Lubi, Herr Sammer bezog seine Ausage mit Sicherheit auf den Elite-Bereich ab C-Jugend, da bin ich mir sicher. Kindertrainer sind nicht dazu da, um die Kinder auf den Leistungssport einzustellen, dort kommt kaum ein Kind an. Ziel ist es, die Kinder beim Sport zu halten, damit sie auch in der B-Jugend noch dabei sind.
Siegeswille, zum Beispiel Wettkämpfe zu gewinnen, liegt in der Natur der Kinder, denn sie wollen sich immer und überall mit Anderen messen. Wer steht am längsten auf einem Bein, wer kann am weitesten spucken, wer gewinnt den Staffelwettkampf im Training, wer gewinnt das nächste Fußballspiel? Alles ganz normal und wichtig für die Entwicklung der Kinder.
Wir Erwachsenen aber glauben, nur das nächste Fußballspiel ist wichtig, weil wir die Bedürfnisse der Kinder gar nicht verstehen. Durch unser Verhalten lösen und wecken wir Emotionen, die bei den Kindern gar nicht vorhanden sind. Beim Spiel "Wer steht am längsten auf einem Bein?" habe ich noch nie Erwachsene gesehen, die sich daneben benehmen und ein Kind das nicht weit spucken kann, darf trotzdem mitspielen. Wir sind als Erwachsene gefordert, unsere Emotionen aus dem Kinderfußball rauszunehmen, die Kinder sollen ihre Emotionen leben. Die untragbaren Verhältnisse im Kinderfußball kommen nicht von den Kindern, sondern von uns Erwachsenen und dazu gehören auch die Trainer. Nehmen wir uns zurück, können die Kinder viel entspannter Fußballspielen.
Kinder, die immer zum Training kommen und sich sozial vorbildlich verhalten, können natürlich andere Spielanteile bekommen, wenn dir als Trainer bekannt ist, warum das so ist? Diese soziale Kompetenz sollte ien Kindertrainer haben. Darum geht es hier auch gar nicht, solche Probleme werden oft vorgeschoben, um vom Grundsatz abzuweichen. Mit dem Begriff "Tugenden" wäre ich vorsichtig, manchmal gibt es Gründe, warum ein Kind nicht kämpft oder selten zum Training kommt und letztendlich ist jedem Kind sein persönlicher Erfolg wichtiger, als der Mannschaftserfolg. Kinder sind ja bekanntlich die größten Egoisten, noch schlimmer als wir Erwachsenen.