Das ist wirklich eine verstörende Antwort. Vielleicht verstehe ich es falsch aber es liest sich für mich als ob es dir nur ums Gewinnen und Kontrollieren des Spiels als Trainer geht? (Gegenspieler wird sonst auf Spieler aufmerksam, wunderbare Anweisung von außen). Der Sinn von Kommunikation ist ja der Austausch untereinander, d.h. es spielt nicht jeder für sich sondern man wird und macht sich für den anderen aufmerksam. Das Fordern oder einfache Namen nennen ist da der Einstieg bevor sich Spieler später auch komplexere Kommandos geben. Und selbst spielbezogen, die Vorteile überwiegen hier doch klar. Wenn ein Spieler ruft oder fordert dann hat er diesen vorher schon mal angeschaut und orientiert sich am Mitspieler (und ggf. Raum, Gegner, Ball). Außerdem sollte das Ganze ja in der Dynamik und Bewegung passieren, d.h. wenn deine Spieler rufen und dabei nur auf einem Fleck stehen und auf den Ball warten und der Mitspieler auch noch ne gefühlte Ewigkeit braucht um das zu realisieren und den Pass auszuführen, dann ja ist die Chance hoch das er den Ball verliert. Aber dann ist dein Problem nicht die Kommunikation sondern die Spielfähigkeit deiner Spieler.
Du solltest mal etwas vorsichtiger formulieren. "verstörend" empfinde ich als massive Formulierung. Mir Kontrollzwang und Gewinnfussball zu unterstellen aus diesen Sätzen ist schon recht hart, da habe ich wenig Verständnis zu.
Es ist so, dass bei Ballbesitz nahezu alle Spieler gleichzeitig lautstark den Ball fordern. (JUNGE E) Dabei ist nur noch ein lautes, flehendes Bettelgeschrei aus allen Richtungen zu hören. Dabei ist es komplett unabhängig, ob sie wirklich frei stehen, sondern auch gut abgedeckte Spieler tun dies . Dies führte zu hanebüchenen Entscheidungen.
Es ist richtiger , dass der Spieler in Ballbesitz seine Entscheidungen selber trifft aufgrund seiner Wahrnehmung und seines Spielverständnisses. Nur eigene Entscheidungen kann auch zu einer eigenen Entwicklung führen. Eigene Erfahrungen sammelt der Spieler, wenn er einen aus seiner Wahrnehmung anspielbaren Mitspieler auch anspielt und nicht einen lautstarken Krakeeler (Wenn er so laut ruft muss er ja in guter Position sein, obwohl ich es nicht erkenne). Auch erkennt er so einen Fehler in seiner Wahrnehmung, wenn er eine Deckung übersieht. Oder er lernt, dass er einen PAss z.B. schärfer anbringen muss, damit kein Gegner dazwischenlaufen kann.
Wenn ich dem Torwart mal zurufe, nimm Spieler X mit, wenn er den frei stehenden Mann übersieht - das ist nicht die Spielkontrolle, die du da ansprichst. Ich hab noch nie einen Gegner gespielt, bei dem nicht irgendwann im Spiel ein Satz wie "guck mal der X" vorkam.
Alles Kontrollfreaks.