Beiträge von boerngenju

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    tibo


    Sorry, vielleicht habe ich mich da ein wenig mißverständlich ausgedrückt.


    Wir haben 13 Kicker im Kader. Zu Spielen gehen i.d.R. 9 mit.


    Diese Zusammensetzung entscheide generell ich als Betreuer - aber unter Berücksichtigung mehrerer Faktoren. "Oberstes Gebot" dabei ist, daß unterm Strich (also in einem bestimmten Zeitabschnitt, sagen wir während der Vorrundenspiele) alle angemessen zum Zug kamen.
    Von krankheitsbedingten o. ä Ausfällen/Absagen abgesehen ist für mich die Trainingsbeteiligung eines jeden ein entscheidender Aspekt.


    Die "Selbstbestimmung" der Spieler, von der ich sprach, bezieht sich auf den Spieltag, d.h.: die Jungs bestimmen, wer von den 9 wo spielt (wir kicken 3-3) und welche beiden zunächst als Auswechsler fungieren.
    Seit die Jungs - und nicht mehr ich - dies regeln, gibts kein Gemotze (... unter anderem: "Wieso darf A und nicht ich zuerst spielen") mehr.


    Gruß
    Jürgen

    Ich habe meinen F-Jungs den Unterschied zwischen "Autoscooter-" und "VW-Bus-Fahren" erklärt / gezeigt. Ergebnis: fahren sie "Bus", machen sie in der Regel 3 - 4 Tore pro Spiel - in Teamwork! Fahren sie "Scooter", geht fast nichts. Aber: ich fordere den "VW-Bus" nicht ein ... ich erinnere sie nur ab und zu (dann, wenn's "total chaotisch" wird) vom Spielfeldrand aus mittels Zeigen eines kleinen Modellbusses daran. Manchmal ist ihnen dieses "Erinnern" eine Hilfe, manchmal bringts nichts.


    Ins Spiel reinrufen, korrigierend eingreifen wollen ... das habe ich mir vor 3 Wochen - und den meisten Spielereltern inzwischen auch - in Gänze abgewöhnt, denn die Kids wurden dadurch nur verunsichert. Verunsichert in IHREM (!!!) Spiel.


    Inzwischen beginnen wir unsere Spiele so: Spieler, Eltern u. ich sind in der Umkleide. Ich spreche ein paar motivierende Worte, sage den Kids, daß es IHR Spiel ist ... und wir Eltern und Trainer hinter ihnen stehen, sie anfeuern, uns freuen werden ... aber uns aus ihrem Spiel heraushalten werden. Ich bitte die Jungs dann, sich in Ruhe abzusprechen, wie sie spielen möchten (... wer spielt zunächst, wer bleibt vorerst als Wechsler draußen etc.) - wobei wir Eltern/Trainer währenddessen draußen warten. Wenn sie sich einig geworden sind, machen sie noch ihren Mannschaftsruf und kommen dann aus der Umkleide raus.
    Dieses Signal ("Raushalten") hat Doppelwirkung.


    Seit ich das so mache, hat sich der Teamgeist schlagartig verbessert. Plötzlich ist keiner mehr beleidigt, weil er nicht von Anfang an spielen darf. Auf dem Platz wird auf wundersame Weise plötzlich miteinander kommuniziert (... "hey A, spiel ab, ich bin dabei" oder "B, pass auf den xy auf" ... oder "Torspieler, du stehst zu weit links!").


    Inzwischen grinse ich innerlich über die bekannten "Joystick-Trainer", die total unter Strom stehen, sich die Lunge aus dem Hals plärren .... da sehe ich nunmehr ganz entspannt mit 'ner Tasse Kaffee in der Hand meinen Jungs zu und freue mich über viele Kleinigkeiten, die sie ganz alleine schaffen. Selbst das Auswechseln wird seit Neuestem (nicht immer, aber immer öfter) von den Jungs eingeleitet (..."Trainer, ich brauch ne Pause").


    Ob wir seither mehr Spiele gewinnen ? Nein. Aber auch das ist mir zwischenzeitlich Banane. Es ist seit meinem "Wandel" auch keine Träne bei den Jungs mehr geflossen. Kein Wunder ... jetzt dürfen sie ja endlich das, was sie eigentlich möchten: IHR SPIEL SPIELEN !


    In Falco's Song "Out Of The Dark" gibt es eine Textpassage, die da lautet "Muss ich denn STERBEN um zu LEBEN ?"
    Denkt' mal über diese Phrase nach, liebe Joystick-Coaches.


    Jürgen

    Moin Leute,


    Jürgen hier - der Schreiber des gestrigen, ursprünglichen Beitrages.



    Zunächst mal ein herzliches Dankeschön an Euch alle für die vielen Rückmeldungen. Da sind echt einige wertvolle Info's und Tips für mich dabei. Auch die PM, die ich erhielt, hat nichts "Verwerfliches", sondern ein paar beispielhafte und altersgerechte Übungsvorschläge zum Inhalt. Auch hierfür bedanke ich mich an dieser Stelle.



    Euere Beiträge geben mir das Gefühl, daß ich mit meiner Einstellung (und "Philosophie") G-Jugend-Betreuung betreffend grundsätzlich nicht falsch liege. Etliche Euerer Aussagen motivieren mich daher, dieser "Linie" weiterhin treu zu bleiben und der Versuchung, nur der nummerischen Siege wegen davon abzuweichen, zu widerstehen. Lasse ich die Erinnerungen an die vergangenen Spiele Revue passieren, so muss ich Euch Recht geben, daß das negative Gefühl verlorener Spiele verstärkt "vom Spielfeldrand aus", also von den Eltern, auf die Kids projeziert wurde. Das ist ein Punkt, da werde ich als Betreuer künftig deutlich gegensteuern.
    Auch den Tip, Erfolge in nächster Zeit anders zu definieren (z. B. "...letzte Woche 0:4 verloren, heute nur 0:3" oder ") werde ich ebenso aufgreifen wie so pfiffige Ideen wie die mit dem "Süßigkeiten-Wanderpokal" etc.


    Als Trainer ein bisschen "verrückt" sein ... die ein oder andere kuriose Idee haben, um die Kids zu überraschen, zu motivieren, anzuspornen ... und dadurch den (aus Erwachsenen-Sicht !!!) Negativitäten stets auch 'was positives abzugewinnen und zu vermitteln.
    Leute, ... ich glaube, ihr habt mir da aus einer Sackgasse 'rausgeholfen.


    Nochmals vielen Dank an alle,


    beste Grüße


    Jürgen

    Hallo Leute,



    ich betreue für die Saison 2010/2011 unsere G-Jugend (Jg. 2004/2005, 9 Jungs).



    Merkmale, Besonderheiten und Ziele in der Betreuung dieser Altersklasse sind mir ausreichend bekannt. Insofern erübrigt es sich selbstverständlich, über Taktik oder Ergebnisorientiertheit zu reden.



    Dennoch, erlaubt mir bitte eine (unten stehende) Frage:



    Unsere Jungs sind zumeist alle da, wo sich gerade der Ball befindet. O.k., das ist für diese Altersklasse noch typisch. Nach 15 Spielen stehen wir mit 0:23 Toren da. Auch o.k., denn Ergebnisse sollen ja noch nicht im Vordergrund stehen, sondern der Spaß. Das Problem ist nur, daß den Kids allmählich der Spaß vergeht nach all den verlorenen Spielen ...



    Um zumindest ein klein wenig Orientierung auf dem Spielfeld zu vermitteln, habe ich ein paar einfache Übungen gemacht, welche sich an der Theorie der Kleinfeldaufteilung (hier zufinden bei trainertalk.de) orientieren. Verpackt in die Phantasie, daß jedes der Mini-Felder ein "Kinderzimmer" ist und der, der gerade darin steht dafür zu sorgen hat, dass das Zimmer "sauber gehalten" wird, kam das schon ganz gut in den Köpfen der Kids an.


    Eine weitere Phantasie, daß sich beide Spielerreihen quasi in einem VW-Bus befinden, leuchtete grundsätzlich auch ein: die Spieler der vorderen Reihe sitzen auf der Vorderbank, die der hinteren Reihe auf der Rücksitzbank; fährt der Bus nach vorne los (Angriff ab Ballbesitz), nimmt er zwangsläufig alle, die im Bus sitzen, mit in Richtung nach vorne bzw. nach Einlegen des Rückwärtsganges (Abwehrsituation) eben umgekehrt.


    Mit beiden bildhaften Stories versuche ich, so einfach wie möglich sowohl der "Haufenbildung" entgegenzuwirken als auch ein klein wenig Verständnis für geschlossenes Handeln zu wecken.



    Nun, im Training klappt das in den Grundzügen auch einigermaßen. Aber wehe dem, wir spielen wieder gegen ein anderes Team: alles vergessen, alles weg .......



    Mich wundert nur, daß in so manch anderen G-Junioren-Teams da schon wesentlich mehr "roter Faden" drin ist.


    Da stelle ich mir die Frage: scheren sich die anderen Trainer nix um die dfb- u. gleichlautende Empfehlungen für G-Junioren und bin ich somit der einzige I...... mit der Konsequenz, dass unsere Jungs ständig verlieren ?


    Hat jemand von Euch vielleicht 'nen guten Tip für mich ?



    Besten Dank, Gruß


    Jürgen