Beiträge von Bennzke

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    Es gibt in dem Alter eigentlich kein zuviel, sofern es freiwillig und in einem angemessenen Umfeld, so wie du es beschreibst, passiert. Ich würd mir da keine Gedanken machen.

    Eine bekannte ist ne typische Helikopter-Mama. Die meinte vor kurzem dass zu viel Sport in diesem Alter, gerade im Wachstum, Schäden an den Gelenken und Knorpeln verursachen kann. Und dass das später zu chronischen Erkrankungen führt. Sie hat das auf 2x die Woche Training in der F-Jugend bezogen. Ich denke ja schon weiter da mein Sohn zum Teil ohne meine Aufsicht locker das 2-3fache der Allgemeinheit abspult.. wenn der dürfte dann würde er zusätzlich auch allein mit dem Fahrrad zum Bolzplatz fahren.

    Ich hab auf die schnelle das hier gefunden, Zitat: „Kinder sollten wöchentlich mindestens zwei Ruhetage einhalten und höchstens drei bis vier Stunden am Tag trainieren“, erklärte Thomas Tischer von der Universitätsmedizin Rostock"

    Quelle: Experten warnen vor Überbelastung von Kindern beim Sport – News – Deutsches Ärzteblatt


    Weiß jetzt nicht, ob das noch der Stand der Wissenschaft ist, aber leuchtet schon ein. Also gibt es schon ein zu viel aber es hört sich nicht so an, als würde das auf dein Kind zutreffen.

    Als Autor von "fehlende Erfolgserlebnisse und Umgang mit sehr schwachen Mannschaft" ;) kann ich schonmal sagen, dass es trotz dem schwachen Niveau auch sehr viel Spaß machen kann. Es ist definitiv nicht das gleiche, unsere E3 ist auch viel fokussierter dabei als die E4, aber Motivation ist trotzdem da bei den meisten der Schwächeren.


    Mir stellt sich die Frage, warum die Motivation so gering ist. Sind es wirklich alles Kinder, die eigentlich gar nicht kicken wollen, aber sie sollen halt irgendeinen Sport machen? Dann hätte ich da als Trainer auch keinen Bock drauf. Oder liegt der Grund vielleicht auch bei anderen Dingen? Beim Training, beim "immer zu den schlechten gehören"... Da kann ich jetzt nur spekulieren. Es lassen sich vielleicht nicht alle mitnehmen, aber vielleicht lässt sich die Motivation ja bei einigen steigern.


    Ich finde den Ansatz von derZUliebeTrainer super, es als Herausforderung und Entwicklungsmöglichkeit zu sehen. Aber am Ende musst du schon Lust haben auf die Aufgabe. Ich habe immer das Gefühl: wenn ich motiviert bin für ein Training, dann kommt das auch bei den Kids an. Geht aber auch in die andere Richtung.

    Spontane Idee: Könntest du bei euch mal ein Training mit den schwächeren E-Jugend-Spielern oder mit der jetzigen D2 machen? Quasi als Test.

    Irgendwie höre ich auch ein wenig raus das du keine Zeit für Dich hast. Da gibt es nur eins, aufhören als Trainer und in der Zeit wo dein Sohn trainiert gehst du joggen.

    Das hört sich für mich auch so an - vielleicht geht es weniger um deinen Sohn als um dich. Du beschreibst ja, dass er andere Interessen hat und in der Schule auch gut mitkommt - da finde ich es doch super, dass er viel Sport macht!


    Ich würde aber nicht sagen, dass du deswegen gleich aufhören musst. Aber vielleicht mal drüber nachdenken, ein Training weniger zu machen oder einfach Zeit für dich einplanen. Vielleicht kann ein Elternteil oder dein Co-Trainer noch eine Einheit übernehmen?

    golfstrom ja, ich glaube das ist wirklich eins meiner Hauptprobleme. Das hin und herspringen zwischen den Übungen kommt zum einen wie du sagst davon, dass ich abwechslungsreiches Training anbieten will, aber auch einfach davon, dass bei mir noch viel Unsicherheit herrscht, was denn jetzt genau die richtigen Inhalte sind. Dann probiert man eben viel aus und wie du schreibst, haben die Kinder gar nicht die Möglichkeit, etwas wirklich zu erlenen.


    Ich habe mich heute auf Inhalte konzentriert, die wir alle schonmal gemacht haben. Aber es klappt eben bei fast allen noch nicht so richtig. Konkret waren das Ballan- und Mitnahme, sowie Ausspielen eines 2vs1. Die Kinder tun sich damit noch sehr schwer (technisch und in Sachen Wahrnehmung) aber ich sehe Fortschritte. Also werd ich da jetzt mal dran bleiben.


    Es war eines der besten Trainings seit langem, also danke schonmal für den wertvollen Input! Ich bin wirklich froh, dass ich in meinem Frust hier endlich mal um Rat gefragt habe ;)

    Dirk Coerverfan ist mir bewusst, dass sich die Wahrnehmung noch entwickelt. Wobei das auch sehr unterschiedlich ist von Kind zu Kind. Ich kenne das v.a. vom DFB Entwicklungsmodell (Ich und mein Ball -> Ich, mein Ball und mein Mitspieler... usw.)

    Aber ja, mehrere Felder, kleine Teams. Und Aufgaben stellen, die die Wahrnehmung fördern, ohne zu überfordern. Ich spiele maximal 4+1 im Training, wobei das für viele auch schon schwierig ist und da ein 2 gegen 2 oder 3 gegen 3 besser wäre.

    Hallo zusammen,

    danke für die netten Willkommensgrüße. Dass ich nicht der einzige mit diesen Erfahrungen bin, beruhigt mich schonmal.


    Dirk Coerverfan : Dass ich von einem Ausbildungsplan profitieren würde, leuchtet mir ein. Bisher springe ich sehr viel zwischen Inhalten, auch während eines Trainings. Da lernen die Kinder wahrscheinlich vieles "so halb" und nichts richtig. Das 1gegen1 und Dribbling ist bei meinen Jungs schon ganz gut, da das ein regelmäßiger Trainingsinhalt ist. Wo wir uns schwertun ist das Passspiel und die Ballan- und Mitnahme. Dementsprechend würde ich da jetzt ansetzen und erste Trainingsziele formulieren, an denen ich dann über mehrere Trainingseinheiten dran bleibe. Die von dir formulierten Unterziele passen da schon ganz gut. Danke auch für die Hinweise zum Coaching.


    Alex82 : Ja, die Gruppe ist sehr heterogen, die Anfänger schließen aber schnell zu den anderen auf oder überholen diese, auch weil sie häufig schlicht sportlicher veranlagt sind als einige, die schon länger dabei sind. Aber alles in allem hat man in bei den Ligaspielen schon Fortschritte gesehen - ich denke ich bin vor allem frustriert von Hallenturnieren, wo das Niveau eben manchmal so gar nicht passt. Für die nächste Zeit habe ich hoffentlich ein paar Turniere gefunden, wo die Kinder zu ihren Erfolgserlebnissen kommen. Ich bin wirklich keiner, der auf Teufel komm raus den kurzfristigen Erfolg erzwingt. Ich lasse die Kinder nicht nur langen Bälle schlagen und gebe auch keine Anweisungen wie "spielt den Ball zu X, der macht dann das Tor", was ich bei anderen Mannschaften auch schon gesehen habe. Aber Erfolgserlebnisse sind ja trotzdem wichtig, auch für die Kinder, weshalb ich ein wenig damit hadere, dass diese so rar gesäht sind bisher. Aber ich versuche, geduldig zu bleiben und einfach gutes Training und Spielmöglichkeiten auf Augenhöhe anzubieten.


    Oesi81 Das Thema Eltern ist bei uns sehr entspannt. Die Eltern sind wenig fußballbegeistert, was seine Vor- und Nachteile hat. Aber die Kinder kommen regelmäßig ins Training und mittlerweile ist auch die Beteiligung am Wochenende deutlich besser geworden. Das Thema Disziplin beschäftigt mich auch - ich bin auch eher der ruhige Typ und es fällt mir eher schwer, auch mal konsequent durchzugreifen. Aber ich merke auch, dass es das manchmal braucht, z.B. wenn Einzelne die ganze Gruppe beim Training stören. Ist auf jeden Fall ein Lernprozess. ;)

    Hallo zusammen,

    ich bin seit 1,5 Jahren Trainer im Kinderbereich und trainiere unsere E4, also die schwächeren 2016er. Ich habe 5-6 Anfänger und ebensoviele schwache Kinder, die schon länger dabei sind und 4-5 "Ausreißer" nach oben. Die Anfänger machen sich schon ganz gut, sind fast alle schon stärker als die schwache Gruppe, die schon länger dabei ist.


    Auch wenn ich versuche drüber zu stehen, bin ich mittlerweile ganz schön frustriert, dass wir beim Spielbetrieb kaum Erfolgserlebnisse haben. Und ich meine nicht, dass wir wenig gewinnen, sondern regelmäßig ohne eigenen Torerfolg von Spielen und Turnieren kommen. Das 0:0 beim heutigen Hallenturnier werte ich da schon als Erfolg, wobei fast alle anderen Spiele hoch zu null gegen uns ausgingen. Ich weiß, dass es beim Kinderfußball nicht um den kurzfristigen Erfolg geht, aber aktuell frage ich mich schon, was ich als Trainer falsch mache.


    Ich versuche, den Kindern möglichst viele Spielmöglichkeiten zu ermöglichen, wobei es sehr schwer ist, Turniere auf unserem Niveau zu finden. Wenn überhaupt ein Niveau ausgeschrieben ist, findet sich meist nur schwach bis mittel - da kommen mir dann fast alle Teams mindestens mittel-stark vor. Also finden wir uns häufig auf Turnieren wie heute, wo die Erfolgserlebnisse fast komplett ausbleiben.


    Ein Problem ist, dass wir im Vergleich zu anderen Teams keine Struktur im Spiel haben: Die Spielertraube z.B. haben wir noch lange nicht überwunden. Mit dem Ball rennen wir allein in die Gegner oder schlagen den Ball sinnlos nach vorne. Ich habe Anfangs versucht während Spielen wenig zu coachen, damit die Kinder aus den eigenen Erfahrungen lernen. Dann eher zwischen den Spielen besprechen, was gut war und was wir besser machen können. Aber viel Fortschritt habe ich dadurch nicht gesehen und deshalb und wegen Druck von Außen (z.B. andere Coaches) bin ich dann mit der Zeit immer aktiver geworden und erwische mich auch mittlerweile häufig dabei, wie ich einem Jungen während dem Spiel sage, wo er zu stehen hat, wem er passen soll usw.


    Im Training lasse ich viel in kleinen Spielformen spielen (1v1 bis 4v4, bzw. Überzahlspiele) und Übungsformen, vor allem zum Passspiel. Aber es ist oft sehr chaotisch, richtiges Üben geht nur in kurzen Sequenzen. Beim Spiel in Kleingruppen lernen die Kinder das zusammenspielen nicht, weil zu viele schwache Kinder dabei sind. Abspielen heißt hier fast immer: Ballverlust. Mit dem Kopf durch die Wand ist da meist die bessere Methode. Vielleicht könnte hier helfen, häufiger nochmal nach Niveau zu trennen.


    Geht es manchen von euch ähnlich? Habt ihr Tipps, wie ich mit dieser Situation besser umgehen kann?

    Ich freue mich über jeden Ratschlag.