Beiträge von Pedro87

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    @ guenter: Durch die vielen Rückmeldungen in diesem Thread und auch deine vorgeschlagene Vorgehensweise ist mir klargeworden, dass wir das angedachte System zu schnell entwickeln wollten und dabei auch deutlich zu oberflächlich gearbeitet haben. Gleichzeitig freut es mich, hier so viel Input zu bekommen.


    zum Verschieben: horizantal funktioniert es besser als vertikal, da sich die Offensive bei Ballverlusten manchmal noch etwas "widerwillig" daran beteiligt. Machen es aber immer wieder im Training und es wird von Spiel zu Spiel besser. (Wobei das Verschieben nach einem Ballverlust ja oft gleichzeitig sowohl vertikal als auch horizontal erfolgen muss um eine optimale Raumverknappung zu erreichen und auch von hinten Druck auszuüben).


    zu den Außen: das sind jetzt nicht unbedingt unsere spielentscheidenden Spieler (das sind eher unsere zwei 6er und an guten Tagen unser 10er, da von diesen oft der meiste Druck auf den Gegner aufgebaut wird und wir so zu Ballgewinnen kommen, wobei unsere Mannschaft leistungsmäßig ansich relativ homogen ist). Aber in den beschriebenen Spielsituationen (es ging in dem Zusammenhang ja um Spiele, in denen wir gegen die Topteams der Staffel tiefer stehen) sind sie eben unglaublich effektiv, da sie da dann auch den Raum haben.


    zum deiner Frage bezüglich dem Libero/Manndecker: Ich hab vor sechs Jahren mit dem aktiven Fussball aufgehört und dazwischen lediglich noch einmal zwecks Spielermangel ausgeholfen. War aber in der untersten Liga. Dh. so groß Mannschaftstaktik war da nicht. Ich selbst hab meistens Manndecker gespielt. Wobei das keine "klassische" Manndeckung war, dh. man hat den Stürmer nicht quer über die eigene Hälfte verfolgt. Da aber die gegnerischen Offensivspieler während dem Spiel nie groß rotierten, spielte man eigentlich immer den gleichen Gegenspieler. Man kann es vermutlich am ehesten als eine Mischung von Raum- und Manndeckung beschreiben (die zwei Manndecker haben den zentralen Weg zum Strafraum bewacht und dahinter hat der Libero rumgebrüllt und versucht, alles was durchging auszubügeln =) ). Ich fand das System selbst aber immer sch..... Dadurch, dass die Außenspieler einen so hohen Aktionsradius hatten sind sie oft nicht mehr rechtzeitig zurück und man war dementsprechend oft mit Unterzahlsituationen am eigenen Strafraum konfrontiert.


    personalityX: danke für den Tipp. Ich seh jetzt schon die Gesichter meiner Verteidiger vor mir wenn ich ihnen sag, dass sie das mit der gleichen Höhe der beiden Innenverteidiger wieder vergessen sollen :D

    "Daher fände ich es super, wenn Du dann und wann mal eine
    Wasserstandsmeldung abgibst, wie es so läuft bei Deiner Truppe. Was
    geklappt hat und was nicht.Geben und nehmen -)
    " Steini: werd ich machen


    "wie sollen da 6 Wochen Vorbereitung ausreichen?" guenter: schon klar, dass ich in 6 Wochen eine perfekte Umsetzung nicht hinbekomme (unabhäbgig von der Zeit fehlt mir für die totale Perfektion ja auch schlicht die Kenntnis). Aber meiner Meinung nach spricht nichts dagegen, trotzdem nach 6 Wochen Vorbereitung mit diesem System in eine Saison zu gehen. Man sieht ja dann im Laufe der Saison wo es noch nicht stimmt und wo es für die kurze Zeit schon relativ gut läuft. Während es wie gesagt bei hohen Bällen noch Probleme gibt , sind wir zum Beispiel auf der anderen Seite selbst ein bißchen überrascht gewesen, wie schnell das Verschieben im Mannschaftsverbund und auch in der Kette relativ gut geklappt hat.


    "2 schnelle Aussenstürmer. Da ist auch die Frage erlaubt, ob dieses System generell das richtige für diese Truppe ist." guenter: das versteh ich jetzt ehrlich gesagt nicht. Unabhängig von irgendeinem System sollten meine Aussenstürmer (bzw. eigentlich besser Aussenspieler) doch immer über eine gewisse Geschwindigkeit verfügen. Sonst schaff ich es doch gar nicht, aus dem raumverknappenden Verschieben heraus bei Ballgewinn schnell und effektiv (zwecks fehlenden Anspielstationen in den freien Räumen) in die Offensive umzuschalten.


    "Finde es nun aber nicht ideal, wenn jemand was Neues einführen will, das ihm selbst neu ist." guenter: klar ist es nicht ideal. Aber wäre es wirklich besser, wenn ich allen meinen Mannschaften nur dieses eine System beibringe, welches ich früher selbst gespielt habe?


    "Bei dieser neuzusammengestellten Mannschaft ist Pedro auch sicherlich nicht bekannt, welche Vorbereitung in E und D


    mit diesen Spielern durchgezogen wurde (1:1, Raum, Ball, Verschieben.).
    Dinge die gegeben sein sollten, wenn es in den gesamtmannschaftlichen
    Taktikbereich geht.
    " guenter: nö, dass ist mir nicht bekannt. Aber mir ist nicht klar, was deiner Meinung nach die richtige Alternative für mich gewesen wäre bzw. wie hätte ich den deiner Meinung nach mit dieser Mannschaft vorgehen sollen? Zumal. so blöd es nachdem durchlesen dieses Threads auch klingen mag, es eigentlich wirklich nicht schlecht funktioniert und wir in unserer Staffel (3. Liga von 5 im Ligensystem des Verbandes, also natürlich eher weit weg vom vielzitierten Leistungsbereich) gut dastehen.


    "Ich hoffe, es ist dir nun auch dank der Beiträge von Sir Alex und fak
    klar geworden, dass es nicht allein das Problem deines, Keepers ist,
    sondern der gesamten Mannschaft!
    " TW-Trainer: Ja, ist es mir. Insofern auch vieln Danke für deinen detailierten Trainingstipps.

    fak und Steini: danke für eure guten Trainingstipps. Werden da jetzt im Winter (können dank Kunstrasen zum Glück lange draußen bleiben bzw. früh wieder raus gehen) entsprechend den hier gegebenen Aufbautipps rangehen. Bin eigentlich auch ganz zuversichtlich. Denn bis auf die langen Bällen funktioniert es wirklich ganz ordentlich (auch wenn wir es in der Hinrundenvorbereitung auf Grund von Wissenslücken offensichtlich nicht komplett richtig eingeführt haben, wurde zumindest das vermittelte Spiel bereits nach wenigen Wochen relativ gut umgesetzt (zumindest aus unserer "Laiensicht" und inlusive unserer Trainerfehler 8) ). Dh. die Mannschaft müsste grundsätzlich durchaus in der Lage sein, die entsprechenden Vorgaben umzusetzen).


    guenter: es ist nicht so, dass wir uns als Trainer hingestellt haben und gesagt haben, so ab jetzt spielt ihr Viererkette. Wir haben die Mannschaft innerhalb der ca 6 Wochen Vorbereitung Schritt für Schritt daran rangeführt. Wir haben uns dabei an die Vorgehensweißen aus entsprechenden Büchern bzw. Netzquellen gehalten. Wie sich nun zeigt, haben wir auf Grund unserer mangelnden Vertrautheit wohl einen wichtigen Aspekt schlicht übersehen. Und natürlich war uns auch klar, dass das nicht sofort im ersten Punktspiel perfekt funktioniert.


    Ich hab übrigens auch nie geschrieben, dass wir alleine dem Torwart die Schuld geben (davon mal abgesehen, dass wir das ihm nie so direkt sagen würden), sondern das die gefährlichen Situationen aus dem Zusammenwirken eines nur eingeschränkt mitspielenden Torwartes und einer sich nicht rechtzeitig fallen lassenden Kette resultieren (siehe erster Eingangspost). Und für dafür hab ich inzwischen auch die von mir erhofften Anmerkungen bekommen (danke nochmal an alle :thumbup: ).

    Pedro
    Ist das jüngerer oder älterer Jahrgang ?
    Wie lange spielen die einzelnen Mannschaftsteile schon zusammen ?
    Wie ist Deine Mannschaftstaktik ? Aus der Beschreibung heraus hört es sich ( "vom Gegner kommen schnell lange Bälle" ) für mich fast nach Angriffspressing an, also insgesamt hoch stehender Mannschaftsverbund.

    Die Mannschaft ist von den Jahrgängen her gemischt. Wir haben zwar zwei C-Mannschaften, aber diese sind nicht nach Jahrgängen aufgeteilt. Von der letztjährigen C1sind noch zwei Spieler da. Der Rest kommt aus der letztjährigen C2 bzw D1 und einer D2 (wir haben die Mannschaften zusammen mit dem C2-Trainer nach den Eindrücken der ersten Vorbereitungswochen eingeteilt). Der Großteil ist aber junger Jahrgang und kommt aus der letztjährigen D1. Wobei die einzelnen Mannschaftsteile so noch nicht zusammengespielt haben. Kommt auch daher, dass wir ab der C-Jugend in einer Spielgemeinschaft spielen, dh. es kommen zusätzlich zu den oben aufgeführten Spielern noch Spieler aus der D-Jugend des Kooperationspartners dazu.



    In der Regel stehen wir wirklich sehr hoch und versuchen, durch den engen Raum den Ball bereits im vorderen Mitteldrittel zu holen. Funktioniert meistens auch wirklich gut und die Gegner kommen selten gefährlich vor unser Tor (bis eben auf die beschriebenen hohen Bälle). Lediglich gegen die drei Topmannschaften in unserer Staffel ziehen wir die Mannschaft weiter zurück, versuchen den Raum zwischen 16er und Mittellinie zu besetzen und bei Ballgewinn über unsere schnellen Außen zu kontern.

    Allgemein: Wenn er sich nicht aus dem 5er raustraut, wo steht er dann bitte? Normalerweose sollte er in so einer Situation in der lange Bälle durchkommen minimum am 11erpubkt stehen

    Er steht in der Regel schon ein paar Meter vor dem 5er. Wobei der 11erpunkt wirklich das Maximum ist und er eher in der Nähe des 5ers bleibt. Ich wollte nur das Problem deutlich machen und hab daher ein bißchen übertrieben. Aber irgendwie hat er da wirklich ne Blockade im Kopf. Werden da auf jeden Fall jetzt dann im Winter dran gehen.

    Die Beschreibung des letzten Teils des Bewegungsablaufs beim 1 gegen 1 aus großer Distanz ist von TRPietro zwar dann korrekt beschrieben, wenn der Gegner aus zentraler Position angreift, aber mir scheint es leider nicht die einzige Lösung deines Problems zu sein.

    Eigentlich sind diese Angriffe aus dieser zentralen Position bzw. die langen Bälle zentral in unser Drittel das Problem. Bei langen Bällen auf die Aussen schaffen es die Spieler so gut wie immer, durch den geraden Laufweg den zentralen Raum vor dem Tor noch rechtzeitig zu besetzen.


    Hier muß ich Günter beipflichten, dass es sich zunächst einmal um einen typischen Anfängerfehler einer "Kette" handelt, die zu hoch (an der Mittellinie) steht. Bei Ballgewinn kann sofort ein langer Pass über oder zwischen die weit aufgerückte und im großen Abstand untereinander stehende Kette gespielt werden. Gleichzeitig können die gegernischen Angreifer Thempo aufnehmen und so allein vor dem Torwart auftauchen. Damit die Kette nicht in die Situation gelangt, keinen Druck auf den Ball ausüben zu können, weil man mit dem Gesicht zum eigenen verteidigen muß, ist es wichtig, dass die zentalen Abwehrspieler auch einem langen oder hohen Ball entgegen gehen können. Deshalb ist ihre korrekte Position bei eigenem Ballbesitzt am oder im gegnerischen 16-er an der Mittelkreislinie der eigenen Hälfte und nicht an der Mittellinie.

    Wie ich es ja auch geschrieben habe, bin ich in Bezug auf die Viererkette leider wirklich ein Anfänger. Ich selbst hab als Spieler leider immer nur im System mit Manndecker und Libero gespielt. Von daher bin ich auch über jeden Tipp dankbar und wenn ich an die betreffenden Spielsituationen denke, wären diese sicher nicht so gefährlich geworden, wenn die beiden Innenverteidiger, wie von dir beschrieben, tiefer gestanden wären. Werd ich im nächsten Training gleich mal ansprechen.


    Ein weiteres Anfängerproblem findet man, wenn sich die Kette nicht bei gegnerischem Ballgewinn fallen läßt, sondern einzelne Spieler dem Gegner entgegen laufen, sodass eine gegenseitige, überlappende Absicherung nicht mehr möglich ist, sondern ein freier Raum entsteht, der vom Gegner besetzt werden kann. Wenn`s aber in einzelnen Fälllen gut geht, wird dieser Spieler vom Trainer mit "gut aufgepasst" gelobt, obwohl es sich hierbei um einen taktischen Fehler handelt. Was nützt ihm auch ein scheller Ballgewinn in der gegnersichen Hälfte, solange noch genügend Gegner hinter dem Ball stehen und das Leder gleich beim nächsten Paß wieder weg ist?

    Das Problem besteht zum Glück nicht


    Die Rolle des Torwarts bei falscher Mannschaftstaktik ist relativ gering! Denn er muß nicht nur den Bockmist seiner Vorderleute, sondern auch noch die groben taktischen Schnitzer seines Trainers ausbügeln. Das ist wohl ein bißchen viel verlangt von einem 13 - 14 jährigen Kind oder?

    Wir machen unserem Torwart diesbezüglich auch keine große Vorwürfe. Er hat uns schon mehrfach Punkte gerettet und schafft es auch in den eingangs beschreibenen Situationen meistens, dass er so steht bzw. in den Ball geht, dass er den Ball hat oder angeschossen wird. Wir haben in jetzt neun Spielen auch erst ca drei Gegentore durch entsprechende Spielsituationen bekommen. Aber draußen rutscht einem halt immer das Herz in die Hose. Vor allem, weil er halt bei vielen Bällen wirklich ohne Probleme noch rankommen würde, wenn er rechtzeitig starten würde. Aber meistens geht er zwei, drei Schritte entgegen um dann wieder zurückzuweichen (Man kann dann an seinen Bewegung fast seine Gedankengänge nachvollziehen). Was natürlich nichts dran ändert, dass wir die Situationen durch unsere falsche Instruierung der Kette provozieren.

    TRPietro und guenter: danke schonmal für die Tipps. Ich werde mal in der nächsten Trainersitzung fragen, ob uns da ein Kollege im Rahmen der Rückrundenvorbereitung behilflich sein kann. Kurzfristig werde ich im Training auf das letzte Spiel diese Woche vermutlich am Ende vom Training jeweils ein kurzes Spiel gegen die C2 machen lassen und dabei jeweils die Offensive der beiden Mannschaften austauschen um im "Abschlussspiel" möglichst viele solcher Situationen zu provozieren.

    Hallo zusammen,


    ich hab folgendes Problem: Unser Torwart (C-Jugend) ist auf der Linie wirklich gut und auch bei hohen Bällen relativ sicher. Aber er verlässt ungern seinen 5er. Dummerweiße spielen wir gleichzeitig mit einer relativ hochstehenden Viererkette, was eigentlich auch ganz gut funktioniert (wenig Platz für Gegner im Mittelfeld und viele Ballgewinne in diesem Raum). Da sie "spielerisch" schwer in unser Drittel kommen, schwenken sie immer relativ schnell auf hohe, lange Bälle um. Und hier beginnt dann auf der Bank immer das große Zittern, da unser Torwart nie rauskommt und unsere Verteidiger so immer in die Laufduelle zwingt. Da sich die Kette teilweiße immer noch zu spät fallen lässt, kommt es so immer wieder zu diesen 1:1 Laufduellen. Durch das späte fallen lassen ist dann auch eine Absicherung durch einen zweiten Verteidiger meist nicht mehr möglich.


    Meine Frage wäre nun, ob ihr eine Übungsform kennt, in der dieses rechtzeitige "fallen lassen" speziell trainiert wird (bei der Ballabgabe des Gegners ist es ja eigentlich schon zu spät, d.h die Verteidiger müssen ja eigentlich auch oft auf Verdacht zurückweichen, oder?). Oder wie könnten wir das "Problem" aus eurer Sicht sonst lösen? Ich muss leider zugegeben, dass meine theoretischen Kenntnisse hierzu lediglich angelesen und bei weitem nicht perfekt sind.


    Unsern Torwart bekomm ich glaub leider nicht so weit, dass er im richtigen Moment seinen 5er verlässt. Wüsste auch gar nicht, wie ich ihm das beibringen soll (klingt jetzt blöd, aber der richtige Moment ist doch eher so eine Gefühlssache, oder? Haben ihn mit unserem "du musst früher raus" schon so verunsichert, dass er im letzten Spiel durch einen komplett unnötigen "Ausflug" nen Elfer verursacht hat. Werd aber natürlich auch auf jeden Fall mal unseren TW-Trainer (bietet das Training eigentlich nur bis zur D an) dazu befragen).


    Und schonmal tschuldigung, falls es einen Tread mit dieser Fragestellung schon gibt.

    @uzunbacak:
    - ja, ich hab immer eine Liste geführt, wer wie oft gefahren ist bzw. die Trikots zum Waschen mitgenommen hat
    - du hast recht, "lustig" ist in dem Zusammenhang das falsche Wort. "Interessant" trifft es besser
    - dann tausche Däne durch Portugiese, Spanier, Italiener, Polen, Griechen, Vietnamesen etc. (alles Naionalitäten die in Deutschland einen signifikanten Anteil der Menschen mit Migrationshintergrund stellen) aus.
    - im Übrigen bestreitet doch niemand, dass es leider in unserer Gesellschaft immer noch ein großer Nachteil ist, einen türkisch/arabisch-klingenden Namen zu haben.
    - das mit dem katholischen war ein Witz, deswegen der Smiley
    - mit meinem Ausführungen zum MIgrationshintergrund wollte ich zeigen, dass der Begriff eigentlich ein rein technischer ohne Wertung ist und man sich daher schon fragen muss, warum er im Prinzip nur im Zusammenhang mit einer Gruppe und dann immer negativ besetzt genannt wird
    - zum Thema Schichtarbeit: es gibt auch Mütter, Oma und Opa, Geschwister....


    Im Übrigen kommt es bei diesem Thema immer zwangsläufig zu Pauschalisierungen (die Deutschen sind in der Regel so, die Türken so, die Polen so.......). Daher ist es meist auch problematisch, wenn man es wie hier über ein Forum diskutiert. Ich bin mir ziemlich sicher, dass wir, wenn wir uns gegenüber sitzten würden, die Probleme zusammen von beiden Seiten aus betrachten würden, relativ schnell einig wären.


    Denn gerade als Trainer, der in einer Stadt (deutlich unter 50.000 Einwohner) lebt, bei der man in jeder Jugendmannschaft einen hohen Anteil türkischer Kinder/Jugendlicher hat, bin ich doch der letzte, der hier innerhalb der Mannschaft eine Trennlinie ziehen möchte. In der täglichen Arbeit mit den Jungs klappt ja auch alles perfekt. Aber die Probleme beim Organisatorischen sind eben auch da.


    Und unser Haustier war über Jahre ein berreichernder Teil meines Lebens und von daher ist dieser Name quasi eine Reminiszenzs an ihn.

    Scheinbar hat Sonny doch recht. ein junger " Kollege" sucht hier RAT.
    Vielleicht teilweise etwas unglücklich formuliert.
    Folge:
    Ihm wird direkt oder indirekt Ausländerfeindlichkeit unterstellt.
    Die Kollegen aus dem ländlichen Raum, die urbane Zentren oder ihre Probleme aus den wenigen Einkaufsbummeln in der großen Stadt, oder der Bildzeitung kennen, geben völlig ahnungslose und teilweise realitätsferne Kommentare ab.

    Da ich das in einem meiner Kommentare in diesem Thread als meine Wohngegend beschreiben habe, schätze ich mal, dass du unter anderem mich mit "Kollegen aus dem ländlichen Raum" meinst.


    1.) Die Fragestellung von @16 stellte nicht nur auf ein dringendes Problem ab (die 3 Jungs sind ja schon weg), sondern ist auch grundsätzlicher Natur. Von daher ist Dorf oder Metropole insofern nicht unbedingt ein Ausschlusskriterium. Falls doch, wäre ich dafür, dass man in Zukunft vor den entsprechenden Thread einen Hinweis anbringt: "Achtung, für Dorftrottel nicht geeignet".


    2.) Ob du es glaubst oder nicht, bei uns auf dem Land bekommt man auch in fast jedem Laden die FAZ, NZZ etc. zumal ich fast darauf wetten würde, dass der Anteil der Bildleser in der Stadt größer ist. Aber trotzdem Danke schonmal für die Unterstellung der Bildungsferne.


    3.) Warum eigentlich "ahnungslos" und "realitätsfern". Ich wusste gar nicht, dass der Zusammenhalt innerhalb der Mannschaft auf dem Land immer automatisch zu 100% gegeben ist (Eingangsthema) und es dort nie zu Konflikten der oben bezeichneten Art kommt (vermutlich bist du wegen den idyllischen Bildern aus der Landlust ins ländliche gezogen). Den einzigen Punkt, den ich im Bezug auf die Stadt eventuell als "realitätsfern" einsehen würde, ist die Sache mit dem Fahren (auf dem Land gibts am Wochenende schlichtweg keinen ÖPNV),wo ich aber ja meinen ländlichen Wohnort auch dazu genannt habe. Ansonsten würde ich mich freuen, wenn du hier ein bißchen genauer sagen würdest, was du meinst.


    4.) Ich bin schon gespannt auf den Kommentar eines erfahrenen Großstädters.


    Viele Grüße

    @uzunbacak:


    - ich habe keinen Migrationshintergrund, unser Haustier hies Pedro


    - ich hatte bisher bis auf eine Außnahme immer Mannschaften, in denen der Großteil der Jungs einen Migrationshintergrund hatte und ich habe nie einen Unterschied zwischen den einzelnen Spielern gemacht. Bisher sind alle bestens mit mir ausgekommen und reden mich auch meistens jetzt nach Jahren noch freundlich an wenn man sich irgendwo trifft. Ich mach den Jungs ja auch gar keinen Vorwurf. Die können ja nichts dafür bzw. leiden im Gegensatz ja darunter, da sie ja selbst sehen, dass ihre Eltern nie zum Zuschauen etc. kommen und sie fragen meistens schon im Training vor dem Spiel, ob sie bei einem von uns Trainern mitfahren können, weil sie wissen, dass ihre Eltern eh nicht mitkommen.


    - lustig übrigens, dass bei Migrationshintergrund im Kontext mit etwas Negativen immer alle gleich von der gleichen Richtung ausgehen. Hab noch nie gehört, das jemand gesagt hat: Stimmt, diese dänischen Spieler sind bei mir auch ein Problem was die Organisation der Auswärtsfahrten angeht.... Klar gibt es überall entsprechende Eltern, aber es ist halt schon auffällig.


    - die Erfahrung von Chris hab ich übrigens auch schon oft gemacht. Von den Spieler mit diesem Migrationshintergrund wird auch von "den Deutschen" gesprochen, dh sie selbst sehen sich ja offensichtlich nicht also solche (auch wenn mir jetzt schon klar ist, dass dann das Argumet kommt, dass das nur so ist, weil sie es von der Gesellschaft so eingetrichtert bekommen). Aber mir als Trainer ist das doch egal. Ich möchte, dass sich alle Spieler wohlfühlen, Spaß haben und sich weiterentwickeln. Aber wenn es nunmal so ist, dass in dieser Gruppe die Bereitschaft der Eltern, sich am Hobby ihrer Kinder zu beteiligen auffällig niedriger ist als bei anderen Gruppen, dann versteh ich nicht, warum es so schlimm ist, dies auch so zu benennen.


    - den Verweis auf die Nationalspieler mit Migrationshintergrund finde ich dabei immer etwas unglücklich. Die entscheiden sich doch nicht für oder gegen Deutschland, wenn sie sich entscheiden, für Deutschland oder das Land ihrer Eltern aufzulaufen. In der Regel entscheiden sie sich für die bessere sportliche Perspektive (dh. wenn sie gut sind eher für Deutschland, England, Frankreich (als typische Länder mit einem hohen Migrationsanteil) ansonsten vielleicht eher für die Türkei, Albanien, Algerien etc., einfach auf grund der Einsatzchancen. Was ja auch nicht verwerflich ist). Das mit der Akzeptanz sehe ich, Leider!, auch anders. Mal abgesehen von irgendwelchen besoffenen Stammtischbrüdern (nach ein paar Bier ist Özil da trotz Weltmeistertitel auch kein "Deutscher" mehr) feiert sich doch der DFB selbst bei jeder Möglichkeit für die gute Intergration der Spieler mit Migrationshintergrund, dh. selbst dort werden sie nicht als "normale" Deutsche angesehen.


    - Polen, Italiener und Spanier sind in der Regel auch eher katholisch. Von daher könnte an deiner Vermutung ja was dran sein ;)


    - auch wenn du hier geboren wärst, deine Mutter "Naturdeutsche" wäre und dein Vater Österreicher und vor deiner Geburt nach Deutschland eingewandert hättest du einen "tatsächlichen" Migrationshintergrund.


    Die ganzen Vorurteile entstehen eh dadurch, dass man Probleme in diesem Bereich nicht offen ansprechen kann. Oder glaubst du, die anderen Eltern reden nicht miteinander darüber, dass immer die gleichen fahren und das dort eine Gruppe augenscheinlich meistens fehlt?


    Edit: Ich möchte keineswegs alle Migranten pauschal oder dich persönlich angreifen oder beleidigen. Ich wollte eigentlich nur sagen, dass ich aus meiner eigenen Erfahrung das Problem von @16 zu einem gewissen Teil nachvollziehen kann.

    Pedro87:


    Was ich eigentlich sagen wollte, ist, dass im Vorfeld viel zu wenig miteinander kommuniziert wird. Kinder werden aufgenommen, Beitrag kassiert und hinterher werden von den Eltern zusätzlich Dinge wie Kuchen backen, Fahrdienste etc. verlangt. Kann man ja vereinbaren, aber dann bitte im Vorfeld, damit jeder weiß, auf was er sich einlässt.
    Beispielsweise kannst du aber auch niemanden verpflichten, Fahrdienste zu leisten. Du kannst eher verlangen, dass die Kinder sich jeweils am Spielort treffen. Dann ist es Sache der Eltern, ihre Kinder dorthin zu bringen bzw. Fahrdienste zu organisieren, falls sie ihr Kind nicht fahren können. Fremde Kinder für den Verein zu Spielen fahren, - würde ich auch nicht machen. Ausnahme sind persönliche Absprachen mit Eltern, die auch meine Kinder mitnehmen.

    Hm, ehrlich gesagt wird es bei allen Vereinen in unserer Gegend (ländliches Württemberg), soweit ich weiß, so gemacht, dass sich die Eltern mit Fahren abwechseln, man in der Woche vor dem Spiel abklärt welche Eltern dieses mal fahren und man dann am Treffpunkt die Spieler auf die Autos aufteilt. Das läuft eigentlich ab den Bambinis so. Bisher gab es da eigentlich keine Probleme (ich glaube, wenn ich dass ab sofort so regeln wurde, dass jeder direkt zum Ort des Auswärtsspieles muss und Fahrgemeinschaften zwischen den Eltern abgeklärt werden sollen, würden mir die meisten Eltern den Vorschlag als viel zu umständlich um die Ohren hauen). Abgesehen davon, kann doch niemand erwarten, dass ich mein Kind für ein paar Euro (ich glaub höher wie 50 Euro ist der Jahresbeitrag bei uns nicht, wenn überhaupt) bei einem Verein anmelde und ich damit komplett raus bin und der Verein mein Kind 10 Stunden die Woche bespasst und auch noch deren Transfer zu den Auswärtsspielen organisiert. Zumindest bei uns läuft der Fahr-oder Kuchendienst unter stillschweigend mitvereinbartes Gewohnheitsrecht =) .


    Problematisch wird es immer nur dann, wenn in einer Mannschaft (so wie bei @16) proportional viele Jungs mit einem bestimmten Migrationshintergrund dabei sind. Denn deren Eltern fühlen sich größtenteils (ist zumindest meine Erfahrung nach 4 Jahren als Trainer von jeweils vier verschiedenen Jugendmannschaften) wirklich nicht an diese übliche Vorgehensweiße gebunden...... Was zum Glück aber meistens durch entsprechen engagierte Eltern ausgeglichen wird.

    Karl, die Eltern sind natürlich nicht verantworltich für die Fahrt in dem Sinne, dass sie organisieren müssen welche Eltern zu welchen Spielen fahren oder wann die Abfahrt ist etc. (deshalb "(mit-)verantwortlich). Aber sehr wohl dafür, dass (über die Saison verteilt) genügend Autos mit Fahrern für die jeweiligen Spiele zur Verfügung stehen, erst recht bei einem minderjährigen Trainer ohne Führerschein geschweige den eigenes Auto. Allen Eltern ist doch wohl klar, dass man für jedes Auswärtsspiel drei, vier Eltern braucht, die sich bereit erklären zu diesem zu fahren und insofern stehen sie in der Verantwortung, sich auch dementsprechend als Fahrer zur Verfügung zu stellen.


    Verantwortung daher nicht im Sinne für die Organisation der Fahrt sonder Verantwortung für die Ermöglichung dieser Organisation durch den Trainer

    @ 16: Du hast doch mal geschrieben, dass Ihr in eurer Jugend als Trainer zu dritt seid. Wie alt sind denn deine beiden Kollegen? Da man von dir als 16 jährigen vom Verein eigentlich nicht erwarten kann, eine Mannschaft mit dieser Zusammensetzung mit allem drum und dran zu managen, müsste zumindest einer der beiden anderen doch älter sein (Zumindest wurde das bei uns im Verein bei so einer Konstellation immer so gehandhabt). Dann könnte der ältere Kollege ja mal versuchen, mit den betreffenden Eltern Kontakt aufzunehmen

    Ich glaube ihr versteht die Situation nicht ganz.

    Damit hast du vermutlich recht. Die meisten sind wahrscheinlich (zumindest klingt es in den Antworten so raus) noch nicht in den "Genuss" gekommen, eine Mannschaft mit einer solchen Elternschaft zu trainieren.


    Was aber halt auch nicht bedeutet, dass du gar keinen Schritt auf die Eltern zugehen musst. Zumindest ein Anruf müsste schon drin sein.


    Ganz ehrlich, wenn sich nicht mehr genug Eltern für die Fahrt zu den Spielen finden würde sich für mich auch die Sinnfrage stellen!


    Und was können die Vereinsverantwortlichen für die Elternschaft der Spieler bzw. seit wann sind nicht mehr die Eltern (mit-)verantwortlich für die Fahrt zu den Spielen?

    guenter: du hast natürlich komplett recht. Was ich meinte ist, dass man es einem jungen Trainer schlecht vorwerfen kann, wenn er sich davon überfordert fühlt und sich auf den sportlichen Teil konzentriert (was du ja am Ende, zumindest in die Richtung, auch schreibst).


    Dein vorgeschlagenes Vorgehen, sich über die aktiven Eltern Informationen zu besorgen endet ab einem gewissen Punkt leider: nähmlich dann, wenn diese auf grund eines komplett anderen Milieus keinen Kontakt zu den betreffenden Eltern haben.