Liebe Leute ,
die Diskussion ,die hier entfacht ist , läßt mich natürlich nicht kalt . Ich möchte dazu noch was "sagen " ,evtl erklären oder klarstellen .
Ja , sicher ist das Stützpunkttraining ein zusätzliches Angebot . Aber eben ein besseres ,bzw den Wunschvorstellungen von Max näherliegend.
Er nimmt niemanden was weg. Er hat sich diesen Platz bis jetzt hart erarbeitet . Er hat in den 2 Jahren 1 mal gefehlt -und das nur , weil er krank war !
Er stand im Schnitt 5-6 mal die Woche auf irgendwelchen Fußballplätzen.
Max mag das Stützpunktraining und fühlt sich dort wohl . Warum soll ich ihm das wegnehmen ?
Würdet ihr , wäret ihr auf Max'Stelle ,euch das Beste, was euch Spaß macht und wo ihr euch wohl fühlt nehmen lassen ???
Mit Rosinenrauspicken hat das nichts zu tun !
Max ist z.Z. überfordert aber er brachte bis jetzt immer gute Leistungen , sowohl im STP wie im Verein .
Die Voraussetzungen sind aus meiner Sicht:
- aktiver Vereinsspieler
- überdurchschnittliches Leistungsvermögen
- bereit für den zusätzlichen Aufwand
Die sind hier doch gegeben .
Aber findet ihr es in Ordnung , dass Max immer spielen muß ? Jede Woche 5 bis 6 mal auf dem Platz steht und andere Jungs nicht spielen ???
Darf Max nicht müde sein ? Oder ,weil er eben so gut spielt ,wird er "ausgepresst "wie eine Zitrone bis er nicht mehr kann ,und dann, weil er die Vorrausetzungen nicht mehr erfüllen kann und will , fallengelassen , bzw. durch "Frischfleisch" ersetzt ?!
Ist das , das übliche Vorgehen im Leistungssport?
Und von mangelnden Ehrgeiz kann hier doch keine Rede sein ! Er wird immer nominiert und spielt gut . Natürlich möchte auch er gewinnen , aber wenn das nicht der Fall ist , dann ist es für ihn kein Weltuntergang , sondern einfach nur ein verlorenes Spiel .
Ich halte es für fatal, dem Jungen jetzt mit dem Verweis auf irgenwelche Prinzipien vom Stützpunkt auszuschließen. Aus meiner Sicht der beste Weg, um den Jungen komplett für den Fussball zu verlieren. Der Vereinstrainer ist da kompromissbereiter, das finde ich gut .
Danke , genau so ist es .
Mein Ziel wäre es, dem Jungen den Spaß am Fussball zurück zu geben. Offenbar hat er Spaß am Stützpunkttraining, aber weniger Spaß am Vereinstraining. Daher finde ich es optimal, das Vereinstraining zu reduzieren und dafür das STP-Training beizubehalten. Dass der Junge einem anderen "den Platz wegnimmt", kann ich nicht finden. Er hat sich den Platz verdient. Wenn ein anderer besser ist oder wird, dann verliert er den Platz wieder.
zaehlt denn fuer den stuetzpunkt die aufgebrachte zeit oder die leistung ? ich finde die loesung fuer eine begrenzte zeit optimal .
Sehe ich genauso .
Ich sehe es wie Don Quijote: es ist nicht so, dass Max Fußball keinen Spaß mehr macht, er macht ihm aber in seinem Verein nur noch wenig Spaß. Und da empfinde ich es auch als den völlig falschen Ansatz, von ihm zu verlangen, auf das Stützpunkittraining, das ihm Spaß macht und das ihm und allen Anderen, die es sehen wollen, aufzeigt, unter welchen Bedingungen er eben mit Freude (und wohl auch guten Leistungen) dem Sport nachgehen kann. Auf die Formulierung, es sei ihm alles zu viel (oder so ähnlich) würde ich nicht so viel geben, was soll er denn schon sagen? Kaum einer meiner U12-Spieler wäre in der Lage, angemessen und korrekt über sein Seelenleben zu reflektieren, schon gar nicht es Anderen mitzuteilen.
dito ,
danke .
es ist sicher auch keine Dauerlösung. Aber so wie angesprochen für eine Übergangszeit von ein paar Monaten halte ich das für optimal, um Max vorerst das Tor möglichst weit offen zu halten. Wenn er in 6 Monaten sagt "ok, ich bin mir sicher", dann ist das eine neue Situation.
Genau , die Zeit ist doch begrenzt , ich sehe es als Chance für Max sich wieder zu fangen und zu überlegen , wie es denn weiter gehen soll .
Und mal ganz ehrlich , wenn man ihm nicht entgegen gekommen wäre , dann hätte er das Handtuch geschmissen !
Eigentlich eine ziemlich gesunde Reaktion seinerseits.
Die Reaktion "Chillen" als Alternative zum Fussball auch nicht wortwörtlich, sondern sinngemäß zu sehen. Sie bedeutet in diesem Zusammenhang m.E. nichts anderes, als das man nicht mehr gewillt ist, in genau dieser Art weiterhin mit diesen Trainern gemeinsam Fussball zu trainieren, weil der Spaß zu sehr auf der Strecke bleibt.
Danke , danke , danke ! TW-Trainer
Manchmal kommt der Spaß ja auch beim Spiel. Talente brauchen Raum zur Kreativität. Wird sie durch "Trainingsdrill und Gewinnen müssen" genommmen, dann bleibt ein Goldener Käfig zurück. Selbst wenn er aus Gold ist, es bleibt aber ein Käfig, wenn sich das Kind darin gefangen sieht!
Hut ab und Danke .
Es gibt da doch den netten Spruch davon, dass das Gras auch dann nicht schneller wächst, wenn man daran zieht. Mir fiel dazu gerade ein, dass man tatsächlich das Gegenteil von dem erreicht, was man will, wenn man (zu sehr) am Gras zieht: man reißt die Halme ab oder zieht sogar die Wurzel mit aus. Ich möchte hier nicht überdramatisieren, aber schon darauf hinweisen, dass mit dem Übertritt vom Kinder- in den Jugendfußball nicht auf einmal alle Hebel voll umgelegt werden können und von Spielern, die noch ähnlich viel Kind wie Jugendlicher sind, nicht erwartet werden kann und darf, dass sie sich verhalten, als wären sie vier Jahre älter.
Gut geschrieben , sehe ich genauso und kann bestättigen .
Zitat von »guenter« einige bringen das auf, viele andere nicht. insbesonders in der Altersstufe über die wir jetzt reden, und der konkrete Fall hier ist ein Indiz dafür, streiken da einfach, führen oft auch Gründe auf, die nur vorgeschoben sind. oft der erste Widerspruch zum Leistungsdenken der Trainer und vor allem ihrer Eltern.
Aber haben die Kinder, und das sind sie ja, wie ich meine, zu einem großen Teil noch, damit nicht auch Recht? Kann es nicht auch sein, dass sie die falschen Gründe, die sie nennen, teilweise nicht vorschieben, sondern sie selbst einfach noch nicht begreifen und formulieren können? Verstehen Pubertierene denn ihre Probleme selbst? Natürlich darf man sie nicht in Watte packen und ihnen alles durchgehen lassen, sie müssen sich ja reiben und man muss da auch Grenzen setzen und Forderungen stellen, keine Frage. Aber die Forderungen müssen erreichbar (und zumutbar) sein, die Grenzen müssen nach und nach auch etwas gelockert werden. Und im vorliegenden Fall liegt für mich der Verdacht nahe, dass die Vereinstrainer es mit den Forderungen übertreiben.
So , ich danke euch allen , die ihr zu dieser ,wie ich meine ,sehr guten Disskussion beigetragen habt .
Ich sehe jetzt einiges deutlich klarer als vor einem Monat !
Ich erhoffe mir für Max , dass er wieder deutlich mehr Freude bei seinem Spiel hat und den nötigen Ehrgeiz zeigt .
Wenn er aber in dem nächsten halben Jahr dann tatsächlich aufhören oder den Verein wechseln möchte ,so wird das eben so gemacht , wie ER es will und nicht wie andere es von ihm erwarten .
L.G.
Frühlingsonne
