Du Dich versiehst, spielen die Kinder eine eigentlich nicht von Dir gewollte Manndeckung. So gesehen finde ich es nicht verwerflich, sich über die Grundformation Gedanken zu machen.
    Wir haben in der F auch deshalb 2:3:1 gespielt. So sind wir den Pärchen aus dem Weg gegangen. Natürlich schepperte es hinten manchmal, wenn wir nicht schnell genug zurückkamen. Vorne schepperte es aber auch...
    Jetzt in der E spielen wir 7+1. Vom Verband wird m.W. ein 3:1:3 favorisiert. Selbes Problem wie oben - auch symmetrisch. Wir spielen deshalb 2:1:3:1. Gegen eine Mannschaft, die das 3:1:3 mit langen Bällen spielt, sehen wir dabei meistens ganz schlecht aus. Aber damit kann ich leben. Wir haben als Jungjahrgang gegen Altjahrgänge in unserer Staffel die zweitmeisten Tore geschossen und die zweitmeisten Tore kassiert. So gesehen sind unsere Spiele für den Zuschauer meist sehr unterhaltsam :D
    Gegen Gegner die nicht mit langen Bällen kommen, sehen wir recht gut aus, da die Kinder sich aus dieser Formation heraus ballorientiert und nicht gegnerorientiert bewegen. Nicht immer ballorientiert richtig - aber immerhin ballorientiert. ;)

    Die Mannschaft kenne ich. Hatten kürzlich ein Freundschaftsspiel. Sehr, sehr angenehme Atmosphäre auf und neben dem Platz.
    Hat Eltern, Trainern und Kindern gefallen und wird sicherlich wiederholt.
    Nettes Drumherum und ein Gegner, der auch Fußball spielen will.

  • Hach ja, kurz kann ich einfach nicht. Ich muss mein Posting wieder aufteilen...


    Fußballgott: ich habe jetzt die letzten Posts nachgelesen, gestern hatte ich zunächst auf deine an mich gestellte Frage antworten wollen.


    ich glaube, wir hauen uns zur Zeit etwa unnötig und auch zu arg unsere Argumente um die Ohren. Denn im Grunde gebe ich Dir (bis auf die m. E. zu große Treue zu den DFB-Zielen, die ich, so hoffe ich :D , im Übrigen nie als Scheiße bezeichnet habe) in allem Recht, was Du zum Umgang mit einer F schreibts.


    Da muss ich dir beipflichten. Und tatsächlich ist der Grad des Engagements in diesem Forum bei denen, die einen wesentlichen Anteil an den Beiträgen haben, generell recht hoch. Verbunden damit, dass sie es recht häufig mit, in ihren Augen und oft dem ersten Eindruck geschuldet, Ignoranten zu tun haben, führt das dann schon mal dazu, dass Äußerungen gemacht werden, die überzogen wirken können. Gerne wird auch mal übersimplifiziert, das, wie auch das genannte Verhalten, liegen aber auch in der Natur des Mediums, das verkürzte Darstellungen provoziert. Man muss leider auch immer wieder feststellen, dass Fragesteller zunächst nur die halbe Wahrheit, wenn überhaupt, erzählen... Nicht falsch verstehen, ich meine dich damit ausdrücklich nicht.


    Aber das Problem ist doch, dass sich die meisten F-Trainer, wenn es um Spiele und Turniere geht, nicht daran halten.


    Naja, aber ich predige meinen Jungs und meinen eigenen Kindern aber ja auch, dass man nicht etwas Blödes machen soll, auch wenn es andere tun. Das kann auch für Kinder richtig schwierig sein, wenn man sich das Thema Cliquenbildung und die Frage des 'Dazugehörens' anguckt, nicht ohne Grund gibt es ja so viele Kinder- und Jugendfilme, die das als zentrales Thema haben. So verstehen es die Kinder, und sie verstehen hoffentlich auch, dass es viel schöner ist, wenn alle offen und freundlich miteinander umgehen, als wenn hauptsächlich gegeneinander agiert wird. Das sehe ich auch als eine der wichtigsten Botschaften an, die ich vermitteln möchte...


    Ich bin mal wieder abgeschweift.. Jedenfalls möchte ich dich dazu ermutigen, es doch unter Berücksichtigung der Altersziele zu probieren. Und hier konkret eine Grundordnung zu wählen, die offener und flacher ist, und insbesondere nicht die beiden Spezialistenpositionen vorne und hinten beinhaltet, d.h. die beiden 1'er im 1-3-1.


    Du kannst Dich vielleicht daran erinnern, dass ich hier mehrfach geschrieben habe, dass ich in der abgelaufenen Saison eine sehr junge F mit einigen Minis hatte, die es natürgemäß sehr schwer hatten. Ich bin davon überzeugt, dass ich denen gewisse "Verhaltensvorgaben" bei den Spielen geben musste, damit ein bisschen was wie ein Mannschaftsspiel dabei heraus kommt, sonst hätten Sie nur verloren, und ich meine wirklich nur. Wir hatten etwa 80 Spiele in der Saison. Glaubtst Du, dass hätte den Kleinen nix ausgemacht, wenn sie davon 78 verloren hätten?


    Doch, klar, und glaube mir, ich erkenne da durchaus das Problem. Es gibt natürlich auch stärkere und schwächere Spieler, da beißt die Maus keinen Faden ab. Die Geschichte von PaulBreitners Team neulich -- da beschrieb er, wie er eine Mannschaft, die keiner haben wollte und die als untrainierbar galt, zu guten und erfolgreichen Fußballern machte -- macht da allerdings Mut. Mag aber auch sein, dass viele von denen recht talentiert waren, aber nicht mit den anderen Trainern zurecht kamen und angeeckt sind, und dann aufgrund pädagogischer Mängel abgeschoben wurden, das verspürt haben und dann die ganz typische Ablehnungshaltung zeigten.


    Ich war auch in deiner Position, habe mir zu Beginn der F und auch noch später viele Gedanken zur Aufstellung und dem taktischen Verhalten gemacht. Ich habe das dann so auch gegenüber den Spielern angeregt, sie haben es in unterschiedlichen Maßen umsetzen können. Leider musste ich auch feststellen, dass ich ab und zu auch Spieler während der Spiele auf ihre Position gebrüllt habe. Und obwohl ich für mich in Anspruch nehme, dass ich von vernherein versucht habe, alles möglichst kindgerecht zu gestalten, muss ich zugeben, dass ich immer mal wieder auf die Erfolgsschiene kam. War ja zunächst auch ganz nett, wenn man auch mal Turniersieger wurde.


    Aber, und das ist ein dickes Aber, ich habe auch feststellen müssen, dass gerade die Spieler, die nicht zur mannschaftsinternen Spitzengruppe zählen, stagnierten und weniger motiviert waren. Sie blieben regelmäßig unter ihren Möglichkeiten. Teilweise (aber auch nur teilweise) lag das auch daran, dass sie von den taktischen Vorgaben überfordert waren. Wir spielten in der F ein 1-3-2, das meistens zu einem 1-2-1-2 tendierte, gegen Ende der F1 und zu Beginn der E2 stellten wir dann auf eine offensivere Aufstellung im 2-3-1 (od. 2-1-2-1) um. Meine Intention ging da schon in die selbe Richtung wie jetzt, die zwei Abwehspieler sollten durchaus bei den Angriffen mitmachen, sollten aber immer hinter dem Ball bleiben. Das haben die meisten Kinder aber nicht verstanden, sie hörten 'Abwehr' und damit war ihnen klar: sie bleiben hinten. Ich habe sie während der Spiele immer wieder ermuntern müssen, aufzurücken..


    Das geht jetzt besser. Die Kinder haben verstanden, dass es keine reinen Stürmer und keine reinen Abwehrspieler mehr gibt. Sie wissen, dass jeder fast gleich viel vorne wie hinten spielt. Sie wären zwar insgesamt glücklicher, wenn sie alle mehr vorne spielen könnten, sehen aber ein, dass das mathematisch nicht gehen kann. Da hilft es dann aus meiner Sicht sehr, wirklich möglichst gerecht zu sein.


    Ich habe übrigens gegen Ende der F1 und zu Beginn der E2 zu viel Wert auf Pass- und Kombinationsspiel gelegt, und dabei die Individualtechnik zu stark vernachlässigt. Mir kam es so vor, als sei es an der Zeit. Das stimmte aber nicht..


    So konnten wir uns ein bisschen über Wasser halten und haben hie und da auch gewonnen, was den Kindern gut tat (und dem Trainer ;) ). Und ich bin auch davon überzeugt, dass sie gewisse Leitlinien auch in der neuen Saison brauchen.


    Der DFB schlägt durchaus vor, Grundzüge der Raumaufteilung und des Positionsspiels zu vermitteln. Ich bin mir jetzt nicht sicher, ob das schon für die F gilt, in der E auf jeden Fall. Etwas irritierend ist ja auch, dass der DFB mal F- und E-Junioren zusammen behandelt, mal aber E und D zu einer Gruppe zusammenfasst. Man muss sich sicher auch in den Trainingsinhalten nach dem Leistungsvermögen der Kinder richten. Aber, und das ist wichtig, es geht um die Grundzüge, d.h. darum, ihnen zu erklären, dass es nicht sinnvoll ist, wenn alle gleichzeitig versuchen, den Ball zu bekommen. Dass es auch sinnvoll ist, den Ball nicht zu lange zu behalten, sondern auch abzuspielen. Dass es sinnvoll ist, sich dem eigenen Spieler nicht in den Weg zu stellen. Dass es dann besser ist, auszuschwärmen. Dass mein Mitspieler den Ball nur zu mir spielen kann, wenn kein Gegner zwischen uns steht. Aus lauter solch kleiner Dinge, die für uns Selbstverständlichkeiten sind, besteht das Fußballspiel. Für die Kinder sind sie aber noch nicht selbstverständlich.


    Und man sollte sie nicht als Vorgaben, sondern in Form von Anregungen und Vorschlägen vermitteln. In diesem Zusammenhang halte ich es auch durchaus für sinnvoll, wenn der Trainer ab und zu auch mitspielt, um eben auch im Spiel demonstrieren zu können, was er meint. Ich mache dann manchmal mit den Jungs aus, dass alle einfrieren müssen, wenn ich zweimal kurz pfeife. Das mache ich dann, um eine Situation zu erklären. Muss man sparsam einsetzen, weil es den Spielfluss völlig zerstört, daher lieber nicht im Abschlussspiel machen. Aber in einem ca. zwanzigminütigen Trainingsspiel zwischendrin kann man das schon mal machen. Die Erklärungen nicht als Monologe halten, sondern die Spieler fragen und sie selbst auf die Lösung bringen. Dabei kann man ruhig auch mal ihre Vorschläge durchspielen, entweder merken sie dann selbst, dass sie nicht so toll waren, vielleicht kommt aber auch ein richtig guter Alternativvorschlag. Man darf auch nicht erwarten, dass sie das dann gleich verinnerlichen und ab dann umsetzen, wenn die Kids im Spiel sind, denken sie meistens nicht sonderlich viel nach. Und das ist ja auch gut so.


    Einfach, weil unsere Gegner alle auch auf Positionsspiel achten und derjenige untergeht (und zwar ständig), der das nicht macht, wenn er nicht gerade mit 2-3 super Einzelkönnern gesegnet ist.


    Man kann schon darauf hinwirken, dass sie nicht völlig wild durcheinander laufen. Das heißt aber noch nicht, dass man starres Positionsspiel einführen muss. Ich denke, wenn der Ball ruht haben die Kinder Gelegenheit, sich entsprechend ihrer Positionen aufzustellen. Dabei kommt es nicht auf den exakten Fleck auf dem Platz an, sondern darum, dass die Aufstellung erkennbar ist. Verbunden mit den recht einfachen Grundregeln, dass alle gemeinsam angreifen und alle gemeinsam verteidigen, sowie den o.g. Mini-Regeln sollte das dann eigentlich dazu führen, dass dein Team sich als wabernde Masse über den Platz bewegt, innerhalb derer sich der Ball befindet.

    "Be yourself; everybody else is already taken." (Oscar Wilde)

  • Am liebsten würde ich zu den Kids sagen: Gehts raus und spielts Fußball. Aber dann kriegen sie die Bälle um die Ohren gehauen, weiljeder nur das macht, was er will und das will ich nicht (und die Kinder auch nicht, und so viel Siegeswille ist auch in Ordnung).


    Hmm, dann können sie vielleicht das nicht umsetzen, haben es nicht verstanden. Am Ende soll ja jeder machen, was er will, irgendwann soll Eigeninteresse mit dem Interesse der Mannschaft übereinstimmen. Im F-Alter sind Kinder sehr, sehr ichbezogen. Das ist so, fertig aus. Wenn sie den Ball haben, ist das für sie eine Gelegenheit. Und das ist ja auch klasse so, wir wollen ja auch Spieler haben, die den Ball haben wollen. Sie werden ihn dann typischerweise zu lange halten, nimm das hin. One-Touch ist noch nicht angesagt. Bringe ihnen bei, wie sie den Ball so annehmen, dass er nicht gleich wieder weg ist. Da ein guter Pass Voraussetzung für eine saubere Ballannahme ist, solltest du ihnen den auch beibringen. Dann, wie sie das an die Ballannahme anschließende 1:1 gewinnen, wenn die Zeit dazu da ist, oder, wie sie den Ball abschirmen, wenn sie schon bedrängt werden. Lasse sie aber selbst entscheiden, ob sie dann abspielen oder alleine weiter machen.


    Da Spieler in diesem Alter auch einen ziemlichen Tunnelblick haben, musst du die anderen natürlich auch dazu animieren, sich bemerkbar zu machen, wenn der Ball zu ihnen gespielt werden könnte und sollte. Sie sollen sich ja ruhig gegenseitig coachen.


    Aber damit Du mich nicht nochmal zu falsch einordnest: Ich brauche bei 80 Spielen keine 70 Siege, ich will nur nicht untergehen, mehr nicht.


    Mit der richtigen kämpferischen Einstellung sollte das gehen. Wichtig ist halt, dass sie wirklich alle schnell umschalten und laufbereit sind. Und dass dein Torspieler mitspielt und nicht nur auf der Linie klebt.


    Recht gebe ich Dir, dass eine Grundformatiuon 1:3:1 für eine F zu anspruchsvoll sein kann. Daher rührte ja auch meine Frage. Beim 2:3 oder 3:2 war mir halt alles zu statisch. Hinten die sind nicht genug mit nach vorne und vor allem umgekehrt. Daher die Überlegung mit der Mittelreihe, die quais eine Doppelfunktion haben soll.


    Hoppla, na, das ist ja eine Überraschung (kein Scherz). Ich würde erwarten, dass eine tiefere Aufstellung statischer ist als eine flache. Ich glaube, du musst ihnen deutlich machen, dass alle zu verteidigen haben, wenn der Gegner den Ball hat, und dass auch alle angreifen müssen, wenn ihr in Ballbesitz seid. Dass es eben keine reinen Stürmer und Abwehrspieler gibt.


    Ich werde die Kids aber mal bei nächster Gelegenheit im Turnier (im Training lasse ich sie eh meist frei spielen) ohne Grundformationsvorgabe spielen. Schaun ma mal, was rauskommt. Ich gebe Dir Bescheid. =)


    Belasse es nicht bei nur einem Versuch. Es wird zu Beginn grauslig aussehen. Ich bin, hier im Gegensatz zu Andre, auch nicht der Meinung, dass völlig freies Spiel automatisch zu guten Spielern führt, sondern denke schon, dass der Trainer die Aufgabe hat, Positives zu fördern und Negatives einzudämmen. Sonst macht bald tatsächlich jeder, wonach ihm am ehesten ist, die Kinder gewöhnen sich das an, was ihnen leicht fällt und womit sie kurzfristig den meisten Erfolg haben, der Team-Spirit leidet.


    Gewisse Vorgaben sind sinnvoll. Z.B. kann man schon verlangen, dass jeder im Spiel den vollen Einsatz bringt. Dass jeder zurück rennt, wenn der Gegner den Ball hat und dass jeder mit nach vorne rennt, wenn wir den Ball haben. Und der Trainer sagt auch, wie die Grundformation aussieht und wer darin wo steht -- da ist es beim 3-3 durchaus sinnvoll, dass die mittleren Positionen von starken Spielern besetzt werden. Und, dass bei ruhendem Ball in diese Formation zurück gekehrt wird. Was sie aber tun, wenn der Ball rollt, sollte ihre Sache sein.

    tobn


    finde deine Philosophie/Einstellung hoch modern. Das was du beschreibst finde ich so klasse.


    Und da musste ich mir neulich noch Erfolgsbesessenheit vorwerfen lassen.. ;)


    Zudem hast du es schließlich so schon in der Praxis gemacht und sollte den Leser dazu animieren, dass doch auch mal so mutig zu praktizieren. Danke für dein Statement. :thumbup:


    Es ist aber in der Tat nicht so einfach. Ich habe das Ding beim vorletzten Pflichtspiel durchgezogen, habe die Rotation durchgeführt und die Kinder jeweils für sich selbst entscheiden lassen, wer in welcher Hälfte vorne bzw. hinten spielen will. Das war nix, ich bekam zwei sehr unterscheidlich starke Reihen, so dass wir in der ersten Halbzeit defensiv sehr solide standen und nur unglücklich mit 0:1 in Rückstand gerieten, aber nach vorne viel zu wenig lief. Und die zweite Hälfte spielte sich dann fast nur in derjenigen des Gegners ab, da er aber mit einer massiven Verteidigung spielte, liefen wir uns da meistens fest und erzielten selbst nur ein Tor. Unsere Defensivreihe in der zweiten Halbzeit war die deutlich schwächere und so führten lange Bälle auf die beiden guten Spitzen des Gegners dann zu einem Endstand von 1:7 oder 1:8. Fand ich nicht schlimm, den meisten war klar, dass das Ergebnis nicht den Spielverlauf widergab. Aber als ich später meinem Co, der auch anwesend war, schrieb, dass wir natürlich die Höhe der Niederlage hätten begrenzen können, wenn wir in der zweiten Halbzeit ein oder zwei der Spieler der Angriffsreihe nach hinten gezogen hätten, fragte sogar er mich, warum wir das dann nicht gemacht haben...


    Jetzt stelle ich die Reihen zusammen und achte dabei darauf, dass keine von ihnen völlig abfällt.


    Und es ist ein harter und steiniger Weg...

    "Be yourself; everybody else is already taken." (Oscar Wilde)