Hallo! Mein Trainerkollege und ich trainieren eine E1-Jugendmannschaft. Kürzlich erhielt unser Jugendvorstand ein Schreiben eines Vaters, in dem der Jugendabteilung mangelnde pädagogische Kompetenz vorgeworfen wird.
Hintergrund: seit fünf Jahren trainieren wir die Kids vom Bambini-Alter an. Mit knapp 30 Mini-Kickern gings los. Über die Jahre kommen und gehen Spieler und wir waren Mitte letzter Saison noch 20. Wir sind ein ehrgeiziges Trainergespann und möchten den Kindern viel beibringen und möglichst alle bei Spielen dabei sein lassen. Aus diesem Grund suchten (und fanden) wir im Frühjahr zwei Väter, die uns als Co-Trainer unterstützten. Man verdient sein Geld schließlich nicht auf dem Trainingsgelände und wenn es beruflich nicht passt, konnten die Co-Trainer aushelfen. Es wurden sogar zwei Mannschaften für die wöchentlichen Spieltreffs gemeldet. Alles, damit alle spielen konnten und man vernünftig trainieren konnte. Nun sind wir mit dem Altjahrgang F-Jugend im Sommer in die E-Jugend gewechselt. Da der jetzige Altjahrgang der E nur zehn Spieler hatte, haben wir uns mit den Trainern und dem Jugendvorstand zusammengesetzt um das Problem zu lösen. Wir haben vereinbart, dass wir von unseren 20 Kickern fünf abgeben, so waren wir von der Spieleranzahl gleich stark. Wir haben auch beschlossen, dass es nicht die spielstarken Spieler sein sollten, die wechseln. Denn bei den verbleibenden 15 Spielern ist das Leistungsniveau ungefähr gleich. Die Erfahrung hat gezeigt, dass beim Training die Übungen besser auszuführen sind, wenn die Spieler ähnlich leistungsstark sind. Und der Altjahrgang der E-Jugend hat auch schwächere Spieler dabei. Ein weiteres Ziel war eben auch, leistungsgerechtes Training anzubieten. Wer das Alter trainiert, kennt das Meckern der Kids "...mit dem mache ich die Übung nicht, der macht nicht richtig mit.....". Die Kinder sind nun mal unterschiedlich. Die einen "lieben" Fußball und sind mit Herzblut dabei und andere kommen zum Training um sich zu bewegen. Ist ja auch OK. Das "Abgeben" der Spieler an den Altjahrgang konnte auch "schmerzlos" durchgeführt werden, da wir ein mal pro Woche gleichzeitig trainieren. Des weiteren kennen sich die Kinder aus der Schule und wir haben in der Saison davor schon oft zusammen trainiert und gegeneinander gespielt. Also haben wir keinen Spieler in ein völlig neues Umfeld abgegeben.
Nun meint der Verfasser des Schreibens an unseren Jugendvorstand, es sei unverständlich, wie man die jungen (und schwächeren) E-Jugend-Spieler in den Altjahrgang der E-Jugend gruppiert (...weil dort wohl leistungsstärkerer Fußball gespielt wird).
Bei einem Vorgespräch mit dem Vater wurde unsererseits darauf hingewiesen, dass wir in unserem Fußballkreis bis zur Wintersaison in einer Findungsrunde spielen und anschließend die Mannschaften nach Leistung zusammengefasst werden. Und das dabei auch verschiedene Jahrgänge untereinander spielen.
Das Kind des Vaters wurde mit gleichem Scheiben abgemeldet. Das ist sicherlich der schlimmste Punkt an der Geschichte. Obwohl wir doch alles für einen guten Wechsel getan haben.
Ich wollte Eure Meinung dazu hören. War es falsch, die Spieler abzugeben? Und was ist mit der Trainerarbeit? Soll man das als Trainer hinnehmen, wenn solche Zeilen geschrieben werden? Wo bleibt der Respekt denen gegenüber, die sich in der Saison zwei, drei oder vier Mal pro Woche einsetzen?
