Conconi-Test ... Signal

Du bist noch kein Trainertalker? Registriere dich kostenlos und nehme an unserer Community teil!

Du bist Trainertalker? Zur Anmeldung
  • Hallo.


    Hat jemand Erfahrung mit einem Conconi-Test ??
    Muss ja nach einigen Sekunden/Minuten immer einen Signalton machen, gibt es hierzu ein gratis Programm zum downloaden ?? oder sonst noch Möglichkeiten !! (außer Stoppuhr und Pfeiffen^^)

  • Also es gibt Sportuhren, die dir als Sportler ein Pacing akustisch vorgeben. Das Pacing-Protokoll lädst Du Zuhause zuerst auf die Uhr und während des Trainings sagt der Pacer Dir schneller, langsamer usw... die meisten können dabei Herzfrequenzen speichern die man später abrufen kann. Du kannst dann Deine Kurve zeichnen und den Knick suchen ;) Die üblichen Verdächtigen sind Suunto und Polar - aber auch teuer.


    Ich hab vor x-Jahren auch mal einen gesehen, der hatte ne Software, die an so ner Verstärkungsanlage mit nem Megafon angeschlossen war. Von welchem Hersteller (oder selbst geschrieben) das war? Kein Ahnung!


    Darf ich fragen, welchen Zweck Du mit der Frage verfolgst?

  • ja das mit den Uhren hab ich mir auch schon angedacht ... wird aber denk ich nicht so leicht sein das zu "programmieren"!


    bin Sport-Student und muss wiedermal eine Lehrauftritt planen ;)

  • ja das mit den Uhren hab ich mir auch schon angedacht ... wird aber denk ich nicht so leicht sein das zu "programmieren"!
    bin Sport-Student und muss wiedermal eine Lehrauftritt planen


    Musst Du dann den Conconi eigentlich unbedingt für Lauf machen? Oder geht Ergometer auch. Weißt ja eh: Das zentrale beim Conconi ist, dass die Arbeit (also Leistung * Zeit ) über die Stufen konstant bleibt. Mit Ergometern oder Rollentrainern geht das perfekt einfach. Du programmierst die Stufen ein, hockst den Probanden drauf und lässt ihn Kurbeln bis er runter fällt und der Ergometer/Trainer macht den Rest :)


    Wenn Du's für Lauf machen musst, geht dann auch Laufband? Ähnliche Vorteile wie Ergometer. Allerdigns nicht vergessen, dass man am Band ne kleine Steigung (ca. 1,5%) einstellen sollte, damit der Abdruck passt.


    @Software/Uhr/Programmieren: Doch doch. Ist an sich ziemlich einfach. Freilich gibt's unterschiede in der Software und vor dem Kauf muss man genau hinsehen was die Dinger wirklich können. Leider geht das im I-Net nicht immer. Also ab zum local Dealer und für die kompetente Beratung gerne n paar Euros drauflegen.


    Der Punkt beim Laufen ist ja eigentlich die Geschwindigkeitsmessung/das Tempogefühl.


    Bei Conconi solltest Du ja nen Probanden haben, der a) schon über eine gewisse Fitness verfügt und b) entsprechendes Tempogefühl hat. Ist/hat er das nicht, kann es noch soviel Markierungen, piepese oder sonstwas geben, an denen der Sportler zu einem gewissen Zeitpunkt sein soll bzw. seine Geschwindigkeit erhöhen soll. Das wird nicht klappen - zumindest nich auf auf's erste Mal.


    Für nen eingiermaßen trainierten mit Tempogefühl sind 0,5km/h schneller ne Hausnummer. Das kann der einschätzen. Der Rest wird immer versuchen zu frühes/spätes passieren von Markierungen auszugleichen dann wird's unrund. Oder die Pace stimmt halt von Anfang an vorne und hinten nicht. Da wird der ganze Test dann oft mehr ein Krampf als alles andere.


    Jetzt gibt's Uhren, die können Dir die aktuelle Geschwindigkeit anzeigen. Da kann man während des Laufes draufschauen und kriegt das Tempo angezeigt. Das kann dann (fast) jeder. Weil die zur Geschwindigkeitsmessung auch die Wegstrecke brauchen (klar) kann man bei den meisten ne "wegbasierte Auto-Lap-Funktion" nutzen. Das bedeutet, die Uhr nimmt automatisch ne Rundenzeit z.B. alle 200m. Pro Runde wird dann Hf, avg. HF, Pace, avg. Pace und all so Zeugs gespeichert. Wenn Du magst piepst das Ding auch bei auto-Lap :) Hinterher kannst Du die Daten dann in ne Software laden und z.B. graphisch auswerten.


    Grundsätzlich gibt es zwei Systeme: Mit GPS und mit Beschleunigungssensoren. GPS braucht halt nen Empfang (Satelitenverbindung), ist recht genau insgesamt aber für kurze Intervalle und schnelle/kurze Geschwindigkeitsänderungen recht träge. Die Beschleunigungssensoren sind recht flink in der Anzeige bei Geschwindigkeitsänderungen, müsse kalibriert werden und die Genauigkeit ist abhängig vom Laufstil und vom Schuhwerk. Auf der Bahn ist immer noch das genaueste Tempogefühl und bei den 100er/200er Marken auf die Zeit in Sekunden kucken. 5min/km (12km/h) entspricht 30sek/100m usw.

  • ja ich muss den Test im Laufen machen!!
    Also hab dazu einige Fragen:
    ich hab eine 400 Meter Bahn…alle 200 Meter wird die Geschwindigkeit gesteigert.
    Mach das ganze ohne Programm oder Uhren. Wie wäre hier die beste Vorgehensweise??
    Gibts da irgendeine Tabelle dazu ?? Würd das ganze mit Excel machen,...

  • Mach das ganze ohne Programm oder Uhren.


    Das geht nicht.


    Conconi braucht mindestens eine Uhr die Herzfrequenz und Zeit messen kann. Dann braucht's aber nen mündigen und fähigen Probanden. Ansonsten brauchst Du ne HF Uhr, Markierungen und ne Verstärkeranlage mit nem zeitgesteuerten "Piepsgenerator" :) (oder Du machst den Workaround unten mit dem MP3 Player)


    Du musst a) die HF des Probanden messen und b) der Proband muss irgendwie die Geschwindigkeit messen, sonst weiß er ja nicht ob er die richtige Geschwindigkeit je Stufe hat.



    a) ist einfach. Schnall dem Probanden nen HF Messer um, der HF pro Streckeneinheit speichern kann und gut ist's.


    Für b) gibt es mehrere Möglichkeiten:


    1. Der Proband kennt das Conconi-Protokoll und hat es verstanden (mündiger Proband) - dann braucht er mind. ne Uhr und im Kopf muss er haben in welcher Zeit er die 200er Teilstrecken laufen muss, damit die Vorgabe stimmt. Spätestens 1 oder zwei Wdh. vor der Maximalstufe wird er das aber nicht mehr können, weil das Blut in den Beinen und nicht im Hirn ist. In dem Zustand kann niemand mehr rechnen. :) Alternative: Du rufst ihm die Zeiten zu.


    2. Der Proband hat nen Geschwindigkeitsmesser "on board". Das ist einfach.


    3. Du markierst auf der Runde alle 20m (oder 50m) mit Hütchen und siehst zu, dass Du immer nen Pipston über ne Verstärkeranlage raus haust, wenn der Proband ein Hütchen passieren soll. Diese Piepse kommen natürlich immer schneller, wenn die Geschwindigkeit gesteigert wird. Der Proband hat so die Möglichkeit seine Geschwindigkeit und das passieren der Hütchen beim Pieps recht feingranular anzupassen.


    Hast Du keine Verstärkeranlage:: Dann kannst Du z.B. wie oben alle 20m ein Hütchen aufstellen, dann berechnest Du die Zeiten zwischen den Hütchen je Geschwindigkeitsstufe und machst Dir ne Liste. Dann nimmste Dir nen Laptop mit Mikrofon und nimmst das Pacing auf. Du pfeifst mit ner Pfeife in das Mikrofon wenn das Hütchen passiert werden muss (nach jedem Intervall ein Pfiff). Aus der Aufnahme machste n MP3 und der Proband läuft mit nem MP3-Player (Die Ohrstöpsel müssen auch bei hohem Tempo und Schweiß halten). Dann hat er quasi die Piepsanlage "on board".


    Steigerung der Geschwindigkeit beim Lauf-Conconi ist 0,5km/h schneller alle 200m. Sehr gut trainierte (10km < 40min) starten bei ca. 5min/km (12 km/h) und weniger gut trainierte entsprechend langsamer. Starte so langsam, dass ca. 8-10 Messwerte vor der aneroben Schwelle "reinkommen". Wenn der Gute keinen HF Messer mit Speicherfunktion hat, dann muss er Dir die HF nach je 200m zurufen und Du musst sie notieren.


    Weitere Voraussetzungen für den Conconi:


    - Durchschnittliches Wetter (so ist die Wahrscheinlichkeit der Reproduktion der Umgebungsbedingungen des Tests am Größten)
    - Letztes intensives Training des Probanden ist 36-48h her
    - Motivierter Proband: Du brauchst mindestens(!) 3 Messwerte nach der anaeroben Schwelle (dem Knick). D.h. der Läufer muss so drauf sein, dass er noch mindestens 3 Stufen im anaeroben Bereich schafft (eigentlich kein großes Problem aber der Vollständigkeit halber erwähnt)
    - Proband soll g'scheit aufgewärmt sein. Ein paar km locker laufen, Lauf ABC, paar Steigerungen und submaximale Sprints, damit die Laktatabbauenden Systeme in Gang kommen und ggf. n paar plyometrische Sprünge.
    - Wenn der Proband die Geschwindigkeit nicht mehr halten kann (den Pieps beim Hütchen nicht mehr aufholt): Abbruch.
    - Ne gewisse Fitness sollte der Proband haben. Große HF Sprünge von 8 Schlägen oder mehr pro Stufe kicken das Ganze in den Müll. Ebenso wenn die Korrelation der Werte nicht passt. Sie sollte recht hoch sein (> 0,98).


    Viel Vergnügen ... für nen Sportstudenten ist das aber eigentlich kein Problem ;)

  • danke danke für die ausführliche Antwort 8o


    ja weiß schon dass ich ne Pulsuhr brauche^^ ... mit Uhr meinte ich die Pulsuhren die das Signal direkt an den PC schicken und das dann alles automatisch ausgewertet wird!!!


    also zu verfügung hab ich nur Puls, Stoppuhr....also wirklich ganz einfach ! soll ja für jeden sein, und jeder hat ja nicht ne Polar-Uhr um 300€ ;)


    also hab mir die Zeiten zwischen den 200 Metern ausgerechnet...72sek, 70, 68, 66, usw...
    in der Literatur steht das es besser wäre wenn man alle 50m einen Ton hört, damit das Tempo konstant gehalten werden kann, aber das wird wohl nix mit Pfeifferl und Stoppuhr!?


    Athleten müssen mir (Partner) alle 200 Meter den Puls zurufen. dann wird notiert!
    Wie mach ich am besten die Auswertung ??


    X-Y-Achse die Punkte einzeichnen und dann eine Gerade ziehen ?? --> EXCEL !

  • Na freilich. Mach doch das mit dem MP3 Player. Pfiff aufnehmen, 18s warten, Pfiff aufnehmen, 18s warten, Pfiff aufnehmen,18s warten, Pfiff aufnehmen,18s warten, Pfiff aufnehmen, 17,5s warten Pfiff aufnehmen usw.... Am Ende hast Du nen akkustischen Geschwindigkeits-Leitfaden für den Sportler als MP3. Das ist ein gangbarer, einfacher Weg.


    Die Auswertung(!) machst Du mit Know-how und nicht mit Excel ;)


    Nur Werte aufschreiben und nen Knick suchen ist noch keine Auswertung und schon gar keine Trainingsempfehlung. Der Frosch hat die Locken dort, wo der Trainer/Sportwissenschaftler dem konkreten Sportler auf Basis konkreter Messwerte konkrete Trainingsempfehlungen gibt. Die beiden Treffen sich dann nach ein paar Wochen wieder, machen nen neuen Test und sehen ob's was gebracht hat.


    Hier unterscheidet sich Conconi nicht von Laktatstufentest oder Spiroergometrie: Das kann im Grunde jeder Depp durchführen. Da is nix dabei. Die Kunst ist die Auswertung der Daten. Da muss man was können und leider gibt es da auf dem Markt ne Menge die nix von der Sache verstehen.


    Anyway ... zurück zum Thema:


    Die Aufzeichnung der Werte habe ich noch mit Millimeterpapier gemacht. ;)


    Mit Excel sollte es auch gehen ... musst halt mal rumspielen ... X-Y klingt nicht schlecht. Du brauchst die Y Werte halt dann auf jeden Fall als km/h und nicht als min/km oder so, sonst steht die Kurve auf'm Kopf ;)

  • also nur mal zu info wie ich das jetzt mache ;)


    hab ne 400m Bahn, alle 50 Meter stell ich ein Hütchen auf, alle 200 Meter wird die Geschwindigkeit gesteigert...
    hier mal die Excel-Tabelle dazu:


    mal schauen wie ich das mitn Signalton mach..
    das wird im Freien stattfinden und Mp3 wird nicht jeder hören in der Stadionrunde ;)
    aber vllt. nehm ich trotzdem Töne mit den jeweiligen Abständen auf, damit es leichter wird, weil mit Stoppuhr finde ich das schon recht mühsam!


    Auswerten, also schauen wo die anaerobe Schwelle ist muss ich machen, aber eine Trainingsempfehlung muss ich noch nicht abgeben!
    Ich werds mal mit Excel versuchen und ein wenig "programmieren"...kann dann ja auch hier online stellen falls es dich oder andere interessiert :thumbup:

  • Der Proband soll ja den MP3 Player mitnehmen und mit Ohr-Stöpsel laufen ;)


    Ausserdem hoffe ich, dass Du Helfer an den 200m Positionen hast ;)

    aso war das gemeint...ja danke, coole idee ! :)


    ja klar, sind zu dritt, da sollte das schon hinhauen :thumbup:

  • Auweh, das wird eine schwere Geburt.


    Willst nicht lieber einen Cooper-Test machen? ;)

  • Das witzigste ist/war für mich immer die Vorstellung, dass der Proband - gut über der Schwelle, knapp vor'm abrauchen und bereit für ne zweite Luft seine Großmutter zu verkaufen - Dir noch die HF zurufen muss :) :) Sehr geil! :thumbup:

  • das wird das Problem sein und bleiben!
    kann mir aber nicht vorstellen, dass z.B. ein unterliga Verein 10 Pulsuhren hat (oder überhaupt eine^^), die automatisch ein Signal an den PC schicken und auch ein Signal geben ;) damit müssen die Athleten eben leben 8o

  • Zwischen schwarz (nix haben) und weiß (full-equipment) gibt es noch die HF-Uhren, die nen "Lap-Button" haben. Die gehen preislich eignetlich. Hinterher (nach dem Aufenthalt im Sauerstoffzelt) kann man die Werte in Ruhe ablesen. Der Proband muss während des Tests nur alle 200m auf den (meist recht großen) Knopf drücken. ;)


    P.S. Eigentlich ist es dieses "Männerspielzeug", das Du brauchst: http://www.suunto.com/de/Produ…ds-Belts/Suunto-Team-POD/ und das http://www.suunto.com/de/Produ…cks/Suunto-t6d-Team-Pack/ :thumbup:
    P.P.S. Streng genommen braucht auf dem Leevel eigentlich keiner ne Steuerung des Trainings über ne Schwellwertbestimmung ;)

  • zu meinem Lehrauftritt muss ich einfach alle Möglichkeiten anführen...und wenn keine Uhren mit "Lap-Button", etc.. vorhanden sind, muss ich es auf diese Weise machen. - wenns solche Uhren gibt, dann ist es "einfach", aber ich muss auf alles vorbereitet sein ! sooo :rolleyes:


    Und das mit den unterklassigen Vereinen war nur ein Beispiel 8)