Beiträge von Leipiger

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    Das dargestellte österreichische Modell klingt für mich so auch am plausibelsten. Insbesondere U14-Spieler können teilweise körperlich noch auf dem Niveau von U12-Spielern sein. Sie sind vom großen Feld und den weiten Distanzen zeitweise echt überfordert. Ich denke auch, dass dies teilweise ein Grund für die hohe Abbruchquote im C-Bereich ist.

    Die Altersklasse U19 erachte ich vielerorts auch als nicht mehr zeitgemäß. Viele der älteren A-Jugendlichen sind spätestens im U19-Alter nicht mehr dabei, bedingt durch Arbeit/Studium oder weil sie häufig bereits im Männerbereich unterwegs sind. In einigen Bundesländern (leider nicht in allen) kann man ja bereits mit 17 Jahren Männer spielen, dann erledigt sich die Meldung einer A-Jugend meist ohnehin. Wir haben intern bereits eine U18 gebildet und dafür auf die Meldung einer B verzichtet. Hier spielen insgesamt 3 Jahrgänge, was für die jüngsten im ersten Jahr teilweise hart ist, im zweiten Jahr fällt es aber meist gar nicht mehr auf.

    Vielleicht ganz passend zum Thema. Ich habe seit Beginn dieser Saison nach 2-jähriger Abstinenz auch wieder eine C-Jugend übernommen (unterste Spielklasse, sehr großes Niveaugefälle, 23 Kinder). Nachdem ich zuvor im gehobenen Leistungsbereich tätig war, war die Umstellung für mich am Anfang enorm.


    Die ersten Trainingseinheiten ging ich noch sehr enthusiastisch mit verschiedenen Formen zum Thema Kettenverhalten und Spielaufbau ran, mit sehr mäßigem Erfolg. Mittlerweile besinnen wir uns absolut auf die Basics, Technik und individuelle Taktik. Die gruppentaktischen Grundlagen für das Großfeld (ballorientiertes Verteidigen, Grundpositionen im Spielaufbau…) erläutern wir meist im Vorfeld der Spiele. Hier sind die Kids deutlich aufnahmefähiger als im Training.


    Im Training trennen wir die Gruppe im Hauptteil nach Leistungsniveau und halten die Gruppen möglichst klein. Es wurde schnell deutlich, dass bei Gruppengrößen >10 Spieler extreme Unruhe einkehrt und aufgrund des hohen Leistungsgefälles niemandem so recht geholfen ist. Mit kleinen und homogeneren Gruppen läuft es deutlich besser, dabei arbeiten wir nahezu ausschließlich mit kleinen Spielformen und "dynamischen" Übungen mit nahezu keinen Standzeiten. Die Übungen passen wir auch je nach Niveau der Gruppe an, so haben die "Besseren" teils andere Feldgrößen oder gewisse Beschränkungen, bzw. liegt der Fokus stärker auf taktischen Themen, während bei der anderen Gruppe die Technik im Vordergrund steht.


    Ich glaube, dass es teilweise wenig abhängig von der Altersklasse, mehr vom Niveau und der Auffassungsgabe der Jungs und Mädchen abhängig ist, was man ab wann in welcher Tiefe trainieren kann/sollte. Ich habe mit C-Junioren in einem größeren Verein auf höherem Niveau ganz klar anders trainiert/trainieren können als jetzt.