Alles anzeigenUnd jetzt kommen wieder die speziellen Verbandsumsetzungen ins Spiel
Die Verbände haben ja wie immer etwas Spielraum in der Umsetzung. Konkret. Jeder macht was anderes.
Und dann kommt halt so was raus in manchen Verbänden.
Eigentlich empfiehlt der DFB zumindest laut „Anpassungen – Wettbewerbsformen im Kinderfußball“
Champions League Modus: Bei Unentschieden steigt das Team auf, welches das letzte Tor erzielt hat; bei 0:0 entscheidet Stein-Schere-Papier
Ich persönlich finde die "letztes Tor" Regel ja auch nicht sonderlich fair. Warum hat das Team "gewonnen" nur weil es das letzte Tor erzielt hat.
Da ist mir Schnick, Schnack, Schnuck lieber und so mache ich es auch. Damit kommen alle klar. Geht schnell. Fertig.
Zur Thematik. Muss ich jedes Kind vor jeder möglichen Niederlage schützen? Ich weiß auch nicht. Gehört dazu und muss der eine oder andere Spieler verdauen lernen. Auch schon in dem Alter. So ist das Leben. Es können nicht immer alle nur gewinnen...
Obwohl ich dem Fall schon eher Schnick, Schnack, Schnuck vorgeben würde. Warum da so ein unnötiges Prozedere einführen beim Feldwechsel...
Ganz ehrlich, die Thematik mit den nicht gegebenen Toren verstehe ich auch nicht wirklich, warum das kritisiert wurde. So sind die Regeln. Wenn die nicht da sind, schießen einige aus allen Lagen, während sie lieber dribbeln sollten... Außerdem ist halt irgendwann das Spiel vorbei, dann zählt das Tor nicht mehr. Manchmal gibt es Diskussionen dazu, aber da kann der DFB jetzt irgendwie auch nichts dafür.
„Danke für diese ehrliche Bestätigung aus deiner Praxis! Du zeigst genau das auf, was ich meine: Jeder Verband kocht sein eigenes Süppchen, und am Ende kommt ein bürokratisches Regel-Chaos heraus, bei dem selbst die Trainer nicht mehr durchblicken.
Aber zu deinen zwei entscheidenden Denkfehlern möchte ich gerne konkret Stellung beziehen:
1. Der Unterschied zwischen einer sportlichen Niederlage und psychologischem Stress:
Niemand fordert, Kinder vor Niederlagen in Watte einzupacken! Eine normale Niederlage im Fußball ist gesund: Das Team verliert als Mannschaft 1:3, man schüttelt dem Gegner die Hand, ärgert sich gemeinsam in der Kabine, trinkt eine Limo und nächste Woche geht es weiter. Das ist Sport.
Was am Wochenende passiert ist, war aber keine normale sportliche Niederlage! Hier wurde die gesamte psychologische Last eines Mannschaftssports im ‚Sudden Death‘ auf die schmächtigen Schultern eines einzigen 8-jährigen Kindes abgewälzt – vor den Augen aller gaffenden Eltern. Und warum? Nicht aus sportlichen Gründen, sondern nur damit die mathematische Excel-Tabelle des Verbandes für den Feldwechsel aufgeht! Das hat mit ‚Verdauen lernen‘ nichts zu tun. Das ist das brutale Abschieben von Verbandsunfähigkeit auf die Psyche eines Kindes. Wenn selbst du als Trainer sagst, Schnick-Schnack-Schnuck sei dir da lieber, merkst du doch selbst, wie absurd das DFB-Konzept in der Realität mutiert.
2. Das Verbot von Toren aus der eigenen Hälfte:
Zu sagen, das Verbot sei gut, damit die Kinder ‚lieber dribbeln‘, ist die absolute Krönung der theoretischen Fehlsteuerung. Wenn ein 8-jähriger Junge in der U9 im Bruchteil einer Sekunde erkennt, dass der gegnerische Torwart oder die Verteidiger zu weit aufrücken, den Mut besitzt, den Kopf hochzunehmen und den Ball präzise aus der eigenen Hälfte über alle hinweg ins Tor schießt – dann ist das pure Spielintelligenz und Handlungsschnelligkeit!
Genau diese Instinkte fordert der DFB in seinen Theorie-Broschüren gebetsmühlenartig ein. Wenn wir dieses genial antizipierte Tor dann aber mit der bürokratischen Begründung ‚Du hättest aber lieber dribbeln sollen‘ eiskalt aberkennen, erziehen wir die Kinder zu starren, mutlosen System-Robotern.
Wir nehmen den Kindern die natürliche Freude am Torerfolg weg, um sie in ein künstliches Lehrbuch-Korsett zu pressen. Und genau deshalb wachsen an unserer Basis eben keine kreativen Thomas Müllers mehr nach, sondern nur noch glattgebügelte Hütchen-Abspurter. Die Praxis straft die Theorie hier Tag für Tag Lügen!“
