Trainerjob angeboten - Was kann man als "Entlohnung" verlangen

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  • Hallo alle zusammen,


    hier meine Frage:


    Mir wurde ein Job als Torwarttrainer einer Herren-Mannschaft in der 2. Kreisklasse angeboten. Jetzt wurde ich gefragt, was ich dafür haben möchte. Ich habe jetzt keinen Ansatz, wie viel ich da verlangen kann.
    Der Verein würde gerne pro Training bezahlen, meistens 1 mal in der Woche.


    Infos zu mir: Ich bin 27 Jahre alt, spiele noch Aktiv Fußball, habe 8 Jahre Jugendtrainer hinter mir (Meistens Kreisliga-Niveau, A bis D Jugend) und eine gültige C-Lizenz.


    Braucht ihr noch mehr Infos über mich?


    Vielen Dank für die Hilfe.


    Gruß

  • Ich werfe mal mit Funfacts um mich:


    Bei uns bekommt man als Betreuer der Aktivenmannschaft etwas das 1,5-fache eines Jugendtrainers, der eine Mannschaft alleine unterhält, pro Jahr für Trikots waschen, zusammenlegen und betreuen.
    Und dieser Betreuerbetrag ist ein mittlerer 3-stelliger Betraag, ohne jetzt genaue Zahlen nennen zu wollen.


    Gegenfrage: Was würde der Verein denn bieten? Hat da mal jemand einen Vorstoß gemacht?

  • Bei uns ist jegliche Jugendarbeit alles Ehrenamtlich. Ich habe für die 8 Jahre nichts bekommen. Bezahlung gibt es nur in den Herrenbereichen, oder oberen Jugendbereichen, ab Bezirk- oder Landesliga. Daher habe ich auch keinerlei Erfahrung mit Bezahlung im Amateurbereich.


    Ich habe natürlich gefragt, was die sich vorstellen, wollen aber von mir einen Preis haben.
    Der dann wie gesagt pro Training gezahlt werden soll.

  • @drdc10


    Was du als TW-Trainer verlangen kannst, ist zunächst einmal Verhandlungsbaisis.


    Zwar handelt es sich hier um die 2. Kreisklasse, aber auch im Breitensportbereich wächst der Wunsch nach modernen Training und einer aktiveren Rolle ihres Keepers.


    Aber ein seriöses Angebot zur Übernahme des TW-Trainings sollten immer auf Basis von nachweisbaren Fähigkeiten und Kenntnissen beruhen.


    Aus deinen Angaben kann nicht nicht erkennen, ob du bereits über Erfahrungen als Torwart verfügst oder schon enmal in einer anderen Mannschaft das TW-Training geleitet hast? Denn eider wird im Rahmen der Mannschaftslizenz-Ausbildung das Thema TW-Training nur kurz angesprochen. D.h. wer vorher keine Spezialkenntnisse hatte, lernt es dort auch nicht. Ein wenig besser, aber längst noch nicht auf die umfangreichen Bedürfnisse ausgerichtet, sieht es bei der Teilnahme am DFB-TW-Trainer Breitensport und DFB-TW-Trainer-Leistungssport aus, was nach wie vor eher den Charakter einer Informationsveranstaltung besitzt. Nicht ohne Grund wird immer noch auf eine Prüfung und die Lizenz-Vergabe verzichtet. Also bleibt nur der Weg, sich Kenntnisse über gute TW-Trainer in den Vereinen anzueignen oder als ehemaliger, gut ausgebildeter Keeper in den TW-Trainerjob einzusteigen.


    Sind fast keine Kenntnisse fürs TW-Training vorhanden, dann sieht ein TW-Training häufig so aus, als dass eine größere Reihe von Bällen an der Strafraumgrenze positioniert und in kurzer Frequenz vom TW-Trainer aufs Tor geschossen werden. Der Torwart wehrt die ersten Bälle noch ganz gut ab. Seine Erfolgserlebnisse nehmen jedoch rasch mit dem Grad der Ermüdung ab. Die wöchentliche Wiederholung (manchmal noch kombiniert mit irgendwelchen Hindernissen, die zuvor übersprungen werden sollen) dient hauptsächlich der Verlängerung der TW-Kondition. Denn es sich keine Fähigkeiten zur Analyse von technischen oder taktischen Defiziten vorhanden, sodass auch keinerlei Korrekturen, außer "... so langsam kannste aber mal wieder einen Ball halten ..." vorhanden.


    Ob man so einen Job übernimmt, hängt auch von den zur Verfügung stehenden Keepern ab? Hat man ältere Torleute, die das zuvor beschriebene Szenario kennen, dann wollen diese Torleute weiterhin diese Form der TW-Athletik. An der Verbesserung von Technik und Stellungsspiel besteht nur selten Interesse.


    Hat man es mit Nachwuchskeepern zu tun, dann kann durchaus eine reizvolle Aufgabe in der Individualisierung seiner TW-Fähigkeiten bestehen. Mit Individualisierung meint man zweierlei:
    Erstens hat jeder Mensch, so auch jeder Keeper einen individuellen Weg, wie er am besten lernt. Doch bis dieser Lernweg beschritten werden kann, muß sein TW-Trainer zunächst durch intensives Beobachten diesen Weg erkennen. D.h. bevor der TW etwas vom TW-Trainer lernt, lernt der TW-Trainer sehr viel von seinem TW! Zweitens gibt es einen Unterschied zwischen dem "schulmäßigen TW" und den Abweichungen, die die jeweilige Stärke des Keepers ausmachen. Darum wäre es nicht sehr klug, bereits jedes Detail vorzugeben. Besser ist es, das sich der TW daran ausprobieren kann. Nur dann, wenn es bei dieser Technik oder Taktik eine "Sackgasse" gibt, wo er sich nicht mehr verbessern kann, sollte man korrigerend eingreifen. Ansonsten werden mit dem Training der TW-Stärken seine Schwächen immer geringer werden.


    In wieweit das TW-Training also von dir vorbereitet werden muß, hängt sowohl von deinen Fähigkeiten als auch von den Ansprüchen der Verantwortlichen ab. Ferner ist die Frage zu klären, ob der TW-Trainer bei jedem Spiel dabei ist, um im Wettkampf die im Training verbesserten Fähigkeiten zu beobachten und ggf. das TW-Training daraufhin anzupassen.


    Die Frage, wieviel Geld dies dem Verein wert ist, stellt sich erst dann, wenn du dir bewußt wirst, wie viel es dir wert ist! Bei einer seriösen Anfrage und Angebot können selbst im Senioren-Breitensportbereich mittlere 3-stellige Honorare gezahlt werden.