Beiträge von Soni10

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    Sollten auch schon Kinder in der G-Jugend auf dem Platz miteinander reden ? Ich denke schon, dass das manchmal ganz hilfreich ist. Ich weiß, dass meine Große das oft tut und dass das nicht immer gut ankommt (Trainer). Ich denke, es kommt darauf an, WIE man miteinander spricht.

    "Andererseits müssen die Spieler begreifen, dass sie dem Ballbesitzer keine Anweisungen zu geben haben, sondern lediglich Hinweise und Angebote. Ich möchte auch nicht, dass fünf Spieler gleichzeitig "Hier! Hier!" rufen und den Ball haben wollen, das irritiert den Ballführenden nur. Auch sollten hilfreiche Hinweise, wie z.B. "Wechsel!" nur dann erfolgen, wenn der Ballführende dazu in der Lage ist, also nicht, wenn er sich mitten im Zweikampf befindet. Das zu lernen halte ich für gar nicht so einfach.."

    Dieses 'hier', hier' bzw. 'Namen-des-Ballführenden'-Gerufe ist genau das Problem. Uns hat man deshalb auf den Lehrgängen gesagt, dass man die Kinder durch Übungen dazu bringen soll, dass immer nur der Ballführende Namen ruft, und zwar den Spieler, dem er passen möchte oder irgendwohin schicken. Es ist nämlich so, dass sonst 6 Kinder den Namen vom Ballrufenden rufen und so den Ball fordern (das ist bei uns häufig so gewesen) und dann evtl. der Ruf vom Ballführenden an den Spieler, dem er passen möchte durch diese lauten Rufe etwas untergehen kann.


    Ich kann aber aus Erfahrung sagen, dass es nicht einfach ist, den Kindern es anders herum beizubringen, wenn es erst einmal aus der G-Jugend und F-Jugend bei den Kindern in Fleisch und Blut ist. Ich habe es deswegen in so gut wie alle Übungen mit eingebaut, bis es endlich auch mal im Spiel gut funktioniert hat.

    Es kann für die Entwicklung des Kindes optimal sein.


    In dem einen Jahr muss er sich gegen Stärkere behaupten und zieht dabei vielleicht auch öfter mal den Kürzeren. Im nächsten Jahr gehört er dann zu den Älteren und kann den anderen Kinder zeigen, wo der Hammer hängt. Das ist dann gut für sein Selbstvertrauen.


    Aber es kommt natürlich auf das Kind an. Man muss das individuell einschätzen. Z.B. kann er sich überhaupt auch bei den Älteren durchsetzen. Wie ist seine Entwicklung dort. Wir haben auch schon Kinder wieder zurück versetzt, wenn wir dachten, dass es seiner Entwicklung schadet.


    Aber ansonsten machen wir es genauso. Das ist bei uns der Normalfall. Die, denen wir es zutrauen, die spielen schon bei den Älteren mit. Die anderen bleiben in ihrer Altersklasse. Und hin und wieder hatten wir sogar welche, die wir zu den jüngeren gegeben haben, wenn diese ganz schwach entwickelt waren.


    Gut, in der G-Klasse ist es jetzt auch nicht so kriegsentscheidend. Da kommt es eher auf Spaß, Spiel, Laufen usw. an. Aber auch hier haben wir schon die Kinder nach deren Entwicklung in Gruppen aufgeteilt.

    Ich möchte mit einer Mannschaft schon eher etwas länger zusammen bleiben. Der Vorteil liegt darin, dass ich den Spielern nicht immer neu wieder alles beibringen muss (oft auch Kleinigkeiten), wenn man Spieler von der F- bis zur D-Jugend (also 6 Jahre die selben Kinder) trainiert. Die Spieler kennen mich dann auch und wissen, wie sie zu reagieren haben. Außerdem kann es auch immer sein, dass Eltern oder Kinder es zum Anlass nehmen, den Verein zu verlassen und etwas Neues auszuprobieren, wenn die Kinder sowieso den Trainer wechseln und den Trainer vom nächsten Jahr nicht kennen.


    Unser Verein hatte immer den größten Spielerverlust, wenn die Kinder von der E-Jugend in die D-Jugend zur Spielgemeinschaft wechseln sollten. Das Training ist dann woanders, und es gibt auch neue Trainer. Da denken sich dann viele, dass sie dann gleich den Verein verlassen können und mal einen anderen ausprobieren, der etwas größer ist. Vor allem bei den richtig guten Spielern war es so schwieriger, diese zu halten. Seit mein Team und ich die Kinder von Jahr zu Jahr begleiten, ist noch kein Kind abgesprungen, auch nicht die richtig guten. Ich hoffe, es bleibt auch so.

    solche Tage hat auch mal der Trainer und auch die Spieler dürfen das haben, wir sind doch keine Maschinen die auf Knopfdruck funktionieren müssen wie die Profis oder die Jungstars in den Leistungszentren die honoriert werden.
    U9-U11 ist mir aufgefallen das kaum Fangspiele gemacht werden - warum auch immer. Die Spieler machen Aufwärmprogramm wie die Profis mit komisches Dehnübungen und da dreht sich mir im wahrsten Sinne der Magen um.

    Dehnübungen haben wir inzwischen auch im Aufwärmprogramm integriert. Ich hatte mich immer gewundert, warum man das im Kindertraining macht. Ich dachte immer, Kinder sind sofort von Null auf Hundert, auch ohne großes Auswärmen und Dehnen. Erst beim Orthopäden habe ich neue Erkenntnisse gewonnen. Die Muskeln der Kinder werden beim Training durch die Belastungen gestaut/verformt/gedrungen/gekürzt. Mit Dehnübungen wirkt man dem entgegen.

    Ich war bei diesem Orthopäden-Termin, nachdem wir ca. 9 Monate lang wenig Aufwärmen und Dehnübungen gemacht hatten. Da sie uns beim Trainerlehrgang erklärt haben, dass Kinder eigentlich gar kein Warmmachen benötigen, da nicht verletzungsanfällig. Ich dachte, dann kann ich etwas Zeit sparen, indem ich das Aufwärmen kürze und manchmal auch wegließ. Am Ende hatte ich eine schmerzhafte Entzündung im Fuß bekommen.

    Tja, Kinder benötigen es vielleicht nicht. Aber ich als Trainer halt schon, wenn ich beim Training mitmache.

    bei meinen Kindern ist es schon Belohnung, wenn sie spielen dürfen, wie lange sie spielen dürfen, auf welcher Position ich sie spielen lasse (ihre Lieblingsposition, falls sie eine haben oder eine andere) und ob sie in der Anfangsposition stehen. Auch das mit der Kapitänsbinde habe ich bereits öfter gemacht. Oder am Ende vom Training dürfen zwei von denen, die am Besten mitgemacht haben, die Mannschaft wählen. Da das aber sehr oft die selben Kinder sind, mache ich das mit dem Wählen nicht mehr als Belohnung.

    Wir machen das 3-3 jetzt etwa zwei Monate (vorher frei gespielt) und bei uns laufen regelmäßig mehrere Kinder aus der hinteren Kette mit nach vorne. Das finde ich auch richtig und das sollen sie um Gottes Willen nicht unterlassen.

    Das ist auch richtig so, wie Du selber schreibst. Es ist bei vielen Kindern einfacher, sie Kinder zum Hintenbleiben zu bewegen, als zum Mitlaufen. Deshalb gewöhne den Kindern blos nicht ab, in Bewegung zu bleiben und nach vorne mitzugehen.


    Ich mache es immer so, dass in der E-Jugend nur der mittlere Verteidiger etwas weiter hinten bleibt, wenn wir im Angriff sind. Je nach Gegner und Situation in Etwa bei der Mittellinie, aber immer etwas hinter dem vordersten Stürmer der Gegner. Wenn der mittlere mal mit nach vorne kommt, dann muss einer der anderen beiden Verteidiger als hinterster Spieler zurück bleiben und etwas in die Mitte einrücken. Normalerweise derjenige, auf dessen Seite wir den Ball im Angriff haben. Der Torwart rück weiter auf, damit auch er näher am Ball ist, falls es einen schnellen Gegenstoß gibt.

    Die anderen Verteidiger fungieren bei uns als zweite Sturmreihe. Das klingt auch besser für die Kinder. Wobei es natürlich auch schon auch gewollt ist, dass diese mit Doppelpässen oder auch andere Pässe mit in die Spitze laufen. Ich versuche sehr viel mit Pässen, vor allem kurzen Pässen, Doppelpässen spielen zu lassen und mache im Training entsprechende Übungen und kurze Dribblings sehr viel und oft. Deswegen habe ich die stärksten beiden Spieler am Ball nach hinten links uns rechts genommen. Seit dem funktioniert unser Spielaufbau und das Angriffs- und Passspiel sehr viel besser.

    Mal eine Frage. Bei der Mannschaft, in der meine Tochter spielt, da ist es so, dass einige Eltern bei Spielen (C-Jugend) zwei-drei Kannen mit Kaffee und manchmal auch einen von den Eltern gespendeten Kuchen oder ein paar von den Eltern gespendete Brezel beim Spiel anbieten. Sie stellen es auf einen Biertisch und einen Spenden-Becher dazu. Jeder darf sich etwas nehmen und Spenden. Eigentlich wurde es mal im Winter eingeführt, weil das Sportplatzrestaurant oft bei Spielen geschlossen hat und es im Ort keinen Bäcker gibt, wo man mal einen Kaffee zum Mitnehmen holen kann, wenn die Spiele am Wochenende sind. Somit hatte man zur kalten Jahreszeit etwas Warmes zum Trinken da. Später kam dann jemand auf die Idee, es mit einem Spendenbecher zu verbinden, weil auch die Gäste nach Kaffee gefragt hatten. Es gibt keine Preise und theoretisch könnte man auch ohne zu bezahlen etwas nehmen. Das macht aber sicher niemand. So kommen jedenfalls pro Spiel ca. 20-30 Euro zusammen, bei attraktiven Gegnern war es auch schon mehr. Das Spendengeld landet in der Mannschaftskasse. Spendenbescheinigungen werden keine ausgegeben. Von dem Spendengeld werden dann Weihnachtsfeier oder -geschenke und Meisterschaftsfeier und so etwas finanziert.


    Darf man das wirklich nicht wegen der Kasse? Das weiß dann aber niemand, dass man das nicht darf. Ich habe so etwas Ähnliches auch schon anderswo gesehen.

    Ich kenne das. Ich habe früher sehr viele Sportarten ausprobiert. Tischtennis, Leichtathletik, Taekwondo, Fußball, Baseball, Basketball, Handball und als ich schon etwas größer war Beachvolleyball (aber nicht im Verein). Letzten Endes war ich als Kind beim Handball gelandet und bin hier glücklich geworden und habe hier später immerhin Landesliga gespielt.


    Im Tischtennis wurde mir zu wenig trainiert damals, es wurde viel herumgestanden und gequatscht. In Leichtathletik habe ich glaub irgendetwas vermisst (es gab keinen Ball :-)). Kampfsport war absolut nicht mein Ding, also auch das drumherum nicht mit dem Verbeugen und so. Straßenfußball in der Freizeit war super (habe ich in meiner Jugend mit meinen Freunden von Frühling bis Herbst jahrelang fast jeden Tag gespielt). Ein paar von meinen Freizeitkickfreunden waren im Fußball-Verein und haben mich dann mal mitgenommen. Aber wir waren viele Kinder, ich wollte öfter den Ball haben, als ich ihn beim Probetraining bekam. Eigentlich wollte ich nur spielen. Darum bin ich nach zwei mal nicht mehr hin. Beim Abschlussspiel im Training waren glaub 14 gegen 14 oder so ähnlich. Das war nichts für mich. Baseball war auch nur in der Freizeit. Hat Spaß gemacht, aber es ist leider ein furchtbarer Unfall passiert, deswegen hatte uns der Bauer nicht mehr erlaubt, auf seinem Feld zu spielen und auch einige Eltern wollten das nicht mehr. Basketball war okay, aber ich bin zeitgleich ins Handball (damals 2 mal pro Woche Basketball und 2 mal pro Woche Handball Training) und Handball war nochmal einen Tick besser für mich und intensiver. Und vor allem haben wir im Handball, wenn wir nicht genug Kinder im Training waren (z.B. in den Ferien), immer Fußball gespielt in kleinen Teams. In kleinen Teams im Basketball, Handball oder Straßenfußball hatte es mir glaub so viel Spaß gemacht, weil ich sehr oft den Ball bekam.


    Und deswegen schaue ich in meinen Trainings auch immer, dass jedes Kind sehr viel den Ball hat (kleine Gruppen, oft Spielformen), damit ihnen nicht langweilig wird :-).


    Das mit dem Schubsen usw. muss man meiner Erfahrung nach immer gleich unterbinden. Ich war in jungen Jahren auch eine Zeit lang Handball-Trainer. Da kam das auch vor, wenn man nicht immer gleich entschieden dagegen vorgegangen ist. Man muss sich hier sehr viel wiederholen, da Kinder schnell vergessen. Aber es hängt vielleicht auch von der Gruppe etwas ab. Bei uns die Kinder, die ich gerade habe sind alles tolle Jungs, die aller gerne kicken. Wir hatten auch schon mal Jungs dabei, die glaub von den Eltern dazu verdonnert wurden. Das bringt nichts, obwohl sie gar nicht wollten. Das bringst nichts. Die bringen dann nur Unruhe rein. Ich habe dann sehr viel mit den Eltern gesprochen. Irgendwann kamen die beiden nicht mehr. Bzw. der eine kam gerade vor 2 Wochen wieder zurück. Mal sehen was daraus wird. Seine Eltern sagen, er hat jetzt richtig Lust und würde jetzt öfter zum Bolzplatz gehen. Sie wollen es nochmal versuchen.

    Es gibt eine "Pädagogenweisheit" die niemand gerne hört:

    Ich kann einem Kind nichts "beibringen" wenn es nicht offen ist dafür.

    Ja - das ist klar. Ich glaube, dafür braucht man auch gar kein Pädagoge sein.


    Aber wie sieht es aus mit Kindern, die offen für etwas sind und sich trotzdem schwer tun?


    So wie ich das beurteile, ist er sehr offen für Fußball und für Übungen. Deswegen will er ja immer ins Training und mit mir Fußball spielen.


    Aber ich als Trainer habe festgestellt, dass es da Unterschiede gibt, zum Teil erhebliche.

    Der eine hat für etwas ein großes Talent, z.B. viel Ballgefühl für das Jonglieren. Aber sobald er es einigermaßen kann, also mit den anderen mithalten kann, dann macht er nicht mehr als nötig und sagt, das kann ich schon, das will ich nicht machen. Er ist dafür nicht offen.

    Ein anderer kann es überhaupt nicht, versucht aber weiter und weiter. Hört aufmerksam zu, wenn man ihm sagt, was er anders machen soll. Er stellt auch viele Fragen und hört auch nicht so schnell auf zu üben. Aber er braucht dennoch sehr sehr lang, um sich zu verbessern, um auch nur halb so gut mit dem Ball zu jonglieren, wie der erste.


    Das ist nämlich ungefähr der Fall, den ich da habe.


    Und ich muss sagen, dass es bei mir früher als Kind und auch heute noch als Erwachsener auch so ist, dass ich nicht immer alles gerne mache, wofür ich viel Talent habe. Andere Sachen, für die ich kein besonderes Talent besitze, können allerdings auch zu meinen Hobbys werden. Bei Mathe- und IT-Themen zum Beispiel war ich immer sehr talentiert, durfte hier auch mal eine Klasse überspringen. Aber ich wollte nie Informatiker werden, obwohl mir alles mit Computern und Programmierung sehr leicht fällt. Es langweilt mich irgendwie.

    Und handwerklich bzw. gärtnerisch habe ich nur ein sehr begrenztes Talent. Aber ich habe mir mit der Zeit (über Monate und Jahre) dennoch einen schönen Garten vor dem Haus großteils selber gebaut. Übrigens mit tollem Fußball-, Spiel- und Abenteuer-Areal für die Kinder.

    Das ist mal eine andere Idee. Volleyball, also weg vom Zweikampf. Ich dachte nämlich genau anders herum. Ich hatte mal überlegt, ob ich ihn zu einer Kampfsportart anmelden soll. Vor allem deswegen, weil er mal Boxen wollte und sich einen Boxsack und Boxhandschuhe zum Geburtstag wünschte. Der Boxsack hängt jetzt im Hobbyraum im Keller und wird nur selten benutzt.


    Das mit dem Trennen von Zwillingen in der Schule war mal. Sie sagten uns an der Schule, dass das mal ein Ansatz war, aber man es heutzutage eigentlich nicht mehr macht, außer die Eltern wollen es unbedingt. Wir hatten das nämlich damals auch überlegt. Das mit dem Kinder als Individuum zu behandeln viel meiner Frau die ersten Jahre tatsächlich schwer. Wir hatten diesbezüglich ab und zu Diskussionen. Gerade wenn es um Geschenke ging. Sie wollte immer allen Kindern das gleiche schenken, weil sie fair sein wollte. Ich will den Kindern das schenken, was sie wollen, auch wenn der eine sich etwas Teureres wünscht und der andere etwas Günstigeres. Möglicherweise kann der eine mit dem teureren gar nichts anfangen.


    Ich hatte ihn auch schon mehrmals gefragt, ob er mit dem Fußball aufhören will und etwas anderes machen. Etwas anderes machen ist für die Jungs okay, aber mit Fußball wollen beide nicht aufhören. Der Grund, warum sie trotzdem beide meistens das Gleiche machen ist, weil der andere, der in Fußball (und auch in den anderen Sportarten) besser ist, immer das machen möchte, was der schlechtere machen möchte. Wenn wir ihn fragen, sagt er immer, er wolle das machen, was xxx will. Ich denke aber, dass sich das mit den Jahren verliert. Bei uns sind noch andere Zwillinge in der Familie (es ist fast eine Plage :-)), und da war es fast immer genauso. Als Kinder immer zusammen und später gehen sie ganz andere Wege, teilweise auch in andere Länder. Sind alles keine eineiigen Zwillinge.

    Ja genau deshalb habe ich ja hier geschrieben. Ich dachte, vielleicht gibt es Übungen, bei denen er durch die Übung und dem Spaßfaktor oder durch Erfolgserlebnisse selbst heraus findet, dass es sich lohnt, Biss zu zeigen. Genau das ist es, warum ich hier schrieb. Und ich denke auch, dass es für´s Selbstvertrauen gut ist. Aber ich bin kein Pädagoge. Ich kann mir aber vorstellen, das es nicht so schön für jemanden ist, wenn man immer (oder fast immer) zweiter Sieger ist. Hier spricht jetzt der besorgte Papa aus mir.


    Jedenfalls gehe ich ja nicht zu ihm hin und sage ihm, Du musst mehr Biss zeigen. Dieser Schritt muss von selber kommen beim Üben, beim Spiel oder von sonst wo her. Oder es kommt halt nicht. Aber wenn ich ihn durch Übungen dahingehend unterstützen kann, dann mache ich es. Ist doch klar.

    Es ist alles richtig, was Du sagst. Ich (wir) schauen bei den Übungen immer, dass die Kinder nicht viel herum stehen. Auch in dem wir in die Kinder oft beim Training in kleine Gruppen aufteilen, und diese dann die Trainings-Stationen wechseln (wir machen immer drei Stationen). Wir sind genug Trainer (5), dass das gut geht.


    Aber Ehrgeiz kann ich meinem Sohn eigentlich auch nicht absprechen. Also allen beiden nicht. Es sind zwei kleine Streber. Machen immer gut mit und üben viel. In den meisten Fächern in der Schule haben sie 1er Noten und sie wollen immer in allem gut sein. Gerade der schlechtere von beiden kommt auch häufiger zu mir und will mit mir im Garten Fußball spielen oder etwas üben. Ich denke, dass es das mit der Angst ist, kombiniert mit einer extremen Gelassenheit. Er hat sich auch als einziger von allen meinen Spielern noch nie aufgeregt, wenn er verloren hat.


    Es gab im Kindergarten allerdings mal etwas. Er war, als er im Kindergartenalter war, relativ groß und auch stark, verglichen mit den anderen Kindern. Aber weil er so stark war, wollten immer alle Kinder gegen ihn kämpfen (er war sozusagen der unbesiegbare, den es zu bezwingen galt). Irgendwann, als er noch im Kindergarten war, kam er mal zu mir und sagte zu mir "Papa, warum wollen immer alle Kinder gegen mich kämpfen? Ich mag nicht immer kämpfen".


    Mir ging es eigentlich darum, dass ich überlegt habe, ob es eine Möglichkeit gibt, dass ich ihn im Punkt Bissigkeit verbessern kann. Denn ich glaub, dass er fußballerisch eine bessere und schnellere Entwicklung nehmen könnte, wenn er mehr Biss in den Zweikämpfen hätte.


    By the way: Ich bin auch so stolz auf ihn, er ist ein richtig toller Junge. Und ich bin extrem gerne mit ihm zusammen.

    Wir haben das Spielfeld horizontal in Spielzonen eingeteilt, um das zu üben. Es sind bei uns 5 Zonen. Jeder Spieler darf immer nur eine Zone weiter nach vorne passen (also 4 mal passen bis zum Tor). Auch der Torspieler. Mir ging es auch darum, dass sie so mehr mitlaufen müssen (freilaufen, anbieten), denn es gab auch Spieler, die etwas Lauffaul waren. Nachdem sie gepasst haben, sind diese nach dem Pass stehengeblieben und haben dem Pass hinterher geschaut. So muss jetzt immer mindestens 1 Spieler in der nächsten Zone sein, deshalb laufen sie auch mehr mit, wenn sie gepasst haben. Es hat etwas gebraucht, aber jetzt machen die Kinder gut mit. Ein Tor zählt nur aus der letzten Zone heraus. Aber man kann auch variieren. Z.B. das Tor zählt aus der zweitletzten Zone heraus. Ein Tor zählt nur, wenn alle Spieler mindestens bis in die mittlere Zone mitgelaufen sind (außer der Torspieler). Oder es ist erlaubt, in die nächste Zone zu passen oder zu dribbeln. Usw. Man kann es auch sehr gut mit weniger Spielern (4+1 System oder 3x3) üben, damit es intensiver wird.

    ja, das stimmt. Sie machen auch noch Tennis und davor waren sie auch in Leichtathletik-Training (das allerdings leider fast nie stattgefunden hat). Allerdings zurzeit immer zusammen. Und der eine ist überall besser. Irgendwann wurde das mit dem Leichtathletik aber meiner Frau zu bunt, weil es immer wieder ausgefallen ist, dann hat sie sie im Tennis angemeldet.


    Beide Kinder sollten, wenn möglich und schulisch nichts dagegen spricht zwei Freizeitaktivitäten machen, auch damit sie auch mal in andere Gruppen als in Kindergarten/Schule kommen, da wir zugezogen sind. Eigentlich dachten wir einen Sport und ein Instrument. Aber Musik wollten sie beide irgendwann nicht mehr und danach Kunst auch nicht. Dann hatte meine Frau es mit einem weiteren Sport probiert. Das macht ihnen mehr Spaß. Allerdings mögen sie beide zurzeit am liebsten Fußball. Aber Tennis geht auch.

    ja danke. Das ist eine gute Idee. Ich habe auch schon so Sachen probiert. Lasse ihn öfter mal im Training 1 gegen 1, 2 gegen 2, 3 gegen 3 mit anderen schlechteren Spielern spielen, damit er mehr an den Ball kommt. Und habe ihn auch schon beim F-Jugend-Training (nach Rücksprache) mitmachen lassen. Ihm sagte ich, dass sie ihn brauchen, weil sie so wenige Kinder im Training sind (es sind auch in Wirklichkeit viel weniger in der F-Jugend). Er hat auch mitgemacht. Leider ist er, wie schon gesagt, auch schlechter als die F-Jugend-Spieler im Zweikampf mit 2 Ausnahmen.


    Ein wenig ist er ja auch schon stärker geworden. Es ist nicht so, dass er gar keine Entwicklung genommen hat. Er kann auch einigermaßen gut passen, wenn er denn den Ball bekommt. Und er schießt sogar ab und zu mal ein Tor im Training. Aber nur, weil ich ihm so ein paar Tipps gegeben habe, wo er besser bei bestimmten Situationen sein sollte, damit er an den Ball kommt. Aber es wird immer seltener, weil die anderen Kinder halt besser sind und inzwischen nicht mehr so nachlässig wie in der F-Jugend.


    Achso. Wir trainieren beide Mannschaften zusammen, wie eine. Aber wir trennen dann im Training öfter in Gruppen auf, weil wir genug Trainer sind.

    ja. Das sehe ich genauso. Ich mache mir allerdings manchmal Gedanken, ob es wirklich gut für sein Ego ist. Ich selber kann mir nicht so richtig vorstellen, wie es wahrscheinlich ist, wenn man immer alle Zweikämpfe verliert. Das muss einem doch Nahe gehen. Ich will ihn also auch schützen.


    Er hatte zu mir mal, als er noch bei den Bambinis war gesagt, 'er weiß, dass er der Schlechteste ist'. Ich war erst mal baff, dass er das mit damals 5 oder 6 Jahren schon realisiert hatte. Dann habe ich ihm gesagt, dass er noch sehr jung ist und nicht traurig sein soll. Dass sich das manchmal, wenn man älter wird, ändern kann. Und wenn er kein Fußball spielen mag, dann muss er es auch nicht tun. Er sagte mir, dass er gar nicht traurig ist und weiter Fußball spielen möchte.


    Er spielt sehr gerne in der Mannschaft mit seinem Bruder. Es ist eher anders herum. Der 'bessere' Bruder wollte lange Zeit nur in der selben Mannschaft spielen wie sein Bruder (also im Training), das sagten mir die anderen Trainer, als ich noch nicht sein Trainer war. Er sagte, wenn der andere nicht in seinem Team ist, dann spielt er nicht. Inzwischen hat sich das aber gelegt. Jetzt spielen sie im Training auch problemlos in anderen Teams.



    Aber mir ging es jetzt im Beitrag eher darum, ob man etwas durch eine Übung erzielen kann, dass er mehr Erfolgserlebnisse im Kampf um den Ball bekommt. Vielleicht gegen einen Box-Sack boxen lassen oder so etwas ?? Mir fällt da nichts mehr ein. Also er soll jetzt nicht seinen Charakter ändern. Er ist ein toller Junge mit super Charakter. Aber im Spiel könnte etwas mehr Ehrgeiz kommen. Sonst wollen vielleicht irgendwann auch die anderen Jungs nicht mehr mit ihm spielen. So mein Gedanke. Bisher kam da zwar nichts. Aber die Jungs werden ja älter, vielleicht ambitionierter. Er muss nicht der Superstar werden. Aber ich denke, es würde ihm und seiner Entwicklung gut tun, wenn er sich manchmal auch besser durchsetzen könnte.

    Ja - absolut. Er fragt mich auch an Wochenenden oder in den Ferien, ob ich mit ihm raus gehe, Fußball spielen. Mit mir spielt er gerne, mit seinem Bruder eigentlich auch, aber nicht gegen ihn. Zumindest nicht, wenn sie allein spielen. Deshalb schießen sie dann meistens nur auf´s Tor, anstatt ein Spiel zu machen.


    Ich habe ihm auch schon immer wieder mal diese Frage gestellt und gesagt, dass es okay ist, wenn er Fußball nicht so mag. Ich habe ihm auch gesagt, dass ich ihn genauso mag, wenn er kein Fußball spielt.


    Beim Rennen von der Ausdauer her gehört er übrigens zu den Top5 im Team. Und manchmal, wenn ich am Wochenende aufstehe, erzählt er mir, dass er schon irgendwelche Übungen gemacht hat. Er ist der Frühaufsteher der Familie und steht jeden Tag freiwillig gegen 5 Uhr morgens auf. (er macht gerne Liegestützen, Situps, Joggen und so etwas, aber alles gemütlich, nicht um besser zu werden).