Ich war jetzt 25 Jahre lang "sehr aktiv" an der Organisation unseres kleinen Dorf Sport (Fußball) Vereines beteiligt. Das ist mehr als die hälfte meines Lebens.
Seit 25 Jahren Vorstand und dazu immer noch andere Aufgeben (was gerade so anfällt oder gebraucht wird ) (Jugendtrainer, Schiedsrichter, Übungsleiter bei anderen Sportarten, Platzwart, Kassierer, Gastronom, Einkäufe, Veranstaltungsmanager etc...)
Vor 2 Wochen bin ich (während der laufenden Vorstandsperiode -also "außerordentlich" ) als Vorstand zurückgetreten.
Ich hab das alles nicht mehr ausgehalten. Hat keine Freude mehr bereitet.
Über meinen Sohn bin ich vor etlichen Jahren auch wieder näher an den Kinder- und Jugendfußball gekommen.
Hab selbstverständlich auch entsprechende Fortbildungen besucht (Kindertrainer, C-Lizenz) und mich sehr gerne in den Jugendfussball als Trainer eingebracht.
Auf dem Platz, und in der Arbeit mit den Kids gab es da auch wenig Probleme. Wir waren nicht die erfolgreichste Mannschaft aber es ist "gelaufen".
Hauptsächlich wegen des Verhaltens einiger Eltern (es waren leider überwiegend Damen...) und dem ganzen "drumherum" hab ich aber zum Ende der letzten Runde aufgehört.
Mich hat das "Gehetze" und die Boshaftigkeit einiger (meines Erachtens sehr unausgelasteter Eltern- die zu viel Zeit haben sich Boshaftigkeiten und Lügen auszudenken) nur noch belastet.
Das war schon Psychoterror like.
Ganz schlimm wurde das als die ersten Kinder der Mannschaft zu "besseren" Vereinen gewechselt sind.
Für mich als Trainer war das auch nie schön, aber vollkommen nachvollziehbar und der "normale Lauf der Dinge" (hier auf dem Dorf).
Was man dann über diese Kinder und deren Eltern hören musste..... unter aller S.u...
Was mich ebenso sehr belastet hat war der ganze Umgang miteinander und untereinander (andere Vereine, Trainer etc.) welcher im Fußball herrscht.
Weiter oben hat einer geschrieben dass man kaum noch auf Kollegen, sondern zusehends nur auf "Gegner" trifft.
Das beschreibt es ganz gut.
Keiner gönnt dem anderen was, Gewinnen um jeden Preis, Feindseligkeiten , Neid, Aggressivität, Fairness?
Zu oft hab ich Sätze wie: "Hau ihn um....." auf dem Platz hören müssen.
Und dann der Umgang mit dem Schiedsrichter. Regelmäßig Vorkommnisse, Beleidigungen, Häme etc.
Welches Recht haben (unsere) Zuschauer ständig lautstark die Leistung anderer Sportler auf dem Platz (auch der SR ist ein Sportler!) zu kommentieren?
Mein Sohn macht auch noch anderen Sport, und ich muss sagen das ist in anderen Sportarten deutlich besser.
Nirgends ist es so schlimm wie beim Fußball. Echt teilweise schon asozial.
Wir hatten vor einigen Jahren einen Spielabbruch (Handgreiflichkeiten) bei einem Bambini Spiel! Bei uns im Kreis war das kein Einzelfall.
Was mich auch sehr stört, ist der fast überall akzeptierte Umgang mit Alkohol und anderen Suchtmitteln beim gemeinen Fußball Zuschauer. Fast überall wird (schon Samstags morgens um 0900 bei den Spielen der kleinsten) Alkohol ausgeschenkt und geraucht.
Bei uns gibt es Zuschauer die haben am Ende eines "Jugendspieltages" 7-12 Bier (alternativ Glühwein) oder so....
Da kann ja eigentlich nicht mehr viel gescheites bei verbalen Äußerungen kommen.
Traurigerweise setzten die sich danach oft noch in ihre Autos und fahren heim (inklusive Kinder auf dem Rücksitz)
Solche Zuschauer (oder sogar Betreuer/Trainer) mit Bierflasche und Kippe im Mund sehe ich jedes Wochenende und das mit Unbehagen. Aber vielleicht hab ich zu verklärte Ansichten von Jugendförderung und Sport....
Mir hat es gereicht.
Ich wollt nicht mehr.
Im Moment fehlt mir das ganze noch und ich hab die "mehr Freizeit" noch nicht kompensiert.
Aber in Summe geht es mir heut besser.
Ich find in anderen Sportarten auch einen Platz.
Da geht es oft viel freundlicher /professioneller /sportlicher zu.
