Beiträge von provinzler

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    trotzdem glaub ich, dass die Entwicklung des Einzelnen, im Gegensatz zur Mannschaft, überschätzt wird.


    gg.

    Bezogen auf den Fußball sicherlich. Wenn ich aber die Persönlichkeitsentwicklung hernehme, bin ich an diesen vielfältigen Aufgaben schon sehr gewachsen, in einer Phase (Frühpubertät) wo man seiner selbst sehr unsicher ist habe ich an Selbstvertrauen und auch an Fertigkeiten massiv dazugewonnen. Bei welcher Gelegenheit hat man mit 13 schon mal die Gelegenheit echte Führungsaufgaben zu übernehmen, inklusive der damit verbundenen Verantwortung, wenn die Entscheidung falsch war (Verantwortung gegenüber den Mitspielern)? Oder auch das mit dem Deeskalieren oder auch mal einen (oft zu Recht) verärgerten Schiri zu besänftigen. Wir hatten wie gesagt ein paar Heißsporne, die schon mal ein bisschen zu hart in Zweikämpfe gingen(weil sie den Ball unbedingt haben wollten), und sich über jeden gegnerischen Einwurf ärgerten.
    Aber auch andre haben in ihrer Persönlichkeit in diesem Jahr große Fortschritte gemacht.

    Ich finde deine Antwort sehr gut, und bringe meine eigene Fußball"karriere" noch mal als Beispiel an.
    Ich hab mich in der E angemeldet und erstmal kein Land gesehen, einer Jüngsten (mit 9), nicht besonders sportlich (wenn auch alles andre als dick) und mit Schwächen in der Motorik. Ein gewisses Problem, das mein Vater aus irgendeinem Grund mit Fußball hat, verhinderte auch die Anwesenheit in diversen Trainings (zu Spielen durfte ich merkwürdigerweise aber immer). Wegen dieser Abwesenheit durfte ich kaum spielen (weil die Zahl der Spieler aufm Spielberichtsbogen überschritten wurde) und bin nach der Sommerpause einfach nicht mehr hingegangen. Fußball gespielt habe ich aber weiterhin, im Pausenhof, aufm Bolzplatz usw. und zwar in heterogenen Altersgruppen meist mit deutlich älteren Kindern/Jugendlichen (so 14-16). Für die war ich wohl so ne Art Maskottchen, aber in der Zeit habe ich wahnsinnig viel gelernt. Gute drei Jahre später wechselten die besten Spieler meiner Altersklasse zum Nachbarverein (mit dem ab der C ein SG bestand). Übrig blieb ein nicht allzu starker Kader mit 12 Leuten, der fast ausschließlich aus Leuten bestand, der in der 2. Jahreshälfte des jüngeren Jahrgangs geboren waren. Körperlich völlig unterlegen kassierte diese Mannschaft im Herbst letztlich 92 Tore in 9 Spielen. Einer aus der Mannschaft, der an der gleichen Schule war, wenn auch einige Klassen drunter (ich war zwei Jahre älter und hatte eine verkürzte Grundschulzeit), hat mich dann gedrängt doch wieder einzusteigen. Ende der C (also mit 15) bin ich dann (auch weil ich auf die Auseinandersetzungen mit meinem Vater keinen Bock mehr hatte) aus dem organisierten Fußball ausgestiegen und hab die Sportart gewechselt (Tanzkurs, später auch Formation).
    Besagter Trainer in der D war allerdings der mit Abstand beste, den ich je hatte. Der hat jeden im Rahmen der jeweiligen Fähigkeiten gefordert. Der hat mir Aufgaben aufgehalst, die man sonst nem D-Spieler eher nicht überlässt. Wobei ich im Notfall immer auf seine Unterstützung zählen konnte. So baute er in den Spielen etwa auf meine schon damals vorhandene Eloquenz für Gespräche mit den Schiedsrichtern (obwohl ich, weil während der Saison eingestiegen nicht Kapitän war). Ich war zuständig unsere Heißsporne einzubremsen und deeskalierend zu wirken. Während andre eher klare Anweisungen bekamen ("bleib am Flügel draußen"), lief das bei mir eher so (hinweisende Frage "was hältst du von dem LV?" meine Analyse "Der is nicht allzu schnell" Feedback "Seh ich auch so"), worauf ich dann im Spiel versuchte das zu nutzen (und dafür schon mal die Außenstürmer veranlasste die Seiten zu tauschen). Der Erfolg gab ihm Recht. Damit meine ich einerseits das Sportliche (2. der Rückrundentabelle), aber auch die individuelle Weiterentwicklung. Ich lernte Führungsverhalten und letzlich Mitarbeiterführung und das Tragen von (für dieses Alter) großer Verantwortung, andere lernten unter ihm ihre Stärken zu nutzen um ihre Schwächen zu kompensieren. Der vorhin schon angesprochene ehemalige Vorstopper bekam von ihm nach jedem Spiel ein Extralob, für die gestopften Löcher, mit denen er meine läuferischen Defizite kompensierte (speziell bei hohen Temperaturen), was auch für mich wieder eine Extralektion in punkto Menschenführung bedeutete und für das Selbstbewusstsein dieses Spielers sehr förderlich war. Wir waren sicherlich keine allzu guten Einzelspieler aber in der Konstellation eine ganz ordentliche Mannschaft. Und daran hatte dieser Trainer einen ganz erheblichen Anteil. Ich hab eine ganze Menge fürs Leben gelernt in dieser Zeit. Und dafür bin ich dankbar...
    Dieser Trainer hat auch nur sehr selten Spieler verloren. Ich weiß genau einen, da sind die Eltern weggezogen. Aber die allermeisten aus dieser Mannschaft haben unter neuen Trainer dann relativ schnell aufgehört. Von den 13 oder 14 Leuten die wir waren, waren zwei Jahre später in der C noch 8 oder 9 übrig in der B spielten dann noch 3 im Herrenbereich nur noch einer. Was mich angeht, so hätte ich vermutlich weitergespielt, wenn er unser B-Trainer geworden wäre (wir hatten auch schon in der C nen andren). Er hörte allerdings nach der Saison mit uns in der D auf, angeblich wegen Knatsch mit dem Vereinsvorstand. Der Mann hatte übrigens weder Trainerschein noch pädagogische "Ausbildung", sondern ist im richtigen Leben einfacher Sachbearbeiter.

    darum plädiere ich in den Schulen auch auf 2 Jahre länger Schule für ALLE, Grundschule bis zu 6. Klasse und nicht länger als bis 12.30 Uhr. Und weiter führende Schulen nicht länger als bis 13.30 Uhr.
    Und schon könnten Kinder wieder Kinder sein

    Dann wär ich wohl heute in der Klappse. Ehrlich man tut den Kindern nicht unbedingt was Gutes, wenn man sie zulange in denselben Klassen lässt. Ich hab mich mal kurz nachm Abitur mit einem ehemaligen Mitschüler aus der Grundschule unterhalten, der mich und noch ein paar andre, die gut waren unglaublich terrorisiert hat und hat mir erzählt wie heilfroh er war, als wir endlich weg waren. Der hat gebüffelt ohne Ende um dann mit ansehen zu müssen, wie unsereins das alles so nebenbei aus dem Ärmel schüttelte. Gleichzeitig lautete die Subbotschaft egalitaristischer Pädagogen immer, er könne das auch er müsse nur mehr tun. Seinen Frust bekamen wir täglich zu spüren. Kinder sind verschieden und das sollte sich endlich auch die Pädagogik eingestehen.Um den Irrsinn zu verstehen, stell dir einfach mal vor, man würde alle Leute zwingen eine Einheitsschuhgröße zu tragen, die für das Bevölkerungsmittel passt. Sind die intellektuellen Füße zu groß, möchte man schreien vor Schmerz, sind sie zu klein, schlapft man in zu großen Latschen ziemlich tollpatschig durch die Gegend. Und das ganze in Zukunft nicht mehr nur bis 12 oder 1, sondern bis 4 Uhr nachmittags. Ich will gar nicht versuchen, mir auszumalen, wo ich dann gelandet wäre (und ich hab eh nur drei Jahre Grundschule). Ich hatte da ich nie was für die Schule tun musste (bis zum Abi nicht) immer viel Zeit für alles mögliche (Musikinstrumente, Sprachkurse, Mathewettbewerbe, Fußballverein, Tanzschule, und vor allem Bücher, Bücher und nochmal Bücher). Ohne diesen Ausgleich zum vormittäglichen Aufenthalt in der staatlichen Unterrichtsvollzugsanstalt, wäre ich wohl wirklich irgendwann Amok gelaufen...).
    Man hatte das übrigens schon mal gar nichts so schlecht geregelt. Für die große Maße die Volksschule, für ein paar wenige gabs das Gymnasien bzw. Oberrealschulen (die dann eher mathematisch technisch waren), und am andren Ende die Sonderschule. Das ging solange gut bis man anfing, jeden der Ende der 4. seinen Namen richtig schreiben konnte, aufs Gymnasium zu schicken.

    Ich kann ja wieder mal nur meine Spielerperspektive schildern. Aber ich brauchte um mich anzustrengen irgendeinen Wettkampfcharakter der Übung. Reine Technik- oder Koordinationsübungen, so wichtig sie fraglos waren, fand ich eher öd und hab sie dementsprechend "letscherd" absolviert. Ich mochte z.B.die 1:1-Tuniere auf einem kleinen Feld. Aber auch beim Laufen, allein klappt das bei mir bis heute nie. Ich brauche immer jemanden, der am Besten so 10-15% besser ist als ich als Ansporn. Bei mehr wirds frustrierend, bei weniger, wieder langweilig und dann lass ichs doch wieder schleifen/bleiben. Vielleicht lassen sich ja manche ÜBungen umgestalten, dass sie mehr Wettkampfcharakter haben. Könnte mir vorstellen, dass das zumindestens bei einigen mehr rauskitzelt.
    Was natürlich auch noch dazukommt, ist dass es sich altersmäßig um eine Phase in der sich viele Dinge ändern. Die SChule(Gym oder Hauptschule), damit auch das Umfeld, die Interessen (Mädels). Da kann zwischendurch ein einzelnes Hobby (ich kenne das auch aus der Musik) schon malzwischenzeitlich eher hintenanstehen. Ich denke diesen Effekt wird man nicht ganz ausschalten können.
    Manche entwickeln deshalb beim FUßball mehr Ehrgeiz, weil es das einzige ist, was ihnen soziale Anerkennung verschafft (Schul"versager", Migrantenkinder etc.), andre haben auch anderweitig Erfolge und "brauchen" den FUßball daher nur als körperlichen Ausgleich.
    Jedes Kind ist ein bisschen anders, deshalb gibts aus meiner Sicht kein "Patentrezept".

    könnte sein.


    sollte das wirklich daran liegen, dass wir jahrelang in den Pausen mit einem Tennisball auf begrenzten Raum gespielt haben?
    sollte vielleicht mal wissenschaftlich untersucht werden.


    gg

    Was mich persönlich angeht, denke ich schon, dass mir das viel gebracht, auch wenn wir mit kleinen Plastikbällen gespielt haben. Aber grade so reaktionstypische Dinge, wie den Fuß doch im letzten Moment an den Ball bringen und sich damit am Gegner irgendwie vorbeiwurschteln, sind die Dinge die ich heute noch kann. Wenn man gegen ältere körperlich überlegene Spieler antritt (in meinem Fall bis zu 4 Jahre älter), dann muss man in bestimmten Situationen schneller reagieren um was zu reißen. Man muss schneller schalten als der Gegner um beispielsweise ein Abstaubertor zu erzielen. Ich kann mich an eine Begebenheit erinnern wo ich als 11.jähriger mit einer Clique C/B-Jugendspieler auf einem Kleinfeld mitgespielt habe aufm Bolzplatz. (Durfte eh nur mitspielen weil sie ungrade waren). Mannschaften ungefähr gleichstark, teils ganz gute FUßballer, Spiel endete 1:0. Erzielt von mir in einer Art und Weise die Gerd Müller alle Ehre gemacht hätte (Gewusel vorm Tor, ich schalte am schnellsten, bring irgendwie den Fuß dran und der Ball kullert ins Tor). Sehr viel mehr als dieses Tor hab ich zu dem Spiel aber dann auch nicht beigetragen. Schade eigentlich, dass ich im Verein nur ganz selten im Sturmzentrum spielen durfte (meistens wurde ich im Mittelfeld gebraucht, oder als Notnagel auf links). Aber auch fürs MIttelfeldspiel wars hilfreich. Ball abschirmen, Pass anbringen, sowas hab ich aufm Pausenhof gelernt. Deshalb bin ich absolut dafür viel länger aufm Kleinfeld zu spielen.

    Ich kenne die Geschichte rund um VW mit den Sponsorenverträgen der Zulieferer. Bei Hopp aber ist es so, dass er nichtmal der größte Aktionär von SAP ist, wenn auch ein wichtiger, und ob Hasso Plattner sein Hobby teilt, ist die Frage.
    Gerade bei Abramovich glaube ich hat sein Engagement noch eine andre Funktion. Ich halte es nicht für Zufall, dass er das machte kurz nachdem Chodorkowski interniert und enteignet wurde. Seine öffentliche Popularität und Bekanntheit bietet ihm einen gewissen Schutz.
    Generell gilt aber, dass erst das Interesse da sein muss und dann das Geld kommt. Das war beim Herrenfußball auch nicht anders. Und solange selbst bei einer WM trotz großzüger Freikartenaktionen selbst Kleinstadien halb leer bleiben, braucht man sich nicht über mangelndes Geld zu beklagen, sondern sollte erstmal was für die Attraktivität des "Produkts" tun.
    Wenn jemand für dieses Geld privates Geld investieren möchte, wobei ich mit "privat" hier "nicht-staatlich" meine, also auch Vereine die sich zur Quersubventionierung entscheiden, dann soll er das bitte tun. Aber jemandem, egal ob Privatmann, Firma oder Verein, vorzuwerfen selbiges NICHT zu tun.
    Und gerade die Zuschauerzahlen sind doch ein guter Indikator fürs INteresse. Bei jedem A-Jugend oder Ama-Derby sind in München ein vielfaches dessen an Zuschauer da, was die rote Damenmannschaft so anlockt. Der Stadtrat wollte die Damen mal ins Grünwalder verfrachten und die Zweitvertretungen dafür teilweise auf Bezirkssportanlagen ausweisen (aus "Emanzipationsgründen") und bekam von der Münchner Polizei gehörig eins auf den Deckel. Denen reicht die Erinnerung an vierstellige weißblaue "Auswärts"-Horden in EChing und Ampfing während der Bayernliga-Zeit in den 80ern.

    meine Reaktionszeit war meist einen Tick schneller als die meines Gegenspielers, ausserdem hatte ich das Glück, dass ich Situationen oft besser vorrausahnen konnte. (manche sagen dazu auch Spielverständnis)


    gg

    Müssten da nicht Spielformen auf engem Raum sehr förderlich sein ("Pausenhoffußball"), in denen man pausenlos und blitzschnell Entscheidungen treffen muss?

    Na ja die Spieler sind ja auch unterschiedlich alt. Ich war in der D als Januarkind fast zwei Jahre älter als der Großteil meiner Mitspieler (zweite Jahreshälfte des jüngeren Jahrgangs), was dazu führte, dass ich einfach "weiter war". Größer, robuster, durchsetzungsstärker usw...
    Zwei Jahre machen in dem Alter eine Menge aus. Ich hab aus dem Grund z.B. auch fast alle Ecken und Offensivfreistöße getreten, weil ich als einziger (außerm Libero der hinten bleiben sollte) aufm Großfeld weit genug flanken bzw. aufs Tor schießen konnte.
    Das war auch eine Phase wo ich auf den ersten Metern schneller war als viele andere, obwohl ich sonst nie besonders schnell war (und sich das in der C auch wieder spürbar relativierte)

    TW-Trainer:


    Wenn dus ganz genau wissen willst: Bezogen auf die Bundesliga insgesamt sieht die Verteilung der Einnahmen so aus:
    Spiel (Tickets, Bierverkauf etc.) 21%
    Werbung: 27%
    TV: 27%
    Transfers: 10%
    Merchandising:4%
    sonstiges:11%


    Bei den großen Klubs spielem Werbung & Merchandising eine größere Rolle, Transfereinnahmen eine geringere usw.


    Gerade die MItarbeiter in Herrn Hopps Branche (Software, IT) leiden nicht wirklich unter schlechter Bezahlung. Aber abgesehen davon, beide haben ihr Geld auf ehrliche Art und Weise erworben (also nicht durch Waffenschmuggel, Menschenhandel oder ähnliches) und insofern hab ich da eher weniger ein Problem damit. Zumal ja gerade Hopp durchaus noch andre Dinge in der Region macht. Krankenhäuser, Bibliotheken und manches andre finanziert. Müsste er auch nicht.
    Und was viele auch nicht wahrhaben wollen. Hopp steckt weit weniger Geld in den Verein als allgemein angenommen wird. Hoffenheim gehört was die Sponsoringeinnahmen betrifft zu den absoluten Topklubs der Liga (v.a. wenn man Leverkusen und Wolfsburg mal außer Konkurrenz lässt). Die können da mit Vereinen wie dem HSV durchaus mithalten. Das liegt zum einen natürlich an Hopps persönlichen Kontakten in die Industrie, zum andern aber daran, dass man in Hoffenheim weitgehend unbehelligt von Vereinsmeiern professionell arbeiten kann. Bei 60 gabs vor ein paar Jahren fast nen Fanaufstand wei der neue Hauptsponsor ein rotes Logo hatte. Statt dass man froh war, dass sich nach all dem Chaos überhaupt noch einer dazu hergab. Das schreibe ich übrigens als Löwenfan. Das Subventionieren einer Frauenfußballmannschaft würde ich am ehesten als Werbekosten sehen. Man muss aber auch beachten, dass die meisten Vereine den Profifußball in Kapitalgesellschaften ausgelagert haben, und der Profibereich (inkl. A-Jugend) organisatorisch und wirtschaftlich vom Restverein getrennt ist. (Beim HSV allerdings nicht).


    @günther:
    So ganz stimmen deine Informationen bezüglich Spanien nicht. Der ermäßigte Steuersatz gilt nur für Ausländer, wobei der in Spanien aufgewachsene Messi meines Wissens im Sinne dieses Gesetzes nicht dazu zählt und nur während der ersten 5 Jahre. Zweitens fordert nicht das Land Hilfen, sondern deren Politiker, aus meiner Sichts schon ein Unterschied.


    Allgemein möchte ich noch anfügen, dass das Jammern über die materielle Lage in Deutschland auf extrem hohen Niveau stattfindet. Man muss gar nicht Afrika als Beispiel bemühen, der eigene Hinterhof in Form von Süd- und Osteuropa reicht völlig aus. In Bulgarien fahren in manchen Gegenden statt Autos Eselskarren durch die Gegend (und Bulgarien ist immerhin EU-Mitglied). Dass die jungen Leute in diesen Ländern so spät daheim ausziehen, liegt weniger an deren Unselbstständigkeit als an der finanziellen Notwendigkeit. Von daher geht mir dieses Geseier mittlerweie tierisch aufn Keks.

    André, auch hier gilt leider, das sich manches schwer verallgemeinern lässt. Das ist übrigens auch ein prinzipielles Problem in der SChule, dem sich die Pädagogik ziemlich verweigert. Es gibt Kinder, die den Gleichaltrigen in bestimmten Dingen Jahre voraus, in andren entsprechen sie dem Durchschnitt, in andren sind sie Jahre hinterher. Und deswegen helfen übrigens auch übersprungene Klassen oder Drehtürenmodelle wenig, aber das ist ein andres Thema.


    Ich weiß das deshalb so gut, weil ich eins dieser Kinder war, die nie in irgendein Schema gepasst haben und zwar quasi nirgendwo. Der Kopf war bei mir Jahre voraus, weshalb du mit deiner Märchenstunde bei mir nicht besonders gut angekommen wärst. Ich habe Zeit meines Schullebens kaum etwas so gehasst wie den Versuch von Erwachsenen (meistens Lehrern) einen auf "kindgerecht" zu machen. Ich wollte ernst genommen werden, als vollwertig gelten. Ich kam mir dann immer verarscht vor. Das führte letztlich dazu, dass ich zur klugscheißernden kleinen Dauernervensäge wurde, frustriert durch geistige Dauerunterforderung.


    Dafür war ich meinem Alter immer hinterher was die Körperkoordination anging. Ich weiß noch gut, was für ein Theater es war, bis ich mir endlich die Schuhe selber zubinden konnte. Meine drei Jahre jüngere Schwester konnte das vor mir(!). Ich schaffte es dann unter Schweißausbrüchen mit etwa 7.


    Generell muss ich auf mich bezogen sagen, dass ich immer dann am meisten dazugelernt habe, wenn ich eigentlich "überfordert" wurde. Fußball spielen hab ich gelernt beim Spielen mit Leuten, die teilweise 4 Jahre älter waren (Pausenhof). Meine ruhigsten Grundschulzeiten hatte ich den Stunden in denen mich mein (überforderter) Lehrer im Zimmer nebenan ablieferte, wo die 5. bzw. 6. Klasse der Hauptschule unterrichtet wurde. Wenn man mit 4 Jahren älteren Kindern Fußball spielt will man trotzdem den Ball behaupten (man will ja gewinnen), verliert man ihn dann doch schimpft aber keiner, weils auch keiner erwartet hat. Schafft mans doch mal, ist das Lob dafür umso motivierender.


    Ich neige dazu, mich durch gezieltes mäßiges Überfordern (manche sagen auch an die Grenzen gehen) zu verbessern. Ob sich das als pädagogisches KOnzept jedoch verallgemeinern lässt, würde ich allerdings auch wieder bezweifeln.


    P.S. Noch eine Bemerkung zu dem "jeder muss mal ins Tor". Auch hier gilt aus meiner Sicht, dass Verallgemeinerungen falsch sind. Gerade für Leute, die ein Musikinstrument spielen ist dergleichen nicht lustig. Da brauchts gar keine ernsthaften Verletzungen, wenn man da drei vier Bälle draufgekriegt hat, merkt man das beim Klavierüben am nächsten Tag.

    Ich muss sagen, dass ich Finten mittlerweile auch für ein sehr wichtiges Element halte, das in engen Situationen einfach den Unterschied macht. Als jemand, der nie besonders schnell laufen konnte, aber vielfach auf dem Flügel spielen musste (links wegen leidlicher Beidfüßígkeit), musste ich mir in manchen Situationen mit Tricks behelfen, weil der Klassiker, antäuschen, Ball vorbei, Gegner überlaufen bei mir mangels Geschwindigkeit nicht funktionierte.
    Das lief übrigens in der Regel so, dass ich irgendwo im Fernsehn einen Trick sah, ihn geübt (Bolzplatz, Training) habe und wenns eng wurde (kein Mitspieler da) im Spiel einfach mal ausprobiert hab.


    Ein Zeitlang hatte es mir beispielsweise der "Dede" angetan: http://www.youtube.com/watch?v=GqkqfhfCH6E
    Da es bei uns öfter mal lange Bälle nach vorne gab, also hohe Bälle zu verarbeiten waren, war der ab und zu nützlich.


    Später als ich zentraler gespielt habe, hab ich den "Zidane" ab und zu mal probiert: http://www.youtube.com/watch?v=KNUiEPXtcUw


    Natürlich weit weniger selbstverständlich und elegant und selbstverständlich auch mit niedrigerer Erfolgsquote, aber wenns klappte dann war das Erfolgserlebnis dafür umso größer. Hatte auch das Glück, dass ich dafür von meinen Trainern nie kritisiert wurde (im Gegensatz zu manchen mitfahrenden Eltern "Für wen hält sich der eigentlich"). Das schöne ist, heute erinnere ich mich fast ausschließlich an die Gegebenheit wos geklappt hat, und deswegen Tore gefallen sind. Und genau wegen solcher Aktionen dann und wann macht Fußballspielen letztlich auch Spaß.


    Also bitte liebe Trainer: Lasst eure Spieler tricksen, baut vielleicht sogar einmal im Monat oder so ein "Trickstunde" ein.

    JEDER....der STRAFTATEN und ORDNUNGSWIDRIGKEITEN -und jetzt wiederum gut lesen!!!!!- VORSÄTZLICH begeht, ist für mich asozial

    Dann bin ich halt asozial^^. Wenn um 10 Uhr abends nix los ist, missachte ich als Fußgänger(!) schon mal ne rote Ampel und das absolut vorsätzlich.
    So sehr ich den Sinn von Ampeln verstehe und schätze, in diesem Augenblick stelle ich da meine persönliche Einschätzung drüber. Vor Gesslerhüten verneige ich mich nicht...

    Es ist doch eigentlich ein Problem, dass sich nicht auf Fußballstadien beschränkt. Es wird einfach an zu vielen Stellen komplett auf das setzen von Grenzen verzichtet.
    Das beginnt in der Schule, wo ein Lehrer heute fast gar nix machen kann, wenn vor ihm jemand verprügelt wird. Mehr als ein "das tun wir aber nicht mehr" darf er gar nicht mehr. Die Schüler wissen das und lachen ihn aus, bei seinen hilflosen Versuchen.
    Ich kenne eine Lehrerin die von einem Schüler mit Migrationshintergrund zweimal pro Schulstunde als Hure beschimpft wird. Bei dem Versuch einen Schulverweis durchzudrücken, wurde ihr vorgehalten rechtsradikal und ausländerfeindlich zu sein (als Begründung wurde angeführt, dass sie besagten Schüler von der Schule haben wollte). Hier hat jemand aufgrund seiner Herkunft totale Narrenfreiheit, das Opfer wird sogar zum Täter umkonstruiert.Gibt ja auch genügend Menschen mit Migrationshintergrund, die sich anständig benehmen...


    Wird ein Rentner von Jugendlichen zusammengeschlagen, steht am nächsten Tag in einer sogenannten Qualitätszeitung, er sei doch selber schuld, wenn er so spießig sei, die Jugendlichen auf das Rauchverbot in der U-Bahn hinzuweisen.
    Das ist das Probem. Gesetze und Regeln gibts eigentlich genug, man müsste sie eigentlich nur durchsetzen. Was die Ultras angeht, beispielsweise das Vermummungsverbot.
    Aber in einem Land in dem Pflastersteinwerfe und hobbymäßige "Bullenklatscher" höchste Staatsämter erreichen, sollte man vielleicht auch nix andres erwarten.

    Na also geht also auch anders.
    Das es überall solche und solche gibt, ist mir trotz meines jungen Alters, auch schon klar geworden. Mein Bekanntenkreis ist ziemlich international.


    Was die Einkommen im Herrenprofifußball angeht, kann man durchaus geteilter Meinung sein. Ich halte es aber für inkonsequent wenn Leute teure Eintrittskarten kaufen um auf der Tribüne dann "Scheiß Millionäre" zu brüllen. Denn genau mit diesen Eintrittsgeldern (und ähnlichen Ausgaben) werden die Millionen nämlich bezahlt. Ich kenne auch Leute, die sich dem kommerzialisierten Fußball weitgehend verweigern und nur noch im untersten Amateurbereich Fußball schauen. Das wäre ein logische Konsequenz. Letztlich ist Fußball eine Art moderne Städtewettkampf.
    Dass die branchenspezifischen Dynamiken regelmäßig dazu führen, das Vereine sich übernehmen ist auch nicht neu. Das war auch schon vor 50 Jahren so. Nur die Summen sind heute größer. Was ich ausdrücklich nicht gutheiße ist, wenn der Steuerzahler dann für das Ganze aufkommen muss (FCK), solange das Private sind, die ihr Geld verbrennen(Tönnies, Hopp), habe ich nix einzuwenden. Aber auch das hat die POlitik schon immer gemacht. Die Stadt München hat 1860 in den 30er Jahren das vereinseigene Stadion abgekauft, damit der Verein überleben konnte, selbiges passierte in vielen andren Städten auch. Daran wird sich auch solange nichts ändert, wie das allgemeine große Interesse am Herrenfußball eine Bühne für Eitelkeiten und Selbstdarstellung bietet.
    Die nächste Frage ist, wer dann entscheiden darf, wieviel Geld welchem Sportler zusteht? Du? Ich? Der Papst? Ein Politbüro?
    Wenn ich die Entscheidung verbindlich treffen könnte, würden sich manche Sportarten, die ich nicht mag (z.B.Boxen oder Leichtathletik) ins Nichts auflösen und sich das sportliche Geschehen im Wesentlichen auf Fußball und Biathlon beschränken. Ich halte wenig davon Sportarten mit Steuergeldern zu subventionieren. Auch wenn ich wie gesagt, gerne Biathlon schaue (übrigens auch schon vor Gold-Lena). Ich maße mir jedenfalls nicht an besser zu wissen als "der Markt" was eine angemessene Bezahlung für welchen Sportler ist. Dafür reicht meine durchaus überdurchschnittliche Intelligenz nicht aus.


    Mir ging es einfach nur darum, dass es meiner Sicht nicht richtig ist, dem HSV vorzuwerfen, dass er sich weigert ein defizitäre Abteilung aus idiologischen Überlegungen (weil Frauenfußball grad von ganz oben gepusht wird) zu subventionieren und das damit zu begründen, dass man den Spieler Paolo Guerrero nicht mag oder für überbezahlt hält.

    Tja manche Fragen sind nicht so einfach zu beantworten. Kommt aus meiner Sicht drauf aus welchen Gründen geschoben wird. In der A-C braucht man aus meiner Sicht auch nicht mehr mit "Schutz vor Überlastung" zu argumentieren. Da gehts eher um die Sinnhaftigkeit, dass andre Leute dafür nicht Spielen. Verbietet ja auch niemand zwei oder drei Sportarten am selben Tag nacheinander auszuüben.
    In meinem ersten C-Jugendjahr gabs einen sehr starken Spieler, der aufgrund von Terminproblemen nicht mit der C1 trainierte, sondern mit der A und dort auch Stamm spielte. Fehlten dann bei uns in der C2 Spieler kams daheim ein paar mal vor, dass er beide Spiele nacheinander bestritt. Also um zwei mit uns in der C2 und um fünf anschließend auch mit der A. Fitnessmäßig für den überhaupt kein Problem, der spielte Samstag vormittags vor dem Fußball auch noch seine Ligaspiele im Tennisverein. Wie das vom Verband aus ging, keine Ahnung. Vermutlich kam man da nie auf die Idee die Spielberichtsbögen einer auf Kreisebene höchsten A-Liga mit denen einer C2 in der Hammelklasse abzugleichen. Die Spiele mit ihm liefen naturgemäß ganz anders, weil der erstens ohne Position spielte (immer da wo der Ball war) und zweitens grundsätzlich drei Gegenspieler auf sich zog.
    Ein andres Mal bekamen wir einen Stürmer aus der C1 für 2 Spiele, der länger verletzt gewesen war und dessen Kondition noch nicht wieder für die höhere Liga ausreichte. Wir haben beide Spiele deutlich gewonnen (9:1 und 4:0) wobei er speziell an ersterem Ergebnis den Hauptanteil hatte (5 Tore, 2 Vorlagen). War zwar ein schönes Erlebnis auch mal so hoch zu gewinnen, fühlte sich aber im Gegensatz zur vorher geschilderten Situation, wo das aus der Personalnot heraus passierte, trotzdem falsch an.


    Zweistellig hab ich nur ein einziges Mal gewonnen im Landkreispokal mit der C1. Da hat unser C1-Trainer in der zweiten Halbzeit dann etliche der Besten aus der C2 spielen lassen (u.a. meine Wenigkeit), was uns nicht daran gehindert hat aus dem 8:0 Halbzeitstand noch ein 13:0 zu machen. Allerdings war der Gegner da durch das hohe Tempo schon richtig platt.

    Sogar die Millionen für einen reichlich durchgeknallten Profi, im Gegensatz zu den Hunderttausend für den Spielbetrieb im Frauenfussball fand man O.K.

    Es gibt ein paar Dinge die mich an diesem Satz stören.
    Erstens wie kommst du dazu einen dir nur durchs TV bekannten Menschen als "reichlich durchgeknallt" zu bezeichnen?
    Ich gebe nur mal eine Reihe verschiedener Dinge zu bedenken. Guerrero ist Südamerikaner, die an sich schon "anders ticken" als der durchschnittliche Deutsche. Glaub mir ich kenne genügend von der Sorte. Gerade wenn die persönliche Ehre oder die der Familie angegriffen wird, reagieren diese Leute gerne mal über, dass ist dort wie ein Tritt in die Eier und wird als Notwehr gesehen. Dazu kommt, dass die materiellen Gegebenheiten in weiten Teilen Südamerikas völlig andere sind. Viele sind in völlig verarmten Ghettos aufgewachsen wo der Umgangston generell rauer ist. Drittens gebe ich das Verhalten bestimmter "Fans" zu bedenken, die anscheinend glauben mit der Eintrittskarte fürs Stadion auch das Recht erworben zu haben, Spieler zu beschimpfen, sie und ihre Familien persönlich zu beleidigen, sie ihrer persönlichen Freiheit zu berauben (man denke nur an die Busblockaden), zu bedrohen ("wenn ihr absteigt, schlagen wir eucht tod") oder gar sie körperlich anzugreifen (wie in Berlin vorletztes Jahr).
    Und wenn man sich das alles so vor Augen führt, wundere ich mich, dass es nicht noch mehr Guerreros und Cantonas gibt, die mal überreagieren. Versucht euch das einfach mal für die eigene Person vorzustellen, dass euch solcher Hass entgegenschlägt, weil ihr in einem wichtigen Spiel mal nicht getroffen habt, und dann urteilt noch mal neu die Person Paolo Guerrero. Da ich ihn nicht persönlich kenne, maße ich mir kein Urteil an.
    Aber der kulturellen Arroganz die da durchschlägt, werde ich mich garantiert nicht anschließen.
    Das zweite ist die Moralisierung der Einkommensunterschiede. Ein Guerrero verdient Millionen, weil viele Leute sich für seinen Sport interessieren und bereit sind, für diesen Sport Geld auszugeben, sei es für Eintrittsgelder, PayTV, Fanartikel oder was auch immer, und er in diesem Sport zu den Besten gehört. Somit ist sein Einkommen gerechtfertigt. Wer findet, das Gehalt sei zu hoch, sollte kein Geld für Tickets, PayTV und Fanartikel ausgeben und andre überzeugen es ihm gleichzutun. Wenn man so will, Basisdemokratie pur, der Konsument stimmt mit den Füßen ab.

    Ich schreib in diesem Thread jetzt mal als jahrelang betroffener Spieler.
    Mein Problem war, das speziell meinem Vater die Sache mit dem Fußball ein gewaltiger Dorn im Auge war. Folglich war der Fußball auch immer an allem schuld, was nicht so war wie er sich das vorstellte, wenn er ganz schlecht drauf war, reichte es schon aus wenn ich ihm beim Abendessen nicht fröhlich genug oder zu fröhlich dreinschaute. Ich möchte nicht wissen, was meine Trainer gesagt hätten, wenn sie meine Zeugnisse zu sehen gekriegt hätten, sooft wie ich "wegen der Schule" nicht zum Training durfte, weil ich mal wieder Fußballverbot kassiert hatte. 4er hatte ich wenige, 5er in meiner kompletten Schullaufbahn ganze 3 (davon einen in Handarbeit in der Grundschule und einen in Kunst am Gymnasium). Aber schuld war an allem immer der Fußball. Andre Hobbies blieben bei Strafen immer außen vor (kann mich nicht erinnern, dass mir das Lesen oder Singen mal verboten worden wäre). Was mich in meiner Fußballbegeisterung nie gebremst hat. Und als ich dann mit 15 mit Vereins-Fußball aufhörte (u.a. weil ich keine Kraft mehr für die ständigen Auseinandersetzungen deswegen hatte) und zum Tanzsport(erst die normalen Kurse, später dann auch Formation) gewechselt bin, wurde der Sport plötzlich nicht mehr wos ging behindert, sondern nach Kräften unterstützt, Meine Fußballschuhe musste ich mir vom Taschengeld kaufen, die Tanzschuhe hat er mir spendiert, zum Fußball musste ich mit dem Fahrrad von der 20km entfernten Tanzschule hat er mich freudig gebracht und abgeholt. Das Tanzen hat Spaß gemacht, das will ich gar nicht bestreiten, und mehr Mädels gabs dort auch, aber der Fußball lässt mich bis heute nicht los (heut muss ich ja Gott sei dank nicht mehr fragen). Ich weiß nicht, welches traumatische Erlebnis ihn dazu bewegt hat (laut meinen Tanten hat er selber bis ca. 14 im Verein gespielt), aber ich musste um den Fußball immer kämpfen.
    Deshalb trifft es mich, wenn manche empfehlen, diese Kinder einfach nicht aufzustellen. Denn für mich war das (beim ersten Vereinsintermezzo in der E) immer als hätte man mir nochmal Fußballverbot erteilt. Ich fühlte mich doppelt bestraft. Und wie gesagt, um meine Noten hätten mich die allermeisten beneidet. In der Grundschule sowieso, aber auch später am Gymnasium. Klar hätte ich evtl. das ein oder andre Zehntel besser sein können (lag immer so zwischen 1,8 und 2,3), wenn ich mal was für die Schule getan hätte (was genau sind eigentlich Hausaufgaben?), aber irgendwie schien es darum auch gar nicht zu gehen, eher darum einen Grund zu haben mich vom Fußballverein abzuhalten. Wobeis immer primär um das Spielen im Verein ging. Fußball schauen oder irgendwo auf der Wiese mit Freunden kicken, war irgendwie nie das große Thema.
    Wäre ich in der D und C nicht aufgrund spezieller Konstellationen mehr oder weniger auch ohne Training als Stammspieler gesetzt gewesen, ich hätte wahrscheinlich viel früher aufgehört. Und es gibt doch Dinge die ich in dieser Zeit gelernt habe, die ich nicht missen möchte (die übrigens nur sekundär mit Fußball zu tun hatten).


    Soweit ich mich erinnere, wurde da auch mal was geändert, eben genau in diese Richtung, dass es bei den kleineren jetzt leichter ist zu wechseln. Ich finde es allerdings im kompletten nichtbezahlten Fußball ein Unding. Schließlich bezahlen die Mitglieder ja auch Beiträge...

    Ranwie
    Klar, mache ich gerne.
    Gemeint ist, das die Frauen nach und nach "Männerdomänen", wie auch den Fussball erobert haben, weil sie für ihr Recht, gleichberechtigt zu sein, gekämpft haben. Ob und welche finanzielle Unterstützung sie dabei erfuhren, war erst mal nicht wichtig. Erst, als sich die Leistungs- und später die Profi-Ligen im Frauenfussball etablieren, ging es nicht mehr ohne zusätzliche Geldmittel. Allerdings schätze ich mal, dass die benötigte Sasion-Geldmenge für die gesamte 1. Frauen-Bundesliga so gering ist, das sie dem bereits erwähnten Hamburger Spieler (der gelegentlich auch Flaschen nach seinen Fans wirft) nicht langt, damit er einen Monat lang für seine treuen Fans alles gibt!
    Ein weiteres Merkmal ist die rückläufige Zuschauerzahl in den Bundesliga-Stadien. Früher wurden die Profis zu einem großen Teil von den Zuschauereinnahmen bezahlt. Heute sind es die Sponsoren und Einnahmen aus dem Verkauf der TV-Übertragungsrechte.


    Wenn man die Frage lautete: hat nur der ein Recht auf Leistungssport, der sich das nötige Geld auch von Sponsoren besorgen kann? Dann würde der Wert dieser Sportart fremdbestimmt. Wenn aber jeder das recht hat, der seine Sportart im höchsten Leistungsniveau betreibt, unabhängig der Sponsorenunterstützung, dann bestimmt sich der Wert dieser Sportart durch die Sporttreibenden selbst?

    Und woraus leiten sich die Preise für TV-Rechte und Werbeflächen ab? Genau, vom Zuschauerinteresse. Und solange nicht mal WM-Spiele und wochenlange mediale Dauerpropaganda ausreichen um popelige Kleinstadien wie Augsburg oder Hoffenheim zu füllen, braucht sich auch niemand zu beklagen, dass nicht mehr Werbegelder fließen. In punkto Stadien müssten die Frauen nicht mal in Vorleistung gehen finanziell, weil die ohnehin da sind. Die Stadt München freut sich über einen neuen Mieter im 70.000 Plätze Olympiastadion sicherlich. Aber ach du Schande, bei den Zuschauerzahlen in der Frauenbundesliga sind ja die Kosten für Ordner und Putzfrau schon höher als die Einnahmen. Selbst in einer Kleinstadt wie Passau steht ein 15.000 Zuschauerstadion rum.
    Ich weiß, dass es viele Sportarten gibt, in denen die Sportler der zweiten und dritten Reihe staatlich finanziert werden (und seis nur wie bei den Biathleten die Stelle beim Zoll, die zwar bezahlt, aber nie besetzt wird), und die Sportstätten inklusive der Fußballer (mit AUsnahmen) in der Regel ebenso. Und ich schau übrigens auch gerne Biathlon (in den letzten Jahren im Übrigen hauptsächlich den der Frauen). Und wer querfinanzieren will, der soll das bitte tun. Aber einem Verein ( in diesem Fall dem HSV) den Vorwurf zu machen, eine defizitiäre Leistungssportabteilung zu schließen, halte ich für (in diesem Fall) ausschließlich politisch motivierten Nonsense.

    I

    Das man den Jungs die Freigabe verweigert ist nicht schön aber ist es schön bereits in der F-Jugend die Jungs abzuwerben ?. Da werden Jungs umgarnt mit dem Aussage Rheinlandliga. Diese Jungs spielen nicht mal in der Bezirksliga (O-Ton des Trainers vor drei Monaten: Die haben kein Format, Die kann ich nicht brauchen ) Und auf einmal sind sie Gut das man nicht auf sie Verzichten kann. Hier kommen auf einmal Aussagen das man nur mit uns zusammen geblieben ist wegen des Platzes und einer neuen Sporthalle so das sie Ausreichend möglichkeiten zum Trainieren hatten.
    Ich glaube es geht ihnen darum einen kleineren Dorfverein platt zu machen von den beiden anderen JSG Partnern die Anfangs dabei waren gibt es einen nicht mehr. Und bei dem anderen haben sie jetzt wieder Angefragt weil sie die Trainingsplätze brauchen aber sie haben dankend Abgelehnt (Einmal und nie wieder )


    Gruß Mike

    Mir geht es weniger darum was euer "Partner" bezweckt, mir geht es mehr darum, was eure "Abgänge" so motiviert.
    Nein schön ist das Abwerben nicht und ich befürworte auch solches Vorgehen nicht. Du hast nur ein Problem: Die Motivation von Spielern die gehen sind immer heterogen. Mancher will vermutlich auch wegen bestimmter Mitspieler oder des Trainers weg, und nutzt jetzt dieses "Angebot". Mancher will wechseln, weil seine Freunde wechseln. Man hat damals versucht mir vereinsintern die C1 schmackhaft zu machen und ich habe dankend abgelehnt. Samstag den ganzen Nachmittag unterwegs zu sein, um dann vielleicht 10 Minuten spielen zu dürfen, war mir schlicht zu blöd.
    In der C1 des Jahrs zuvor hatte es einen Spieler gegeben, der buchstäblich jede Saison den Verein wechselte (wir waren damals Nummer 6 oder 7 und das bei nem 15-jährigen). Ein nicht ganz einfacher Charakter, der innerhalb der Teams immer recht schnell isoliert war, dann wegwollte, und von den neuen Vereinen trotzdem gern genommen wurde, weil er schlichtweg 30+X Tore pro Saison garantierte und die Trainer wohl jeweils meinten den schon "hinzukriegen". Beim Wechsel damals zu uns, gabs damals ein solches Heckmeck um die Freigabe, und er durfte erst ab November spielen, weil der abgebende Verein schlicht den Ligakonkurrenten ärgern wollte und sich wohl die beiden Jugendleiter seit Jugendtagen nicht grün sind. Ich kam mit dem Burschen eigentlich ganz gut aus (wenigstens im Training) und er hat mir damals richtig leid getan, zumal damit Knatsch vorprogrammiert war, als ein in der Mannschaft beliebter Spieler ab November den Stammplatz verlor.
    Tu den Burschen den Gefallen, und lass sie gehen auch wenn du dich über ihren neuen Verein ärgerst. "enn sie auf der Bank sitzen und zurückwollen, tu ihnen den Gefallen. Du würdest damit deutlich mehr Größe zeigen, als wenn du dich aus Frust "rächen" willst. Zwar verbandsregularisch möglich, aber aus meiner Sicht trifft diese Aktion die Falschen, nämlich junge Burschen, die vielleicht die eigenen Fähigkeiten etwas überschätzen, und nicht die alten Säcke, die ihnen falsche Versprechungen machen...