Beiträge von Anna13

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    Ja richtig. Die Sichtung für den DFB-Stützpunkt fand im letzten Sommer für die U9 statt. Die Mannschaft besteht aus einem 2014er Jahrgang. Vielleicht gibt es regionale Unterschiede!?

    Deine Ansicht ist interessant, da wir eher die Befürchtung haben, dass er sich in einer Mannschaft, in der er den anderen "überlegen" ist, nicht unbedingt weiterentwickelt. Hinzu kommt, dass er da auch oft nur "mit halber Kraft" spielt, eben weil es ausreicht. Auf dem Stützpunkt ist es anders. Und wie schon erwähnt, bei Fußballcamps usw. orientiert er sich klar an den älteren und leistungsstarken Spielern und zieht da seine Motivation raus, mithalten zu können. Liegt nicht genau auch hier der Ansporn drin (intrinsische Motivation)? Die Trainer im Heimatverein sehen eher den Spaß im Vordergrund und streben an, dass alle Kinder leistungsmäßig auf dem gleichen Niveau sein sollen. Und genau so bauen sie auch das Training auf. Dass das regelmäßig zu Über-bzw. Unterforderung führt, brauche ich wohl nicht zu erwähnen. Das ist auch ein Grund, weshalb wir eine mittelfristige Lösung suchen.

    Und klar wissen wir (und unser Sohn auch), dass es bessere Spieler gibt. Es geht uns darum, dass er in einem Umfeld seiner großen Leidenschaft nachgehen kann, dass seine Stärken optimal fördert und in dem die langfristige individuelle Entwicklung der Spieler im Fokus steht. Ich arbeite selbst mit Kindern/Familien und kenne aus meinem beruflichen Kontext Eltern, die dann oft "drüber" sind. Daher kann ich deinen letzten Satz auch sehr gut nachvollziehen. ;)

    Siehe meine Antwort an "Sir Alex". Die E2 im Verein (ein Jahr älter) ist für ihn keine Herausforderung. Die E1 schon aber der Verein wil lieber jahrgangsgleich trainieren und die Mannschaften möglichst lange zusammenlassen, ganz unabhängig von den Talenten in jeder Mannschaft. Der Verein sieht v.a. den Spaß für alle im Vordergrund versteht aber nicht, daß für manche Jung uns Mädels Spaß eben auch Erfolg bedeutet.

    Gibt es Ideen, Anregungen oder mögliche Erklärungen?

    Hier eine Anregung: Nach meinem Geschmack wird der Begriff 'talentiert' viel zu inflationär benutzt. Nicht nur jetzt hier in dem Zusammenhang, ich erlebe es auch immer wieder in meinem Fußballalltag. Bei Spielen oder jetzt bei den Hallenturnieren bekomme ich da auf der Tribüne immer mal Fachgespräche ;) mit, wo ich mich doch häufig wundere, auf welchen Beobachtungen ein Kind als 'talentiert' geadelt wird. Coach1976 hatte es oben auch schon angedeutet. Zu den Besten in der aktuellen Mannschaft zu gehören bedeutet erstmal 'nur', zu den Besten in der Mannschaft zu gehören, was für sich betrachtet ja eine schöne Sache ist und überhaupt nicht abwertend gemeint ist. Das bedeutet im Umkehrschluss aber nicht, dass das Kind automatisch auch so talentiert ist, mal auf NLZ Niveau spielen zu können. Du baust deine ganze Argumentation aber auf seinem Talent auf, daher zieht ihr vielleicht auch die falschen Schlüsse aus der Situation.

    Das ist richtig. Gerade Kinder in diesem Alter haben kein "Universaltalent". Sie haben Stärken, die ungewöhnlich sind für ihr Alter und dies auch kontinuierlich weiterentwickeln und sie haben - wie unser Sohn auch - Schwächen. Wir sind da schon sehr zurückhaltend in der Beurteilung (ist er wirklich talentiert?) aber diese Einschätzungen kamen allesamt von außen auf uns zu, alle auch unabhängig voneinander und auch teilweise von qualifizierten Trainern mit langer Erfahrung in der Nachwuchsarbeit (die auch schon aktuelle Profis trainiert haben in jungen Jahren). Manch eine Einschätzung war auch sehr deutlich. Und genau deshalb suchen wir ja auch hier in diesem Forum Rat, weil wir es nicht immer einschätzen können.

    Leider ist das mit einer jahrgangshöheren Mannschaft in seinem Verein schwer möglich. Sein ehem. Trainer wollte genau aus diesem Aspekt heraus eine leistungsstarke, jahrgangsunterschiedliche Mannschaft zusammenstellen. Der Verein wollte das nicht und steht auch solchen vereinsinternen Wechseln eher skeptisch gegenüber. Die E2 (ein Jahr älter) hat er vor kurzem übrigens bei Funino und auf dem Großfeld in der Halle fast alleine an die Wand gespielt. Der Verein scheint so etwas nicht wahrzunehmen im Sinne der Förderung.

    Ohne es gesehen zu haben ist es schwer eine Ferndiagnose zu stellen, wurde ja schon geschrieben.


    Ich möchte noch einen einen möglichen Grund bringen. Die neue Mannschaft empfängt neue Spieler (=Konkurrenten) keineswegs mit offenen Armen. Da spielt man gerne mal lieber untereinander bevor man den frei stehenden Neuen ins Spiel mit einbezieht. Da kann man dann auch das Gefühl bekommen, das Spiel läuft am Sohn vorbei. Das sollten allerdings die Trainer sehen...


    Redest du eigentlich von einem NLZ oder einem Leistungsverein darunter?

    Ich rede von einem Leistungsverein darunter.

    Ja, genau. Das ist ein interessanter Aspekt und das werden wir weiter berücksichtigen. Interessant daran ist übrigens, daß er nach dem ersten gescheiterten Probetraining die Situation sehr gut weggesteckt hat. Sein Trainer hatte die Befürchtung, daß er das zu sehr mit sich mitträgt und so demotiviert wird. Das Gegenteil ist der Fall: er hat es sehr schnell vergessen und ist daran gewachsen.

    Wir haben versucht, mit den Stützpunkttrainern darüber zu sprechen. Alllerdings sind sie dazu hier sehr zurückhaltend und sehen es nicht als ihre Aufgabe, Eltern Tips zu geben. Es kann gut sein, daß sie auch in der Vergangenheit schon schlechte Erfahrungen diesebezüglich gemacht haben und es somit nun Vorgabe ist, sich da zurückzuhalten. Hast Du da andere Erfahrungen?

    Ansonsten ist es hier in unseren Region schon anders als in anderen Gegenden: man hat hier den Wald- und Wiesenverein, mit sagen wir mal sehr begrenzten Fördermöglichkeiten, und dann kommen schon gleich große Vereine mit bekannten Namen. Dazwischen gibt es leider nicht viele Mögleichkeiten, in einer höher ambitionierten Mannschaft zu trainieren. Daher freuen wir uns ja auch so (und er auch selbst), daß er auf dem Stützpunkt mit anderen guten Spielerinnen und Spielern zusammenkommt.

    Ja, so ist es im Kern: in Fußballcamps und wenn alle mit ihm neu beginnen (Stützpunkt) erarbeitet er sich seinen Status, auch neben dem Platz, und wird dann von allen respektiert. Es geht bei ihm dann immer um die Zugehörigkeit, die ja nicht da ist. Und dann sieht man das im Spiel, das dann sehr traurig anzusehen ist. Hast Du Erfahrungen mit solchen Spielern oder in solchen Situatonen? Die wenigsten Trainer haben das in diesen jungen Jahrgängen auf dem Schirm. Die sind oft noch recht jung, haben vom Verein (z.B. eines Bundesligaclubs) einen klaren Auftrag und müssen Erfolge sammeln. Pädagogische Aspekte kommen da leider oft zu kurz. Meiner Ansicht nach ist das im deutschen Nachwuchsfußball, gerade in den U14/U13-Jahrgängen abwärts, generell ein Problem. Da wird zu wenig auf pädagogische Aspekte gelegt. Das Heranführen an eine Mannschaft ist eigentlich ein sehr wichtiger Moment, in dem viel verloren gehen kann. Ich denke, wir müssen da geduldiger sein und auf seine Erfahrungssammlung vertrauen. Dann könnte es schon irgendwann klappen.

    Hallo in die Runde,


    ich lese hier als „Fußballmutti“ schon einige Zeit mit und habe so bereits einige gute Anregungen und Tipps erhalten. Heute möchte ich mich mit einem Anliegen an euch wenden und hoffe auf euer Schwarmwissen und Erfahrungen. Die Situation ist etwas verzwickt…


    Mein Sohn spielt seit etwa 2 ½ Jahren in unserem Dorfverein Fußball, aktuell in der E3 (U10). In seiner Mannschaft fühlt er sich soweit wohl, er ist hier sozial gut eingebunden und trifft seine Freunde. Allerdings haben wir seit einiger Zeit den Eindruck, dass er fußballerisch unterfordert ist, was sich teilweise in Frust äußert. Seit September 2023 trainiert er zusätzlich zum Vereinstraining auf einem DFB-Stützpunkt. Hier gibt es keinerlei Probleme, er ist sehr motiviert und ausgeglichen und genießt es mit anderen leistungsstarken Spielern zu spielen, die „sein Spiel verstehen“ und technisch verwerten können. Die Rückmeldungen der Trainer sind ebenfalls positiv. In der Schule/Freizeit kickt er außerdem täglich auf dem Bolzplatz. Laut seiner Aussage hält er sich hier aber öfter zurück, da er nicht als „Egospieler“ gelten möchte. (Ich erwähne das deshalb, weil es evtl. im späteren Verlauf noch eine Rolle spielen könnte.) Regelmäßig erhalten wir Eltern von mehreren Seiten unabhängig voneinander die Rückmeldung, dass unser Sohn ein talentierter Spieler ist. Soweit so gut.


    Er ist bereits des Öfteren mit seiner Spielweise aufgefallen und wurde zu mehreren Probetrainings bei höherklassigen Vereinen eingeladen. Hier ist das Problem aber, dass ihn das scheinbar an irgendeiner Stelle unter Druck setzt und er sein Potenzial nicht entfalten kann!? Er hat dann zwar ein paar gute Aktionen, kann in den Übungen auf dem gleichen Niveau wie die anderen mithalten und wird von den Trainern auch positiv bestärkt, aber dann bricht es im Trainingsspiel ab und er wirkt wie blockiert. Das Spiel geht quasi an ihm vorbei. Das komische an der Sache ist, dass das nur dann auftritt, wenn er in bereits bestehende Mannschaften neu hinzukommt. Bei dem Sichtungstraining für den DFB-Stützpunkt, bei dem ja alle neu waren, war das kein Problem. Genauso wie bei diversen Fußball-Camps, zu denen er alleine geht und auch gerne bei den älteren Jahrgängen ganz selbstbewusst mitmischt. Hier ist er durchgängig leistungsstark und dominiert sogar oft das Spiel. Als Eltern üben wir keinen Druck o.ä. aus, wir überlassen ihm die Entscheidung und stehen unterstützend zur Seite.


    So, nun haben wir das Problem, dass unser Sohn in seinem Heimatverein in seiner Mannschaft unterfordert ist, er aber den Sprung zu einem höherklassigen Verein aufgrund der dargestellten Problematik auch nicht gepackt hat. Vom Leistungsvermögen wäre das vermutlich kein Problem, es ist der Kopf… Wie können wir unseren Sohn hier bestmöglich unterstützen? Er äußert von sich aus, dass er sich weiterentwickeln möchte und es ist ihm mit knapp 10 Jahren bewusst, dass das so in seiner Mannschaft nicht möglich ist. Der Wille, den Verein zu wechseln, ist bei ihm schon da und er war auch enttäuscht, als es das letzte Mal nicht gereicht hat. Es besteht evtl. noch die Option in einem älteren Jahrgang im Verein mitzutrainieren, allerdings ist das Leistungsniveau in den Mannschaften jetzt auch nicht besonders hoch und die Frage ist, inwieweit ihn das in seiner Entwicklung voranbringt. Andererseits wäre das erst mal ein kleinerer Schritt (in einem bekannten Umfeld) und es käme evtl. nicht wieder zu Blockaden o.ä.


    Habt ihr Erfahrungen mit solchen Spielern? Gibt es Ideen, Anregungen oder mögliche Erklärungen? Für weitere Infos gerne nachfragen, ich habe versucht mich zunächst kurz zu fassen. 😉



    Viele Grüße


    Anna13