Wie bekommt man Motivation und eine Einheit trotz sehr großem Leistungsunterschied in der C-Jugend?

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  • Hallo zusammen,


    wir haben eine neugegründete C-Jugend in der Kreisklasse und diese besteht aus 12 Spielern (4x ´95 und 8x ´96-er Jahrgang). Die 4 ´95-er Spieler sind mit Abstand die schwächsten und von den ´96-ern sind 2 langsam, die anderen sind sportlichen und haben schon erfolgreich im Bezirk und unser letzter Neuzugang stammt aus dem Landesligakader, wo er einen Stammplatz hatte. Zum Großteil haben sie schon in der D-Jugend zusammen gespielt. Demzufolge und ein bißchen unerwartet stehen wir am Tabellenende mit 2 Punkten in 12 Spielen. Wir sind ein kleiner Verein ohne große Ansprüche, aber momentan nervt es alle, dass es nicht klappt.


    Ich hoffe, es hat von Euch jemand hilfreiche Tipps. :?:

  • Wieso verbindest Du Motivation und Leistungsunterschiede? Ich verstehe das nicht wirklich und glaube, du setzt beim Problem falsch an. Sind schwache Leistungen auf eine schlechte Motivation durch Leistungsunterschiede zurück zu führen?


    Wenn ja, ...woran machst Du das fest?


    Normalerweise sind schwache Leistungen durch fussballerische Defizite zu erklären. Haben sie keine Defizite?


    Und wenn doch, welche fußballerischen Defizite weisen sie auf, ....die zu Demotivation führen? Gruß Andre

  • Hallo Andre,



    es sind nur 12 reine C-Jugend-Spieler, wir füllen zu den Spieltagen mit D-Jugendspielern auf. Die leistungsschwachen Spieler sind wirklich etwas unsportlich, aber wir brauchen sie. Sie haben natürlich auch schon Fortschritte gemacht. Aber sie werden bei einem Fehlpass gleich von einigen der besseren Spieler angemeckert. Das große Problem ist, dass den schwächeren die Motivation fehlt, der Großteil spielt dort erst seit einem Jahr Fußball und die besseren schon seit dem 5 Lebensjahr.



    Auf deine Frage, also wir als ÜL versuchen sie schon zu motivirien und aufzubauen. Aber gestern war es so schlimm dass 2 gute und 3 schwächere Spieler geäußert hatten, dass sie keine Lust mehr haben. Der technisch beste Spieler wollte im Spiel raus, weil wir schon 6-0 hinten lagen. er ist aber nicht raus, weil wir das nicht zugelassen haben.


    Im Training haben die unsportlicheren Spieler auch keien Lust an ihre Leistunggrenze zu gehen, weil sie wahrscheinlich sehen, dass sie mit den anderen nicht mithalten können. Ich hatte schon mal vorgeschlagen, dass sich ein ÜL um die schächeren und der andere um die besseren kümmert. Der andere ÜL wollte das nicht so richtig.



    Was sagt ihr darüber ?

  • Hier fallen mir mehrere Dinge ein, dessen Verwirklichung für mich in den Sternen steht.


    Soweit Euer Unterbau das zuläßt, könnte man überlegen, die Spieler der D in diesem Ausnahmefall hochzuziehen, d.h.....sie fest in deine Mannschaft zu nehmen.


    Das geht natürlich nur, wenn der Verein, die Eltern, die Spieler damit einverstanden sind und die D Jugend ausreichend Spieler hat.


    Wichtig wäre für mich, dass die Spieler zusammen trainieren. Hier würde ich anregen, dass Du die Spieler -nach Absprache mit dem D Trainer- zu Eurem Training einladen darfst. Es könnte für sie ein Zusatztraining sein, mit der Bitte, zumindest bei einem Training bei Euch zu erscheinen.


    Hintergrund: So lernen sich die Spieler besser kennen.


    Dazu würde ich mal eine Ansprache innerhalb meiner Mannschaft führen.Hierbei wäre der Umgang untereinander vor, während und nach dem Spiel das Thema. Ich würde in die Runde fragen, ob man wisse, wie man sich fühle, wenn man selber merkt, dass man nicht so gut mithalten kann, und wie man sich fühlt, wenn man dann darauf auch noch laut angesprochen wird, ...inclusive der Frage, ob man dann besser spielt oder noch schlechter spielt. Zudem sollten sie erkennen, dass man durch diese Ansprachen an den Mitspieler die Mannschaft schwächt, statt stärkt und auch, ....dass die vermeidlich Guten hier oft über ihre eigenen Schwächen hinwegtäuschen versuchen.


    In den Trainings, wo die Leihspieler zu Euch kommen, würde ich ihnen einen Trainingspartner zuweisen, dieser Trainingspartner wäre für mich der Tutor oder Pate.


    Ich würde jede Menge Ballkoordinationsphasen zwischen den Trainings einbauen oder als Warmmachteil ausgiebig und wiederholend in Wettkampfform einbauen. Darüber hinaus kämen für mich viele Spielformen auf dem Kleinfeld in Betracht. Ich würde die Gruppen hierbei gut mischen.


    Wenn das mit den Gasttrainings nicht geht, würde ich um Trainingsfreundschaftsspiele bitten, wobei ich die Mannschaften hier mischen würden.


    Darüber hinaus könnte ich mir auch ein gemeinsames Spieletraining z.B. auch in der Halle vorstellen (vielleicht auch in Turnierform).


    Das ganze gilt dem besseren Kennenlernen und der allgemeinen Akzeptanz.


    Unter dem Strich bleibt aber: Spielt langfristig dort wo ihr hinpaßt. Gruß Andre

  • ja das sind ein paar gute Vorschläge. Der Unterbau der D-Jugend (ich bin dessen ÜL) lässt dies von der Anzahl her zu, aber nicht von der Qualität


    Die D-Jugend-Spieler spielen sonst zu viel doppelt.


    Aber das mit der Ansprache das werden wir machen, mal schauen ob es hilft.



    Was hälst du von dem geteilten Training und von kleinen Spielen 3 stärkere gegen 4 schwächere.

  • Ehrliche Frage,ehrliche Antwort: Nichts.


    Wie würdest Du dich fühlen, wenn du wüßtest, dass du zur Zeit schwächer bist und du wüßtest, dass der Trainer und die anderen Spieler das auch meinten und du nun im 3:4 gegen die vier Starken spielen müßtest?


    In meinem Alter und auf Grund meines Ichs würde ich gegen jeden antreten, da würde ich ein super 1:1 in der Defenive arbeiten und alles geben...in dem Alter dürftest du damit nicht rechnen, sie finden das demotivierend und peinlich, ...sie werden sich vorgeführt fühlen und nichteinmal das tun, was sie zu tun in der Lage wären.


    Nimm die starken Spieler -nach dem Gespräch- und teile ihnen einen Schwächeren zu/bzw. sie sollen einen freiwillig nehmen und sich aussuchen, ...damit die Chemie paßt. Dieser Spieler -und das beschrieb ich oben schon- ist ab da bei den Übungen dessen fester Partner, ...sie sind ihre Ausbilder, sie passen auf sie auf, dürfen ihnen im sachlichen Ton jeden Tipp geben, wenn ihnen was aufällt. Der Auszubildene/Pate ist damit einverstanden, dass ihm etwas ins Ohr gesagt werden darf.


    Schreit der "Ausbilder/Pate" muß er ihn eine Runde Huckpack ums Kleinfeld tragen oder von einmal quer hin.-und zurück, ..."scheiss" ausnahmsweise was auf die Knie, er wirds überleben." Diesbezüglich schließt ihr einen Packt/einen mündlichen Vertrag.


    So übernehmen die "Besseren" Verantwortung, sie identifizieren sich im besten Fall mit dieser Aufgabe und der "Schwächere" hat die Möglichkeit, hier einiges zu lernen.


    Ich würde die Mannschaften entsprechend so mischen, dass der Ausbilder mit Pate immer zusammen bleibt.


    P.S. Es ist nur ein Versuch, ...ich weiss nicht ob das klappen würde, aber ich wäre da zuversichtlich. Gruß Andre

  • Ich denke, es ist auch wichtig, den Ergebnisdruck möglichst rauszunehmen.
    Setze andere sportliche Ziele, deren Erfüllung du beurteilst: Laufbereitschaft, sicheres Passspiel, gegenseitige Unterstützung auf dem Platz. Das Ergebnis sollte in den Hintergrund rücken!
    Ganz wichtig ist die gegenseitige Unterstützung und positive Atmosphäre in der Mannschaft. Gemecker und gegenseitiges Niedermachen darfst du nicht dulden!
    Hat zumindest bei uns geklappt - ich trainiere auch eine C-Jugend. Wir haben die ersten 6 Spiele alle verloren. Dann gelang am Samstag der erste Sieg - und wenn nicht, ich wäre auch ruhig geblieben....