Das ist als ob ich einen extrem introvertierten mit LSD voll Pumpe damit er wie andere Menschen keine Probleme hat Kontakte zu knüpfen. Na gut ist natürlich übertrieben aber der Kern der Aussage ist rellativ ähnlich. Hey ich nehme ein Medikament, dann habe ich es leicht - na herzlichen Glückwunsch! Diese Menschen werden in ihrem Leben einen Haufen erreichen - vor allem nachdem sich sie mit Pech ihr Leben lang mit Ritalin zuballern müssen. Nicht er ist in die Klasse integriert sondern die charakterlose Hülle die er darstellt. Ich kenne diese Probleme alle selbst, ich war nie wirklich beliebt ob meiner ziemlich anstrengenden Art und bin auch heute nicht einfach - lustigerweise kenne ich meine Frau seit dem Kindergarten und sie hat mich damals so akzeptiert wie ich war und akzeptiert mich heute so wie ich bin - inklusive meinem Fußballwahn! Durch den Zuspruch meiner Eltern war es mir immer herzlich egal ob ich beliebt war oder nicht - ich habe "mein Ding" gemacht - die die mich leiden konnten waren mir stets Willkommen, was der Rest dachte über mich war und ist mir auch heute noch völlig egal!
Mein Sohn war eigentlich schon immer recht beliebt in seiner Klasse, egal ob Grundschule ober Gymi. Vom Wesen her kann ich keine Veränderung feststellen, die kann er wohl nur für sich ausmachen.
Vom rein moralischen Standpunkt ist die Medikation mit Psychopharmaka an Kinder verwerflich - unsere Gesellschaft tolleriert es aber immer mehr, da der Leistungsdruck stetig anwächst und weil man es als abnormal empfindet, ein Kind zu haben das Probleme hat bei der es Zeit und Zuwendung braucht!
Man könnte auch sagen, man schafft chancengleichheit. Natürlich geht das auf Kosten der Kinder, die ein Problem haben. Egal wie man aus der Norm fällt, die haben es immer schwerer, egal in welchem Bereich.
Ich beneide dich absolut nicht, den diese Situation ist glaube ich super schwer und zeitaufwendig!!! Ich finde es toll welche Erfolge deine Kinder haben und ich habe von hier aus das Gefühl, das du allen dreien mit ihren Ecken und Kanten das gibst was sie am meisten brauchen! Liebe, Bestätigung und Halt! Ich kann die Situation mit drei Kindern nicht beurteilen - vor allem nicht wenn alle drei ihre eigenen Probleme haben. Auch ein hochbegabtes Kind ist glaube ich enorm anstrengend. Ich glaube bei einem Elternteil wie dir schafft man es auch ohne die Gabe von Medikamenten, wobei ich hier vestehe, das die Zeit für diese Betreuung als Fulltime Aufgabe nicht ausreichen würde. Sicherlich bin ich ein Einzelfall und ich wünsche mir für deinen Sohn und alle anderen betroffenen, dass sich die Krankheit verwächst und sie nicht ihr ganzes Leben gepeinigt sind.
Das Ding ist eher, das er schon recht "alt" war, als er die Diagnose bekam. Da wurde (zur Recht) voll und ganz seine Meinung mit einbezogen. Tatsächlich war ich gegen die Gabe, doch er wollte es ausprobieren. Das taten wir dann auch und das hatte bei ihm einen Aha Effekt. Wir haben Anfang des Jahres drei Monate Pause eingelegt und er wollte sie unbedingt wieder nehmen. Also was soll ich machen, mir irgendwann vorwerfen lassen ich hätte ihm es schwerer gemacht, als er es hätte haben können......nicht einfach diese Entscheidung
Ist dein Sohn von Haus aus auch mit ADS eher ein ruhiger Typ? Ja, das ist er. War von allen dreien immer der stillste Gibt es eine Prognose ob und wie sich das verhält? Wie alt ist er jetzt und wie lange lebt er mit der Diagnose? Normalerweise sollte sich sofern es den passiert im frühen Erwachsenenalter eine Besserung abzeichnen.
Also er bekam die Diagnose drei Monate vor seinem 15. Geburtstag. Jetzt ist er 17. Er hat mir das mal so beschrieben, das er mit den Tabletten die ganzen bunten Bilder an den Wänden, das Gemurmel und alles was ihn ablenkt besser ausschalten kann. Ich war auch sehr verwundert, das niemand vorher was gemerkt haben will, die Kinderärztin meint, das er sehr intelligent ist und das er bisher halt so gut mitgekommen ist, weil er sich vieles durch Hausaufgaben erarbeitet hat. Irgendwann geriet er aber an seine Grenzen, weil der Stoff ja nicht leichter wird, und da viel das Problem dann auch. Das er sehr krakelig geschrieben hat und manchmal 5 bis 10 mal ein Wort angefangen hat, ist mir schon aufgefallen, aber wer schießt denn dann auf ADS, zumal man das ja nicht wahrhaben will. Sicher könnte er irgendwie die Kurve ohne Medis bekommen, doch das müsste er wollen und noch mehr an sich arbeiten. Mein Einfluß ist jetzt mit 17 einfach nicht mehr der als mit 14, und er ist alt genug und hat sich für die Medis entschieden. Wir haben die Kindermeinung immer als vollwertig gezählt, damals bei dem Sprung des hochbegabten genauso wie bei der Medikamenten gabe. Erziehen ist Gefühlssache und jeder versucht das Beste für seine Kinder und ich bitte einfach darum, auch Eltern, die die Medikamente geben und dulden einfach nur positives zu unterstellen. Nicht weil sie es einfach haben wollen, sondern weil sie das Beste und ja vielleicht auch den leichtesten Weg für ihr Kind wollen.
Ich hoffe auch, das wir eine sichere Diagnose haben, da er schon sehr groß war und 14 Tage am Stück stationär in einer Kinderklinik war.
Grüße
Zodiak