Ich bin wirklich dankbar für eure vielen Tipps. Besonders die Idee, zunächst verschiedene Vereine anzuschauen, um ein Gefühl für die Philosophie zu bekommen, finde ich sehr hilfreich – darauf wäre ich selbst gar nicht gekommen. Danke dafür.
Auch der Ansatz, zuerst die eigene Spielphilosophie für sich selbst klar zu haben, finde ich sehr gut. Ich denke nämlich, dass man nicht wirklich harmoniert, wenn man grundsätzlich andere Vorstellungen hat. Natürlich hat man eine Traumvorstellung von attraktivem Fußball: gut organisiert, schnelles Pressing nach Ballverlust, viel eigener Ballbesitz, aber nicht langweilig, sondern mit klugen Verlagerungen, um Räume zu öffnen, und mit Schnittstellenpässen, die wie ein Messer durch warme Butter gehen.
Gleichzeitig glaube ich aber, dass man sich auch ein bisschen an den Spielern orientieren muss, die man hat. Dann kann man das Beste aus ihnen herausholen und sie nicht in eine Rolle quetschen, in die sie nicht passen. Anders als Profitrainer hat man ja oft nicht den Luxus, den Kader nach eigenen Vorstellungen zusammenzustellen. Das setzt einen auch ein bisschen unter Druck, aber zeigt auch die Grenzen auf, die der Kader mitbringt. Dadurch kann man vielleicht auch Frust vermeiden, weil die Spieler etwas nicht umsetzen können.
In meinem Praktikum habe ich über acht Wochen verteilt 40 Stunden pro Woche Training gegeben. Es war eine Mischung aus einem Trainingsskript, das wir gemeinsam als Team umgesetzt haben, und eigenen Übungen, die ich eingebracht habe. Die Mannschaften haben dabei jedoch immer rotiert, sodass man eine Mannschaft nur zweimal pro Tag für eine Einheit hatte, und das in verschiedenen Altersklassen. Ich habe das Gefühl, dass ich im Fußballbereich eigentlich eine interessante Story habe – aber irgendetwas in mir traut sich nicht, den nächsten Schritt zu gehen. Deshalb dachte ich, es wäre eine gute Option, hier im Forum nachzufragen.
Meine Leidenschaft für Fußball ist ein bisschen abgeflaut, muss ich ehrlich sagen, nachdem ich die Identifikation mit einem Verein nicht mehr wirklich aufbringen konnte. Das ganze Business wirkt auf mich manchmal merkwürdig. Deshalb habe ich gezweifelt, ob ich überhaupt noch am Fußball interessiert bin. Aber diese Idee geht mir trotzdem nicht aus dem Kopf.
Ich glaube, ich bräuchte ein Umfeld, das kooperativ ist und eine gute Stimmung hat – nette Trainer, die sich gegenseitig unterstützen. Wenn ich sehe, wie manche Trainer Kinder grundlos anschreien oder manche Eltern sich genauso verhalten, schreckt mich das ab. Deshalb tut mir der Austausch hier wirklich gut.
